Näh-ABC

Sie wollen mit dem Nähen loslegen und eigene individuelle Stücke zaubern? Einfach los geht hier leider nicht. Gewisse Grundkenntnisse müssen vorhanden sein, damit Ihr Nähprojekt auch gleich gelingt. Wir haben Ihnen hier die wichtigsten und einige Begriffe mehr herausgesucht, die zum Nähen wichtig sein könnten. Unser Näh ABC dient besonders Anfängern als gute Basis für den Beginn.

Das folgende Nählexikon verweist auf wichtige und grundlegende Begriffe, die für einen gelungenen Start ins neue Hobby nicht fehlen dürfen. Desweiteren verweisen wir auf detaillierte Anleitungen, die Ihnen bestimmte Bereiche noch näher erläutern werden.

Wichtige Nähbegriffe

Applikationen

Applikationen sind Stoffstücke, die zu dekorativen Zwecken auf Projekte genäht werden. Dies kann per Hand oder per Maschine gearbeitet werden. Applikationen können die verschiedensten Formen und Motive haben.

Hier finden Sie eine detaillierte Anleitung zum Applizieren: https://www.talu.de/anleitung-zum-applizieren/

Baumwollstoff

Dieser Stoff ist der wohl bekannteste und auch beliebteste Stoff zum Nähen. Gerade für Nähanfänger eignet sich dieser Stoff besonders. Er lässt sich leicht verarbeiten, da er sich kaum verzieht. Baumwolle knittert jedoch schnell und muss oftmals vor dem Verarbeiten gebügelt werden.

Blende

Eine Blende wird, wie der Name es schon sagt, zum Verblenden von etwa sichtbaren Nähten verwendet. Das kann eine Borte oder auch ein Futterteil sein.

Nadelkissen nähen
Nadelkissen verblenden

Zur Anleitung „Nadelkissen nähen“: https://www.talu.de/nadelkissen-selber-machen/

Durchziehnadel

Diese wird verwendet um beispielsweise Kordeln und Bänder durch einen Tunnelzug zu ziehen.

Einlage

Einlagen gibt es in verschiedenen Stärken und dienen dazu, andere Stoffe zu verstärken, wie zum Beispiel Taschen oder Mützen. Einlage gibt es zum Bügeln oder zum Einnähen. So können Stoffe eine höhere Festigkeit bekommen, wenn dies für ein Projekt erforderlich ist.

Fadenspannung

Für unterschiedliche Stoffe werden unterschiedliche Fadenspannungen verwendet. Für Spitze zum Beispiel wird eine geringere Fadenspannung benötigt als für Leinen. Es ist sehr wichtig, stets mit der richtigen Fadenspannung zu arbeiten.

Filz

Filz wird aus Wolle hergestellt, indem per Hand oder per Maschine gefilzt wird. Eine weitere Möglichkeit ist, Strickware bei hohen Temperaturen zu waschen. Filz gibt es in den unterschiedlichsten Farben und Mustern, ist etwas dicker und franst beim Zuschneiden nicht aus. Filz wird deshalb gern für Applikationen und Aufnäher verwendet.

Fingerhut

Mit einem Fingerhut kann man sich vor Nadelstichen in die Haut schützen. Der Fingerhut wird meist auf dem Mittelfinger getragen und erleichtert auch das Durchstechen von dicken oder mehreren Stoffen. Fingerhüte gibt es aus den unterschiedlichsten Materialien: Metall, Kunststoff, Porzellan oder Leder. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass der Fingerhut richtig passt.

Fingerhut

Fleece

Fleece ist ein sehr weicher und kuschliger Stoff, dessen Oberfläche bei der Herstellung aufgeraut wird. Er franst beim Zuschneiden nicht aus und wird daher gern von Nähanfängern verwendet. Hier ist zudem meist Bügeln nicht notwendig.

Hier zeigen wir Ihnen, wie Fleecestoff in einem Loop-Schal verarbeitet werden kann: https://www.talu.de/loop-schal-naehen/

Futter

Um unschöne Nähte oder Rückseiten von Stickereien zu verdecken, werden einige Stoff mit einem dünnen Stoff unterlegt.

Garn

Hier gibt es die unterschiedlichsten Varianten. Universell einsetzbar sind Garne aus Baumwolle oder Polyester. Welche jedoch Sie auch immer verwenden, es gilt beim Garn stets eine Regel: Sparen Sie nicht am Garn! Billiges Garn reißt meist sehr schnell und die Reparatur nimmt viel Zeit in Anspruch.

Garnspule

Eine Garnspule ist das kleine Metallteil in der Nähmaschine unter der Nadel. Hier wird der Unterfaden eingesetzt.

Möchten Sie genau wissen, wie Sie einen Ober- und Unterfaden in die Nähmaschine einfädeln müssen? Hier gibt es die Anleitung: https://www.talu.de/oberfaden-unterfaden-einfaedeln/

Geradstich

Dieser Stich ist der Grundstich jeder Nähmaschine und wird für die meisten Projekte verwendet. Hier können auch unterschiedliche Stichlängen eingestellt werden.

Knöpfe

Knöpfe gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Verkauft werden diese meist nach Durchmesser. Knöpfe eignen sich sowohl als Verschluss als auch für Dekoration. Es gibt Knöpfe mit 2 oder 4 Löchern oder aber auch mit einer Öse auf der Unterseite. Knöpfe zu Dekorationszwecken können durchaus auch andere Formen als rund besitzen.

Knopfloch nähen

Sie möchten ganz genau wissen, wie man ein Knopfloch näht oder Druckknöpfe abringt? Hier gibt es die Anleitungen:

Leinen

Dieser Stoff ähnelt der Baumwolle, ist jedoch deutlich fester und knittert schneller, dass während des Nähens mehrmals das Bügeleisen zum Einsatz kommen muss, um ein schönes Ergebnis zu erzielen. Leinen eignet sich besonders als Platzsets, Geschirrtücher und ähnliches.

Linke Stoffseite

Wenn man von der linken Stoffseite spricht, ist die „nicht schöne“ Seite des Stoffes gemeint.

Maßband

Das Maßband gehört zweifellos zur Grundausstattung eines jeden Nähers. Lieber sollte einmal mehr nachgemessen werden, als später festzustellen, dass der Stoff nicht die gewünschte Größe hat. 1,5 Meter sollte ein solches Maßband mindestens haben. Kürzere sind für viele Nähprojekte nicht geeignet und längere sind meist im Weg.

Maßband

Matratzenstich

Dieser Stich wird von Hand genäht und wird für das Aufnähen von Applikationen und Ähnlichem verwendet. Diese Naht ist unsichtbar.

Ein genaue Beschreibung zum Matratzenstich, auch „Zaubernaht“ genannt, finden Sie unter anderem hier: https://www.talu.de/mit-der-hand-naehen-lernen/#blindstich_zaubernaht_leiterstich

Metalllineal

Für kleinere Abmessungen empfiehlt sich ein Lineal. Um direkt mit der Schere oder dem Rollschneider am Lineal entlangzuschneiden, macht ein Lineal auf Metall durchaus Sinn.

Nadeln

Auch bei den Nadeln gibt es unterschiedliche Ausführungen. Je nachdem, wofür man Nadeln benötigt, kann die passende gewählt werden. Für Nähte, die von Hand gearbeitet werden, eignen sich natürlich Nähnadeln am besten, da diese sehr spitz und kurz sind und das Nadelöhr ist gerade groß genug für Nähgarn. Wollnadeln dagegen sind größer, dicker und auch das Nadelöhr ist recht groß. Diese Nadeln sind nicht so spitz, damit die Wollfäden gut vernäht werden können. Weitere spezielle Nadeln gibt es zum Beispiel zum Stopfen, Quilten, Sticken, Feststecken und vieles mehr.

Nähmaschinenfuß

Der Nähmaschinenfuß die das Teil an der Nähmaschine, das über den Stoff fährt und ihn quasi „festhält“. Das Nähfüßchen kann mit dem Hebel am hinteren Teil der Maschine gehoben und gesenkt werden. Für besondere Arbeiten wie zum Beispiel das Einnähen eines Reißverschlusses gibt es spezielle Nähmaschinenfüße.

Nähmaschinenfuß

Nähmaschinennadeln

Für unterschiedliche Näharbeiten und Stoff werden unterschiedliche Nähmaschinennadeln benötigt. Für Leder beispielsweise wird eine andere Nadel benötigt als für Baumwollstoff. Welche Nadeln sich eignen, sollten beim Hersteller der Nähmaschine erfragt werden.

Nähplatte

Die Nähplatte sitzt direkt unter dem Nähmaschinenfuß und besitzt meist Maßangaben, an denen man sich orientieren kann.

Nahttrenner

Gerade bei den ersten Nähprojekten passieren schnell Fehler und man muss einige Nähte wieder austrennen. Hier ist ein Nahttrenner Gold wert. Ein Nahttrenner sieht etwa wie eine kleine Schere mit spitzen Schneidenden. Damit fährt man unter die zu öffnende Naht und schneidet vorsichtig bis zum Ende auf. Dabei ist Vorsicht geboten, damit man nicht den Stoff beschädigt.

Nahtzugabe

Die Nahtzugabe ist der Abstand zwischen Naht und Stoffkante. Wichtig ist, beim Zuschnitt von Stoffstücken immer die Nahtzugabe zu berücksichtigen, da andernfalls das Nähprojekt kleiner ausfällt als gewünscht.

Quilten

Beim Quilten wird mit der Nähmaschine oder per Hand durch zwei Stofflagen und die wattierte Einlage genäht.

23-patchworkdecke-naehen

Eine detaillierte Beschreibung zum Quilten finden Sie in unserer Anleitung zur Patchworkdecke: https://www.talu.de/patchworkdecke-naehen/#das_quilten_steppen

Rechte Stoffseite

Wenn man von der rechten Stoffseite spricht, ist die „schöne“ Seite des Stoffes gemeint.

Rollschneider

Mit einem Rollschneider können Stoffe sehr präzise zugeschnitten werden. Natürlich sollte unter dem Stoff eine Schneidmatte verwendet werden, um die Unterfläche zu schützen. Mit einem guten Rollschneider können sogar mehrere Schichten Stoff auf einmal geschnitten werden. Für kleinere Rundungen eignen sich kleinere Rollschneider besser.

Schere

Zum Nähen gibt es eine Vielzahl von Scheren, die alle eine bestimmte Verwendung haben. Es gibt zum Beispiel Schneiderscheren, Stickscheren, Zackenscheren und einige mehr. In unserem Näh ABC gehen wir auf die wichtigsten ein.

Schneiderkreide

Diese Kreide ist meist in den Farben Weiß, Blau und Grau erhältlich. Sie wird zum Anzeichen von Schnittmustern benötigt und lässt sich leicht wieder entfernen; so leicht, dass man beim Arbeiten auch darauf achten sollte, die Kreidestriche nicht zu verwischen. Grobe Linien lassen sich mit der Schneiderkreide problemlos anzeichnen. Für präzise Linien eignet sich diese jedoch nicht so gut.

Schneiderschere

Eine Sache, an der man nicht sparen sollte: eine gute Schneiderschere. Diese sollte eine recht lange Schneide und einen geschwungenen Griff besitzen. Das Zuschneiden von Stoff ist so sehr viel einfacher als mit einer herkömmlichen Schere. Wichtig: Eine Stoffschere sollte ausschließlich zum Schneiden von Stoffen verwendet werden. Andernfalls könnte die Schere schnell stumpf werden und nicht mehr das tun, wofür sie gedacht war.

Schneidmatte

Schneidmatten sind in unterschiedlichen Größen und Farben erhältlich. Sie sind meist selbstreparierend, sodass man getrost mit einem Rollschneider oder Cutter auf der Matte arbeiten kann, um die Arbeitsfläche zu schützen.

Schneidmatte

Seide

Seide ist ein sehr feiner Stoff und daher nicht so leicht zu verarbeiten. Nicht jede Stichart und Nadel eignet sich zum Arbeiten mit Seide. Dieser Stoff wird meist für Wäsche, Täschchen und Verzierungen verwendet.

Spitze

Dieser Stoff ist sehr fein und wird hauptsächlich für Verzierungen und Ähnliches verwendet. Bei der Herstellung werden einzelne Fäden miteinander verknüpft, wobei ein Muster entsteht. Beim Arbeiten mit Spitze sollte mit Bedacht und einer kleinen spitzen Schere gearbeitet werden.

Stecknadeln

Wer nähen möchte, benötigt unbedingt viele Stecknadeln, um mehrere Stoffe aneinander zu stecken oder um zum Beispiel auch das benötigte Schnittmuster festzustecken. Diese bekommt man in unterschiedlichen Längen und mit unterschiedlichen Köpfen.

Stecknadeln
Stecknadeln

Stickschere

Dies ist eine kleine, etwa 10 bis 12 cm lange, Schere, die in keinem Nähkörbchen fehlen sollte. Sie eignet sich besonders zum Abtrennen von kleinen Fäden, da die Schneide kurz und spitz ist, sodass man möglichst nah an den Stoff kommt, ohne diesen zu beschädigen.

Stickvlies

Stickvlies ist abziehbar und wird zum Sticken mit der Maschine verwendet. Der zu bestickende Stoff wird so fester und einfacher zu besticken. Nach dem Sticken wird das Stickvlies einfach wieder abgezogen.

Stoffe

Stoffe gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Abgesehen davon, dass die Designs nahezu grenzenlos sind, kann man zwischen verschiedenen Materialien unterscheiden: Baumwolle, Polyester, Leder, Jersey, Seide, Organza, Tüll, Fleece, Strick und viele mehr. Welchen Stoff man verwendet, hängt natürlich von dem jeweiligen Projekt ab. Einige Stoffarten finden Sie gesondert hier unserem Näh ABC.

Stoffmarker

Stoffmarker gibt es meist in hellen Farben wie hellblau oder grau. Dieser Stift ist wie ein normaler Filzstift zu handhaben. Man kann damit die Schnittmuster auf dem Stoff anzeichnen und zuschneiden. Danach können die Striche ganz leicht mit nur wenigen Tropfen Wasser entfernt werden.

Stoffmarker
Stoffmarker

Tüll

Tüll wird meist wie Spitze für die Verzierung von Projekten verwendet und wird ebenso aus einzelnen Fäden geknüpft. Er wird außerdem auch zum „Aufbauschen“ von Kleidern und Röcken verwendet. Beim Arbeiten mit Tüll muss äußerst vorsichtig vorgegangen werden. Eine kurze spitze Schere eignet sich hier am besten.

Verschlüsse

Um Stofflagen öffnen und schließen zu können, kann aus einer Vielzahl an Verschlüssen gewählt werden. Hier gibt es zum Beispiel Druckknöpfe, Reißverschlüsse, Haken und Ösen, Magnete, Sicherheitsnadeln, Kordeln und vieles mehr. Welcher Verschluss der Richtige ist, hängt von dem jeweiligen Nähprojekt ab und sollte sorgfältig ausgewählt werden.

Wattierung

Wattierung gibt es in unterschiedlichen Stärken und Materialien. Diese kann zum Aufpolstern verwendet werden oder auch um bestimmten Projekten Weichheit zu verleihen.

Webstoffe

Wie der Name schon sagt, ist dieser Stoff gewebt und besteht aus senkrecht und waagerecht verlaufenden Fäden. Webstoffe gibt es in den unterschiedlichsten Farben und Designs.

Zackenschere

Diese wird benötigt, um das Ausfransen einiger Stoff zu verhindern. Einfach am Stoff entlang schneiden. Dies kann zudem auch sehr dekorativ sein und eignet sich auch besonders, wenn Stoffe gelagert werden und dabei nicht ausfransen sollen.

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