Da es so viele unterschiedliche Arten von Druckknöpfen gibt, möchte ich heute einen kurzen Überblick geben, die eine oder andere theoretische Anleitung einbringen und mich im Anschluss auf die Montage von so genannten „Kam-Snaps“, einer Druckknopfart aus Plastik, konzentrieren, mit der ich selbst am häufigsten arbeite.

Was ist ein Druckknopf?

Ein Druckknopf ist ein aus vier Teilen bestehender Knopf, der an Kleidung, Taschen oder vielen anderen Gegenständen angebracht wird, um eine Möglichkeit zum Öffnen und Schließen zu schaffen. Heutzutage wird er auch gerne als Dekorationselement genutzt, da es ihn in vielen verschiedenen Farben, Formen und Größen gibt.

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Die vier Einzelteile bestehen aus 2 Kappen (Caps – jeweils für die „Außenseite“), einer Niete (Stud) sowie einem Sockel (Socket), wobei der Stud und der Socket gegenseitig an den „Innenseiten“ angebracht werden und genau ineinander passen. Einige Druckknopfarten bestehen auch nur aus den beiden „Innenteilen“ (Annäh-Druckknöpfe).

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Der Name Druckknopf stammt daher, dass die beiden „Innenteile“ durch zusammendrücken aneinander haften.

Welche Arten von Druckknöpfen gibt es?

Die gängigsten Druckknopf-Varianten werden aus Metall (Messing oder Stahl, oft mit einer zusätzlichen Feder im Schließmechanismus versehen) oder aus Plastik hergestellt. Jene aus Metall sind natürlich robuster und halten höhere Zugkräfte aus, wohingegen solche aus Plastik in einer viel größeren Auswahl in Farbe und Form zu finden sind.

Nach der sogenannten Zugkraft, die ein Druckknopf aushält, werden folgende Varianten unterschieden:

Druckknopf mit Ringfeder

Wie der Name schon sagt, ist eine ringförmige Metallfeder im Druckknopf verbaut. Dieser Druckknopf hält auch größeren Belastungen stand (z. B.: Zeltplane, Arbeitshose)

Druckknopf mit S-Feder

Eine aus Bronzedraht gefertigte Feder in S-Form ist integriert.
Dieser Druckknopf hält mittleren Belastungen stand (z. B.: Reisetasche, Jacke).

Druckknopf mit Zackenring
Ein Ring mit vielen kleinen (teilweise abgerundeten) Zacken ist eingebaut. Dieser Druckknopf hält leichten bis mittleren Belastungen stand (z. B.: Bekleidung).

Darüber hinaus unterscheiden sich Druckknöpfe durch die Art und Weise, wie sie angebracht werden: angenäht oder genietet. Für längere Druckknopfleisten (z. B.: beim Kinderstrampler) werden oft auch Druckknopfbänder verarbeitet, auf denen bereits im genormten Abstand alle Druckknöpfe angebracht sind.

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Auch die Größe kann variieren, wobei üblicherweise der Durchmesser in Millimetern angegeben ist.

Druckknöpfe annähen

Annäh-Druckknöpfen haben in Summe fünf Löcher: Eines in der Mitte, das sogenannte „Fixierloch“, um den exakten Platz zu markieren und den Knopf mittels Stecknadel und/oder Haftnaht zu sichern, damit er nicht verrutschen kann und vier weitere, um den Knopf festzunähen. Durch das Fixierloch kann auch gegengleich die zweite Seite des Knopfes zentral markiert werden.

Anbringen von Niet-Druckknöpfen

Hier gibt es drei Varianten: Entweder Sie vernieten mittels Hammer (laut Beschreibung des Herstellers auf den handelsüblichen Packungen angegeben), mittels einer eigens dafür entwickelten Druckknopfzange (von mehreren Marken erhältlich) oder mit einer Druckknopf-Presse.

Anbringen von Druckknopfbändern

Vorbereitend kann man die Kanten, an denen das Band angebracht werden soll bereits in der passenden Breite nach innen umbügeln. Wenn Sie noch nicht so geübt sind, können Sie auch grob abheften. Das Druckknopfband wird nun in der gewünschten Länge abgeschnitten und gegebenenfalls geendelt. Nun wird an beiden Seiten, an denen man es anbringen möchte, eine Markierung angebracht (z. B.: mit einer Stecknadel, Schneiderkreide usw.). Dann teilt man das Band und näht erst die eine Seite, dann die andere Seite knappkantig jeweils an der Innenseite es Stoffes an beiden Kanten (des Bandes) fest. Vorteil: Es sind schnell viele Druckknöpfe im exakt gleichen Abstand angebracht und man sieht von außen nur zwei Nähte und keine „Caps“. Nachteil: Das Druckknopfband kann teilweise vor allem anfangs recht bockig sein, was bei Baby- und Kinderkleidung störend ist. Nach mehrmaligem Waschen legt sich dies jedoch bei einigen Fabrikaten.

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Ich persönlich bevorzuge die so genannten Kam-Snaps aus Plastik. Aufgrund der großen Beliebtheit gibt es mittlerweile auch eine fast unbegrenzte Auswahl an Farben und Formen. Somit ist für jedes Projekt garantiert das Richtige dabei.

Anfangs habe ich mit einer Druckknopfzange gearbeitet. Da ich immer wieder lese, dass viele damit absolut zufrieden sind (vor allem mit einer bestimmten Marke), gehe ich davon aus, dass ich einfach das falsche Modell gekauft habe. Ich war mit den Ergebnissen mehr als unzufrieden. Der Stoff ist ständig verrutscht und die Druckknöpfe sind schnell von selbst abgefallen oder haben bei der geringsten Zugkraft nachgegeben. Die „richtige“ Markenwahl findet man in den einschlägigen Foren sowie auf fast allen Websiten, auf denen auch Kam-Snaps angeboten werden. Da ich so unzufrieden war und auch wirklich viel mit Druckknöpfen arbeite, habe ich mich für die Anschaffung einer Druckknopfpresse entschieden.

Anbringen von Kam-Snaps mit der Druckknopfpresse

Anmerkung: Ich habe in meinem Beispiel Druckknöpfe in einer Farbe verwendet, die sich möglichst gut vom Stoff abhebt, damit man alles besser erkennen kann. Im Normalfall setzt man farblich abgestimmte Druckknöpfe ein beziehungsweise wünschen Sie sich vielleicht ja genauso einen Kontrast bei Ihrem Werkstück. Dann ist es selbstverständlich auch in Ordnung so.

Vorbereitung

Hier ist nicht viel zu erklären. Das jeweilige Werkstück, an dem die Druckknöpfe angebracht werden sollen, kann eigentlich immer komplett fertig genäht sein, außer der Druckknopf soll „versteckt“ angebracht werden. Zuerst müssen Sie sich natürlich überlegen, wo genau die Druckknöpfe dann befestigt werden sollen. Dazu können Sie direkt am Stoff eine Markierung anbringen, in diesem Fall sogar mit Kugelschreiber oder ähnlichem, da die Markierung dann ohnehin durch den Druckknopf verdeckt wird.

Die Druckknopfpresse

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Die Druckknopfpresse hat zwei verschiedene Einsätze für die beiden Gegenstücke (Stud und Socket), die man austauschen muss, daher bietet es sich an, sofern mehrere Druckknöpfe angebracht werden, zuerst immer die eine Seite aller Druckknöpfe anzubringen, dann umzurüsten und danach die andere Seite anzubringen.

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Die Kappe ist auf beiden Seiten gleich und kommt bei der Presse immer unten zu liegen. Hier ist Vorsicht geboten! Wenn der Druckknopf mit der Presse erst einmal vernietet ist, lässt er sich nur schwer wieder lösen und im Stoff bleibt ein kleines Loch zurück!

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Druckknöpfe anbringen

Zuerst legen Sie einen der beiden Einsätze in die Presse ein (Schraubgewinde) und stecken Ihr jeweiliges Gegenstück (Stud oder Socket) bereits darauf. Die Markierungen für die Druckknöpfe bringen Sie im Idealfall immer an der Außenseite (wo die Caps montiert werden) an. Legen Sie dann den Cap mit der Spitze genau an den Mittelpunkt Ihrer Markierung, halten Ihn mit dem Stoff fest und legen Ihr Werkstück mit dem Cap nach unten in die Presse ein, bis sie merken, dass der Cap richtig in der Mulde liegt.

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Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihr Werkstück nicht zu nah am Tischrand liegt. Es könnte rutschen und dann sitzt der Druckknopf nicht richtig. Im schlimmsten Fall machen Sie damit Ihr ganzes Werkstück zunichte.

Da Ihr Gegenstück am im oberen Teil der Presse festgesteckt ist, können Sie nun den Hebel fest, aber mit Gefühl betätigen. Wenn Sie zu viel Kraft aufwenden kann aufgrund der Hebelwirkung der Plastikknopf zerbrechen und im schlimmsten Fall auch der Stoff beschädigt werden. Dach dem Pressen heben Sie den Hebel wieder zurück nach oben und nehmen Ihr Werkstück von der Presse. Der Knopf sitzt richtig, wenn der Mittelteil flach gedrückt ist und somit ein zusammenstecken der beiden Gegenstücke problemlos möglich ist.

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Tipp: Anfangs kann es sein, dass diese Druckknöpfe recht streng aufgehen. Daher öffne und schließe ich diese direkt nach dem Anbringen 10-15 Mal. Mit der Zeit geht es dann besser.

Wenn Sie Druckknöpfe in einem Bündchen anbringen möchten (z. B.: bei Babybodies), sollten sie dieses entweder mittels Bügelvlies innen verstärken oder ein Stück nicht dehnbare Baumwolle mit einnähen, um ein Reißen des Bündchenstoffes zu verhindern.

Kam-Snaps sehen an den Außenseiten von beiden Seiten gleich aus, da ja dieselben Kappen (Caps) verwendet werden und eigenen sich somit hervorragend für Werkstücke, die wendbar sind, wie zum Beispiel Wendejacken.

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