Einfach genial: Natron – 14 Anwendungen von Natriumbicarbonat

Natron-Anwendungen

In nahezu jedem Supermarkt zugegen, fristet Natron doch ein relativ tristes Dasein. Die wenigsten Menschen kennen die fantastischen Charakteristika des Natriumhydrogencarbonats, die von der basischen Eigenschaft über die Eignung als Bleichmittel bis zum geruchsneutralisierenden Merkmal reichen. Wenn Sie Natron in Ihrem bisherigen Leben weitestgehend ignoriert haben, so wird sich dies nach dem Lesen unserer Infos und Tipps garantiert ändern. Denn das Natriumsalz der Kohlensäure, das gemeinhin in Pulverform daherkommt, ist ein echtes Multitalent!

Natron und seine Fähigkeit, in unterschiedlichen Bereichen wertvolle Dienste vollbringen zu können, sind schon seit dem frühen Altertum bekannt. Die Bezeichnung „Natron“ kommt aus dem Ägyptischen – einer Sprache, in der für heilig anmutende Stoffe der Wortstamm „ntrj“ verwendet wird, was übersetzt so viel wie „göttlich“ heißt. Zweifelsohne ein würdiger Name für das Natriumhydrogencarbonat, das den meisten Menschen als Natriumbicarbonat, Speisesoda oder Backsoda ein Begriff ist. Auch Markennamen wie Bullrich Salz oder Kaiser Natron sagen sicherlich dem einen oder anderen etwas.

In jedem Fall wurde das natürlich vorkommende Gemisch aus Natron, Soda und Salz zu früheren Zeiten zur rituellen Reinigung sowie zur Mumifizierung eingesetzt. Apropos natürlich: In der Natur kommt Natron als Mineral heute in mehreren Lagerstätten vor. Überwiegend wird es inzwischen allerdings aus natürlichem Kochsalz gewonnen – und zwar durch den Austausch von Chlor gegen Carbonat. Des Weiteren ist das Natriumhydrogencarbonat in zahlreichen Heilquellen und Mineralwässern enthalten. Nicht zu vergessen, dass man es als preiswertes, dabei jedoch hochwirksames Hausmittel in den meisten Supermärkten erwerben und vielfältig einsetzen kann. Dabei ist Natron natürlich, umweltschonend und ungiftig, was nicht nur in Bezug auf Kinder und Haustiere enorme Bedeutung hat. Das begeisternde Multitalent findet in vielen Bereichen Anwendung: Ob bei allen erdenklichen Hausarbeiten oder am eigenen Körper – mit Natron können Sie eine ganze Menge Positives ausrichten, wie unsere 14 Tipps beispielhaft aufzeigen!

Natron – das Hausmittel schlechthin

Natürliches Deo

Natron als Deo-Ersatz? Zugegeben, das klingt im ersten Moment äußerst seltsam. Bei genauerer Betrachtung wird aber schnell klar, dass es eine ziemlich gute Lösung für Menschen darstellt, die auf die vielen chemischen Zusatzstoffe in herkömmlichen Deodorants empfindlich oder gar allergisch reagieren, denn: Pures Natron hilft, Gerüche zu neutralisieren, und ist angenehm auf der Haut. Die Anwendung gestaltet sich simpel: Geben Sie einen halben Teelöffel Natronpulver auf Ihre offene Handfläche. Daraufhin fügen Sie etwas Wasser hinzu und verreiben das Gemisch zwischen Ihren Händen. Tragen Sie den Mix unter Ihren Achseln auf.

Hand mit Natron

Tipp: Möchten Sie den guten Duft normaler Deodorants nicht missen, können Sie mithilfe von Natron auch selber tolle und verträgliche Deos herstellen.

Shampoo-Ersatz

Tatsächlich lässt sich Natron auch als Shampoo-Ersatz verwenden. Dabei reinigt das Natriumhydrogencarbonat schonend die Kopfhaut. Durch seine leicht alkalische Wirkung entfernt es überschüssiges Fett. So geht's: Lösen Sie ein wenig Natron in warmem Wasser auf. Anschließend massieren Sie die Mischung in Ihre Haare ein. Nach einer kurzen Einwirkzeit spülen Sie das Ganze wie Shampoo ab. Ausprobieren lohnt sich!

Haare

Zähne aufhellen

Sie trinken gerne Kaffee oder Schwarztee und haben deswegen mit Zahnverfärbungen zu kämpfen? Natron kann Sie dabei unterstützen, Ihre Zähne auf natürliche Art und Weise aufzuhellen. Die Anwendung funktioniert wie folgt: Streuen Sie etwas Natronpulver auf Ihre angefeuchtete Zahnbürste und putzen daraufhin behutsam Ihre Zähne. Mit einer solchen „Session“ alle sieben Tage erreichen Sie nach mehreren Wochen Schritt für Schritt eine sichtbare Aufhellung Ihres Gebisses. Toller Nebeneffekt: Natron entfernt auch Plaque.
Hinweis: Wir raten Ihnen davon ab, die Methode häufiger als einmal pro Woche anzuwenden. Die Natronkörnchen können nämlich das Zahnfleisch reizen.

Zur Hautpflege

Wer Probleme mit Akne oder anderen Hautunreinheiten hat, kann Natron auch zur Linderung dieser Beschwerden nutzen. Geben Sie einfach etwas Natronpulver in Ihre offene Hand, mischen es mit ein wenig Wasser und peelen damit Ihre Gesichtshaut. So werden tote Hautschuppen gelöst und die Poren gereinigt. Bei regelmäßiger Anwendung dürfen Sie sich mit der Zeit über ein reineres Hautbild freuen.

Suchen Sie noch nach anderen DIY-Anwendungen und Hausmitteln gegen Pickel? Hier gibt es weitere tolle Ideen zum Selbermachen: https://www.talu.de/gesichtsmasken-gegen-pickel/

Gegen Schweißfüße

Natron zeichnet sich unter anderem durch seine geruchsneutralisierende und antibakterielle Wirkung aus – Eigenschaften, die auch im Zusammenhang mit übelriechenden Schweißfüßen dienlich sind. Befüllen Sie eine große Schüssel mit sehr warmem (aber nicht übertrieben heißem) Wasser und geben circa drei Teelöffel Natronpulver hinzu. Die Füße ungefähr 20 Minuten im Fußbad belassen. In dieser Zeit werden sie behandelt und gereinigt. Zudem macht das kleine Wellnessprogramm spröde Haut wieder weich.

Tipps:

  • Der Geruch von Schweißfüßen überträgt sich gemeinhin auch auf die Schuhe der jeweiligen Person. Um das Schuhwerk auf olfaktorischer Ebene wieder in Schuss zu bringen, streuen Sie am Abend ein wenig Natronpulver hinein. Über Nacht einwirken lassen und am Morgen wieder ausschütten.
  • Natron ist generell bekannt dafür, üble Gerüche zu beseitigen. Ob im Schuhschrank, Kühlschrank oder in einem anderen geschlossenen Bereich: Stellen Sie einfach einen offenen Behälter mit etwa 50 bis 100 Gramm Natron hinein. Das Natriumhydrogencarbonat absorbiert die Gerüche aus der Luft.

Schuhe reinigen

Weichspüler für weiße Wäsche

Waschen Sie weiße Wäsche und möchten dabei zusätzlich zum Waschmittel einen Weichspüler verwenden? Dann nutzen Sie am besten Natron. Geben Sie einen gehäuften Esslöffel des Pulvers direkt zum Waschmittel in den Waschgang. Abgesehen davon, dass es den chemischen Weichspüler überflüssig macht, sorgt es durch den bleichenden Effekt auch noch für strahlend weiße Wäsche.

Tipps:

  • Für weiße Wäsche ohne sichtbare Verschmutzungen können Sie pures Natron auch als Waschmittel gebrauchen.
  • Es ist ratsam, pures Natronpulver ausschließlich für weiße Wäsche zu verwenden. Bunte Wäsche könnte durch die hohe Konzentration des Natriumhydrogencarbonats ausbleichen.

Wasser-Enthärter

Insbesondere in Altbauwohnungen hat man oft mit sehr hartem – also ausgesprochen kalkhaltigem – Wasser zu kämpfen. Um Letzteres zu enthärten, kann Natron verwendet werden – und zwar sowohl zum Wäschewaschen als auch in der Küche.

a) Wäschewaschen: Geben Sie ein bis zwei Esslöffel Natronpulver zum normalen Waschpulver, je nachdem, ob Sie weiße, schwarze oder bunte Wäsche reinigen wollen (einen Esslöffel bei schwarzer oder bunter Wäsche, zwei Esslöffel bei weißer Wäsche).
b) Küche: Um das Aroma Ihres Kaffees oder Tees zu verbessern, fügen Sie dem Brühwasser eine dünne Messerspitze Natron hinzu.

Verstopfte Abflüsse

Natriumhydrogencarbonat kann auch als natürliche Alternative zu chemischen Abflussreinigern fungieren – allerdings funktioniert das nur in Kombination mit Essig (der ebenfalls günstig zu haben ist). So geht's: Geben Sie ein bis zwei Esslöffel Natronpulver direkt in den Abfluss. Dann schütten Sie eine halbe Tasse Haushaltsessig hinterher. Durch die Vereinigung der beiden Substanzen bildet sich Schaum, der die im Rohr befindlichen Verschmutzungen löst. Wundern Sie sich nicht über leichte Blubbergeräusche, die nach einigen Minuten auftreten. Dies ist normal und ein Zeichen dafür, dass Ihre Maßnahme greift. Sobald Sie nichts mehr hören (circa 15 Minuten später), spülen Sie mit warmem Wasser nach.

Teppichreiniger

Weist Ihr Teppich unansehnliche Flecken auf oder riecht nicht mehr sonderlich gut, können Sie Natron als Teppichreiniger nutzen. Streuen Sie das Pulver großzügig auf das Textil und lassen es über Nacht einwirken. Am nächsten Tag brauchen Sie das Natron bloß gründlich abzusaugen. Gegebenenfalls den Vorgang wiederholen und die Flecken mit dem Pulver einmassieren (unter Zuhilfenahme einer alten Bürste).

Hier gibt es noch weitere Tipps zum Reinigen von Teppichen: https://www.talu.de/wollteppich-reinigen/

Tipp: Die Methode funktioniert auch für die Textilien im Auto.

Backofenreiniger

Zur Beseitigung von Fettflecken und hartnäckigen Verkrustungen im Backofen brauchen Sie keine chemische Keule, die schlimmstenfalls noch Ihrer nächsten Pizza oder Lasagne ungut zusetzt. Mit Natron lässt sich der ganze Schmutz beinahe spielerisch entfernen. Vermischen Sie Natron und Wasser im Verhältnis 1:1. So entsteht eine Paste. Diese verteilen Sie auf den dreckigen Stellen im Ofen. Lassen Sie die Paste für einige Stunden – am besten über Nacht – einwirken. Am darauffolgenden Tag greifen Sie zu einem herkömmlichen Haushaltsschwamm und entfernen Paste und Schmutz damit. Zum Schluss wischen Sie mit klarem Wasser nach.

Backofen mit Natron reinigen

Weitere Tipps, wie Sie Ihren Backofen ohne Chemie reinigen, finden Sie hier: https://www.talu.de/backofen-ohne-chemie-reinigen/

Tipp: Auf dieselbe Art und Weise können Sie verkrustete Speisereste aus Auflaufformen, Topfböden und Pfannen ohne Probleme entfernen.

Toilettenreiniger

Verteilen Sie eine halbe Tasse Natron im Toilettenbecken und lassen es eine Stunde einwirken. Danach putzen Sie Ihr WC wie gewohnt.

Hier finden Sie weitere Hausmittel und Tipps, mit denen Sie die Toilette blitzblank säubern und jede Verstopfung lösen: https://www.talu.de/klo-verstopft/

Tipp: Haben Sie es mit besonders hartnäckigen Verschmutzungen oder sichtbaren Rändern im Toilettenabfluss zu tun, gießen Sie zusätzlich zum Natronpulver ein bis zwei Tassen Haushaltsessig hinzu und lassen den Mix mehrere Stunden einwirken.

Pflanzenmittel

Pilzerkrankungen wie Mehltau oder Graufäule können jeden Garten ereilen. Um den Schädigungen gezielt entgegenzuwirken und die kranken Pflanzen angemessen zu behandeln, empfiehlt es sich, Natron zu verwenden. Nehmen Sie einfach eine Sprühflasche zur Hand, befüllen diese mit Wasser und lösen etwa drei bis fünf Esslöffel Natronpulver darin auf. Dann sprühen Sie das soeben hergestellte Mittel mehrmals auf die erkrankten Stellen auf.

Tipp: Achten Sie darauf, dass erkrankte Pflanzen in einem ausreichend großen Abstand zu den gesunden Artgenossen stehen. So verhindern Sie ein Übergreifen der Pilze.

Lebensmitteln entsäuern

In sehr sauren Lebensmitteln kommt Natron häufig zum Einsatz, um die Säuren zu neutralisieren oder zumindest ein wenig abzuschwächen. Vor allen Dingen bei der Herstellung von Konfitüre aus sauren Früchten wie Sanddorn oder Rhabarber wird das Natriumhydrogencarbonat gerne verwendet. Sie können sich die basische „Beschaffenheit“ von Natron auch bei der Zubereitung Ihrer Speisen zunutze machen. Schließlich passiert es jedem einmal, versehentlich zu viel Zitronensäure oder Essig zu einem Gericht zu geben. Mit einer Prise Natronpulver lässt sich der Fauxpas einfach, schnell, kostengünstig und wirkungsvoll wieder ausgleichen.

Zitrone

Gegen den Kater

Unser letzter Tipp bezieht sich natürlich nicht darauf, die männliche Katze zu verscheuchen. 😉 Vielmehr kann Natron helfen, wenn Ihr Magen nach einer langen (und in bestimmter Hinsicht intensiven…) Nacht Probleme macht und Sie sauer aufstoßen. Dank seiner basischen Eigenschaft neutralisiert das Natriumhydrogencarbonat die Säure. Lösen Sie einfach zwei dünne Messerspitzen des Pulvers in einer Tasse kalten oder lauwarmen Wassers auf und trinken die Mischung. Schmeckt zwar nicht sonderlich, tut aber gut!



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