Ist der Schmutz im Inneren des Backofens erst einmal richtig schön eingebrannt, scheint auf den ersten Blick nur noch die chemische Keule zu helfen. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn es gibt unzählige Hausmittel, die mit viel weniger Aufwand einen verschmutzten und fettigen Backofen zu einem neuen Ausstellungsstück machen.

Natürlich möchte niemand lange auf Knien sitzend im Backofen schrubben müssen. Daher hat die Reinigungsindustrie verlockende Produkte entwickelt, die ganz ohne Arbeit einen sauberen Ofen versprechen. Doch wer sich die Liste der Gefahrstoffe anschaut, die aus diesen Chemiebomben herausströmen, möchte wohl lieber gleich ein Bombenräumkommando ins Haus holen. Die Rückstände dieser Backofenreiniger können Sie teilweise noch nach Wochen in Ihrem Essen schmecken. Allein deshalb haben viele Nutzer bereits beim Kauf eines Backofenreinigers ein ungutes Gefühl. Wir wollen Ihnen daher gute Hausmittel für Ihren Backofen aufzeigen und erklären, welche wirklich etwas bringen und welche nicht.

Chemie oder Natur

Hausmittel sind erheblich schonender zur Umwelt und zu Ihrem Backofen. Gleichzeitig gibt es viele normale Reinigungsmittel, die beispielsweise auf der Basis von Zitrone oder Essig hergestellt werden. Diese Hausmittel enthalten zwar zum Teil ebenfalls ein wenig Chemie sind jedoch nicht schädlich, wenn Sie bei der Reinigung etwas davon einatmen. Auch der abstoßende Geschmack entfällt, der teilweise in die nächsten Gerichte aus dem gut geputzten Backofen einzieht. Besonders bei Reinigern, die Zitrone enthalten wird der Geruch später eher angenehm frisch sein, der aus dem warmen Backofen herausströmt.

Das benötigen Sie für die Reinigung:

  • Mikrofasertücher
  • Topfschwamm aus Kunststoff
  • Feuerfeste Schüssel / Kochtopf
  • Gummihandschuhe
  • Dampfente
  • Essig
  • Zitrone
  • Spülmittel
  • Haushaltsreiniger
  • Backpulver
  • Soda / Natron
  • Wasser
  • Rasierschaum
  • Schmierseife

Utensilien

Tipp: Besser als ein Topfschwamm aus Metall ist ein Kunststofftopfschwamm. Leider müssen Sie heute etwas danach suchen, da diese nützlichen kleinen Helfer nicht mehr überall zu haben sind. Doch die Vorteile sind groß, denn Sie haben nie wieder kleine Metallspäne in den Händen, der Schwamm rostet nicht und auch die hässlichen Schrammen, die der Metallschwamm verursacht entfallen bei dem Topfschwamm aus Kunststoff. Er lässt sich sogar besser wieder ausspülen, wenn doch einmal alte Essensreste darin hängen bleiben.

Wir haben hier einmal die meisten der bekannten und bewährten Hausmittel zusammengetragen, die sich für die Reinigung des Ofens eignen. Einige sind allerdings nicht besonders wirksam. Sehen Sie hier verschiedene Wege, um den Backofen zu reinigen:

1. Rasierschaum
Zunächst eine immer wieder genannte Methode, um den Ofen zu reinigen, der Rasierschaum. Wobei sich wirklich nicht erschließt, warum jemand teuren Rasierschaum verwenden sollte. Das Ergebnis der Reinigung mit Rasierschaum ist nicht überwältigend und lässt teilweise sogar einen leichten Seifengeschmack in die Speisen einziehen. Sie sollten darum mit viel klarem Wasser nachputzen, wenn Sie den Rasierschaum dennoch versuchen möchten. Daher ist der Rasierschaum eines der Hausmittel, die heute keine Berechtigung mehr haben, zumal darin natürlich ebenfalls eine gute Menge Chemie enthalten ist.

2. Schmierseife
Einige schwören immer noch auf die gute alte Schmierseife, besonders für fettige Rückstände. Doch in einem Ofen ist Schmierseife nicht so gut geeignet wie beispielsweise Spülmittel. Um Schmierseife wieder zu entfernen, wird viel klares Wasser benötigt. Wenn also nicht zufällig noch etwas Schmierseife entsorgt werden muss, hat dieses Produkt heute ebenfalls recht wenig Berechtigung bei der Ofenreinigung.

3. Soda – Natron – Backpulver
Der Inhaltsstoff dieser drei Hausmittel ist im Grunde mit Natriumkarbonat immer der Gleiche. Dieses Salz-Mineral wird auch für die Herstellung von Backpulver verwendet. Daher haben wir diese drei Reiniger hier zusammen aufgeführt. Sie brauchen also nicht extra in die Apotheke laufen, um mit Natron oder Soda den Innenraum des Ofens zu reinigen, Backpulver tut es genauso. Ganz besonders geeignet ist Backpulver oder Soda für einzelne begrenzte Flecken, nicht aber für große Flächen.

Backpulver
Backpulver

Tipp: Wenn bei Ihnen noch Bullrich Salz für den Magen im Medizinschrank herumliegt, können Sie dieses genauso verwenden wie Soda oder Natron, denn die Inhaltsstoffe sind auch hier nahezu identisch.

Rühren Sie ein wenig Backpulver, Natron oder Soda mit lauwarmem Wasser an und streichen es auf den eingebrannten Fleck. Besonders wenn bei einem Auflauf oder einer Pizza etwas Käse oder Soße übergeschwappt ist, kommen Sie so ohne viel Mühe zu einem sauberen Ofen. Auch die Spritzer auf der Innenseite der Scheibe lassen sich oft auf diese Weise leicht entfernen. Allerdings ist rasches Handeln nötig, da diese Mittel bei eingetrocknetem Schmutz deutlich schlechter wirken.

Tipp: Das Rezept ist nicht immer genau gleich, doch Sie sollten etwa drei bis fünf Teelöffel Waschsoda oder etwas Vergleichbares mit gut der doppelten Menge Wasser anrühren. Etwas dicker als ein Pfannkuchenteig ist vielleicht ein passender Vergleich für die Konsistenz, die für dieses Hausmittel ideal ist.

Da sich Soda und Natron ebenso wie Backpulver für viele Einsatzzwecke eignen, sollten Sie immer etwas davon vorrätig haben. Der Vorteil von Natron, Soda oder Backpulver besteht in der einfachen Anwendung, denn das Produkt kann seinen Job ganz allein machen. Sie müssen es lediglich etwas einwirken lassen und später abwischen. Gleichzeitig saugen Backpulver, Soda und Natron die nicht immer angenehmen Gerüche des Backofens regelrecht auf. Die Arbeit wird besonders einfach, wenn Sie die Masse am Abend auftragen und über Nacht einwirken lassen.

4. Dampf und Hitze – eine ideale Kombination
Die effektivste Methode, um den Ofen ohne Chemie von fettigen Krusten wieder zu reinigen, ist heißer Dampf. Da diese Variante jedoch immer etwas aufwendig ist, lohnt es sich nicht bei kleinen Verschmutzungen. Sie können wählen, ob Sie mit einer Dampfente den Innenraum eindampfen möchten, oder einfach eine große Schale mit heißem Wasser verwenden und den Ofen anstellen. Mehr Strom wird sicher bei der zweiten Variante verbraucht. Allerdings sparen Sie die Kosten für Reinigungsmittel nahezu vollständig ein. Die Ofentür darf selbstverständlich nicht geöffnet werden, bis der Backofen innen rundherum richtig nass von dem Wasserdampf ist.

Wasserdampf bewirkt Wunder
Wasserdampf bewirkt Wunder

Ist der Ofen vollständig feucht von dem heißen Dampf, können Sie recht einfach mit einem Mikrofasertuch den Schmutz abwischen. Das Mikrofasertuch sollten Sie zwischendurch häufiger in warmem Wasser mit Spülmittel ausspülen. Verschmutzungen, die dennoch festsitzen, werden mit einem Topfschwamm aus Kunststoff schonend entfernt.

5. Zitrone bei der Ofenreinigung
Während Zitrone eigentlich für die Reinigung selbst zu teuer ist, kann sie den Ofen doch wieder wunderbar ohne Chemie auffrischen, ohne einen ekeligen Geschmack in den Speisen zu hinterlassen. Ein wenig Zitronensaft auf einem Baumwolltuch reicht schon aus. Der saubere Ofen wird dann einfach mit dem Saft der Zitrone nachgereinigt, dadurch verbessert sich nicht nur der Geruch, sondern die Zitronensäure tötet ähnlich wie eine Essigessenz auch Bakterien gänzlich ohne Chemie ab. Sie werden überrascht sein, wie lange der Duft der Zitrone im Ofen erhalten bleibt.

Tipp: Wenn beim Kochen oder Backen etwas Zitrone übrig bleibt, legen Sie diese in den Ofen. Sogar eine vollständig ausgepresste Zitrone kann dort noch einige Zeit angenehme Frische verbreiten.

6. Bakterien töten mit Essig
Durch die Wärme und die fettigen Rückstände können sich Bakterien im Ofen sehr gut festsetzen. Dank der Verwendung von Hefe bringen wir diese oft sogar selbst ganz ungewollt in den Innenraum des Ofens. Die Bakterien sind ganz ohne Chemie mit etwas Essig leicht zu beseitigen. Damit Ihre Haut an den Händen keinen Schaden nimmt, sollten Sie bei der Reinigung mit Essig immer Handschuhe tragen.
Mit einer Mischung von Spülmittel und Essig können Sie sogar einen eigenen Backofenschaum herstellen. In einer alten Sprühflasche, vielleicht vom Glasreiniger, mischen Sie dazu etwas Spülmittel mit Essig an und füllen das ganze Gemisch mit etwa der gleichen Menge lauwarmem Wasser auf. Diese Mischung wird durch den Sprühnebel zu einem leichten Schaum, der Ihren Ofen im Inneren sehr effektiv reinigt. Reinigung
Wie immer gilt, auch diese Schaummischung sollte eine Weile einwirken, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Nach etwa einer halben Stunde kann der Schmutz mit einem feuchten Mikrofasertuch entfernt werden. Damit das Essen später nicht nach Essig oder Seife schmeckt, sollte wieder gut mit klarem Wasser nachgereinigt werden.

7. Selbstreinigungsfunktion
Sehr moderne Backöfen haben heute eine Selbstreinigungsfunktion. Diese funktioniert über die Hitze im Ofen, denn die angetrockneten Rückstände werden im Grunde ganz einfach verbrannt. Leider funktioniert das bei fettigen Rückständen nicht besonders gut. Sollten Sie also beim Kauf auf diese Funktion achten, mag das für Backfreunde sinnvoll sein. Wer gern besonders fettige Gerichte im Ofen zubereitet, wird eher wenig Freude daran haben und sich später über die zusätzlichen Kosten ärgern.

Tipp: Wenn Ihr Sichtfenster Verunreinigungen zwischen den Scheiben aufweist, überlegen Sie genau, ob sich eine Reinigung lohnt. Je nach Bauweise der Backofenfenster kann der Ausbau sehr aufwendig sein. Die beiden Scheiben sind meist mit einer Dichtung miteinander verbunden. Diese mag zwar an einer oder mehreren Stellen defekt sein. Aber die Reinigung ist mit verschiedenen Gefahren verbunden, denn unter Umständen bekommen Sie die Scheiben nicht wieder zusammen und eine komplette Ersatztür kostet üblicherweise fast so viel, wie ein komplett neuer Ofen.

Tipps für Schnellleser

  • Backpulver für begrenzte Verschmutzungen
  • Backpulver ähnlich effektiv wie Soda oder Natron
  • Spülmittel beseitigt leichte frische Flecken
  • Schmierseife mit viel Wasser nachspülen
  • Essig tötet Bakterien im Ofen
  • Essig und Spülmittel vermischen und aufsprühen
  • Zitrone sorgt für frischen Duft
  • Dampf reinigt den Ofen grundlegend
  • Dampfente als Allroundgerät im Ofen
  • Mikrofasertuch mit warmem Wasser reinigt schnell
  • alle Reiniger mit viel Wasser entfernen
  • vorbeugend Alufolie auf die Roste legen
  • automatische Reinigung schafft kaum Fettschmutz

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT