Frische Kräuter trocknen und Aromen erhalten – Anleitung

Kräuter trocknen

Kräuter sind wunderbare Zutaten für die unterschiedlichsten Gerichte. Ihre Aromen werten zahlreiche Speisen auf. Wer Basilikum, Liebstöckel und Co. selber kultiviert, kann den Teil der Ernte, der nicht frisch genutzt wird, konservieren. Wir liefern Ihnen eine detaillierte Anleitung zum richtigen Trocknen und Aufbewahren von gesammelten Kräutern. Zudem gehen wir auf das Einfrieren und das Einlegen in Essig oder Öl ein.

Grundsätzlich sind frische Küchenkräuter mit ihren vollen Aromen natürlich zu bevorzugen. Allerdings haben die wenigsten Menschen die Möglichkeit einer ganzjährigen Kultivierung. Dieses Privileg ist jenen Personen vorbehalten, die ein beheiztes Gewächshaus ihr Eigen nennen. Deshalb empfiehlt es sich, die gesammelten Kräuter haltbar zu machen. Zu diesem Zweck stehen verschiedene Optionen zur Wahl. Die wichtigsten sind Trocknen, Einfrieren und Einlegen in Essig oder Öl.

Wichtig: Nicht jedes Kraut lässt sich trocknen. Zudem eignen sich manche Sorten nicht zum Einfrieren. In diesem Informationstext geben wir Hinweise darauf, welche Küchenkräuter wie konserviert werden sollten. Die Anleitung hilft Ihnen, längere Zeit Freude an Ihren Küchenlieblingen zu haben.

Kräuter ernten

Ehe es an die Konservierung geht, müssen die Küchenkräuter logischerweise erst einmal gesammelt werden. Hier eine kurze Anleitung und einige Tipps zur richtigen Vorgehensweise:

  • an einem sonnigen Vormittag
  • nach dem Abtrocknen des nächtlichen Taus
  • noch vor der Mittagshitze
  • dann haben sie das meiste Aroma
  • mit scharfem Messer oder guter Gartenschere
  • Kräuter bis eine Handbreit über dem Boden abschneiden
  • das fördert den Neuaustrieb

Kräuter sammeln

Küchenkräuter trocknen

Das Trocknen ist die traditionellste Art, Küchenkräuter mit ihren köstlichen Aromen zu konservieren. Ohne die erforderlichen Kenntnisse kann man dabei allerdings sehr viel falsch machen. Der größte Fehler ist, die Halme oder Blätter in die Sonne zu legen – in der Annahme, die Sonneneinstrahlung fördere die Trocknung. Auch im warmen Schuppen haben die Kräuter nichts zu suchen. Knallt die Sonne voll aufs Dach, wird die Hütte beinahe 50 Grad Celsius heiß. Übermäßige Hitze ist Gift für alle Küchenkräuter.

Faustregel: Temperaturen ab 42 Grad Celsius gelten als schädlich. Das jeweilige Kraut dörrt und verliert sein Aroma – genau das soll aber vermieden werden. Optimal ist ein luftiger Standort, an dem die Kräuter nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

Sämtliche Küchenkräuter, die üblicherweise mitgekocht oder für Salatdressings genutzt werden, lassen sich trocknen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Oregano
  • Thymian
  • Majoran
  • Beifuß
  • Liebstöckel

Demgegenüber sollten Dill, Koriander, Kerbel, Kresse und Borretsch (Gurkenkraut) nicht getrocknet werden.

Trocknung von Kräuterhalmen

1. Schritt: Die Zweige vorsichtig waschen und mit Küchenpapier trocken tupfen.

Tipp: Am besten erntet man die Kräuter nach einem Regentag. Dann ist davon auszugehen, dass sie staubfrei und insgesamt sauber sind. In der Folge kann man sich den ersten Schritt getrost sparen. Dies gilt allerdings nicht für Wurzeln. Sie müssen in jedem Fall gewaschen werden.

2. Schritt: Die Zweige zu mehreren kleinen Bündeln zusammenbinden. Dafür verwendet man simple Gummibänder oder Zwirn.

  • Nicht mehr als zehn Stängel zusammenbinden.
  • Jedes Bündel beschriften, damit es später nicht zu Verwechslungen kommt, denn: Getrocknet sehen Küchenkräuter häufig ganz anders aus als in frischem Zustand.
  • Die Stängel verschiedener Arten nicht vermischen, sondern jedes Kraut für sich trocknen.

Kräuter trocknen

3. Schritt: Die Bündel mit dem „Kopf“ nach unten an einem dunklen, leicht warmen und luftigen Ort aufhängen.

Tipp: Ein luftiger Dachboden ist ideal.

4. Schritt: Abwarten und frischen Kräutertee trinken. 😉 Die Bündel müssen fünf bis sieben Tage hängen.

Kräuter trocknen

Blätter und Blüten trocknen

1. Schritt: Die Blätter und Blüten waschen und trocken abtupfen.

2. Schritt: Einlagig ausbreiten.

Mögliche Hilfsmittel:

  • feine Drahtsiebe
  • dünne Stoffe, aufgespannt in einem Rahmen

Wichtig: Keinesfalls Zeitungspapier verwenden. Die Druckerschwärze ist schädlich.
Wiederum empfiehlt es sich, die einzelnen Gattungen zu beschriften, um am Ende nicht den Überblick zu verlieren.

Kräuter trocknen

Eventuell ätherischen Ölen dazugeben:

  • nicht vorab, sondern erst bei der Verwendung zerkleinern
  • während der Trocknung nicht bewegen
  • andernfalls verflüchtigen sich die guten Stoffe und das Aroma
  • in einem lichtundurchlässigen Gefäß aufbewahren
  • Beschriftung auch hier nicht vergessen

Wer Küchenkräuter auf diesen herkömmlichen Wegen trocknet, kann sie ungefähr ein Jahr lang genießen. Erst dann büßen sie ihre Aromen ein. Man bewahrt sie am besten in einem tauglichen und verschließbaren Gefäß im Gefrierschrank auf.

Küchenkräuter im Backofen trocknen – geht das?

Prinzipiell ja. Allerdings sollte man sich vor Augen halten, dass beide Methoden alles andere als optimal sind. In Anbetracht der enormen Hitze, die Küchenkräuter in den „Schwitzkästen“ ertragen müssen, liegt es nahe, dass sich die köstlichen Aromen rasch verabschieden.

  • Wenn, dann lieber den Backofen wählen. Die Temperaturen in der Mikrowelle sind zu hoch.
  • Für Wurzeln ist die Ofenvariante gut geeignet. Grund: Bei der klassischen Trocknung beginnen sie leicht zu faulen oder werden von Schädlingen befallen.
  • Für Blätter etc. nur nutzen, wenn man keinen Platz für die klassische Trocknung hat.

Anleitung zur Backofenvariante:

1. Schritt: Die Küchenkräuter waschen und kurz abtrocknen.

Tipp: Wurzeln sollte man spalten, bevor sie in den Ofen wandern. Dies erleichtert beziehungsweise beschleunigt das Trocknen.

2. Schritt: Die Umluftfunktion des Backofens aktivieren und 40 bis maximal 50 Grad Celsius einstellen.

3. Schritt: Einen Kuchenrost mit einem Gazetuch umspannen.

Hinweis: Der Kuchenrost eignet sich durch seine „Löcher“. Diese sorgen dafür, dass von oben und unten Luft an die Kräuter kommt.

4. Schritt: Die Küchenkräuter locker darauf legen – nur eine Schicht!

5. Schritt: Den Kuchenrost in den Ofen schieben.

6. Schritt: Bei leicht geöffneter Ofentür mehrere Stunden trocknen lassen (circa drei).

  • Die Kräuter nach circa anderthalb Stunden wenden.
  • Sobald sie „rascheln“, wenn man sie anfasst, sind sie komplett trocken.

Kräuter im Dörrautomat

Wer einen Dörrapparat besitzt, kann sowohl Blätter und Wurzeln als auch Früchte darin trocknen. Dabei ist darauf zu achten, die Temperatur möglichst nicht höher als auf 40 Grad Celsius einzustellen. Durch die kräftige Luftumsetzung trocknen die Kräuter sehr schnell.

Kräuter einfrieren

Für all jene Küchenkräuter, die man nicht trocknen kann, gibt es eine gute Alternative: das Einfrieren. Bei dieser Konservierungsart bleiben die meisten Inhaltsstoffe und auch die Aromen der jeweiligen „Kräuterlinge“ erhalten. Ein kleiner Nachteil ist, dass die später aufgetauten Zutaten nicht mehr sonderlich hübsch aussehen – zum Dekorieren sind sie demnach weniger geeignet. Doch geht es in erster Linie um die Würzung, spricht nichts gegen diese Methode, im Gegenteil.

Tipp: Petersilie kann zwar getrocknet werden, verliert bei dieser Konservierungsart allerdings viele gute Stoffe. Deshalb empfiehlt es sich, das Kraut einzufrieren.

Weitere Küchenkräuter, die man besser einfrieren sollte:

  • Dill
  • Schnittlauch
  • Koriander
  • Kerbel
  • Kresse
  • Borretsch

Generell kommen Kräutergattungen mit weichen Blättern und Trieben für die Einfrierung infrage.

Hinweis: Die glatte Petersilie hat nach dem Einfrieren mehr Aroma als die krause Petersilie.

Bei Zitronenmelisse und Pfefferminze funktioniert die gewünschte Erhaltung der Aromen durch Einfrieren weniger gut. Hier ist die Trocknung sinnvoller.

Wichtig: Nach der Ernte sollten die Kräuter so schnell wie möglich in den Gefrierschrank wandern.

Anleitung zum Einfrieren von Kräutern:

1. Schritt: Die Küchenkräuter waschen und trocken tupfen.

Tipp: Wenn man sich für die Eiswürfelversion entscheidet, ist es nicht tragisch, wenn die Blätter oder Halme beim Abtupfen nicht ganz trocken werden.

2. Schritt: Die Blätter oder Halme auf einem Holzbrett fein zerhacken.

Kräuter kleinhacken

AUSNAHME: Minze NICHT kleinhacken. Lieber die Blätter im Ganzen einfrieren, damit sie ihr Aroma nicht verlieren.

3. Schritt: Nun friert man die Küchenkräuter portionsweise in Eiswürfel ein. Das funktioniert wie folgt:

3a) Eiswürfelbehälter zur Hand nehmen.
3b) Die einzelnen „Abteilungen“ mit Kräutern füllen (entweder eine Sorte pur oder gemischt).
3c) Überall etwas Wasser dazugeben.
3d) Ab ins Gefrierfach mit dem vollen Behälter.

Kräuter einfrieren

In kurzer Zeit entstehen Eiswürfelformen und die Kräuter sind wunderbar konserviert.

Praktisch: So verarbeitete Küchenkräuter lassen sich wunderbar dosieren. Beim Kochen braucht man bloß einen Würfel aus dem Gefrierfach zu holen und in die Speise zu geben – ein simples Prinzip mit würzigem Effekt.

Kräuter-Eiswürfel

Die „Eiskräuter“ sollten im gefrorenen Zustand ins Essen beziehungsweise in den Topf oder die Pfanne gegeben werden. Man darf sie also nicht vorher auftauen. Ansonsten zerstören die schmelzenden Eiskristalle die Zellwände. In der Folge werden die ätherischen Öle freigesetzt und das Aroma ist schon verloren, bevor es seine „Aufgabe“ überhaupt anfangen kann.

Küchenkräuter einlegen

Die dritte Möglichkeit, frische Küchenkräuter zu konservieren, besteht darin, sie in Essig oder Öl einzulegen. Auf diese Weise ergeben sich interessante Würznoten.

Leckere Aroma-Varianten mit Essig:

  • Basilikum*
  • Dill
  • Estragon
  • Melisse

Köstliche Aroma-Varianten mit Speiseöl:

  • Basilikum*
  • Oregano
  • Thymian
  • Salbei
  • sonstige Lippenblütler

*Gerade bei Basilikum ist es überlegenswert, das Kraut in Essig oder Öl eingelegt zu konservieren. Das beliebte Gewürzmittel lässt sich nämlich weder gut trocknen noch einfrieren. Bei der erstgenannten Methode verliert es rasch sein Aroma; beim Einfrieren werden die Blätter braun und büßen ebenfalls stark an Geschmack ein.

Kräuter trocknen

Anleitung zur Konservierung mit Essig oder Öl:

1. Schritt: Die Kräuter waschen, trocken abtupfen und eventuell klein(er) schneiden.

Tipp: Bei einer Essigmischung belässt man die Kräuter im Ganzen; für den Öl-Auszug empfiehlt sich hingegen die Zerkleinerung, damit sie ihre wertvollen Inhaltsstoffe besser abgeben können.

2. Schritt: In ein transparentes und verschließbares Gefäß füllen.

3. Schritt: Vollständig mit Essig oder Öl überdecken.

Tipp: Guter Wein- oder Obstessig sowie kaltgepresstes Raps- oder Olivenöl sind optimal.

4. Schritt: Das Gefäß schließen und kräftig schütteln.

5. Schritt: An einem sonnigen Platz aufstellen und für drei Wochen dort belassen.

Wichtig: Täglich zwei- bis dreimal kräftig schütteln.

Nach etwa 21 Tagen hat das jeweilige Kraut seine Inhaltsstoffe an den Essig beziehungsweise das Öl abgegeben.

6. Schritt: Den Essig oder das Öl vor dem ersten Gebrauch abfiltern.

Tipp: Am besten presst man den Siebrückstand noch einmal aus, um keinen Tropfen des köstlichen Gewürzmittels zu verschenken.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, frische Kräuter haltbar zu machen. Die natürlichste davon ist die Trocknung an der Luft. Notfalls kann man die würzigen Pflanzenteile auch in den Backofen schieben. Darüber hinaus besteht die Option, Dill, Schnittlauch und Co. einzufrieren. Die letzte Methode ist das Einlegen in Essig oder Öl. Dabei handelt es sich jedoch mehr um die Herstellung eines speziellen Kräuteressigs beziehungsweise -öls und weniger um die Konservierung der Küchenkräuter im engeren Sinne. Dennoch kann sich das entstehende Aroma wahrlich schmecken lassen!

Sie sind auf den Geschmack gekommen? Hier haben wir leckerer Rezepte für Kräuterfans:



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