Heizung richtig ablesen – alle Werte am Heizkostenverteiler erklärt

Heizung ablesen

Sie möchten Ihre Heizkostenjahresabrechnung ein wenig günstiger gestalten oder einfach prüfen, ob der Messdienst die korrekten Werte in Bezug auf Ihre Heizungsnutzung erfasst hat? Dann lesen Sie Ihre Heizung einfach selbst ab. Wie das funktioniert, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag. Dabei beschreiben wir jeden Wert auf dem Display eines elektronischen Heizkostenverteilers. Zudem liefern wir Hinweise dazu, wie Sie Ihre Selbstablesung geltend machen können.

Der an Ihrem Heizkörper installierte Heizkostenverteiler ermöglicht es, Ihren Verbrauchsanteil exakt zu erfassen und in Relation zu den Verbrauchsanteilen der anderen am Heizungsnetz angeschlossenen Nutzer zu stellen. So kann der Messdienst die Kosten pro Haushalt ermitteln. Um sicherzugehen, dass Sie bei der Jahresabrechnung nicht betrogen werden, empfiehlt es sich, den Heizkostenverteiler selbst abzulesen. Zudem können Sie durch diesen Schritt und das Einreichen der ermittelten Werte an den Vermieter und zuständigen Messdienst hohe Kosten sparen. Doch was bedeuten die einzelnen Zahlen auf dem Display eines elektronischen Heizkostenverteilers? Wir klären Sie auf!

Neben elektronischen Heizkostenverteilern gibt es vereinzelt auch noch Geräte, die nach dem alten Verdunstungsprinzip funktionieren. Bei diesen macht es jedoch weniger Sinn, die Werte selbst abzulesen, da sie nicht geltend gemacht werden können. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns in diesem Ratgeber ganz auf das Ablesen elektronischer Heizkostenverteiler.

Warum die Heizung ablesen?

Vielleicht fragen Sie sich, wozu Sie Ihre Heizung überhaupt selbst ablesen sollen. Wie eingangs erwähnt, geht es in den meisten Fällen darum, die Jahresabrechnung überprüfen und gegebenenfalls beanstanden zu können. Durch den Vergleich der von Ihnen abgelesenen und notierten Werte mit den erfassten Zahlen des Messdienstes erkennen Sie, ob die Abrechnung korrekt oder fehlerhaft ist.

Des Weiteren haben Sie durch eine Selbstablesung der Heizung die Möglichkeit, bares Geld zu sparen. Tatsächlich ist es nämlich so, dass für die Durchführung des Prozedere durch einen externen Ableser extra Kosten anfallen, die in die Jahresabrechnung einbezogen werden. Leider sind diese Kosten gemeinhin nicht einzeln aufgeführt, sodass Sie als Mieter keinen direkten Einblick bekommen, was die Höhe dieses Zusatzbetrages angeht. Lesen Sie die Werte selbst ab und reichen sie über den Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung ein (siehe letzter Abschnitt in diesem Ratgeber), fällt dieses unerwünschte Plus weg.

Elektronische Heizkostenverteiler: Stichtagsprogrammierte versus fortlaufende Geräte
Bei elektronischen Heizkostenverteilern wird zwischen stichtagsprogrammierten und fortlaufenden Geräten differenziert. Der Unterschied ist simpel und für jeden verständlich: Bei stichtagsprogrammierten Verteilern können Sie neben dem aktuellen Verbrauchswert auch den Wert zum (letztjährigen) Stichtag ablesen.

Bedeutung der Werte

So gestaltet sich die Anzeigereihenfolge bei einem typischen stichtagsprogrammierten Gerät (Typ WHE30 und WHE30Z):

Erster Wert der Anzeigenschleife = aktueller Verbrauchswert: Er gibt den Verbrauch seit dem letzten Stichtag an.

Zweiter Wert der Anzeigenschleife = Anzeigetest: Er ist an den untereinander stehenden Buchstaben „M“ und „C“ erkennbar und dient dazu, Ihnen zu demonstrieren, dass die Anzeige keinen Defekt hat.

Dritter Wert der Anzeigenschleife = Stichtagsdatum: Es entspricht dem letzten Tag einer Abrechnungsperiode, also dem jeweiligen Zeitpunkt der vergangenen Jahresabrechnung.

Vierter Wert der Anzeigenschleife = Verbrauchswert zum Stichtag: Er zeigt den Verbrauch bis zum letzten Stichtag und ist grundsätzlich durch ein vorangestelltes „M“ (steht für Memory) gekennzeichnet. Hinweis: Wurde noch kein Stichtag programmiert, erscheinen neben dem „M“ vier Striche, also „—-„.

Fünfter Wert der Anzeigenschleife = Prüfzahl: Sie ist vor allem für das zuständige Abrechnungsunternehmen wichtig. Mit ihr lässt sich die Richtigkeit des aktuellen Verbrauchswertes überprüfen. Die Prüfzahl wird auch als Checkzahl bezeichnet und dementsprechend auf dem Display des elektronischen Heizkostenverteilers durch ein „C“ eingeleitet.

Wichtig: Nicht jeder Heizkostenverteiler zeigt die verschiedenen Werte in der oben beschriebenen Reihenfolge an. Manche weichen davon ab. Mit dem Wissen um die Bedeutung der einzelnen Zahlen fällt es Ihnen jedoch in jedem Fall leichter, die einzelnen Angaben richtig zuzuordnen und zu verstehen.

Heizkostenverteiler ablesen
Typ 1801 oder 201

Hinweis: Eine weitere wichtige Angabe bildet die Gerätenummer. Sie ist normalerweise direkt auf dem Heizkostenverteiler vermerkt.

Heizung ablesen

Hinweise

Ein paar allgemeine Hinweise zu den Werten eines stichtagsprogrammierten Heizkostenverteilers:

  • Der Jahresverbrauchswert M wandert zum vereinbarten Stichtag in den Speicher und kann in der Folge ein Jahr lang abgelesen werden, bevor dann der neue Jahresverbrauchswert eingespeichert wird.
  • In dem Moment, da der neue Jahresverbrauchswert in den Speicher kommt, ändert sich der aktuelle Verbrauchswert auf Null („0000“).
  • Bei einem fortlaufenden Gerät entfallen die Darstellungen des Jahresverbrauchswerts und des Stichtagsdatums.

Achtung: Mitunter müssen Sie den Heizkostenverteiler erst berühren (Sensortaste), um die Anzeigenschleife zu starten. Durch den Kontakt beenden Sie den Stand-by-Modus der Displayfunktion.

Erfasste Werte einreichen

Um Ihre selbst erfassten Werte überhaupt geltend machen zu können, brauchen Sie in der Regel das Einverständnis des Vermieters beziehungsweise der Hausverwaltung zur Selbstablesung. Erhalten Sie die Genehmigung, schreiben Sie am besten sämtliche Daten und Zahlen auf – inklusive der Gerätenummer (sehr wichtig!). Darüber hinaus sind meist folgende Angaben erforderlich:

  • Ablesedatum
  • Liegenschaftsnummer
  • Liegenschaftsadresse
  • Nutzernummer

All diese Werte und sonstigen Informationen müssen Sie schriftlich und von Ihnen unterzeichnet an den Vermieter oder die Hausverwaltung senden. In der Folge unterschreibt auch der Vermieter oder die Hausverwaltung Ihr Selbstablesungsdokument und leitet dieses anschließend an den zuständigen Messdienst weiter.

Tipp: Haben Sie es mit einem Heizkostenverteiler mit fortlaufender Zählung – also ohne Stichtagsprogrammierung – zu tun, bildet der abgelesene Verbrauchswert der letzten Jahresabrechnung den Anfangswert für die aktuelle Periode. Werfen Sie einen Blick auf die Abrechnung aus dem vergangenen Jahr und geben den alten Ablesewert in Ihrem Selbstablesungsdokument an.

Häufig gestellte Frage: Kann von den Ablesewerten auf die Heizkosten geschlossen werden?

Nein, das ist nicht möglich – aus folgendem Grund: Heizkostenverteiler fungieren als sogenannte Messhilfsverfahren. Sie zeigen den Energieverbrauch nicht in physikalischen Messgrößen wie kWh (Kilowattstunde) oder cbm (Kubikmeter) an. Stattdessen werden dimensionslose Verbrauchswerte ausgewiesen (im Fall der elektronischen Heizkostenverteiler sind es Zahlenreihen). Aus ebendiesen kann der Messdienst den Anteil des einzelnen Heizkörpers am Gesamtverbrauch im Haus ermitteln.

Wichtig: Ist Ihr Heizkostenverteiler in ein Funksystem integriert, werden die benötigten Werte meist vollautomatisch per GSM oder Breitbandkabel ausgelesen. Dann dient die Selbstablesung nur der Eigenkontrolle.

Weiterführende Links

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