Bei der Wohnungsbesichtigung verschaffen sich Mieter einen Eindruck von der Immobilie und Vermieter lernen die Mieter kennen. Der Termin bietet beiden Seiten die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen. Hierbei gilt es, sich selbst beziehungsweise die Wohnung gut zu präsentieren und den zukünftigen Vertragspartner kennen zu lernen. Erfahren Sie durch die Tipps in unserer Checkliste, auf welche Punkte Sie achten müssen.

Für Mieter sind bei der Wohnungsbesichtigung verschiedene Punkte wichtig wie die Lage, der Zustand und die Kosten für das Objekt. Gleichzeitig müssen Sie den Hausbesitzer von ihren guten Mieterqualitäten überzeugen. Vermieter hingegen müssen alle Eigenschaften der Wohnung beziehungsweise des Hauses vermitteln, sodass sich die Interessenten einen umfangreichen Eindruck von der Immobilie verschaffen können. Hierfür sind entsprechende Unterlagen aber eine Betonung der Vorzüge entscheidend. Aber auch eventuelle Nachteile dürfen nicht verschwiegen werden. Damit bei der Besichtigung keine wichtigen Punkte vergessen werden und auch die Rahmenbedingungen stimmen, haben wir für Sie eine Checkliste mit einigen Tipps zusammengestellt. Diese ist für Mieter wie auch für Vermieter für eine erfolgreiche Zukunft nach Abschluss des Mietvertrages entscheidend.

Checkliste für Vermieter

Tipps für Wohnungsbesichtigungen

  • Erkundigen Sie sich im Vorfeld über die Größe der Familie und über die berufliche Tätigkeit.
  • Um unnötige Termine zu vermeiden, können Sie vor der Besichtigung einen Fragebogen verschicken.
  • Lassen Sie sich Unterlagen über die Bonität zeigen (Einkommensbescheide, Selbstauskunft, Vermieterbescheinigung)
  • Informieren Sie die Interessenten über alle Kosten, die in Zusammenhang mit der Wohnung stehen.
  • Fragen Sie nach Haustieren und besonderen Hobbys.
  • Bringen Sie in Erfahrung, ob die Interessenten über eine dauerhafte Anstellung verfügen.
  • Lassen Sie bei Ehepaaren den Mietvertrag von beiden Parteien unterschreiben.
  • Weisen Sie auf Hausordnungen oder andere Regeln hin.
  • Sprechen Sie mit allen Familienmitgliedern, die einziehen möchten, um sich ein persönliches Bild zu verschaffen.
  • Zeigen Sie alle Räumlichkeiten, auch die Außenanlagen.
Checkliste für Vermieter
Checkliste für Vermieter

Download: Checkliste für Vermieter

Checkliste für Mieter

Punkt 1: Vereinbaren Sie einen Termin bei Tageslicht.

Wenn es möglich ist, dann ist es von Vorteil, sich die Wohnung bei Tageslicht anzusehen. Dadurch verschaffen Sie sich als Mieter den besten Überblick von der Wohnung. Sie können das Außengelänge besichtigen, Vorteile und Mängel am besten erkennen und durch das Sonnenlicht wird das Objekt in seinem tatsächlichen Erscheinungsbild präsentiert.

Tipp: Sollte der Vormieter bereits Lampen entfernt haben und auch keine Baulampen an der Decke montiert sein, dann ist eine Besichtigung bei Tageslicht in jedem Fall notwendig, um alle Räumlichkeiten besichtigen zu können. Ist dies nicht möglich, muss der Hauseigentümer geeignete Lampen, beispielsweise Deckenfluter, bereitstellen und die Wohnung dementsprechend vorbereiten.

Punkt 2: Seien Sie pünktlich.

Eine der wichtigsten Regeln bei einer Wohnungsbesichtigung ist Pünktlichkeit. Diese Tatsache gilt für beide Seiten, da ein unentschuldigtes Zuspätkommen keinen guten Eindruck hinterlässt. Sollten sich kurzfristig Umstände ergeben, die ein pünktliches Erscheinen verhindern, dann rufen Sie den potentiellen Vertragspartner umgehend an.

Tipp: Notieren Sie sich vor der Abfahrt die Telefonnummer des Mieters/Vermieters. Sollten Sie den Stau geraten oder den Weg nicht auf Anhieb finden, dann können Sie eine Nachricht senden.

Punkt 3: Achten Sie auf die Lage.

Bei einer Immobilie ist eine gute Lage sehr wichtig. Hat der Miet-Interessent Kinder, dann kann die Entfernung zur Schule beziehungsweise zum Kindergarten wichtig sein. Auch nahe gelegene Supermärkte oder eine gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetzt werden positiv bewertet. Notieren Sie sich als Mieter wichtige Fragen zur Umgebung beziehungsweise erstellen Sie als Hausbesitzer eine Liste mit wichtigen Informationen über die Umgebung. Hierzu gehören unter anderem folgende Punkte:

  • Sind ausreichend Parkplätze vorhanden?
  • Welche Einkaufsmöglichkeiten existieren in der Nähe?
  • Wie gut ist die Verkehrsanbindung?
  • Wie weit ist das Haus vom Arbeitsplatz des Mieters entfernt?
  • Wie groß ist die Belästigung durch Verkehrslärm?
  • Bestehen andere Belästigungen? (beispielsweise Gaststätten, die abends lange geöffnet haben oder Discotheken)
  • Für Hundebesitzer: Welche Möglichkeiten für Spaziergänge bestehen in der Nähe des Hauses?
  • Liegt die Schule oder der Kindergarten in der Nähe? (wichtig für Familien mit Kindern)
  • Sind im Außengelände Spielmöglichkeiten für Kinder vorhanden?
Lage beachten
Lage beachten

Punkt 4: Besichtigen Sie alle Räumlichkeiten, inklusive des Kellers und des Dachbodens.

Nur wenn Sie alle Räumlichkeiten gesehen haben, können Sie sich ein umfassendes Bild verschaffen. Achten Sie bei der Besichtigung des Kellers und des Dachbodens vor allem auf feuchte Wände oder verdächtige Gerüche. Dadurch können Sie die Gefahr von vorhandenem Schimmel erkennen.

Tipp: Bestehen Unklarheiten, kann es empfehlenswert sein, eine eigene Messung mit einem Feuchtigkeitsmesser durchzuführen. Hierbei handelt es sich um kleine und handliche Geräte, die oftmals für unter 100 Euro im Fachhandel erhältlich sind.

Punkt 5: Stellen Sie viele Fragen über die Wohnung.

Bei einer Wohnungsbesichtigung werden Fragen in der Regel vom zukünftigen Vermieter positiv begrüßt. Dadurch vermitteln Sie echtes Interesse und zeigen, dass Sie die Immobilie zu schätzen wissen. Im Folgenden haben wir einige wichtige Fragestellungen zusammengestellt. Viele davon lassen sich im Rahmen der Besichtigung selbst herausfinden, für andere ist ein Nachfragen notwendig:

  • Sind genügend Steckdosen vorhanden und befinden sich diese an geeigneten Stellen? (beispielsweise sollte im Badezimmer eine Steckdose für den Rasierer in der Nähe eines Spiegels installiert sein)
  • Verfügen im Waschraum der Trockner und die Waschmaschine über getrennte Stromkreise? (dadurch wird die Sicherheit erhöht, da es sich um Großgeräte handelt)
  • Lassen sich Türen und Fenster problemlos öffnen und schließen?
  • Sind die Fenster gut isoliert und dicht?
  • Zu welcher Himmelsrichtung ist die Wohnung ausgerichtet? Bei Häusern sind hierfür der Balkon beziehungsweise die Terrasse entscheidend.
  • Sind Abstellräume, Keller oder Fahrradkeller vorhanden?
  • Über welche Dämmung verfügt das Haus? (dies ist für den Wohnkomfort und die Höhe der Heizkosten wichtig)
  • Welche Renovierungsmaßnahmen sind noch notwendig?
  • Lässt sich Schimmelbildung erkennen?
  • Gehört eine Einbauküche zur Einrichtung?
  • Können oder müssen Möbel vom Vormieter übernommen werden?
  • Über welche Heizungsart verfügt das Haus? Muss ein vorhandener Vorrat an Öl übernommen werden?
  • Wie laut sind die Nachbarn?
  • Ist eine Satellitenschüssel vorhanden? Kann ein Kabelanschluss genutzt werden?
Fragen über die Wohnung
Fragen über die Wohnung

Download: Checkliste Fragen

Punkt 6: Wie hoch sind die Nebenkosten und Betriebskosten?

Nicht nur der Mietzins ist bei der Kostenübersicht wichtig, auch die Nebenkosten spielen eine immer wichtigere Rolle. Daher ist es entscheiden, sich bei der Wohnungsbesichtigung über alle anfallenden Kosten zu informieren. Im Idealfall hat der Hausbesitzer hierfür bereits eine Kostenübersicht erstellt. Diese beinhaltet alle in Rechnung zu stellenden Posten, also beispielsweise auch Gebühren die Pflege der Außenanlage und für den Schornsteinfeger.

Tipp: Beachten Sie, dass bei der Aufstellung einige Posten auch vom eigenen Verbrauch abhängig sind. Zu diesen Positionen gehören die Wassergebühren, der Strom und die Heizung. Die Müllgebühren werden je nach Gemeinde pro Person oder pro Entleerung berechnet.

Punkt 7: Wie hoch ist die Kaution?

Mieter müssen in der Regel eine Kaution hinterlegen. Oftmals handelt es sich um einen Betrag in Höhe von ein bis drei Monatsmieten. In einigen Fällen ist der Vermieter auch bereit, eine Kautionsbürgschaft einer Bank oder Versicherung zu akzeptieren. Informieren Sie sich darüber, wie hoch die Kaution ist und wann Sie gezahlt werden soll.

Punkt 8: Bringen Sie Bonitätsnachweise mit, wie beispielsweise eine Selbstauskunft

Hausbesitzer müssen sicher gehen, dass die Mieter die Miete auch zahlen können. Dazu können Sie Fragen nach der Arbeitsstelle und dem Einkommen stellen sowie eine Schufa-Auskunft verlangen. Die Mieter können eine Selbstauskunft bei der Schufa anfordern und diese zusammen mit den Unterlagen über das Einkommen dem Vermieter zeigen. Ebenso ist es möglich, eine Bescheinigung vom Vormieter anzufordern. Dieser ist allerdings zum Ausstellen der Bescheinigungen nicht verpflichtet. Handelt es sich um eine größere Wohnungsgesellschaft, dann kann die Anforderung der Unterlagen einige Zeit in Anspruch nehmen.

Tipp: Als Mieter können Sie auch durch Kontoauszüge belegen, dass Sie die Miete pünktlich bezahlt haben.

Punkt 9: Versuchen Sie eine Einzelbesichtigung zu vereinbaren.

Einzelbesichtigungen sind für Interessenten von Vorteil, da sie hierbei die Wohnung am besten begutachten können. Außerdem findet sich bei einem Einzeltermin ausreichend Zeit für ein persönliches Gespräch mit dem Vermieter beziehungsweise dem Makler. Allerdings ist es gerade in Großstädten üblich, Besichtigungstermine zusammen zu legen, um Zeit zu sparen.

Punkt 10: Welche Internetverbindung ist verfügbar?

Bei der Wohnungsbesichtigung sollte auch das Thema der Internetverbindung angesprochen werden. Die maximale Leitungsgeschwindigkeit ist vom Standort abhängig und für viele Interessenten ein wichtiges Thema. Gerade in ländlichen Gegenden kann es sogar passieren, dass keine bis nur eine sehr langsame Verbindung möglich ist. Daher ist es wichtig, sich über diesen Punkt zu informieren.

Punkt 11: Verschaffen Sie sich einen Eindruck von der Nachbarschaft.

Als Mieter möchten Sie sich in der neuen Wohnung rundum wohl fühlen. Hierzu gehört auch eine gute Nachbarschaft. Sollten Sie auf dem Weg zur Wohnung einen potentiellen Nachbarn treffen, dann sprechen Sie ihn ruhig an und halten Sie einen kleinen Smalltalk. Dadurch erfahren Sie eventuell auch Wissenswertes zur Wohnung und erhalten eine zusätzliche Entscheidungshilfe.

Punkt 12: Barrierefreies Wohnen

In vielen Fällen kann es wichtig sein, dass der Zugang zur Wohnung keine Treppen beinhaltet beziehungsweise dass die Wohnung selbst barrierefrei eingerichtet ist.

Punkt 13: Nehmen Sie einen Freund oder eine Freundin zur Besichtigung mit.

Die Besichtigung einer neuen Wohnung ist aufregend, sodass Sie oftmals wichtige Dinge übersehen können. Daher ist es von Vorteil, wenn Sie eine Begleitperson mitnehmen.

Punkt 14: Sprechen Sie über Tierhaltung.

Die Tierhaltung ist ein wichtiger Punkt, der im Vorfeld angesprochen werden muss. Während einige Vermieter mit der Haltung von Hunden, Katzen und anderen Haustieren einverstanden sind, haben andere Vermieter Bedenken und untersagen die Tierhaltung. Listenhunde stellen hierbei einen Sonderfall dar, da für ihre Haltung eine ausdrückliche Genehmigung erfolgen muss. Ein einfacher Zusatz im Mietvertrag „Tierhaltung ist erlaubt“ reicht in diesem Fall im Allgemeinen nicht aus. Um spätere Missverständnisse und Streitigkeiten auszuschließen, sollten Sie über das Thema Tierhaltung offen und ehrlich sprechen. Viele Vermieter haben Angst, dass Hunde in der Wohnung Schäden anrichten könnten, beispielsweise durch das Zerkratzen von Türen.

Haustiere
Haustiere

Tipps: Um diesen Bedenken entgegenzuwirken können Sie als Mieter eine bestehende Hundehaftpflichtversicherung vorlegen oder eine zusätzliche Kaution entrichten. Achten Sie darauf, dass die besprochene Tierhaltung auch vertraglich festgehalten wird.

Punkt 15: Beachten Sie die Aufteilung der Räumlichkeiten.

Stellen Sie sich in Gedanken vor, dass Sie die Wohnung einrichten möchten. Wie würden Sie die Zimmer nutzen? Wo ist das Schlafzimmer? Passen alle Möbel in die jeweiligen Zimmer? Diese Fragen sind vor allem bei kleineren Räumen entscheidend. Dachschrägen können bei großen Möbeln zum Problem werden und erfordern oftmals den Kauf von geeigneten Einrichtungsgegenständen.

Punkt 16: Handelt es sich bei den Wasserleitungen noch um Bleirohre?

Ältere Häuser sind vielfach mit Blei-Wasserleitungen ausgestattet. Diese stellen eine Gesundheitsgefahr dar. Bei neueren Wohnhäusern wurde diese Leitungsform verboten und ist daher nicht mehr zu finden. Auch bei vielen Fachwerkhäusern wurde mittlerweile ein Austausch vorgenommen. Hier gilt es allerdings auf Nummer sicher zu gehen und nachzufragen.

Punkt 17: Machen Sie Fotos.

Damit sich die Interessenten nach der Besichtigung die Wohnung noch einmal in Ruhe ansehen können, sind Fotos von Vorteil. Gerade Massenbesichtigungen finden zu festen Terminen statt, bei welchen eventuell aus beruflichen Gründen nicht beide Ehepartner vor Ort sein konnten. Daher kann es sinnvoll sein, Fotos anzufertigen und sich diese später anzusehen beziehungsweise dem Ehepartner zu zeigen.

Tipp: Fragen Sie in jedem Fall um Erlaubnis, bevor Sie Fotos machen.

Makler fertigen häufig eine kleine Broschüre an und übergeben diese den Interessenten. Hier finden Sie alle relevanten Daten noch einmal in der Übersicht.

Punkt 18: Achten Sie auf Schäden oder Mängel.

Achten Sie bei der Besichtigung auf jede Kleinigkeit. Wasserflecken können auf einen Wasserschaden hindeuten, Tapeten können durch Rauchen vergilbt sein und unter Teppichböden kann der Boden beschädigt sein. Gehen Sie daher durch jeden Raum und schauen Sie sich alles in Ruhe an. Oftmals wird die Wohnung vor der Besichtigung gründlich geputzt und eventueller Schimmel wird weggewischt. Er ist allerdings trotzdem noch vorhanden, sodass Sie hier genau aufpassen müssen. Achten Sie vor allem auf die Fensterrahmen und sehen Sie auch in der Steckdosen nach. Letztere werden häufig vergessen zu reinigen.

Punkt 19: Kindersicherheit

Familien mit kleinen Kindern müssen auf die Sicherheit achten:

  • Sind alle Treppen abgesichert?
  • Lassen sich im Haus Kindergitter an den Treppen anbringen?
  • Sind keine offenen Kabel vorhanden?
  • Besteht durch den Bodenbelag eine erhöhte Rutschgefahr?

Punkt 20: Hausordnung

Die Einhaltung der Ausordnung ist ein wichtiger Punkt. Damit es hierbei später nicht zu Schwierigkeiten kommt, muss auch dieser Punkt bei der Checkliste Berücksichtigung finden. Informieren Sie sich daher über die Hausordnung, sodass Sie sicher gehen, mit dieser auch einverstanden zu sein. Oftmals ist Hausordnung im Flur ausgehängt, beziehungsweise kann ausgehändigt werden. Hausbesitzer begrüßen es im Allgemeinen, wenn sich Interessenten für die Hausordnung interessieren, da dies zeigt, dass sie sich an die Regeln halten möchten.

Download: Checkliste für Mieter

Tipps für Schnellleser:

  • Achten Sie auf Mängel und Schäden.
  • Berücksichtigen Sie die Umgebung.
  • Stellen Sie viele Fragen.
  • Fertigen Sie Fotos/eine Broschüre an.
  • Sprechen Sie mit Nachbarn.
  • Nehmen Sie ein(e) Freund(in) mit.
  • Achten Sie auch Schimmel.
  • Berücksichtigen Sie die Raumaufteilung.
  • Fragen Sie nach Nebenkosten.
  • Fragen Sie nach der Hausordnung.
  • Seien Sie pünktlich.
  • Terminvereinbarung bei Tageslicht.
  • Wie weit ist der Weg zur Arbeit/zur Schule?
  • Barrierefreies Wohnen?
  • Sprechen Sie über Tierhaltung.
  • Achten Sie auf die Sicherheit ( u.a. Treppengitter für Kinder)
  • Nehmen Sie geeignete Unterlagen mit (Einkommensnachweis)

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