Wasserhahn / Einhebelmischer ist schwergängig – was tun?

Wasserhahn ist schwergängig

Wenn sich der Wasserhahn nicht mehr richtig oder nur unter größerer Anstrengung bewegen lässt, ist er schwergängig. Ein schwergängiger Einhebelmischer erschwert die gewünschte Einstellung der Wassermenge- und Temperatur, was einfach nur ärgerlich ist. Häufig sind Kalk und gebrochene Teile an der Schwergängigkeit schuld, was sich meist nur über eine simple Reparatur beheben lässt, die den Wasserhahn wieder nützlich macht.

Wasserhähne gehören zu den am häufigsten genutzten Armaturen im Haushalt und werden tagein tagaus bedient. Mit der Zeit kann dies entweder zum Verkalken oder Verschleiß des Wasserhahns führen und er lässt sich nicht nur noch schwer bedienen. Dann ist es entweder an der Zeit für eine Reparatur oder der Einhebelmischer muss geschmiert werden, damit er wieder problemlos genutzt werden kann. Aufgrund der Konstruktionsweise der Teile ist es dabei häufig notwendig, diese zu demontieren, was aber nicht weiter schwierig ist. Je nach Grad der Schwergängigkeit deutet diese auf die Ursache hin, die für das Problem verantwortlich ist.

Ursachen für die Schwergängigkeit

Wenn der Wasserhahn schwergängig ist, kann sich eines der Teile aufgrund eines Problems nicht mehr richtig bewegen. Schuld sind hier vor allem:

  • Kalkablagerungen
  • beschädigte Teile
  • neue Kartusche notwendig
  • neues Wasserhahn-Oberteil notwendig

Während der klassische Wasserhahn über ein entsprechendes Oberteil eingestellt wird, kommt beim Einhebelmischer eine Keramik-Kartusche zum Einsatz. Diese öffnet zwei Keramikplatten, je nachdem, in welche Richtung der Griff gedreht wird und so ist es möglich, die Temperatur stufenlos und über einen Hebel einzustellen. Sobald Sie also nur einen Griff für beide Temperatureinstellungen haben, besitzen Sie einen Einhebelmischer, während bei separaten Griffen für die Temperatur ein Wasserhahn vorliegt. Je nachdem, welche Variante Sie besitzen, ändern sich die notwendigen Ersatzteile, die für die Reparatur zum Einsatz kommen.

Vorbereitung

Bei all diesen Reparaturen ist es notwendig, den Wasserhahn zu demontieren, was die Sperrfunktion löst. Die Sperrfunktion sorgt dafür, dass kein Wasser unkontrolliert aus dem Hahn läuft, wenn er nicht betätigt wird, was bei der Demontage aber nicht mehr gegeben ist. Aus diesem Grund müssen Sie vorher das Wasser entweder über das Absperrventil oder den Haupthahn abdrehen. Da sich der Haupthahn aber auf die Wasserleitungen des gesamten Hauses auswirkt, müssen bei einem Mehrfamilienhaus vorher schriftlich die Bewohner auf die Reparatur hingewiesen werden, damit sie sich darauf einstellen können. Vergessen Sie die Vorbereitung ja nicht, sonst setzen Sie alles unter Wasser.

Einhebelmischer demontieren

Je nachdem welche Form von Wasserhahn Sie haben, verändert sich die Demontage. Bei einem klassischen Wasserhahn gehen Sie wie folgt vor:

  • ziehen Sie die Griffe ab
  • schrauben Sie anschließend die Chromabdeckungen ab
  • nun liegt das Hahnoberteil frei, das nur noch herausgeschraubt werden muss

Die Kartuschen bei Einhebelmischern sind schwerer zu entfernen. Hier gehen Sie wie folgt vor:

  • suchen Sie nach einer kleinen Kappe am Griff, die Sie anschließend mit einem Schlitzschraubenzieher öffnen
  • darunter befindet sich eine Madenschraube, die Sie über einen Inbusschlüssel lösen
  • alternativ handelt es sich um eine Kreuzschlitzschraube
  • nun ist die Kartusche zu sehen, die über einen Maulschlüssel herausgedreht wird
  • verzichten Sie auf die Nutzung einer Zange, diese könnte die Teile beschädigen
  • nun kann die Kartusche gewechselt oder entkalkt werden

Hinweis: Je nach Hersteller unterscheidet sich die Anzahl der zu öffnenden Klappen, da Einhebelmischer komplizierter im allgemeinen Aufbau als Wasserhähne sind. Sie verfügen ebenfalls nicht über standardmäßig geformte Ersatzteile, sodass nur Ersatzteile direkt über den Hersteller bezogen werden können.

Kalkablagerungen entfernen

Ein typisches Problem für schwergängige Hähne sind Kalkablagerungen, die typisch für deutsche Haushalte sind. Das harte Wasser wirkt sich nach langen Jahren immer stärker auf die Zwischenräume aus und lagert dort den Kalk ab, was das Drehen erschwert. Wenn es sich wirklich nur um Kalkablagerungen handelt, müssen Sie die entsprechenden Teile nur entkalken:

  • demontieren Sie den Wasserhahn komplett in die Einzelteile
  • reinigen Sie diese unter fließendem Wasser und trocknen Sie sie mit einem weichem Tuch aus Baumwolle ab
  • keine rauen Stoffe verwenden
  • nun benetzen Sie ein weiteres Tuch entweder mit Essigessenz oder Zitronensäure
  • reiben Sie nun alle Teile ab und achten Sie darauf, gründlich den Kalk zu entfernen
  • mit der Zeit werden die Teile wieder glänzend und nicht mehr schlierig
  • bei hartnäckigen Kalkablagerungen können die Teile auch einige Stunden in Essig eingeweicht werden
  • anschließend mit Wasser reinigen und abtrocknen

Sobald Sie mit dem Entkalken fertig sind, können Sie den Wasserhahn wieder zusammenbauen und testen, ob er wieder leichtgängig ist. Da Kalk meist recht einfach entfernt werden kann, ist es vorteilhaft, wenn ausschließlich eine Verkalkung vorliegt. Ist der Kalk aber extrem ausgeprägt, sollten Sie sich lieber für den Austausch der Teile entscheiden.

Beschädigte Teile

Je nachdem, wie alt oder häufig genutzt Ihre Armaturen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas beschädigt wird. In diesem Fall ist ein Ersatzteil notwendig. Am häufigsten müssen Sie die folgenden Teile auswechseln:

  • Kartuschen
  • Hahnoberteile
  • Dichtungen
  • Schrauben
  • Griffe

Dichtungen

Suchen Sie während der Demontage nach Rissen, Brüchen oder abgeschlagenen Teilen, die deutlich darauf hinweisen, dass ein Wechsel notwendig ist. Sind keine beschädigten Stellen oder Kalk bei Einhebelmischern zu erkennen, ist die Kartusche der Grund für die Schwergängigkeit. In dieser befinden sich zwei Keramikplättchen, die mit der Zeit abnutzen und dadurch das Einstellen der Wassertemperatur äußerst erschweren. Dichtungen sind hier auch ein Problem, da diese gerne reißen und sich dadurch zwischen die beweglichen Teile schieben. Zudem läuft der Wasserhahn dabei an den Dichtungsstellen aus, was relativ leicht zu erkennen ist.

Armaturenfett

Nachdem Sie sich um die einzelnen Teile gekümmert haben, ist nun die Montage an der Reihe. Theoretisch gehen Sie bei der Montage wie bei der Demontage vor, nur in umgekehrter Richtung. Wichtig ist hierbei aber noch der Einsatz eines Armaturenfetts, das als Schmiermittel für den Wasserhahn wirkt. Es sorgt dafür, dass die beweglichen Stellen nicht aneinander reiben und flüssig laufen. Das Schmiermittel kann sich mit der Zeit aufbrauchen, was ebenfalls der Grund für einen schwergängigen Einhebelmischer ist. Tragen Sie dieses großzügig auf die beweglichen Ersatzteile auf und montieren Sie anschließend die Armatur wieder.

Tipp: Das notwendige Schmiermittel erhalten Sie entweder in Baumärkten oder im Fachhandel für Sanitärbedarf. Es tropft nicht und eignet sich perfekt für alle Armaturen, die beweglich sind und zudem unterschiedliche Wassertemperaturen führen müssen.

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