Wussten Sie, dass ein tropfender Wasserhahn einen Mehrverbrauch von 1200-1800 Litern pro Jahr verursachen kann!? Das Problem ist also durchaus ernstzunehmen und baldigst abzustellen.

Ärgert Sie ein tropfender Wasserhahn im Bad oder der Küche? Scheuen Sie die hohen Anfahrts- und Reparaturkosten für den Handwerker? Möchten Sie als Laie das Problem professionell selbst beheben? Nur Mut, moderne Wasserhähne selbst zu reparieren ist kein Meisterwerk. Lesen Sie, unabhängig vom Hersteller der bei Ihnen eingebauten Armatur, wie Sie Undichtigkeiten – mit und ohne Originalersatzteile – beheben können.Leckagen sind nicht nur ärgerlich, sondern auf die Dauer sogar recht teuer. Anfänglich tropft das Wasser nur in einzelnen Tropfen in den Ausguss. Leider bleibt es nicht dabei. Mit der Zeit nimmt die Undichtigkeit zu, aus den einzelnen Tropfen wird ein dünnes Rinnsal. Der Wasserverbrauch steigt. Sie zahlen einen Aufschlag auf die Frischwasserrechnung und zeitgleich steigen die teuren Abwasserkosten.

Ärgern Sie sich nicht länger. Folgen Sie einfach nur unserer Schritt für Schritt Anleitung, um Ihren Einhebelmischer selbst zu reparieren. Sie benötigen nur die Handwerkszeuge, die praktisch in jedem Haushalt vorhanden sind. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte der Werkzeug- und Materialliste.

1. Reparaturvorbereitung

Welche exakte Werkzeug- und Materialliste Sie benötigen, hängt natürlich vom Hersteller der Armatur ab. Ist Ihre Armatur noch relativ neu und wurde von einem Fachbetrieb installiert, gestaltet sich die Bestellung der passenden Ersatzteile einfach. Sie finden die Daten zum Nachkauf der Verschleißteile auf einem Aufkleber an der Zuleitung des heißen Wassers.

Tropfender Wasserhahn - was tun? Das zeigt unsere Anleitung.
Tropfender Wasserhahn – was tun? Das zeigt unsere Anleitung.

Sorgen um das passende Werkzeug, damit ein tropfender Wasserhahn zu reparieren ist, müssen Sie sich nicht machen. Das benötigte Werkzeug dürfte praktisch in jedem Haushalt vorhanden sein. Für eine „Notreparatur“ ist es Ihnen außerdem möglich, bei den Verschleißteilen zu „tricksen“.

Werkzeugliste – tropfender Hahn:

  • Wasserpumpenzange (alternativ Maul- oder Steckschlüsselsatz)
  • Schraubendreher Kreuzschlitz
  • Schraubendreher Längsschlitz
  • Innensechskant Größe drei und vier (Inbusschlüssel)

Materialliste – Armatur reparieren:

  • Original Reparatursatz Kartusche und Dichtungen (dauerhafte Schadensbehebung)
  • Universelle Dichtungs- und O-Ringe aus dem Zubehör (Notreparatur)
  • Dichtungsfett
  • Zahnbürste
  • Rauer Schwamm
  • Essig oder Essigessenz
Essig oder Essigessenz entfernt Kalk. Hersteller raten aber zu hauseigenen schonenderen Produkten.
Essig oder Essigessenz entfernt Kalk. Hersteller raten aber zu hauseigenen schonenderen Produkten.

Wichtig:
Bevor Sie sich daran begeben den tropfenden Wasserhahn zu reparieren, unbedingt das Wasser absperren. Dazu die Eckventile unter dem Spülbecken im Uhrzeigersinn handfest zudrehen. Anschließend durch das Öffnen des Mischhebels den Druck von der Leitung nehmen.

Wenn der Hahn tropft – Ursachen:

Jeder Fehler lässt sich beheben, wenn Ursache bekannt ist. Ohne mechanische Gewalteinflüsse kommen für Undichtigkeiten bei Einhebelmischern nur zwei häufige Fehlerquellen infrage. Für gewöhnlich entsteht ein tropfender Hahn, weil Ablagerungen aus der Wasserleitung die Kartusche verunreinigen. Kalk heftet sich an den Dichtflächen an und verhindert das Abdichten. – Die

Mischbatterie tropft aus dem Wasserabfluss.
Der zweite Grund für den tropfenden Einhebelmischer, bevorzugt bei Modellen mit beweglichem Wasserauslauf, sind defekte Dichtungsringe. O-Ringe härten mit der Zeit aus und können nicht mehr dichten. Bei beweglichen Wasserausläufen, üblicherweise dem Wasserhahn in der Küche, verschleißen die Dichtungsringe, zusätzlich zur Aushärtung, auch mechanisch. Jede Bewegung des Wasserauslaufs sorgt für minimalen Abrieb der Ringe.

In diesem Fall tropft das Wasser meist nicht aus der dafür vorgesehenen Öffnung. Stattdessen rinnt es aus den Trennebenen der beweglichen Elemente.

Tipp:
Vor der Demontage verschließen Sie den Ausguss, damit eventuell herunterfallende Schrauben und Kleinteile nicht im Abfluss landen.
*(Schön wäre hier eine einfache Zeichnung der beiden gängigen Grundmodelle).

2. Montageanleitung

Schritt 1 – Demontage des Mischhebels

Einhebelmischer unterscheiden sich optisch recht deutlich voneinander. Abgesehen vom Design, reduziert auf den grundsätzlichen Aufbau, sind sie sich jedoch fast gleich. Zu demontieren sind alle beweglichen Elemente. (Mischhebel und der bewegliche Wasserablauf). Das mechanische Grundgerüst bleibt fest auf dem Waschbecken oder an der Wand montiert.

Der Mischhebel wird bei Armaturen mit starrem Wasserauslauf üblicherweise nur durch eine versteckte Schraube gehalten. Sie befindet sich entweder unter der rotblauen Sichtblende (Symbol für heiß – kalt) an der Vorderseite oder genau gegenüberliegend. Bei den in der Küche üblichen Mischbatterien mit beweglichem Hals verstecken sich zumeist zwei Befestigungsschrauben unter einem vertikal aufgesteckten Deckel.

Tipp:
Bewegen Sie den Deckel zum Öffnen leicht hin und her ohne ihn zu verkanten. Er besteht fast immer aus Kunststoff und ist nur aufgesteckt – nicht geschraubt. Leider härtet Kunststoff mit zunehmendem Alter aus und wird spröde. Verkanten Sie zu stark, bricht schnell etwas ab.

Einhebelmischer demontieren
Einhebelmischer demontieren

Verwendetes Werkzeug:

  • Schlitzschraubendreher oder Prüfstift
  • Kreuzschraubendreher oder Innensechskant (herstellerabhängig)

Sobald der Mischarm demontiert wurde, blicken Sie bereits auf das „Herzstück“ Ihrer Armatur. Jeder Einhebelmischer vermengt das Wasser innerhalb der Kartusche. Sie besteht äußerlich zumeist aus Kunststoff. Für die Dichtigkeit sorgen im Inneren der Kartusche entweder Kunststoff- oder Keramikbauteile.

Fehlende Dichtigkeit im Inneren der nicht zu öffnenden Kartusche ist der Hauptgrund tropfender Einhebelmischer. Repariert werden kann das Bauteil leider nicht. Es wird komplett ausgetauscht. Die Ersatzteilnummer oder die Typenbezeichnung des Wasserhahns steht auf dem bereits erwähnten Aufkleber der Zuleitung.

Schritt 2 – Kartusche wechseln

Gehalten wird die Kartusche durch eine Spannmutter. In einer gut ausgestatteten Werkzeugkiste findet sich ein dafür passender Steckschlüssel. Zur Not klappt die Demontage ebenso mit einem Gabelschlüssel oder der Wasserpumpenzange. Viel Kraftaufwand ist zum Lösen der Schraube nicht notwendig. Werksmäßig werden die Schrauben mit etwa 12 Newtonmeter Drehmoment angezogen. (Gut handfest).

Sobald sie Spannmutter gelöst ist, lassen sich die Kartusche und alle beweglichen Teile einfach abnehmen.

Wichtig:
Prägen Sie sich bitte die Reihenfolge des Aufbaus genau ein. Legen Sie die Teile fortlaufend sortiert auf einer sicheren Ablage ab.

Tipp zur Notreparatur:
Als Notreparatur, bis die Originalersatzteile geliefert werden, reicht es oft aus, die alte Kartusche über Nacht in Essig zu legen.

Dichtungsringe bitte nicht im Essig reinigen, sie härten sonst unnötig aus. Es reicht aus, sie mit etwas Spülmittel und einer Nagelbürste zu säubern. Anschließend dick mit Dichtungsfett „einschmieren“.

Kurzfristig hört der Wasserhahn auf zu tropfen, ohne ihn tatsächlich nachhaltig zu reparieren.
Verwendete Werkzeuge:

  • Steckschlüssel alternativ Gabelschlüssel oder Wasserpumpenzange

Schritt 3 – Sauberkeit sichert den Reparaturerfolg

Hätten Sie das gedacht? Vor dem Zusammenbau unbedingt alle Teile sorgfältig reinigen.
Hätten Sie das gedacht? Vor dem Zusammenbau unbedingt alle Teile sorgfältig reinigen.

Nachdem Sie den Einhebelmischer nun erfolgreich zerlegt haben, darf es nicht sofort an den neuerlichen Zusammenbau gehen. Vorwiegend im Gehäuse und an den Wandungen der beweglichen wasserführenden Teile werden Sie feine Ablagerungen finden. Ohne diese Ablagerungen gründlich zu beseitigen, wäre ein erneut tropfender Wasserhahn für die Zukunft vorprogrammiert.

Mit der zuvor in Essig getauchten Zahnbürste oder einem rauen Schwamm lassen sich diese Ablagerungen sanft entfernen. Etwas Vorsicht ist angebracht, damit der Essig nicht auf das Chrom der Armatur tropft. Bleibt die Säure dort als Tropfen stehen, wird das Chrom blind. Gleichermaßen verfahren Sie bitte mit den demontierten anderen beweglichen Teilen. Achten Sie bitte außerdem auf Dichtungsrückstände in den Nuten.
Die Arbeit nimmt etwas Zeit in Anspruch und verleitet zu der Idee, etwas Schleifleinen zu Hilfe zu nehmen.

Achtung:
Von groben Schleifmitteln ist dringend abzuraten. Schleifpapier führt zu Riefen und Auswaschungen. Der Wasserhahn tropft anschließend zeitnah erneut und ist nicht mehr zu reparieren.

Verwendetes Werkzeug:

  • Alte Zahnbürste
  • Grober Schwamm

Verwendete Materialien:

  • Essig
  • Klares Wasser

Schritt 4 – Zusammenbau vorbereiten

Erleichtert wird die Aufgabe den Einhebelmischer zu reparieren, wenn Sie ein originales Reparatur-Set zur Hand haben. Zum einen liefert die beigelegte Anleitung gute herstellerabhängige Tipps. Zum anderen sind die meisten Dichtungsringe bereits vorinstalliert.

Zusätzlich legen einige Hersteller korrosionsgefährdete Schrauben ins Reparatur-Set. Diese sollten Sie ebenfalls einbauen und die „Altschrauben“ entsorgen. So gewährleisten Sie, falls der Wasserhahn später wieder einmal tropft, dass sich alle Schraubverbindungen leicht lösen.

Soll ein tropfender Wasserhahn im Rahmen einer Notreparatur mit einem Universaldichtungssatz repariert werden, heißt es genau zu vergleichen. Die meisten Hersteller verwenden Normdichtungen, die in jedem großen Universaldichtungssatz (mehrfach) vorhanden sind.

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Legen Sie zum Vergleich neue und alte O-Ringe übereinander. Wählen Sie bitte die Dichtung aus, die dem alten Dichtring nahe kommt. Leichte Unterschiede ergeben sich durch die nutzungsbedingte Aushärtung, Materialschwund und die mechanische Beanspruchung der alten Dichtungen.

Alle zu tauschenden Dichtungsringe fetten Sie bitte etwas ein und „kleben“ sie (Adhäsionskraft des Fetts) an die vorgesehene Dichtstelle. Achten Sie bitte darauf, dass sich kein O-Ring verschiebt. Reparieren Sie einen Einhebelmischer mit beweglichem Arm, müssen Sie außerdem besonders auf die zusätzlichen Dichtungsringe achten. (Körperdichtungen). Diese Dichtungen sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Sie dürfen nicht in sich verdreht sein und müssen genau in der Nut liegen.

Tipp für die Notreparatur tropfender Einhebelmischer:
Etwas dicker aufgetragenes Dichtungsfett verhindert temporär, dass der Wasserhahn tropft, sogar wenn Sie die Dichtungen nicht erneuern. Bestreichen Sie bei beweglichen Abläufen bitte außerdem das Metall neben den Dichtungen mit etwas Fett. So erhöhen Sie temporär die Dichtigkeit mechanisch belasteter Dichtflächen.

Schritt 5 – Zusammenbau

Im Prinzip erfolgt der Zusammenbau der Mischarmatur nur in umgekehrter Reihenfolge zur Demontage. Die Reihenfolge ergibt sich aus der Sortierung der ausgebauten Teile. Achten Sie bitte darauf, dass die Öffnungen der Kartusche mit den Bohrungen der Wasserzuführung deckungsgleich übereinstimmen. Bei höherwertigen Armaturen sorgt eine „Führungsnase“ für die exakte Positionierung der Kartusche.

Bei einem Einhebelmischer mit beweglichem Hals ist besonders darauf zu achten, dass die O-Ringe sich nicht verkanten oder aus der Nut rutschen. Anschließend die Spannmutter wieder aufschrauben. Sollten Sie einen Drehmomentschlüssel besitzen, bitte mit etwa 12 Newtonmeter anziehen. Ohne Drehmomentschlüssel entspricht der Kraftaufwand „gut handfest“. Zum Abschluss der Montage müssen Sie nun nur noch den Mischhebel aufsetzen und die Verschraubung wieder anziehen.

Tipp:
Sobald Sie einen erhöhten Kraftaufwand einsetzen müssen, ist etwas falsch. Die einzige Gegenkraft, die Sie beim Zusammensetzen spüren dürfen, ist die leichte Adhäsionskraft des Fettes und der O-Ringe.

3. Dichtheitskontrolle

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Die Ausführung Ihrer Reparatur muss sich bei der Dichtheitsprüfung beweisen. Stellen Sie bitte den Mischhebel auf geschlossene Position und öffnen Sie die Eckventile unter der Spüle etwas. Bitte nur langsam den Betriebsdruck herstellen. Tropft der Einhebelmischer jetzt noch nicht, stellen Sie sich bitte etwas seitlich zum Becken. Beim Öffnen des Wassers entweicht die eingeschlossene Luft.

Vorsicht, der Wasserhahn „spuckt“!

Sobald die Luft vollständig ausgetreten ist, bitte den Mischhebel einmal ganz öffnen und in beide Richtungen bewegen. Anschließend wieder schließen und das Spritzwasser abwischen. Ihre Mischbatterie sollte nun wieder dicht sein. Der Beweis ist erbracht, wenn der Leitungshahn tropft, ist selbst reparieren kein Hexenwerk.

Tipp:
Zum Schluss bitte nicht vergessen, den Blindstopfen wieder einzudrücken.

Tipps für Schnellleser

Einhebelmischer Aufbau:

  • Beweglichen Mischarm
  • Spannschraube als Kartuschensicherung
  • Mischkartusche
  • Körperdichtungen für bewegliche Elemente

Fehlerbehebung:

  • Mischbatterie zerlegen
  • Reinigung
  • Austausch der Dichtungen
  • Austausch der Kartusche
  • Zusammenbau
  • Dichtheitsprüfung

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