Ein tropfender Wasserhahn muss nicht sofort ausgetauscht werden. Oft ist lediglich eine Dichtung in der Armatur oder die Kartusche in einem Einhebelmischer defekt. Diese Reparatur können Sie zu geringen Kosten selbst durchführen. Wir zeigen Ihnen hier Schritt für Schritt wie das genau gemacht wird.

Ein neuer Wasserhahn kann je nach Modell sehr teuer werden. Die einzelnen Ersatzteile für einen Hahn oder einen Wannenauslass sind jedoch meistens gar nicht so kostspielig. An einem Wasserhahn können verschiedene Teile recht einfach von jedem Heimwerker selbst ausgetauscht werden. Ob es die Kartusche im Einhebelmischer, die Dichtungen oder der Perlator, also der Luftsprudler am Wasseraustritt ist, die Arbeit ist ebenso wie die Zahl der benötigten Werkzeuge sehr überschaubar.

Das benötigen Sie:

  • Wasserpumpenzange
  • Maulschlüssel
  • Schraubendreher Schlitz klein
  • Inbusschlüssel
  • Messer
  • alte Zahnbürste
  • weiche Tücher
  • Kartuschen
  • Dichtungen
  • Essig
  • Spülmittel
  • Entkalker

Tipp: Bei den verschiedenen Discountern gibt es in regelmäßigen Abständen kleine Boxen mit einem Sortiment aus Dichtungen. Zu geringen Kosten haben Sie mit einer derartigen Box immer eine Grundlage, um die unterschiedlichsten Reparaturen an Wasserhähnen und anderen Dingen auszuführen.

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Kartuschen austauschen beim Einhebelmischer

Unsere erste Anleitung bezieht sich auf den Austausch der Kartuschen im Wasserhahn. Eine defekte oder verkalkte Kartusche ist sehr häufig der Grund für einen tropfenden Wasserhahn. In seltenen Fällen kommt durch ein verrutschtes Bauteil im Inneren der Kartuschen eventuell gar kein Wasser mehr aus dem Hahn. Dann hören Sie eventuell nur ein lautes Gurgeln im Einhebelwassermischer. Die namhaften Markenhersteller, bei denen sich ein Austausch der Kartuschen im Einhebelmischer tatsächlich lohnt, haben in der Regel bis zu 30 Jahre lang die passenden Kartuschen für ihre unterschiedlichen Modelle vorrätig.

Tipp: Bewahren Sie bei hochwertigen Wasserhähnen die Kartons oder zumindest die genaue Beschreibung und Bezeichnung auf. In einem Fachgeschäft kann Ihnen der Verkäufer dann noch viele Jahre lang die passenden Ersatzteile beim Hersteller bestellen. Einige Hersteller bieten den Kunden auch selbst diesen Service an.

1. Einhebelmischer öffnen
Vorsichtshalber sollten Sie bei allen Arbeiten, die mit dem Wasserhahn zu tun haben, die Eckventile unter dem Becken oder der Spüle zudrehen. Sollten keine Eckventile vorhanden sein, oder diese sich in seltenen Fällen nicht mehr drehen lassen, müssen Sie leider den Hauptwasserhahn abdrehen. Diesen finden Sie meistens im Keller oder in einem Versorgungsraum, wie der Waschküche.
In den meisten Fällen muss zunächst das kleine rote und blaue Zeichen am Wasserhahn entfernt werden, um den Hahn zu öffnen. Dazu haken Sie vorsichtig mit der Messerspitze hinter den Rand der Kappe. Diese springt dann normalerweise sehr einfach heraus. Nun kommt eine kleine Inbusschraube zum Vorschein, die Sie herausdrehen können. Natürlich gibt es immer Ausnahmen von dieser Regel, dann kann diese Verriegelung auch an der Rückseite des Einhebelmischers sein.

Bei einigen Modellen ist oben auf dem Einhebelmischer ein Deckel, der an der Rückseite eine Einkerbung hat. Darunter kann dann der Schraubendreher gehakt werden, um den Deckel abzuheben. Eventuell muss dieser Deckel aber auch gedreht werden, um ihn zu öffnen. Sie müssen also manchmal etwas nach der Öffnung suchen, um einen Einhebelmischer zu reparieren.

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2. Kartusche herausziehen
Die Kartuschen selbst lassen sich meistens nicht reparieren. Wenn Sie dieses Bauteil überhaupt öffnen können, ist der Zusammenbau häufig nicht mehr möglich. Wenn Sie den Wasserhahn geöffnet haben, ist dort eine Abdeckung über der Kartusche, die teilweise auch verschraubt ist.

Tipp: Verwenden Sie die Wasserpumpenzange an sensiblen und empfindlichen Dingen, wie an einem Einhebelmischer, immer mit einem Schutz über den Zangenbacken. Stücken vom Malervlies oder Fetzen eines alten Handtuchs sorgen für den notwendigen Schutz.

3. Kartusche kaufen
Verlassen Sie sich nicht auf Herstellernamen oder die allgemeine Form des Hahns, die Anschlüsse der Kartusche sind entscheidend, ob sie später zu dem Hahn passt. Der Durchmesser des Ersatzteils muss ebenfalls gleich sein. Außerdem ist die Platzierung der Haltestifte an der Unterseite wichtig für die richtige Passform. Daher sollten Sie die alte Kartusche unbedingt mitnehmen, wenn Sie in den Baumarkt gehen. Fragen Sie vorsichtshalber, ob Sie das Teil auch zurückgeben können, falls es nicht passt.

Tipp: Es gibt inzwischen Kartuschen aus Kunststoff. Diese Modelle müssen nicht zwangsläufig schlechter sein, sie sollten aber in jedem Fall preislich deutlich günstiger sein. Je nach Wert des Einhebelmischers, den Sie reparieren wollen, sollten Sie von Fall zu Fall entscheiden, ob das Ersatzteil auch aus Kunststoff sein darf.

4. Kartusche einsetzen
Werfen Sie alten Kartuschen nicht weg. Das Original könnte noch einmal wichtig sein, wenn vielleicht in einigen Jahren der Ersatz ebenfalls defekt ist und sie es erneut reparieren wollen. Bevor Sie das neue Teil einsetzen, sollten Sie die Mischbatterie gut reinigen. Seien Sie vorsichtig mit scharfen chemischen Reinigern, da das Chrom an der Außenseite dadurch schnell anläuft.

Nach dem Einsetzen der Kartusche arbeiten Sie die oberen Punkte einfach rückwärts ab. Dann können Sie testen, ob die Arbeit erfolgreich war. Wenn Sie den Absperrhahn wieder geöffnet haben, ist normalerweise Luft in der Leitung, daher sollte der Mischhebel zunächst nur ganz wenig geöffnet werden, bis die Luft aus dem Wassersystem heraus ist.

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Dichtungen austauschen bei der Zweigriffarmatur

Eine Zweigriffarmatur wird häufig noch in Waschküchen oder Gästebädern verwendet. Allerdings werden wegen ihrer robusten Mechanik inzwischen auch in allen anderen Nassräumen wieder vermehrt Zweigriffarmaturen eingesetzt, die sich leicht reparieren lassen. Teilweise ist das Retrodesign ebenfalls von einer Armatur mit zwei Griffen geprägt. Beginnt eine Zweigriffarmatur zu tropfen, sind im Gegensatz zu den Einhebelmischern meist die Dichtungen in den beiden Griffen schuld. Achten Sie auch hier vor Beginn der Reparatur daran, das Wasser an den Eckventilen oder direkt am Hauptwasserhahn abzustellen.

1. Griff abnehmen
Bei der Zweigriffarmatur wird entweder der seitliche Griff einfach abgezogen oder es befindet sich auf dem Griff eine kleine Abdeckung, meist in Blau oder Rot. Diese können Sie mit einem feinen Schlitzschraubendreher oder einer Messerspitze abnehmen. Darunter befindet sich dann eine kleine Schlitzschraube oder eine Inbusschraube. Wenn Sie diese gelöst haben, kann der Griff abgezogen werden.

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2. Ventil herausnehmen
Das Ventil können Sie meist mit einem Maulschlüssel oder der Wasserpumpenzange lösen, dann lässt es sich herausnehmen.

Tipp: Bewahren Sie alte T-Shirts aus Baumwolle auf. Diese dienen sowohl als Schutz über den Backen der Wasserpumpenzange als auch als Putz- und Reinigungstücher für die Rückseite der Wasserhähne.

3. Dichtung tauschen
Unter dem Ventil sitzt die Dichtung, die noch einmal durch eine Befestigung gehalten wird. Diese Mutter oder Schraube müssen Sie ebenfalls lösen. Dann kann die Dichtung einfach getauscht werden. Achten Sie aber darauf, dass die neue Dichtung exakt die gleiche Größe und das gleiche Innenloch hat. Außerdem sollte immer eine Dichtung aus der gleichen Materialstärke genutzt werden. Können Sie nicht auf Anhieb die gleiche Dichtung bekommen, kann die alte Dichtung teilweise nach einem Bad in warmem Wasser mit Spülmittel noch einmal wieder verwendet werden. Dann sollte die Dichtung allerdings gewendet werden.

4. Zusammenbau
Bürsten Sie alle Teile mit einer alten Zahnbürste und warmem Wasser mit Spülmittel ab, bevor Sie die Griffe der Zweigriffarmatur wieder zusammenbauen. Mit bestimmten Badreinigern und Entkalkern sollten Sie vorsichtig umgehen, da sie eventuell mehr schaden als nützen könnten.

Tipp: Entkalken Sie gleich die Schrauben und das Innenleben der Zweigriffarmatur vorsichtig, wenn die Armatur schon geöffnet ist. Einige Verkrustungen lassen sich perfekt mit ein wenig Zahnpasta lösen, die Sie anschließend gut abspülen müssen.
Tipp: Entkalken Sie gleich die Schrauben und das Innenleben der Zweigriffarmatur vorsichtig, wenn die Armatur schon geöffnet ist. Einige Verkrustungen lassen sich perfekt mit ein wenig Zahnpasta lösen, die Sie anschließend gut abspülen müssen.

Perlator entkalken oder austauschen

Wenn das Wasser in alle Richtungen aus dem Hahn spritzt, ist vermutlich der Perlator verkalkt. Viele kennen den Perlator auch als Luftsprudler. Im Grund besteht der Perlator meistens aus einer großen Mutter, in die ein feines Gitter eingebettet ist. Darin sammelt sich oft Kalk an, sodass es teilweise aussieht als würde Sand im Gitter sitzen.

1. Lösen des Luftsprudlers
Der Perlator kann mit einem Maulschlüssel oder sehr vorsichtig mit einer Wasserpumpenzange abgeschraubt werden. Der Luftsprudler hat an zwei Seiten glatte Stellen, die dazu gedacht sind, einem Maulschlüssel Halt zu bieten. Einige Modelle können Sie sogar schon mit der Hand abdrehen. Das ist die beste Lösung, weil keine Beschädigungen auf dem Metall des Perlators entstehen können.

2. Entkalken
Je nach Stärke der Verkalkung kann wieder die alte Zahnbürste zum Einsatz kommen, um das Gitter in dem Perlator auszubürsten. Ist die komplette Mutter mit dem Sieb verkrustet, dann wird sie eine Weile in Essig oder einen Entkalker eingelegt und anschließend gut mit klarem Wasser abgespült. Einige Modelle haben schon ein Kunststoffsieb in dem Luftsprudler, das viel einfacher mit der kleinen Bürste gereinigt werden kann, da sich der Kalk nicht richtig festsetzt. Allerdings sind diese Kunststoffeinsätze nicht so lange haltbar.

Tipp: Seien Sie in einer Küchenspüle oder einem Waschbecken aus Edelstahl vorsichtig mit dem Entkalker. Der Edelstahl könnte Schaden nehmen und anlaufen. Diese Verfärbungen sind nicht mehr rückgängig zu machen.

Perlator aus Kunststoff. Dieser Mischt Luft unter den Wasserstrahl, sodass z.B. beim Händewaschen Wasser gespart wird.
Perlator aus Kunststoff. Dieser Mischt Luft unter den Wasserstrahl, sodass z.B. beim Händewaschen Wasser gespart wird.

3. Luftsprudler austauschen
Ist der komplette Luftsprudler bereits stark verkalkt oder der Einsatz beschädigt, sollten Sie ihn lieber austauschen. Passende Modelle gibt es für wenige Euros in jedem Baumarkt. Besonders an einem Handwaschbecken macht ein Luftsprudler mit einem reduzierten Wasserdurchlass Sinn. Er versprudelt die Luft stärker und erweckt so den Eindruck einer großen Wassermenge, während er in Wirklichkeit jedoch die Wassermenge stark reduziert. Gerade im Gästebad oder in Restaurants sollten daher aus Kostengründen derartige Wassersparsprudler verwendet werden.

Tipps für Schnellleser:

  • Fehlerquelle ermitteln
  • Art des Hahns beachten
  • Kartuschen beim Einhebelmischer ausbauen
  • Kartuschen mitnehmen zum Baumarkt
  • Kartuschen einsetzen
  • Dichtungen erneuern an der Zweigriffarmatur
  • Perlator abschrauben
  • Verkalkungen mit Bürste lösen
  • Vorsicht mit Chrom und Chemikalien
  • Mit viel Wasser Reinigungsmittel abspülen

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