Mit Stoff stricken | Strickanleitung mit Stoffstreifen

Mit Stoff stricken

Mit Stoff stricken klingt seltsam? In dieser Strickanleitung erklären wir Ihnen, wie es funktioniert. Sie erfahren Schritt für Schritt, wie Sie Stoff in Garn verwandeln. Außerdem zeigen wir Ihnen als erstes Projekt eine einfache Tasche. Probieren Sie es aus!

Bei Ihnen haben sich Stoffreste angesammelt, aber Sie nähen nicht gern? Dann probieren Sie mal, mit dem Stoff zu stricken! In unserer Anleitung zeigen wir Ihnen, wie Sie ausrangierten Bettlaken und Co. neues Leben einhauchen. Upcycling liegt schließlich im Trend. Verwandeln Sie Stoffstreifen in Topflappen, Bodenkissen, Teppiche oder eine Tasche. Letztere stellen wir Ihnen in dieser Anleitung als Übungsprojekt vor. An Kenntnissen setzen wir nur rechte Maschen voraus.

Mit Stoff stricken – Grundanleitung

Material

Sie benötigen:

  • Stoffreste, am besten aus Baumwolle
  • Dicke Stricknadeln (zirka Stärke zehn bis zwölf)
  • (Stoff)Schere
  • Nähnadel
  • Nähgarn
  • Dicker Häkelhaken zum Vernähen (Stärke wie Stricknadeln)

Stoffreste

Mit Stoff zu stricken, bedeutet, wie der Name schon sagt, dass Sie statt im Wollvorrat in der Stoffkiste kramen. Baumwollstoffe eignen sich besonders gut zum Stricken. Haben Sie zum Beispiel Bettwäsche, die ein Loch oder einen fiesen Fleck hat? Dieser können Sie ein zweites Leben schenken, indem Sie sie in Strickgarn verwandeln.

Schneiden Sie den Stoff in Streifen. Mit einer speziellen Stoffschere geht das am leichtesten. Alle Streifen sollten annährend gleich breit sein. Je dicker der Stoff ist, desto schmaler schneiden Sie die Streifen. Bei einem sehr festen Stoff nehmen Sie nur einen Zentimeter, während die Streifen bei einem leichten Stoff bis zu sechs Zentimeter messen dürfen. Experimentieren Sie ein wenig, um ein Gefühl für den Stoff zu bekommen. Zum Stricken brauchen Sie einen stabilen Faden, der aber gleichzeitig nicht zu voluminös sein darf.

Damit Sie einen fortlaufenden Faden erhalten, stoppen Sie beim Schneiden eine Streifenbreite vom Rand entfernt und setzen daneben wieder an. Bei großen Stoffstücken können Sie stattdessen spiralförmig schneiden. Wickeln Sie den fertigen Stoffstreifen zu einem Knäuel auf.

Stoff zerschneiden

Tipp: Wenn Sie nicht möchten, dass die Stoffecken aus dem Gestrick hervorblitzen, runden Sie sie ab.

Stoffstreifen

Eine andere Art, Garne aus Stoffstreifen herzustellen, sind die sogenannten T-Shirt-Garne. Diese gibt es aus recycelter Kleidung fertig zu kaufen. Sie können sie allerdings leicht selbst herstellen. Dazu benötigen Sie elastische Stoffe, zum Beispiel von ausrangierten T-Shirts. Schneiden Sie das Material in zwei Zentimeter breite Streifen und ziehen Sie vorsichtig daran. Dabei rollt sich der Stoff zusammen, sodass Sie einen schmalen Faden zum Stricken erhalten. Es ergibt sich ein anderes Strickbild als bei den hier gezeigten Baumwollstoffen. Vermischen Sie die beiden Stoffarten deshalb nicht!

Um mit Stoff zu stricken, benötigen Sie eine große Nadelstärke, das heißt zehn bis zwölf, manchmal auch acht oder 15. Die genaue Stärke hängt von der Breite der Streifen, der Dicke des Stoffs und Ihrem Strickstil ab. Probieren Sie verschiedene Nadeln aus, um die Beste für Ihr Projekt herauszufinden.

Stricken

Wählen Sie am besten eine Art von Maschenanschlag, bei der Sie keinen langen Anfangsfaden brauchen, damit Sie keinen Stoff verschwenden. Gut geeignet ist beispielsweise das Aufstricken. Bilden Sie die Anfangsschlinge so, dass kein Faden überhängt. Nähen Sie die Schlinge unten zusammen, sodass sie sich nicht lösen kann. Schlagen Sie weitere Maschen an. Stricken und abketten funktionieren wie gewohnt.

Mit Stoff stricken

Geht ein Knäuel zu Ende, nähen Sie den nächsten Streifen an den alten.

neues Knäuel annähen

Zusammennähen

Die Stoffstreifen sind zu breit, um sie in eine Wollnadel zu fädeln. Deshalb verwenden Sie einen Häkelhaken, wenn Sie mehrere Stücke miteinander verbinden möchten. Ziehen Sie damit den Faden wie beim Nähen von der Rückseite durch das Gestrick. Alternativ können Sie Ihr Projekt mit Kettmaschen zusammenhäkeln.

Mit Stoff stricken

Alle losen Stoffstreifen fixieren Sie mit Nadel und Faden, bevor Sie den überstehenden Rest abschneiden.

Projektidee: Tasche

Für unser 23 mal 15 Zentimeter großes Täschchen haben wir 250 Gramm Baumwollstoff in drei Zentimeter breite Streifen geschnitten und mit Nadelstärke zwölf verstrickt. Natürlich können Sie die Tasche beliebig größer stricken.

Schlagen Sie 23 Maschen an (oder doppelt so viele wie Ihre Tasche breit werden soll). Stricken Sie kraus rechts (das heißt, nur rechte Maschen) bis hoch zu der Stelle, an der sich die Henkel befinden sollen (bei uns 20 Zentimeter).

Strickanleitung

In der nächsten Reihe ketten Sie an zwei Stellen Maschen ab, um die Löcher für die Henkel zu bilden.

Unsere Reihe sieht wie folgt aus:

3 Maschen stricken – 6 Maschen abketten – 5 Maschen stricken – 6 Maschen abketten – 3 Maschen stricken

Wichtig ist, dass die Lücken, die durch die abgeketteten Maschen entstehen, breit genug sind, um eine Hand durchzustecken. Das Stück dazwischen muss ungefähr doppelt so breit sein wie an den Seiten.

Mit Stoffstreifen stricken

In der nächsten Reihe schlagen Sie die gerade abgeketteten Maschen wieder neu an.

Tipp: Am besten drehen Sie das Gestrick um und stricken die Maschen auf.

Neue Maschen anschlagen

Arbeiten Sie noch eine weitere Reihe und ketten Sie alle Maschen ab.

Tasche aus Stoffresten

Tasche aus StoffrestenFalten Sie die Tasche in der Mitte, sodass die beiden Henkel aufeinanderliegen. Nähen oder häkeln Sie die Seitenkante und den Boden wie oben beschrieben von links zusammen. Befestigen Sie alle noch losen Stoffstreifen.

Fertig ist Ihre Tasche aus Stoffresten!

Mögliche Variation

Stricken Sie lange Henkel an die Tasche. Beenden Sie diese dazu ohne die beschriebenen Löcher. Fertigen Sie stattdessen zwei gleich lange, dünne Stücke und nähen Sie diese als Henkel an die Tasche.

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