Teddybären selber nähen – Anleitung + kostenloses Schnittmuster

Teddybären nähen

Ich habe mal ein bisschen über Teddybären nachgedacht. Zuerst fiel mir ja nur der klassische Teddybär ein, bei dem die Arme, die Beine und der Kopf unabhängig vom Körper beweglich sind. Dieser klassische Teddybär ist aber eine Kunst für sich und nicht ganz einfach zu nähen. Nicht umsonst gibt es NäherInnen, die sich darauf spezialisiert haben. Ich möchte hier aber eine Anleitung zeigen, die auch für Nähanfänger problemlos umsetzbar ist. Die Extremitäten werden dabei nicht um 360 Grad drehbar sein, aber ein gewisses Maß an Beweglichkeit möchte ich schon erreichen.

In dieser Anleitung erfahren Sie also, wie sie einen Teddybären nähen, der zwar keine Armkreise machen kann, aber nicht ganz unbeweglich ist – und natürlich kuschelweich, damit er auch schön geherzt werden kann. Es ist eine einfache Variante, die auch für Anfänger ganz leicht umsetzbar ist und für die Sie auch die verschiedensten Materialien verwenden können.

Schwierigkeitsgrad 2/5
(für Anfänger mit dieser Anleitung umsetzbar)

Materialkosten 1/5
(je nach Stoffauswahl zwischen EUR 0,- aus der Resteverwertung und EUR 25,-)

Zeitaufwand 3/5
(inkl. Schnittmustererstellung je nach Übung 2,5 bis 3h)

Material und Vorbereitung

Materialauswahl und Materialmenge

Klassisch wird Fellstoff oder Teddyplüsch verwendet, dabei gibt es unzählige Stoffe aus verschiedenen Grundmaterialien mit den unterschiedlichsten Qualitäten von Bio-natur bis 100% chemisch produziert. Wenn Sie Ihren Teddybär en nach meinem Schnittmuster nähen, können Sie aber auch ganz normale Baumwollstoffe verwenden. Mit Webware wird der Bär etwas fester, mit gestrickten Stoffen (vor allem mit Elastananteil) wird er flexibler.

Ich habe mich bei dem Teddybärprojekt für senfgelben Bio-Sommersweat (auch French Terry genannt) entschieden. Die Applikationen habe ich aus verschiedenen Stoffresten zugeschnitten und das Bommelschwänzchen entstand aus braunem Niki.

Schnittmuster

Teddybären nähen

Mein Schnittmuster für den Teddybären können Sie gerne 1:1 genauso nähen. Zeichnen Sie es frei Hand ab oder halten Sie sich an die Maße, wie es Ihnen lieber ist.

Sie können die Formen auch anpassen oder komplett neu zeichnen, wenn Sie ein anderes Tier als Kuschelfreund nähen möchten. In dem Fall können Sie auch gerne meiner  Anleitung hier durchlesen: Kuscheltiere nähen

Zuschneiden

Da der Teddybär, den ich hier nähen möchte, ja ausgestopft werden soll, nehme ich eine großzügigere Nahtzugabe als üblich – mindestens 1 cm. Die Nahtzugabe wird rundherum hinzugefügt. Ich schneide den Stoff in doppelter Stofflage zu – einmal die Vorderseite und einmal die Hinterseite des Teddybären. Außerdem schneide ich noch einen kleinen Kreis zu, der später zum Bommelschwanz werden soll.

Teddy nähen

Applikation vorbereiten

Falls Sie Augen, Nase und Mund applizieren möchten, tun Sie dies direkt nach dem Zuschnitt. Nach dem Zusammennähen beziehungsweise nach dem Füllen kommen Sie nicht mehr so gut an die entsprechenden Stellen. Für die Applikation können Sie sich auch gerne an mein Tutorial zu den Applikationen halten. Darüber hinaus werden nun auch die ebenfalls optionalen Applikationen für die Ohren angebracht. Ich habe dabei auch gute Erfahrungen mit selbstklebendem Bastelfilz gemacht, der im Anschluss wie eine Applikation angesteppt wird. Allerdings weiß ich nicht, wie sich applizierter Bastelfilz beim Waschen verhält. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, verwenden Sie Stoffe, die Sie bereits vorgewaschen haben.

Teddybär nähen

Tipp: Wenn Sie den Teddybären für ein Baby nähen, können sie statt der Applikationen das Gesicht auch aufsticken.

Eine weitere Möglichkeit wäre das Aufkleben fertiger Teile für Augen, Nase, Mund und Ohren. Gerade im Gesichtsbereich zahlt es sich aus, Bügelvlies anzubringen. Dies erhöht die Stabilität und verhindert, dass Ihr Teddybär später „Grimassen“ schneidet.

Nähanleitung – Teddybär nähen

Legen Sie nach dem Applizieren Vorder- und Hinterteil rechts auf rechts (also mit den „schönen“ Seiten zusammen) aufeinander und stecken Sie beide Stofflagen fest. Nähen Sie einmal rundherum und lassen Sie an eine Wendeöffnung übrig. Wo Sie diese Wendeöffnung platzieren, überlegen Sie besser schon im Vorfeld. Es sollte eine Stelle sein, von der aus Sie alle Extremitäten sowie Ohren und Kopf separat erreichen können. Bei mir ist es die „Schulter“. Vernähen Sie Anfang und Ende gut.

Nähen Sie die beiden Lagen mit jener Seite nach oben, an der Sie die Applikationen angebracht haben, damit Sie die Nahtlinie anpassen können. Ich nähe zum Beispiel gerne mit einem halben Füßchen Abstand um die Innenohren herum, damit diese schön gleichmäßig werden. Grundsätzlich wird die Form des Bären durch das Füllen etwas kleiner, darum nähe ich auch generell etwas außerhalb der vorgezeichneten Nahtlinie – wieder etwa einen halben Fuß breit, darum auch die extra großzügige Nahtzugabe.

Teddybären nähen

Schneiden Sie nun die Nahtzugaben auf etwa 0,5 cm zurück.

Tipp: Im Bereich der Wendeöffnung können Sie die volle Länge stehen lassen, da dies das händische Zusammennähen zum Schluss erleichtert.

Schneiden Sie alle Rundungen, die nach außen gewölbt sind wie an Ohren, Armen und Beinen im rechten Winkel zur Naht ein. Achten Sie darauf, dass Sie den Nahtfaden dabei nicht mit durchschneiden. Dies erlaubt dem Stoff sich besser zu dehnen und sie bekommen schönere Rundungen, die sich nicht verziehen. Wenden Sie den Teddybären und formen Sie alles schön aus.

Teddy nähen

Das Bommelschwänzchen

Nähen Sie zuerst mit Heftstich eine runde um den Kreis, der als Bommelschwanz für den Teddybären dienen soll. Ich mache dies mit der Hand, da es nur ein paar Stiche sind.

Teddy nähen

Vernähen Sie dabei nur den Anfang des Fadens. Legen Sie zusammengeknüllte Füllwatte in die Mitte und ziehen sie am Faden, sodass sich der Kreis zu einer Kugel schließt. Fügen Sie eventuell noch etwas Watte hinzu und schieben Sie die Nahtzugabe in die Kugel. Vernähen Sie anschließend, damit die Kugel nicht wieder aufgeht. Schneiden Sie den Faden NICHT ab, sondern nähen sie die Kugel damit direkt auf der rechten (also der „schönen“) Seite des Hinterteils an.

Teddybären nähen

Füllen Sie nun alle Teile, die sie abgrenzen möchten. Ich beginne mit den Ohren, dann folgt der Kopf, die Arme, und zum Schluss die Beine. Jeweils nach dem Füllen steppe ich den entsprechenden Körperteil mit einem Dreifach-Geradstich von außen ab. Dann fülle ich noch den Rumpf und schließe die Wendeöffnung von Hand mit einer Matratzennaht.
Und schon ist der Teddybär fertig!

Teddybären nähen

Variationen:

Der hier gezeigte Teddybär ist, wie bereits in der Einleitung angesprochen, nicht die klassische Variante. Eine Annäherung wäre ein runder Kopf und extra eingenähte Ohren, so wie ich es bereits in meinem Tutorial für den Fuchs gezeigt habe.

Der Teddybär kann aber auch noch weiter vom Original abweichen, indem Sie die Grundform vereinfachen. Ein aufgestelltes Rechteck mit Ohren und kleinen Einbuchtungen zum Beispiel kann auch sehr ansprechend aussehen. Ebenso ein Birnenförmiger Korpus. Sie können auch Ihr Kind zeichnen lassen und diese Kreation umsetzen. (Bsp-Skizzen für Feli Abb 25)

Schnellanleitung

1. Schnittmuster zeichnen oder Vorlage abzeichnen und zuschneiden.
2. Vlies aufbügeln (wenn nötig bzw. erwünscht)
3. Stoffe (mit großzügiger Nahtzugabe) zuschneiden
4. Applikationen anbringen (sofern erwünscht) oder Gesicht aufsticken oder kleben
5. Zusammennähen und wenden
6. Bommelschwanz: Kreis ringsum absteppen, zusammenziehen und füllen
7. Bommelschwanz: Direkt an der Rückseite des Teddybär en annähen
8. Kopf, Arme und Beine jeweils füllen, etwas andrücken und von rechts absteppen
9. Rumpf füllen und Wendeöffnung schließen
Fertig!

Die Zwirnpiratin

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