Sommertop stricken | Kostenlose Strickanleitung für luftiges Top

Sommertop stricken

Beim Thema Stricken denken Sie an wärmende Pullis und kuschelige Winter-Accessoires? Viele Strickprojekte sind tatsächlich für die kalte Jahreszeit gedacht, doch mit leichten Baumwollgarnen in fröhlichen Farben lassen sich auch Kleidungsstücke für warme Tage selbst herstellen. In dieser kostenlosen Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ein luftiges Sommertop stricken und an Ihre Kleidergröße anpassen.

Sommertop strickenUnser Sommertop stricken wir mit einem einfachen Schnitt: Sie brauchen kaum Maschen abzunehmen und können sich so ganz auf das dekorative Rautenlochmuster konzentrieren. Die Rückseite ist im simplen Rippenmuster schnell gestrickt. Das elastische Gestrick sorgt dafür, dass sich das Top Ihrem Körper anpasst. Gekreuzte Träger verleihen der Rückenansicht Pfiff. An Vorkenntnissen brauchen Sie nur rechte und linke Maschen. Für alle anderen Techniken finden Sie Erklärungen in dieser Anleitung. Nutzen Sie das nächste verregnete Wochenende zum Stricken und tragen Sie stolz Ihr neues Sommertop, sobald die Sonne wieder scheint.

Material und Vorbereitung

Das optimale Garn, um ein luftiges Sommertop zu stricken, ist ein Baumwollmischgarn, das mit einer mittleren Nadelstärke verstrickt wird. Baumwolle hat ideale Eigenschaften für sommerliche Kleidung, doch ohne Beimischung von anderen Fasern würde das Top schnell ausleiern. Details zu Zusammensetzung, Waschbarkeit und empfohlener Nadelstärke finden Sie auf der Banderole. Für das Material sollten Sie, abhängig von Qualität und Verbrauch, acht bis 18 Euro einplanen.

Wir haben für unser Sommertop in Größe S mit Nadelstärke vier 200 Gramm eines Garns verstrickt, das jeweils zur Hälfte aus Baumwolle und Polyacryl besteht. Die Lauflänge unserer Wolle, das heißt die Fadenlänge pro Knäuel, beträgt 135 Meter pro 50 Gramm.
Stricken Sie zur Vorbereitung ein Stück im Rautenlochmuster als Maschenprobe. Messen Sie an diesem Läppchen aus, wie viele Maschen zehn Zentimetern Breite entsprechen. Sparen Sie dabei die Maschen direkt am Rand aus, weil diese das Ergebnis verfälschen.
Anschließend ermitteln Sie die nötigen Maße. Am einfachsten geht es, wenn Sie ein gekauftes Top ausmessen, das Ihnen gut passt.

Sie brauchen folgende Werte:

  • Weite (verwenden Sie einen Mittelwert, falls sich die Weite über das Top hinweg ändert)
  • Weite des Vorderteils am Ansatz der Träger
  • Länge des Vorderteils (in der Mitte gemessen)
  • Länge des Rückenteils (bis zum Beginn der Armausschnitte)

Das benötigen Sie:

  • Ca. 150 bis 300 Gramm mittelstarkes Baumwollmischgarn
  • Paar passende Stricknadeln
  • Vier Maschenraffer oder große Sicherheitsnadeln
  • Wollnadel zum Vernähen

Strickanleitung

Grundlagen

Knötchenrand

Für einen sauberen Abschluss benötigen Sie Randmaschen. Beim Knötchenrand stricken Sie die erste und letzte Masche in jeder Reihe rechts. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Anleitung: Knötchenrand

Knötchenrand

Kettrand

Den Kettrand verwenden Sie für Kanten, die nicht vernäht werden. Schieben Sie in jeder Reihe die erste Masche auf die rechte Nadel hinüber, ohne sie zu stricken. Der Faden liegt dabei vor der Arbeit. Die letzte Masche vor dem Ende der Reihe stricken Sie immer rechts.

Rippenmuster

Das Rippenmuster macht die Bündchen und das Rückenteil elastisch. Stricken Sie abwechselnd eine Masche links und eine Masche rechts. Damit Ihnen das Muster gelingt, merken Sie sich, dass linke Maschen auf der Ihnen zugewandten Seite ein Knötchen bilden und rechte Maschen eine flache V-Form. Beim Rippenmuster stricken Sie jede Masche so, wie Sie sie in der Vorreihe sehen. Dadurch liegen alle V-Formen übereinander und bilden die Rippen. Dazwischen liegen die Knötchen, die zwischen den Rippen verschwinden, wodurch das Gestrick gut dehnbar wird.

Muster stricken

Wiederholen Sie in jeder Reihe die beschriebenen Schritte, bis alle Maschen abgestrickt sind. Sternchen (*) in der Anleitung bedeuten, dass Sie die vor dem ersten und nach dem zweiten Symbol angegebenen Maschen nur einmal ganz am Anfang beziehungsweise Ende der Reihe stricken.

Tipp: Notieren Sie, welche Reihe Sie zuletzt gestrickt haben, damit Sie nicht den Überblick verlieren.

Zwei Maschen rechts zusammenstricken

Stechen Sie in zwei Maschen gleichzeitig ein und stricken Sie beide gemeinsam rechts ab, sodass nur eine neue Masche entsteht. Dadurch haben Sie die Maschenzahl um eins reduziert.

Drei Maschen rechts überzogen zusammenstricken

Legen Sie den Faden hinter die Arbeit. Anschließend heben Sie eine Masche ab, das heißt, Sie schieben sie auf die rechte Nadel hinüber. Stricken Sie die beiden folgenden Maschen zusammen. Danach ziehen Sie die abgehobene Masche über die zuletzt gestrickte und lassen sie fallen. Aus drei alten Maschen ist somit nur eine neue entstanden.

Umschlag

Durch Umschläge bilden sich neue Maschen und die luftigen Löcher im Muster. Wie das funktioniert, erklären wir in unserer Anleitung: Umschlag

Rautenlochmuster

Für das luftige Rautenlochmuster benötigen Sie eine Maschenzahl, die durch sechs teilbar ist, plus drei zusätzliche Maschen und zwei Randmaschen.

Rechenbeispiel für eine Maschenprobe:

Schlagen Sie 3 x 6 + 3 + 2 = 23 Maschen an.

Beachten Sie, dass die Randmaschen in der Beschreibung des Musters nicht angegeben sind. Die Rückreihen (das heißt die Reihen mit gerader Nummerierung, bei denen Sie beim Stricken die Rückseite des Gestricks sehen) arbeiten Sie links.

1. Reihe: *4 Maschen rechts, 1 Umschlag, 2 Maschen rechts zusammenstricken*, 3 Maschen rechts

Maschen anschlagen

3. Reihe: 2 Maschen rechts, *2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Umschlag, 1 Masche rechts, 1 Umschlag, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Masche rechts*, 1 Masche rechts

5. Reihe: 1 Masche rechts, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Umschlag, *3 Maschen rechts, 1 Umschlag, 3 Maschen rechts überzogen zusammenstricken, 1 Umschlag*, 3 Maschen rechts, 1 Umschlag, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Masche rechts

7. Reihe: 3 Maschen rechts, *1 Umschlag, 3 Maschen rechts überzogen zusammenstricken, 1 Umschlag, 3 Maschen rechts*

9. Reihe: wie 1. Reihe

Rautenlochmuster stricken

11. Reihe: 1 Masche rechts, *1 Umschlag, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 4 Maschen rechts*, 1 Umschlag, 2 Maschen rechts zusammenstricken

13. Reihe: 2 Maschen rechts, *1 Umschlag, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Masche rechts, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Umschlag, 1 Masche rechts*, 1 Masche rechts

15. Reihe: wie 7. Reihe

Sommertop stricken

17. Reihe: wie 5. Reihe
19. Reihe: wie 11. Reihe

Lochmuster stricken

Wiederholen Sie die erste bis zwanzigste Reihe fortlaufend.

Rautenlochmuster

Sommertop stricken

Vorderteil

Rechnen Sie aus, wie viele Maschen Sie benötigen, um auf die ausgemessene Weite zu kommen. Runden Sie die Zahl wie oben beschrieben auf, sodass Sie zu den erforderlichen Maschenzahlen für das Rautenlochmuster passt.

Rechenbeispiel: Bei Ihrer Maschenprobe ergeben 19 Maschen zehn Zentimeter. Für das Sommertop haben Sie eine Weite von 37 Zentimetern ausgemessen.

Sie rechnen: 19 : 10 x 37 = 70,3, also 70 Maschen.

Nun passen Sie die Zahl dem Rautenlochmuster an: 66 ist eine nahegelegene Zahl, die durch sechs teilbar ist. Mit den drei Zusatzmaschen und zwei Randmaschen kommen Sie auf 71 Maschen.

Schlagen Sie die errechnete Maschenzahl an.

Maschen anschlagen

Stricken Sie für das Bündchen dreieinhalb Zentimeter lang im Rippenmuster mit Knötchenrand.

Bündchen stricken

Anschließend arbeiten Sie im Rautenlochmuster (weiterhin mit Knötchenrand), bis die Gesamtlänge des Vorderteils dem Wert entspricht, den Sie für die Länge des Rückenteils ausgemessen haben.

Nun wechseln Sie zurück zum Rippenmuster und arbeiten mit Kettrand weiter. Stricken Sie dabei in jeder Reihe neben den Randmaschen auf beiden Seiten zweimal zwei Maschen zusammen. Dadurch wird das Top schmaler und die Armausschnitte entstehen.

Ihre Reihe ist also wie folgt aufgeteilt:

Randmasche – zwei Maschen zusammenstricken – zwei Maschen zusammenstricken – Rippenmuster – zwei Maschen zusammenstricken – zwei Maschen zusammenstricken – Randmasche

Nehmen Sie so lange auf diese Weise Maschen ab, bis Ihr Strickstück so breit ist, wie Sie für den Trägeransatz ausgemessen haben. Danach stricken Sie ohne Abnahmen weiter, bis die Gesamtlänge des Vorderteils erreicht ist. Ketten Sie die Maschen noch nicht ab, denn die Träger für das Sommertop stricken Sie direkt an.

Abnahmen

Träger

Messen Sie am Bündchen aus, wie viele Maschen Sie für drei Zentimeter breite Träger benötigen und fügen Sie für einen geschwungenen Übergang sechs Maschen hinzu. Stricken Sie in der nächsten Reihe diese Maschenzahl im Rippenmuster und legen Sie die Maschen anschließend auf einem Maschenraffer still.

Für den Raum zwischen den Trägern ketten Sie die folgenden Maschen ab, bis nur noch so viele Maschen übrigbleiben, wie Sie für einen Träger benötigen. Stricken Sie die Reihe zu Ende. Arbeiten Sie dabei die ganze Zeit im Rippenmuster.

Sommertop stricken

Mit den Maschen, die Sie noch auf der Nadel haben, fertigen Sie den ersten Träger im Rippenmuster mit Kettrand. Dabei stricken Sie in der zweiten, vierten und sechsten Reihe auf beiden Seiten neben den Randmaschen zwei Maschen zusammen. Dadurch verschwinden die sechs Zusatzmaschen allmählich und es bleibt die Maschenzahl übrig, die Sie für den Träger ausgerechnet haben. Nach 45 Zentimetern legen Sie die Maschen auf einem Maschenraffer still.

Nehmen Sie die Maschen für den zweiten Träger wieder auf die Stricknadeln und knoten Sie einen Faden an.

Träger stricken

Stricken Sie den Träger genau wie den ersten.

Sommertop stricken

Rückenteil

Schlagen Sie dieselbe Maschenzahl wie beim Vorderteil an und stricken Sie im Rippenmuster mit Knötchenrand.

Ketten Sie die Maschen ab, sobald Sie die Länge erreicht haben, die Sie für das Rückenteil ausgemessen haben.

Rückenteil

Fertigstellung

Nähen Sie Vorder- und Rückenteil entlang der beiden Seitennähte von der späteren Innenseite des Tops zusammen.

Anschließend heften Sie mit zwei Maschenraffern die Träger über Kreuz am Rückenteil an. Probieren Sie das Sommertop an, um die Länge und Position zu überprüfen. Weil Sie die Maschen nicht abgekettet haben, können Sie sie leicht wieder aufnehmen und die Träger einige Reihen länger stricken oder ein Stück aufribbeln.

Träger einstellen

Sobald alles optimal sitzt, messen Sie die Entfernung zwischen Träger und Seitennaht aus. Danach nehmen Sie die Träger nacheinander auf die Stricknadeln und ketten die Maschen ab.

Zum Schluss nähen Sie die Träger an der vorher ausgemessenen Position fest und vernähen alle Fäden.

Träger annähen

Fertig ist Ihr luftiges Sommertop im Rautenlochmuster!

Sommertop stricken

Mögliche Variationen

1. Entwerfen Sie Ihr eigenes Sommertop und stricken Sie ein anderes Lochmuster. Ideen finden Sie in unseren Anleitungen, zum Beispiel:

2. Variieren Sie die Träger. Bringen Sie diese beispielsweise gerade an statt über Kreuz oder ändern Sie die Breite. Noch schneller können Sie sich ein Sommertop stricken, wenn Sie eine gekaufte Kordel als Spaghettiträger annähen.

3. Probieren Sie, einen V-Ausschnitt für Ihr Sommertop zu stricken. Hier erklären wir Ihnen die Grundlagen: V-Ausschnitt stricken

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