Säulenkirschen haben eine lange Tradition. Meist werden sie als senkrechte Schnurrbäume bezeichnet. Sie sind außergewöhnlich schmal und können bis zu 4 m hoch werden. Die Bäume zeichnen sich durch einen sehr starken Mitteltrieb und schwache Seitentriebe aus. Durch Züchtung wird erreicht, dass die Gehölze unmittelbar am Stamm Fruchtholz entwickeln. Leider gibt es nicht wie bei den Säulenäpfeln Sorten, die gänzlich ohne Schnitt auskommen. Eine Kirschsäule muss immer geschnitten werden, die Frage ist wie viel. Es gibt sowohl Süß- als auch Sauerkirschen, die als Säulenform angeboten werden. Süßkirschen benötigen mehr Schnittmaßnahmen. Gute Sorten wachsen von allein mit wenigen Verzweigungen zur Säule. Leider werden auch ungeeignete Sorten als Säule angeboten. Sie müssen dann sehr stark geschnitten werden. Neueste Sorten bleiben meist schmaler, als ältere.

Die Säulenkirsche braucht, im Gegensatz zum traditionellen Säulen-Obstbaum den „Säulenapfel“, mehr Fürsorge, um in Form zu bleiben. Die lange und schmale Form des Baumes, die an eine Säule erinnert, muss im Falle eines Kirschbaumes intensiv gepflegt und beschnitten werden. Vernachlässigt man den regelmäßigen Schnitt, wächst die Säule im Lauf der Zeit zu einem Busch heran. Ebenso sollten Sie sich vor dem Kauf informieren, ob es sich bei dem Bäumchen um eine „echte“ Säulenkirsche handelt. Nur daraufhin gezüchtete Exemplare behalten problemlos, aber mit der richtigen Pflege, ihre Säulenform.

In Abhängigkeit von der Sorte und der Verzweigungen des Baumes, sollte die Säulenkirsche im Sommer nach der Ernte und zum Austriebsbeginn im Winter geschnitten werden.

Säulenkirschen werden in der Regel eintriebig erzogen. Der Beschnitt ist nicht kompliziert, hat aber schon seine Besonderheiten, die man beachten muss. So müssen Seitenverzweigungen an der Mittelachse und Konkurrenztriebe an deren Spitze entfernt werden. Ideal ist, junge, krautige Seitentriebe schon Ende Mai herauszureißen. Alternativ kann der Baum auch trichterförmig erzogen werden. Dazu belässt man drei bis vier Seitenäste und leitet sie im 45° Winkel nach oben. Sie werden nicht eingekürzt.
Die Mittelachse sollte nicht geschnitten werden, denn sonst verzweigt sich der Baum. Alle Seitentriebe, die länger als 30 cm sind, werden auf 20 cm zurückgenommen.

saeulenkirsche-schneiden-grafik

  1. Eintriebig erziehen, also nur einen Mitteltrieb stehen lassen
  2. Seitenverzweigungen an der Mittelachse und Konkurrenztriebe der Mitte entfernen
  3. Alternativ trichterförmig erziehen, also ein Mitteltrieb und drei bis vier Seitenäste
  4. Diese im 45° Winkel nach oben leiten
  5. Mittelachse nicht schneiden, der Baum bildet immer wieder eine Spitze, gerät aus der Form

Allgemeine Hinweise und Tipps zum Schneiden von Sauer- und Süßkirschbäumen finden Sie hier:

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Feli
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