Hortensien sind winterhart, in ihrer Heimat sowieso; an Ihrem Wohnort auch, es kommt nur auf Art, Zuchtsorte, Zuchtziel, Aufzucht, Winterhärtezone, Klima und Mikroklima an – und wie Sie das alles einordnen, verrät Ihnen der Artikel.Ob Hortensien winterhart sind, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, hier der „Fahrplan zur winterharten Hortensie“, Schritt für Schritt:

Winterhart und frosthart

Winterhart ist die Bezeichnung für Kältetoleranz einer Pflanze, die in fremdem Klima und in fremdem Boden wächst. Winterhart ist nicht das Gleiche wie frosthart, die Frosthärte sagt etwas darüber aus, wie unempfindlich eine Pflanzen-Art in ihrem natürlichen Umfeld gegen niedrige Temperaturen ist.

Die Frosthärte hängt von der chemischen Zusammensetzung der Pflanzensäfte und der Bauweise der Pflanze ab, und von der Versorgung mit Nährstoffen. Vor allem hoher Kaliumanteil wird für die letzte Düngung empfohlen, weil Kalium den Wasserhaushalt in den Zellen reguliert und so die Frosthärte günstig beeinflusst. Frosthart sind fast alle mehrjährigen Pflanzenarten, die in Breitengraden über etwa 40° wachsen, also fast alle mehrjährigen einheimischen Pflanzenarten, Deutschland liegt zwischen dem 47. und 55. Breitengrad.

Die Begriffe kommen insofern zusammen, dass eine Pflanze, die in ihrer Heimat frosthart ist, in einem anderen Teil der Welt oft winterhart ist. Voraussetzung ist, dass es in der Heimat dieser Pflanze überhaupt Frost gibt, daran scheitert die Winterhärte vieler Hortensien: Hydrangea-Arten haben sich größtenteils in gemäßigt warm bis tropisch warm temperierten Gebieten Ostasiens entwickelt, ein paar kommen aus (dem warmen) Südostasien, Südamerika, Azorengebiet, und nur ein paar aus dem deutschem Klima näheren Nordamerika.

Wenn eine Pflanze in ihrer Heimat frosthart ist, ist sie noch lange nicht überall auf der Welt winterhart. Denn das Klima in ihrer Heimat kann trotzdem vom Klima der neuen Heimat erheblich abweichen, ein typischerweise regnerischer Winter wie bei uns kann einer Pflanze aus eher trockenen Gebieten kälteunabhängige Probleme bereiten.

Die Winterhärte der Hortensien-Arten

Ob eine Hortensie bei uns winterhart ist oder nicht, kommt also zunächst auf die Art an, bzw. auf deren Herkunft. Und wie sehr das Klima in dieser Heimat der Hortensien dem unsrigen ähnelt, nicht nur in Bezug auf die Kälte.

Im Artikel „Hortensien überwintern“ finden Sie eine Liste der am häufigsten verkauften Arten und der Winterhärte, die ihnen zugesprochen wird.

Alle Hortensien, die einstimmig in USDA-Winterhärtezone 5 und kälter eingestuft sind, dürften im deutschen Winter auch bei Dauerregen und anderen ungewohnten Wettererscheinungen wenig Probleme haben, das sind nicht viele der bei uns erhältlichen Arten, z. B. Hydrangea quercifolia, Hydrangea petiolaris, Hydrangea arborescens, Hydrangea paniculata und Hydrangea sargentiana.

Alle Hortensien, die für USDA-Winterhärtezone 6 bis 7 angegeben sind, sind im größten Teil Deutschlands winterhart – wenn sie kräftig und erwachsen sind, z. B. Hydrangea aspera, Hydrangea involucrata, Hydrangea macrophylla und Hydrangea villosa.

Alle Hortensien, die nicht mehr als USDA-Winterhärtezone 7 oder 8 aushalten, z. B. die Riesenblatt-Hortensien, Hydrangea aspera ‚Macrophylla‘, könnten in ein paar ganz besonders warmen Ecken Deutschlands (an der Küste, um Essen, Köln, Koblenz, Mainz, Ludwigshafen) gut über den Winter kommen, woanders wird es eng …

Die Winterhärte der Zuchtsorten

In den allermeisten Fällen kaufen Sie aber nicht den Urtyp einer bestimmten Hortensie, sondern eine Zuchtsorten dieser Art.

Zucht kann sich positiv auf die Winterhärte auswirken, kann eine Hortensie aber auch kälteempfindlicher machen, je nachdem, was der Züchter im Sinn hatte: Nur große Blüten für Verkauf in warmen Gegenden oder winterhärtere Pflanzen als der Urtyp für viele Orten der Welt. Wie viel Zeit er sich für Erschaffung dieses Zuchtergebnisses gelassen hat und mit welcher Sorgfalt/Kenntnis er insgesamt vorgegangen ist, spielt natürlich auch eine Rolle.

Es gibt einige Zuchtsorten, die für gute Winterhärte bekannt sind, aber: Weiter kommt es darauf an, wie eine Hortensie aufgezogen, abgehärtet und im Zuge des Verkaufs behandelt wurde. Als Massenware für das nächste Sonderangebot in einem warmen Gewächshaus, von da aus in einen kleinen Container mit billigem Substrat und in das Lager eines Großverkaufs, mit nicht gerade pflanzengerechter Umgebung und Versorgung. Oder als Freilandaufzucht in einer Baumschule, die in einem gemäßigten, Ihrem Wohnort ähnlichen Klima liegt, in guter Erde und mit guter Wurzelpflege, sorgsam abgehärtet – es muss nicht länger erklärt werden, wer mehr aushält.

Die Winterhärte der Hortensie im Kübel

Im bisherigen Text ging es um die Entscheidung, ob eine Hortensie so winterhart ist, dass sie überhaupt irgendwann einmal frei in den Garten gepflanzt werden kann, diese Hortensie wird als Jungpflanze an vielen Orten in Deutschland auch eine mehr oder weniger lange Zeit „im Kübel wohnen“.

hortensie-kuebel

Wenn Sie eine Hortensie kaufen wollen, die ihr Dasein lebenslang in einem Kübel fristen soll, müssen Sie exakt genauso auf die Winterhärte achten, wenn die Hortensie auf einer vom Garten nicht weiter abgeschirmten Terrasse stehen soll und sie keinen frostfreien Raum (um 5 °C) zur Verfügung haben, an dem der Kübel überwintern kann.

Balkon oder Terrasse können aber auch ein bis zu 1, 2 Zonen wärmeres Mikroklima aufweisen: Mitten in der Stadt, auf der Südseite, total eingebaut zwischen beheizten Räumen, die Mieterin untendrunter ist eine sehr alte Dame und lebt bei 26 °C Durchschnittstemperatur … da können Sie es schon mit der ein oder anderen Hortensie mit tropischer Heimat versuchen … z. B. mit der Immergrüne Kletterhortensien, Hydrangea seemannii, die nach manchen Quellen USDA-Winterhärtezone 8a, bis -12.2 °C, nach anderen nur bis -5 °C aushalten soll.

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