Rispenhortensien wachsen in nicht zu kalkhaltigem Boden mit gutem Nährstoffgehalt meist ziemlich problemlos.

Hortensien können bei uns überwintert werden, die beste Pflege ist aber oft ein guter Winterschutz, weil eine Hortensie unserem Klima eigentlich doch nicht so richtig gewachsen ist. Im Artikel erfahren Sie, welche Hortensie welche Kälte verträgt und wie Sie sie am besten schützen.Hortensien können bei uns im Garten überwintern, es kommt nur darauf an, welcher Garten und welche Hortensie. Unter den dutzenden Hortensien-Arten finden sich Hortensien, die fast an jedem Ort der Welt überwintern können, recht viele davon auch in deutschen Gärten, aber nicht alle in allen deutschen Gärten:

Hortensien im Garten überwintern

1. Auf die Art und Sorte kommt es an

Hortensien werden zwar immer als „gut winterhart“ bei uns verkauft, aber nicht alle sind es wirklich, vor allem nicht als Jungpflanzen. Nachfolgend werden die meisten der bei uns erhältlichen Hortensien in aufsteigender maximaler Winterhärte aufgeführt:

  • Immergrüne Kletterhortensien, Hydrangea seemannii: USDA-Winterhärtezone 8a (bis -12.2 °C)
  • Fell-Hortensien, Hydrangea villosa: USDA-Winterhärtezone 7a (bis -17.7 °C)
  • Riesenblatt-Hortensien, Hydrangea aspera ‚Macrophylla‘: USDA-Winterhärtezone 7
  • Strauch-Hortensien, Hydrangea involucrata: USDA-Winterhärtezone 7 bis 6
  • Fell-Hortensien, Hydrangea aspera, USDA-Winterhärtezone 7a, auch für Zone 6 angegeben, Sorte „Hot Chocolate“ bis 5
  • Gebirgs-Hortensie, China-Hortensie, Hydrangea heteromalla: USDA-Winterhärtezone 6, 5, 4 je nach Sorte
  • Alle normalen Garten-Hortensien, Hydrangea macrophylla, winterhart bis zu USDA-Winterhärtezone 6
  • Und damit nur in den milderen Gegenden Deutschlands und mit einem leichten Winterschutz (aus Mulche, Reisig) ausreichend winterhart…
  • Bei Jungpflanzen erfrieren trotzdem oft einzelne Triebe, vor allem bei späten Frösten
  • Die können im Frühjahr (Beginn des Austriebs) folgenlos herausgeschnitten werden
  • Die echten Teller-Hortensien, Hydrangea serrata, sollen etwas mehr abkönnen
  • Sie werden mal bei USDA-Winterhärtezone 5a (kälteste deutsche Gebiete, -28.8 °C) und mal bei Winterhärtezone 6 eingeordnet
  • Die Zuchtsorte ‚Blue Billow‘ soll besonders kältefest sein, andere Hydrangea serrata sollten im Zweifel etwas Winterschutz bekommen
  • Eichenblatt-Hortensien, Hydrangea quercifolia: USDA-Winterhärtezone 5b (bis -26,1 °C) oder 6a (bis -23,3 °C)
  • Kletterhortensie, Hydrangea petiolaris, für USDA-Winterhärtezone 4a (bis -34.4 °C) bis 5 angegeben
  • Wald-Hortensie, Hydrangea arborescens: USDA-Winterhärtezone 4
  • Rispenhortensie, Hydrangea paniculata: USDA-Winterhärtezone 4
  • Samt-Hortensien, Hydrangea sargentiana: USDA-Winterhärtezone 3a (bis -39.9 °C)

Nr. a heißt jeweils etwas mehr Kälte als b, aber bei den meisten Hortensien gibt es ja ohnehin mehrere Angaben, und auf den Aufzuchtort der Pflanze, ihre Abhärtung und das Mikroklima in Ihrer Stadt / in Ihrem Garten kommt es auch noch an. Aber es lohnt sich schon, die Winterhärtezone Ihres Wohnortes mit der der erwünschten Hortensie zu vergleichen, denn die deutschen Gärten liegen immerhin über sieben Winterhärtezonen (5b, maximal minus 26,1 °C, bis 8b, nicht mehr als minus 9,4 °C) verteilt…

2. Im Zweifel Winterschutz

Wenn der Hortensienkauf noch bevorsteht, helfen Ihnen die obigen Angaben, wenn Sie bei einem Fachhändler Hortensien mit botanischen Namen und Winterhärte-Angaben kaufen.

Wenn die Hortensie schon gepflanzt ist, bleibt nur noch angemessene Reaktion: Wenn Sie eine “fast winterharte” Garten-Hortensie auf der sturmgepeitschten Almwiese hoch in den kalten Bergen angesiedelt haben, bekommt die eben einen prächtigen Winterschutz, im Wurzelbereich immer, mit gut isolierendem Material. In sehr harten Wintern sollten auch die Kronen mit Isoliermaterial geschützt werden, damit möglichst wenig Triebe absterben (diese Hortensien sollten mit allen Trieben in den Winter gehen und die ersten Jahre am besten gar nicht beschnitten werden). Auch späte Fröste im Frühjahr können junge Triebe mit Blütenansätzen erfrieren lassen, eine Abdeckung könnte das verhindern.

Auch wenn Sie eine Sibirien taugliche Hydrangea sargentiana in einer Region mit mildem Weinbergsklima gepflanzt haben: Jungpflanzen sind Pflanzen-Kinder, und genau so zart und empfindlich, wie Kinder eben sind, die noch mitten in der Entwicklung ihrer Widerstandskräfte sind.

Wenn die Hortensie dann irgendwann ausgewachsen ist, übersteht sie den Winter im Freiland auch ohne Winterschutz, wenn Pflanzort und Winterhärte der Hortensie zusammenpassen.

3. Hortensien im Kübel überwintern

Hortensien in kleinen Kübeln (kleiner als 30-40 cm Durchmesser) sollten frostfrei überwintern, an einen kalten Ort mit Temperaturen zwischen 3 und 5 °C. Wenn sie als erwachsene Pflanzen ausgepflanzt werden sollen, sollten sie möglichst jedes Jahr ein wenig mehr an Kälte gewöhnt werden, später reinstellen, früher rausstellen, Werte im Winterquartier leicht absenken.

Hortensien in Kübeln mit mehr als 40 cm Durchmesser können mit Winterschutz im Garten überwintert werden, an einem möglichst windgeschützten Standort, an dem sie nicht von der Sonne beschienen werden.

Die Kübel sollten dickwandig sein und zusätzlich mit dickem Sackleinen oder anderem Isoliermaterial (auch unten herum) umhüllt werden, damit die Erde auch bei länger anhaltendem Frost nicht friert.

4. Die beste Pflege im Winter

Die beste Pflege, die Sie einer Hortensie im Winter geben können, ist Ruhe. Gedüngt wird sie nicht, gegossen nur so viel, dass die Wurzel nicht austrocknet, sie will weder Wind noch Temperaturänderungen (außer den natürlichen) noch sonstige Aufregung erleben.

Wenn Sie für eine Kübel-Hortensie nur einen Platz haben, an dem sie Sonne abbekommt, müssen Sie allerdings die Feuchtigkeit der Kübelerde prüfen und ggf. wässern, wenn der Winter frostfrei ist.

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