Es gibt verschiedene Methoden, die sich an den Schaft anschließende Sockenferse zu stricken. Für welche Art Sie sich entscheiden ist von der Fußform und ihren persönlichen Vorlieben abhängig.

Die Strickweise der beiden Fersen, die wir Ihnen hier vorstellen, unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich: Bei der Bumerangferse werden die äußeren Maschen stillgelegt und im Anschluss wieder aufgenommen. Bei der verstärkten Ferse stricken Sie die Fersenwand in einem hübschen Muster, das die Ferse gleichzeitig robuster macht. Im Anschluss wird bei dieser Ferse das Käppchen gearbeitet, bei dem die Abnahmen von der Mitte ausgehend gestrickt werden.

Das benötigte Material für beide Fersen:

  • Einen Strumpf mit bis zur Ferse fertiggestelltem Schaft.
  • Welche Sockenwollstärke Sie verwendet haben ist dabei unerheblich. Wir verzichten in dieser Anleitung auf genaue Maschenzahlen, sodass Sie die Fersen perfekt auf Ihr Strickstück abstimmen können.
  • Falls Sie genaue Maße und Daten benötigen, nutzen Sie unsere Sockentabelle:

talu.de – Sockentabelle

Die Bumerangferse

Diese Ferse ähnelt der Ferse von maschinengestrickten Socken und weist eine besonders gute Passform auf. Sie wird mit verkürzten Reihen gestrickt und ist in ihrer Form etwas kürzer als andere Fersenvarianten.

Häufig wird dieser Ferse auch als Jojo-Ferse bezeichnet. Sowohl der Bumerang als auch das Jojo sind Gegenstände, die immer wieder zu ihrem Besitzer zurückkehren. Bei dieser Ferse ist ähnlich, denn während des Strickens „kehren“ die Maschen nach und nach auf die Nadel zurück.

Tipp: Sie können auch diese Ferse verstärken, indem Sie ein spezielles, farblich passendes Beilaufgarn mitstricken. Verwenden Sie für die Ferse trotz des Beilauffadens die gleiche Nadelstärke wie für den Rest der Socken. Dadurch wird das Gestrick schön fest und extrem strapazierfähig.

Anleitung für die Bumerangferse

Diese Ferse wird in Reihen über die Maschen der 4. und 1. Nadel (Nadel mit dem Anschlagsfaden) gestrickt. Anders als bei anderen Fersenformen liegen die Fersenmaschen auf 2 Nadeln.

Da die fertig gestrickte Ferse kürzer ist als andere Fersen stricken Sie, sobald der Schaft die gewünschte Länge erreicht hat, zunächst 1 bis 2 Zentimeter im Schaftmuster über die 2. und 3. Nadel. Die Maschen der 1. und 4. Nadel werden glatt rechts gearbeitet. Danach beginnen Sie mit den verkürzten Reihen bzw. dem Stilllegen der äußeren Maschen. Die Maschen auf der 2. und 3. Nadel ruhen während Sie die Ferse arbeiten.

1. Reihe: Alle Maschen der 4. und 1. Nadel rechts stricken. Die letzte Masche wird als Wickelmasche gearbeitet: Legen Sie den Faden vor die Nadel, heben Sie die Masche wie zum links stricken ab fresenvarianten-bumerangferse-01

und wenden Sie die Arbeit. Masche wiederum wie zum links stricken abheben, sodass der Faden um die Masche gewickelt wird.fresenvarianten-bumerangferse-02

2. Reihe: Die Wickelmasche ist abgehoben und wird nicht gestrickt. Links über die verbliebenen Maschen beider Nadeln stricken, dabei die letzte Masche wiederum als Wickelmasche arbeiten: Faden vor die Nadel legen, abheben wie zum links stricken, Arbeit wenden, Faden vor der Nadel belassen und die Masche abheben.

3. Reihe: Die Wickelmasche ist abgehoben, die folgenden Maschen rechts stricken. In dieser Reihe wird die vorletzte Masche als Wickelmasche gearbeitet.

4. Reihe: Links stricken, vorletzte Masche als Wickelmasche arbeiten.

Tipp: Bei dunklen Garnen kann es schwierig sein, die Wickelmasche nach dem Weglegen der Arbeit zu erkennen. Arbeiten Sie die Wickelmasche und hängen Sie nach einigen Maschen eine Sicherheitsnadel oder einen offenen Maschenmarkierer in den um die Masche geschlungenen Faden ein. So können Sie genau erkennen, wie weit Sie stricken müssen.

Auf diese Weise weiterarbeiten bis sich in der Mitte nur noch ein Drittel der Gesamtmaschenzahl der Nadeln 1 und 4 befindet. Lässt sich die Maschenzahl nicht durch 3 teilen, bleibt das Mittelteil etwas breiter.

Beispiel: Auf den Nadeln 1 und 4 befinden sich insgesamt 32 Maschen. Es werden rechts und links jeweils 10 Maschen stillgelegt, in der Mitte verbleiben 12 Maschen.

Tipp: Auf diesem Bild sehen Sie, dass die Ferse durch die stillgelegten Maschen schräg nach oben verläuft. Wir haben zur Veranschaulichung der Technik die Maschen auf drei Spielstricknadeln verteilt. Der Rundenbeginn ist nach wie vor die obere Mitte.

Mittelteil

Damit die Socke gut sitzt, stricken Sie nun zwei Reihen glatt rechts über alle Nadeln. Dabei werden in der ersten Runde beide Maschenglieder der Schattenmaschen zusammen rechts abgestrickt.

Heben Sie die Wickelmasche mit der rechten Nadel ab. Mit der linken Nadel in die Umwicklung stechen und diese aufnehmen.

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Masche auf die linke Nadel zurückgleiten lassen.

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Beide Maschenglieder rechts zusammenstricken. Bei der dritten Nadel heben Sie die Wickelmasche direkt auf die linke Nadel und stricken beide Maschen zusammen.

Tipp: Haben Sie das Gefühl, die Wickelmaschen werden zu locker, können Sie die Wickelmasche und die rechte Masche auch rechts verschränkt zusammenstricken. Dieser kleine Trick fällt im fertigen Strumpf kaum auf.

Tipp: Damit an den Übergängen zwischen 1. und 2. Nadel sowie zwischen 3. und 4. Nadel kein Loch entsteht, können Sie in der ersten Zwischenrunde 1 Masche aus dem Querfaden aufnehmen und diese zusätzliche Masche in der 2. Runde wieder abnehmen.

Die erste Hälfte der Ferse ist geschafft. 

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Nun geht es im Bumerang zurück, das heißt, alle stillgelegten Maschen werden nach und nach wieder hinzugefügt.

Zweiter Teil der Bumerangferse

Der Reihenbeginn ist wiederum die Stelle mit dem Anschlagfaden.

1. Reihe: Stricken Sie alle Maschen, die nicht umwickelt wurden, rechts ab. Faden vor die nächste Masche legen (1. Wickelmasche). Arbeit Wenden.

2. Reihe: Die erste Masche ist eine Wickelmasche, alle weiteren Maschen bis zur letzten nicht umwickelten Masche links stricken. Faden vor die Nadel legen, wenden.

3. Reihe: Die erste Masche ist die Wickelmasche. Alle Maschen dieser Reihe bis zur umwickelten Masche am Reihenende rechts abstricken. Wickelmasche zusammenstricken, die nächste Masche wird wiederum als Wickelmasche gearbeitet.

4. Reihe: Die erste Masche ist eine Wickelmasche, alle weiteren Maschen bis zur Wickelmasche am Reihenende links abstricken, Wickelmasche links zusammenstricken, eine Wickelmasche arbeiten, wenden. 

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Die 3. und 4. Reihe fortlaufend wiederholen bis alle Seitenmaschen wieder in das Gestrick integriert sind. 

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Tipp: Auch auf der linken Seite können Sie die Wickelmaschen zur Vermeidung von Löchern verschränkt zusammensticken.

Hinweis: Bei dieser Ferse wird kein Spickel gearbeitet. Bei Personen mit sehr hohem Spann sitzt diese Ferse deshalb manchmal etwas stramm. Hier ist die nachfolgend beschriebene Käppchenferse oder die in der Sockenanleitung für Anfänger beschriebene Herzchenferse geeigneter.

Verstärkte Ferse mit Käppchen

Die verstärkte Ferse mit Käppchen dürfte die gebräuchlichste Sockenferse sein. Sie zeichnet sich durch ihre Strapazierfähigkeit und den guten Sitz aus.

Anleitung für die verstärkte Ferse

Stricken Sie die letzte Schaftrunde nur bis zur 3. Nadel ab, mit der 4. und 1. Nadel wird im Anschluss die verstärkte Fersenwand gearbeitet. Legen Sie zunächst die Maschen der 2. und 3. Nadel auf einer einzigen Nadel still. Maschen eventuell mit Maschenstoppern vor dem Herunterrutschen sichern.

Tipp: Haben Sie keine Maschenstopper zu Hand, können Sie einen ausgedienten Korken zerschneiden und auf die Nadelenden stecken.

Die erste und letzte Masche in jeder Reihe wird rechts gestrickt, keine Randmaschen arbeiten! Dadurch wird der Rand schön fest und Sie können später leichter die Maschen für den Fuß aufnehmen.

1. Reihe: 2 Maschen rechts, 1 Masche wie zum rechts stricken abheben (Faden hinter der Nadel), 1 Masche rechts, fortlaufend wiederholen, 2 Maschen rechts.

2. Reihe: 2 Maschen rechts, alle Maschen glatt links stricken, 2 Maschen rechts. fresenvarianten-verstaerkte-ferse-01

Diese beiden Reihen fortlaufend wiederholen. Durch die beiden rechts gestrickten Maschen entsteht am Rand ein kleines Rippenmuster, welches das Zählen der Reihen erleichtert. Das verstärkte Muster bildet leichte Längsrippen.

Stricken Sie im verstärkten Muster zwei Reihen weniger als sich Fersenmaschen auf der Nadel befinden. fresenvarianten-verstaerkte-ferse-02

Fersenkäppchen

Das Käppchen wird glatt rechts gestrickt, damit es unter dem Fuß nicht drückt und sich gut anschmiegt.

Verteilen Sie zunächst die Fersenmaschen gleichmäßig auf drei Nadeln. Geht die Maschenzahl nicht auf, werden die überzähligen Maschen der mittleren Nadel zugeordnet. Unsere Beispielsocke wurde mit 16 Maschen je Nadel gestrickt, daraus ergaben sich 32 Fersenmaschen. Verteilung für das Käppchen: Jeweils 10 Maschen rechts und links, 12 Maschen in der Mitte. fresenvarianten-verstaerkte-ferse-03

1. Reihe: Die Maschen der 1. und 2. Nadel bis zur letzten Masche der 2. Nadel glatt rechts stricken. Letzte Masche der 2. Nadel wie zum Rechtsstricken abheben, die 1. Masche der 3. Nadel rechts stricken, abgehobene Masche überziehen. Arbeit wenden.

2. Reihe: Die erste Masche links abheben. Die Maschen der 2. Nadel bis zur letzten Masche links stricken. Die letzte Masche der 2. Nadel mit der 1. Masche der 3. Nadel links zusammenstricken. Arbeit wenden.

3. Reihe: Die erste Masche rechts abheben und die Maschen der 2. Nadel bis zur letzten Masche rechts stricken. Letzte Masche wie zum Rechtsstricken abheben, die 1. Masche der dritten Nadel rechts stricken und die abgehobene Masche überziehen. Arbeit wenden.

Tipp: Auch hier können Sie die Maschen verschränkt arbeiten, damit keine Löcher entstehen.

Die 2. und 3. Reihe fortlaufend wiederholen bis alle Maschen verbraucht sind.

Tipp: Dieses Käppchen sieht deutlich schmaler aus als die Ferse. Lassen Sie sich davon nicht irritieren, dies ist absolut richtig. Durch das elastische Gestrick schmiegt sich die fertige Socke perfekt an die Fußform an. fresenvarianten-verstaerkte-ferse-04

Verteilen Sie die verbliebenen Fersenmaschen auf 2 Nadeln. Reihenbeginn ist wieder die Nadel mit dem Anschlagfaden. Nehmen Sie nun aus dem Rand der verstärkten Ferse aus jeder Knötchenrandmasche (= 2 gestrickte Reihen) eine Masche auf und zusätzlich eine Masche rechts verschränkt aus dem Querfaden zwischen der 1. und 2. Nadel. Verteilen Sie die ganz zu Anfang stillgelegten Maschen der Fußoberseite wieder auf zwei Nadeln und stricken Sie diese rechts oder im gewünschten Muster ab. Stricken Sie aus dem Querfaden zwischen der 3. und 4. Nadel wiederum 1 Masche rechts verschränkt heraus. Aus jeder Knötchenrandmache der Fersenkante eine Masche aufnehmen und die restlichen Fersenmaschen auf diese Nadel abstricken. fresenvarianten-verstaerkte-ferse-05

Auf der 4. und 1. Nadel befinden sich nun mehr Maschen als auf der 2. und 3. Nadel. Diese werden im Spickel wieder abgenommen bis sich auf allen 4 Nadeln die ursprüngliche Maschenzahl befindet.

Tipps für Schnellleser:

  • Die Bumerangferse ähnelt einer maschinengestrickten Ferse.
  • Sie ist etwas kürzer als andere Fersen, sitzt aber sehr gut.
  • Durch verschränktes Zusammenstricken der Wickelmaschen werden unschöne Löcher vermieden.
  • Die verstärkte Ferse ist extrem robust, da das Garn über jeder zweiten Masche doppelt liegt.
  • Das Fersenkäppchen wirkt schmal, passt sich jedoch gut der Fußform an.

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