Kleidung/Wäsche färben – Anleitung und Tipps für Hausmittel

Wäsche färben

Kleidung färben ist ein ganz besonderes Erlebnis, das Ihre künstlerische Seite anregt oder alter Wäsche einen frischen Touch verleiht. Dabei ist es nicht nur wichtig, wie gefärbt sind, sondern mit was und wie sich die genutzte Farbe auf das Ergebnis auswirkt. Es ist sogar möglich, selbst Farbverläufe zuhause zu färben, was zu besonders modischen Ideen führen kann.

Egal ob Sie Textilfarbe verschiedener Hersteller nutzen oder sich für ein Hausmittel entscheiden, die Möglichkeiten für das Einfärben von Wäsche und Kleidung sind groß. Wichtig bei diesem kreativen Vorgang sind nicht nur die Vorbereitung und die Auswahl des Färbemittels, sondern der gewählte Stoff, da nicht alle färbbar sind. Wurde entscheiden, welcher Stoff gefärbt wird, kann anschließend die gewünschte Farbe gewählt werden. Aus dieser erschließt sich die jeweilige Färbemethode, die unterschiedlich anspruchsvoll sind oder entsprechend Zeit benötigen. Danach können Sie sich aber über Kleidungsstücke freuen, die Ihren eigenen Charakter verströmen oder in den Trendfarben der Saison strahlen.

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Welche Stoffe sind färbbar?

Dieser Punkt ist der wohl wichtigste beim Färben überhaupt. Nicht jeder Stoff lässt sich so einfach mit Farbstoffen einfärben, da zum Beispiel viele Synthetikfasern die Farbe einfach nicht aufnehmen. Wenn Sie Ihre Kleidungsstücke mit einem neuen Design versehen wollen, sollten diese ausschließlich aus den folgenden Stoffen hergestellt sein:

  • Baumwolle
  • Leinen
  • Halbleinen
  • Viskose
  • Zellulose
  • Seide wird ausschließlich mit Naturfarben gefärbt, seltener mit speziellen Textilfarben
  • Wolle jeder Art wird ausschließlich mit Naturfarben gefärbt, seltener mit speziellen Textilfarben
  • Mischgewebe, deren Anteil an natürlichen Stoffen mindestens 60 Prozent beträgt
Jägerleinen
Jägerleinen

Wie Sie sehen, handelt es sich hier um die klassischen Naturstoffe, die aufgrund ihrer Beschaffenheit schon seit Jahrtausenden mit den unterschiedlichsten Farbstoffen gefärbt wurden. Die folgenden Materialien jedoch werden kein bisschen Farbe aufnehmen, da sie in den meisten Fällen einfach herunterfließen wird. Falls es zu einem Ergebnis kommt, ist dieses dementsprechend unzufrieden:

  • Polyester
  • Acryl
  • Polyacryl
  • Polyamid

Natürlich gehören dazu alle anderen, synthetischen Textilien. Aus diesem Grund müssen Sie damit rechnen, wenn Ihr Kleidungsstück oder Ihre Unterwäsche aus natürlichen Fasern über synthetische Applikationen oder Nähte verfügen, dass diese nicht gefärbt werden, egal wie viel Farbe Sie benutzen. Das lässt sich nicht verhindern. Ebenso ist es wichtig zu erwähnen, dass die Farbintensität beim Färben immer beachtet werden muss. Das heißt, je dunkler ein Kleidungsstück ist, desto schlechter lässt es sich mit heller Farbe behandeln. So lässt sich schwarz in keiner Form einfärben, während weiße Wäsche am besten gefärbt werden kann.

Klassische Textilfarbe

Textilfarbe ist die klassische Variante, um Wäsche zu färben. Bei diesen Farben handelt es sich um spezielle Salze und je nach Produkt Fixierer, die für ein intensives Farbergebnis sorgen. Sie werden von unterschiedlichen Herstellern angeboten, wobei simplicol aus dem deutschen Warburg zu den wohl bekanntesten Erzeugern gehört. Mit Textilfarben stehen Ihnen je nach Produkt mehr als 20 Farben zur Verfügung, was sich für eine Vielzahl von Ideen nutzen lässt. Um mit Textilfarben Ihrer Kleidung einen neuen „Anstrich“ zu verpassen, benötigen Sie die folgenden Materialien:

  • Textilfarbe im gewünschten Ton
  • Färbesalz, falls dieses nicht im Produkt enthalten ist
  • Waschmaschine
  • Essig oder Allzweckreiniger

Wäsche färben

Die benötigte Menge lässt sich ganz einfach errechnen. Textilfarben werden meist in 70 bis 150 Gramm Packungen angeboten, deren Preis zwischen 2,50 Euro und 5 Euro variiert. Das ist abhängig vom Hersteller und natürlich der Produktvariante, da es zum Beispiel intensive oder normal wirkende Farben gibt. Im Durchschnitt reichen 100 Gramm Textilfarbe für etwa 450 Gramm trockenen Stoff aus. Diese Menge entspricht in etwa den folgenden Kleidungsstücken:

  • 1 Jeans
  • 3 T-Shirts
  • 2 Röcken

Je mehr Stoff Sie mit einer Packung färben wollen, desto schwächer werden die Farben. Das sollten Sie also bei der Dosierung beachten. Alternativ können Sie noch einen Farbfixierer dazu nehmen, der die Farben festigt und gegen das Ausbluten, also das Verlaufen der Farbe auf der Wäsche und Kleidung, wirkt. Diese werden meist für 1,50 Euro pro Packung und Waschgang angeboten. Wenn Sie die notwendige Menge ausgewählt haben, können Sie mit dem Färben beginnen:

1. Schritt: Zuerst müssen Sie die Wäsche durchfeuchten. Dazu legen Sie diese entweder in eine große Wanne, Schüssel oder die Badewanne. Nach dem Auswringen wird sie in die Waschmaschine gelegt.

2. Schritt: Falls Sie den Farbfixierer benutzen, müssen Sie diesen nun aufschneiden und zu der Wäsche in die Trommel stellen. Schließen Sie danach die Tür.

3. Schritt: Beginnen Sie ein Pflegeleicht-Programm (40°C) und lassen Sie es für maximal fünf Minuten laufen. Drücken Sie auf Stopp.

4. Schritt: Füllen Sie nun die Textilfarbe in das Waschmittelfach. Mit einem Liter klarem Wasser nachspülen, damit sich die Farbe besser verteilen kann.

5. Schritt: Lassen Sie das Programm nun bis zum Ende laufen.

6. Schritt: Nach dem Waschprogramm waschen Sie die Kleidung wie gewohnt mit Waschmittel, aber ohne Weichspüler. Nach Programmende die Wäsche einfach trocknen. Sie kann nun getragen werden.

Wäsche färben

7. Schritt: Falls sich Flecken an der Waschmaschine oder im Bad bemerken machen, müssen Sie einfach nur ein wenig Essig oder Allzweckreiniger benutzen. Diese wirken gegen die Farbe sehr gut.

Tipp: verwenden Sie niemals Textilfarben, wenn Ihr Abwasser in ökologische Wasseraufbereitungsanlagen geleitet wird. Zwar sind die Farben an sich für Mensch, Tier und Natur unbedenklich, doch könnten Sie trotzdem den Wasserkreislauf stören.

Hausmittel 1: Naturfarben aus Pflanzen

Neben Textilfarbe können Sie Naturfarben, ein beliebtes Hausmittel, zum Färben der Kleidung benutzen. Bei diesen handelt es sich Pflanzen, Beeren und Gewürze, die schon in der Antike zum Einfärben genutzt wurden und die älteste Form von Farbe überhaupt darstellen. Am besten bieten sich hierfür an:

  • Färberkrapp: verschiedene Rottöne, mit Beize Alaun (hell), Kupfersulfat (mittelrot) oder Kaliumdichromat (weinrot)
  • Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren: verschiedene Pinktöne, mit Beize Salz
  • Rotkohl: rosa, mit Beize Essig

Wäsche färben

  • Holunderbeeren: violett, mit Beize Alaun
  • Indigopflanze oder Deutscher Indigo: blau ohne Beize
  • Brennnessel, Schafgarbe, Birkenblätter- und Rinde: verschiedene Grüntöne, mit Beize Eisensulfat
  • Spinat: helles Grün, mit Beize Essig
  • weiße Zwiebelschalen: orange, mit Beize Essig
  • Kurkuma: goldgelb, mit Beize Alaun oder Essig
  • Kamillenblüten, Ringelblumenblüten: hellgelb, mit Beize Essig

Diese Farben sind mit den in Deutschland erhältlichen Pflanzen möglich. Die Beize ist ein wichtiger Schritt vor dem eigentlichen Färben und bereitet die Fasern auf die Aufnahme des Stoffes besser vor. Aus diesem Grund sollte die Beize unbedingt durchgeführt werden. Diese Technik war typisch für das Mittelalter. Bei der Dosierung der Naturfarbe kommt es drauf an, wie intensiv Sie das Endergebnis wünschen, denn hier heißt: je mehr, desto besser; außer bei Kurkuma und Indigo, diese sind von Natur aus äußerst farbintensiv. Die folgenden Utensilien benötigen Sie:

  • pflanzlichen Farbstoffe
  • Beizmittel: 1 l Wasser für 0,25 l Essig, 0,5 l Salz, 1 Teelöffel Alaun und sonstige
  • Topf, in den die zu färbende Wäsche passt
  • Handschuhe für den Haushalt

Anleitung zum Färben:

1. Schritt: Wäsche ohne Weichspüler oder Spülmittel bei 40°C bis 60°C waschen.

2. Schritt: Danach mischen Sie das Beizmittel nach oben genanntem Mischverhältnis. Herd auf schwache Hitze einstellen und die Kleidung für 1 bis 2 Stunden einweichen lassen.

3. Schritt: Kleidung danach gründlich entweder in der Dusche oder der Badewanne ausspülen. Verzichten Sie darauf, dies im Garten zu erledigen, damit keine Beizmittel in den Boden gelangen.

4. Schritt: Nutzen Sie nun so viel Wasser im Kochtopf, dass Ihre Wäsche ausreichend Platz hat. Zum Köcheln bringen.

5. Schritt: Naturfarbe, also Beeren, Pflanzenteile oder Gewürze, hinzufügen.

6. Schritt: Nun wird die Kleidung hinein gegeben und zusammen mit dem Färbemittel bei köchelnder Hitze eingefärbt.

7. Schritt: Die notwendige Einwirkzeit beträgt 30 Minuten für 1 l Wasser. In der Wartezeit das Farbbad immer wieder umrühren. Je nach Stoff, Farbintensität, Wasserqualität und eigener Vorliebe kann die Einwirkzeit deutlich variieren. Länger ist hier meist effektiver.

8. Schritt: Abschließend mit kaltem Wasser so lange ausspülen, bis keine Farbe mehr austritt. Tragen Sie dabei Ihre Handschuhe. Zum Trocknen aufhängen.

Hausmittel 2: Tee und Kaffee

Diese Hausmittel sind nicht für langanhaltende Farben gedacht, bringen aber einen interessanten Aspekt in das Färben der Stoffe ein. Kaffee und Tee können jedoch nur für helle, einfarbige Naturfasern außer Wolle und Seide genutzt werden. Das Einzige was Sie dafür benötigen sind ein Tee Ihrer Wahl oder Kaffee und trockene Wäsche. Bei der Auswahl des Tees stehen folgende zur Verfügung:

  • schwarzer Tee
  • grüner Tee, kein Matscha
  • gelber Tee
  • blauer Tee
  • weißer Tee, nur bei reinweißen Stoffen, erzeugt einen sehr schwachen, gelblichen Ton
  • Pu-Erh-Tee
  • Oolong

Kleidung färben

All diese Teesorten enthalten Koffein, Theaflavine und Thearubigine, was das Färben überhaupt möglich macht. Für den Färbevorgang benötigen Sie nur eine Schüssel und eine große Menge Tee oder Kaffee. Kleine Kleidungsstücke und Wäsche, besonders Unterwäsche, lässt sich gut mit dieser Variante einfärben. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Tee oder Kaffee kochen
  • Kleidungsstück in eine Schale oder Wanne legen
  • das Getränk hinzuschütten
  • je nach gewünschter Intensivität der Farbe sollte diese zwischen 12 bis 48 Stunden einwirken
  • danach herausnehmen, auswringen und zum Trocknen aufhängen

Ein Nachteil an dieser Farbe ist ihre Flüchtigkeit. Eine Kochwäsche ist hier nicht möglich und nach mehreren normalen Waschgängen, selbst schonenden Programmen, verabschiedet sich die Farbe. Dafür begeistert Sie mit einem angenehmen Geruch von Kaffee oder Tee. Wenn Sie Essig bei beiden Varianten als Beizmittel benutzen, können Sie die Farbintensität noch steigern. Tee gibt den Kleidungsstücken einen hellbraunen, beigen oder leicht bläulichen Ton, während Kaffee für ein dunkleres Braun sorgt.

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