Batik selber machen – DIY-Anleitung für T-Shirts + Batikfarben

Batik selber machen

Die Batik-Methode ist eine fantasievolle Variante, um langweiliger Kleidung einen neuen Anstrich zu verleihen. Es entsteht ein herrlich lebensfroher Look. Die folgende Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie es geht, was Sie zum Batiken benötigen und wie Sie verschiedenste Muster kreieren. Klassische Batik-Kreise sind ganz leicht gemacht, aber auch aufgefallene Ideen lassen sich mit wenigen Tricks und dafür mit umso mehr Spaß unkompliziert umsetzen.

Batik – DIY-Anleitung

Insbesondere wer um die 1990er Jahre herum zur Schule gegangen ist, kam bestimmt schon damals in Kontakt mit Batik. Das verwundert nicht, denn vor allem Kinder haben großen Spaß daran, mit bunten Batikfarben zu experimentieren und sich auf überraschende Muster zu freuen. Je nach Geschmack lassen sich beim Batiken facettenreiche Stile gestalten: vom zurückhaltenden Batik-Look in zwei verwandten Farben bis hin zu grell bunten Designs mit mehreren leuchtenden Tönen oder gar im Regenbogenverlauf. Aktuell ist die strahlende Optik lebendiger Batik-Designs wieder absolut en vogue. Ihre Optik erinnert ein wenig an den beliebten Hippie-Style und ist gleichzeitig modern.

Falls Sie sich zum ersten Mal ans Batiken trauen, erfahren Sie in der detaillierten Anleitung alles, was Sie zur Vorbereitung, zum Binden und Färben selbst sowie zur anschließenden Fixierung der Farbe wissen müssen. Grundsätzlich funktioniert Batik immer nach demselben Schema: Das T-Shirt – oder übrigens jedes beliebige sonstige Kleidungsstück vom Schal über Kopftücher bis hin zu ganzen Kleidern – wird zunächst in einer besonderen Weise gebunden. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, per Batik verschiedenste Muster zu gestalten. Danach wandert das T-Shirt in die via Batikfarben und Wasser angesetzte Färbelösung. Nach dem einwirken wird es getrocknet und anschließend fixiert. Wie Sie sehen, ist Batik kinderleicht! Kids sollten dennoch immer unter Aufsicht eines Erwachsenen batiken.

T-Shirt batiken – Anleitung

Vorbereitung

Bevor es direkt losgeht einige grundlegende Infos zur Vorbereitung.

Das T-Shirt: Welches Shirt Sie verwenden wollen, hängt von Ihrem persönlichen Geschmack ab – und von zwei Faktoren, nämlich dessen Grundfarbe und dem Material. Wer noch keinerlei Erfahrung mit dem Batiken besitzt, kann zunächst ein altes T-Shirt verwenden, bei dem es nicht ganz so schlimm ist, wenn einmal etwas schiefgeht.

Wählen Sie für die Batik-Technik generell immer ein unifarbenes Modell in Weiß oder einer möglichst hellen Nuance, etwa Beige, Creme oder Hellgelb. Hier scheint die Grundfarbe nur minimal durch und ergibt einen interessanten Effekt. Ton-in-Ton-Designs ergeben einen sehr eleganten Effekt. Dafür kombinieren Sie beispielsweise ein hellblaues T-Shirt mit kräftig blauen Batikfarben.

Weiße T-Shirts

Dunklere Töne würden die Batikfarben nicht mehr zur Geltung bringen. In Sachen Material geht beim Batiken nahezu alles außer reinen Kunstfasern wie Polyester. Achtung auch bei den Nähten: Viele „günstig“ gefertigte Shirts kommen zwar in einem gut färbbaren Ausgangsstoff, wurden aber mit einem Kunstfaden vernäht. Dieser bleibt dann auch nach dem Batiken in seiner Ursprungsfarbe. Wer sich damit nicht anfreunden kann, sollte die Etiketts genauestens studieren und darauf achten, dass wirklich alle Bestandteile aus Batik-freundlichen Fasern hergestellt sind.

Auf jeden Fall geeignete Textilien:

  • Baumwolle
  • Seide
  • Viskose
  • Leinen und Halbleinen
  • Polyamid

Die Batikfarben:

Im Handel oder online finden Sie eine vielfältige Auswahl fertiger Batikfarben. Sie können verschiedenste Nuancen direkt fertig kaufen. Andernfalls rüsten Sie sich mit den Grundfarben aus und mischen diese später zu tollen eigenen Kreationen, also etwa einem individuellen Lila aus Rot und Blau. Wer sich unsicher bei der Farblehre ist, bekommt im Internet praktische Übersichten geboten.

Batikfarben

Wichtig: Die Anleitung auf der Verpackung enthält genaue Angaben, für welche Mengen an Stoff der Inhalt ausgelegt ist und wie das Farbresultat ausfallen sollte. Bei mehr Stoff wird die Nuance entsprechend heller und softer. Das kann gewollt sein. Dennoch sollten Sie vorab überschlagen und ausreichend Batikfarben bereitstellen.

Insgesamt brauchen Sie:

a) Shirt aus passender Faser
b) ausreichend Batikfarben nach Wahl
c) Gummibänder oder Paketband
d) Färbegefäß zum Batiken – am besten Töpfe
e) heißes Wasser
f) optional: Herd
g) Bügeleisen

Schwierigkeitsgrad: Mit der passenden Anleitung ist die Batik-Technik auch für Anfänger ganz leicht.
Zeitaufwand: Planen Sie mehrere Stunden ein. Eine davon fällt bereits als Einwirkzeit an, einige weitere zum Trocknen, bevor die Farbe fixiert werden kann.
Materialkosten: Je nach Hersteller kosten 50 g Batikfarbe etwa 5 Euro. Viele Marken bieten praktische Komplettsets für weniger an.

Batiken – los geht's!

1. Schritt: Zunächst lesen Sie gründlich die Anleitung Ihres jeweiligen Produktes und setzen die Farbe entsprechend an. In den meisten Fällen wird das Färbemittel in mehrere Liter heißes Wasser gerührt.

2. Schritt: Da die meisten Batikfarben eine konstant warme bis heiße Wassertemperatur erfordern, empfiehlt es sich, entgegen der Packungs-Anleitung auf Eimer oder Schüsseln als Färbegefäße zu verzichten. Stattdessen wählen Sie ausreichend große Kochtöpfe und halten diese auf dem Herd bei geringster Stufe warm.

Tipp: Hier bilden Batik-Kaltfarben natürlich eine Ausnahme. Sollten Sie eine solche erworben haben, können Sie alle Hinweise zum Thema Wärme getrost überlesen und überdies zum Batiken einfach jedes ausreichend große Gefäß verwenden.

3. Schritt: Warten Sie, bis die Färbekristalle komplett aufgelöst sind. Wichtig, sonst gibt es Flecken!

Batikfarbe auflösen

4. Schritt: Nun können Sie Ihre bereits fertig gebundenen – siehe „Kreative Batik-Muster und Bindetechniken“- Stoffpakete entweder komplett in die Farbe legen.

Batik selber machen

Oder Sie tunken lediglich einzelne Teile in das Wasser und stellen dabei sicher, dass diese sich komplett mit der Lösung vollsaugen.

Tipp: Das Eintunken ergibt wunderbar sanfte Farbverläufe, wenn die verschiedenen Farben leicht ineinanderfließen.

6. Schritt: Belassen Sie das T-Shirt nun für rund eine Stunde (oder abweichend gemäß Ihrer Produkt-Anleitung) in der Färbelösung.

Wichtig: Zwischenzeitlich sollte der Stoff immer wieder etwas bewegt werden, damit sich die Farbe nicht einseitig absetzt. Rühren Sie dafür einfach vorsichtig das Wasser um oder ziehen dann Stoff an einem trockenen Ende (im Falle des teilweisen Eintunkens) etwas hin und her.

7. Schritt: Danach schalten Sie den Herd aus und ziehen mit Ihren Töpfen ins Bad, genauer in die Badewanne oder Dusche, um.

8. Schritt: Dort nehmen Sie ein Batik-Paket nach dem anderen heraus und spülen es solange mit kaltem Wasser aus, bis kaum mehr Farbe herausläuft.

batiken

Wichtig: Haben Sie sich für eine einheitliche Komplettfärbung entschieden, können Sie das Paket auffalten, andernfalls muss es unbedingt in seiner fest geschnürten Form verbleiben!

9. Schritt: Mit den Paketen, die noch weitere Batikfarben bekommen sollen, wiederholen Sie einfach die Schritte fünf bis acht.

10. Schritt: Alle fertig gefärbten Kleidungsstücke können in aufgefalteter Form ausgespült werden. Anschließend hängen Sie alles zum Trocknen auf. Sieht das neue Batik-Muster nicht toll aus!

Batik-Shirt selber machen

Batikfarben fixieren

Damit Sie möglichst lange Freude an Ihrer neuen Kreationen haben, gilt es, die Farbe auf den komplett trockenen Stücken noch zu fixieren.

Das funktioniert ganz einfach: Bügeln sie jedes T-Shirt wie gewohnt für mehrere Minuten. Dadurch wird die Farbe waschecht. Das bedeutet, Sie können Ihre schicken Designs nun normal mit Color-Waschmittel und bei etwa 30 Grad in der Maschine waschen und das Muster erhält seine Strahlkraft.

Kreative Batik-Muster und Bindetechniken

Bindetechnik für Kreis-Design

Um die für Batikmuster typischen Kreise zu erzeugen, nehmen Sie vom flach ausgebreitet liegenden T-Shirt kleine Stoffareale nach oben und binden diese nach Belieben mit Ihrem Faden oder Gummiband ab. Gerne beginnt man hierbei in der Mitte des Shirts und bindet es im Abstand mehrerer Zentimeter immer wieder ab, bis das gesamte Kleidungsstück eine Art Rolle bildet. Das muss aber nicht sein, man kann den mittleren Kreis auch seitlich und unten an der Stoffkante ansetzen.

Batik-Kreise

So sieht das kreisförmige Batikmuster nach dem Färben aus:

Batikmuster selber machen

Tipp: Je fester und dicker Sie das jeweilige Areal mit Gummi oder Faden umwickeln, desto intensiver erscheinen später die weißen Muster auf dem T-Shirt. Das gilt nicht allein für die Kreise sondern für jede Bindetechnik.

Bindetechnik: Spirale

1. Schritt: Breiten Sie das T-Shirt auch hier flach vor sich aus.
2. Schritt: Wählen Sie einen Punkt in der Mitte des Shirts.
3. Schritt: Diesen Punkt Stoff greifen Sie wie beim Kreismuster. Anstatt ihn abzubinden fangen Sie jedoch an, ihn einzudrehen, etwa als würden Sie einen Schraubverschluss zudrehen.

Tipp: Das Eindrehen funktioniert besonders gut, wenn Sie den Stoff vorher mit einer Sprühflasche leicht anfeuchten.

4. Schritt: Der komplett eingedrehte Stoff sieht ein wenig wie eine Blüte aus. Fixieren Sie ihn, indem Sie die Gummibänder von außen darumlegen. Fäden wären hier unnötig kompliziert.

Batik-Spirale

Tipp: Lieber zu viele Gummis verwenden, damit der Stoff wirklich fest hält.

5. Schritt: Ein ganz besonderer Look ergibt sich, wenn Sie sich das fertig gebundene Paket wirklich als Blüte mit entsprechenden Blütenblättern vorstellen und diese anschließend separat in unterschiedlichen Tönen batiken! Ansonsten geht aber natürlich auch die Komplettvariante.

Batik-Spirale

Freestyle

Diese Bindetechnik sorgt für hundertprozentig individuelle Ergebnisse. Falten Sie Ihr T-Shirt dafür einfach in geometrischen Formen, die Ihnen einfallen. Sie könnten es immer wieder in Rechtecke legen, bis ein winziges Paket übrig bleibt, oder sie versuchen, kleine Dreiecke zu formen. Oder Sie knoten einfach verschiedene Parts des Shirt zusammen, befestigen kleine Knäule mit Gummis. Am Ende sollte das Paket wie ein unförmiges Knotengebilde aussehen.

Batiken

Sie können das Paket auch in verschieden farbige Batikbäder tauchen. Dafür darf das T-Shirt nicht komplett eingetaucht werden. Anschließend wird es genau andersherum in die zweite Farbe getaucht. Mit einem Faden kann man das Paket so an den Topfgriffen befestigen, dass es nicht komplett untergeht.

Batik selber machen

Nach dem Ausspülen der Batikfarbe haben Sie ein wirklich individuelles T-Shirt gestaltet. Diese Variante ist auch eine gute Möglichkeit, verschiedene Knotentechniken und die Ergebnisse auszutesten.

Batik selber machen

Tipp: Diese Technik macht vor allem Kindern großen Spaß, weil es eine spannende Überraschung gibt, welches Muster herauskommt.

Bindetechnik: Streifen

Auch stylische Streifen lassen sich per Bindetechnik ganz simpel erzeugen. Dafür klappen Sie das T-Shirt einfach genau in der Richtung ein, in welcher Sie Ihre Streifen haben wollen. Für diagonale Linien im Abstand von je 10 Zentimetern würden Sie somit mit einer der unteren Kanten beginnen und ein 10 cm großes Stück umlegen. Der nächste Umschlag erfolgt in gleicher Richtung wieder nach etwa 10 cm. Weiter geht es bis das T-Shirt komplett zusammengefaltet ist. Danach fixieren Sie die Form einfach wieder wie gewohnt mit Gummibändern oder Fäden.

Batik-Streifen

Das ist das Ergebnis:

Batik-Streifen

Tipp: Die Abstände und Kanten müssen nicht zu genau sein. Kleine Unebenheiten fallen beim Batiken durch die sanft fließenden Muster im Anschluss ohnehin nicht mehr auf.

Anleitungs-Video

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