Tomaten und Frost – Welche Temperaturen vertragen Tomatenpflanzen?

Tomatenpflanze

Tomaten zählen zu den beliebtesten Nahrungsmitteln. Kein Wunder, schließlich lässt sich das Fruchtgemüse vielseitig einsetzen. Besonders schön ist es, selber eine Tomatenpflanze anzubauen. Dabei muss man jedoch darauf achten, dem Gewächs stets die richtige Temperatur zu bescheren. Mit Frost kommt es nämlich überhaupt nicht zurecht. Wir zeigen, wie man Tomatenpflanzen am besten hält, um eine gute und reiche Ernte zu erzielen.

Südländer vertragen keinen Frost

Ursprünglich stammt die Tomate aus Südamerika. So wie Menschen aus südlichen Regionen häufig mit Kälte zu kämpfen haben, kann sich auch eine Tomatenpflanze bei Frost nicht entfalten – im Gegenteil. Ist die Temperatur zu niedrig, wird sie krank.

In feuchten und kalten Sommern tritt an den Früchten oftmals die sogenannte Kraut- beziehungsweise Braunfäule auf. Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die zunächst an graugrünen Flecken auf den Blättern der Pflanze erkennbar ist. Später verfaulen oder vertrocknen die Blätter. Zudem bilden sich auf den Früchten braunschwarze Flecken.

Um einer solchen Entwicklung vorzubeugen, muss man immer die Temperatur im Auge behalten und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen treffen.

Ideale Temperaturen für Tomaten

Je nachdem, in welcher Wachstumsphase sich die tropische Tomatenpflanze gerade befindet, stellt sie unterschiedliche Ansprüche an das Temperaturniveau. Hier eine Übersicht zu den idealen Bedingungen von der Aussaat bis zur Ernte, die man als Orientierungshilfe nutzen kann:

  • Temperatur bei der Keimung: 20 bis 24 Grad Celsius
  • Nach der Keimung: circa 18 Grad Celsius
  • Beim Wachstum im Freiland: ab etwa 15 Grad Celsius
  • Maximum im Gewächshaus: 30 Grad Celsius
  • Temperatur bei der letzten Ernte: 5 Grad Celsius (fallend)
  • Bei der Nachreife im Haus: 18 bis 20 Grad Celsius

Tomatenpflanze

Tomaten und Frost

Fest steht, dass Tomatenpflanzen zu keinem Zeitpunkt dem Einfluss von Minustemperaturen ausgesetzt werden dürfen. Dies ist eine unabdingbare Voraussetzung, die von Beginn an gilt. Daraus ergibt sich, dass die Aussaat in unseren Breitengraden generell hinter Glas erfolgen sollte. Auf der warmen Fensterbank können die erforderlichen 20 bis 24 Grad Celsius ebenso erzielt werden wie im Gewächshaus. Nach dem Pikieren der Früchte geht es wie folgt weiter:

junge Tomatenpflanze

1. Vorgezogene Tomaten dürfen frühestens Mitte Mai ausgepflanzt werden.
2. In den ersten Wochen im Freiland sollte man die Tomatenpflanze mittels Gartenvlies oder Folientunnel vor etwaigem Frost schützen.
3. Einzelne Pflanzen können mit einer speziellen Tomatenhaube aus dem Fachhandel gesetzt werden.

Tipp: Zwar weisen solche Tomatenhauben in der Regel Atmungsöffnungen auf. Bei starker Sonneneinstrahlung empfiehlt es sich jedoch, die Hauben zu entfernen. Ansonsten droht ein schwülfeuchtes Klima zu entstehen, das wiederum schädliche Pilzinfektionen begünstigt.

4. Im unbeheizten Gewächshaus tut man gut daran, nachts Frostwächter oder Grablichter aufzustellen, um die ideale Gradzahl zu gewährleisten.
5. Tomatenpflanzen im Topf werden über Nacht auf einem praktischen Pflanzenroller ins Haus geholt.

Tipp: Mitte Mai sind die Früchte noch nicht ganz sicher vor Frost. In manchen Jahren erscheint zwischen dem 4. und 20. Juni nämlich die sogenannte Schafskälte – ein typischer Kälteeinbruch in Mitteleuropa. Deshalb behalten umsichtige Hobbygärtner die Schutzmaßnahmen bis Mitte oder Ende Juni bei.

„Mistheizung“

… als bewährter Gewächshaus-Trick

Man kann die Tomatenpflanze auch im unbeheizten Gewächshaus gedeihen lassen, wenn man einen alten und natürlichen Trick zur Gewährleistung der notwendigen Wärme anwendet und die Tomaten auf diese Weise vor Frost schützt. Die Rede ist von der „Mistheizung“. Dabei macht man sich die wärmende Wirkung von Pferdedung zunutze.

unreife Tomaten

1. Schritt: Den Boden mit zwei Spaten tief ausheben.
2. Schritt: Das Loch mit Pferdemist auffüllen.
3. Schritt: Darüber eine Schicht Gartenerde mit Kompost legen.

Ergebnis: Der Mix aus Pferdedung und Stroh gibt im Verlauf der Rotte die erforderliche Wärme ab.

Tomatenpflanze abernten

Bevor die Temperaturen unter 5 Grad Celsius fallen, sollte man den Ertrag ernten. Nicht selten hängen noch unreife Früchte an den Pflanzen. Davon braucht man sich allerdings nicht irritieren zu lassen. Grüne Tomaten reifen nämlich binnen weniger Tage im Haus nach.

Tomaten ernten

Die Vorgehensweise ist simpel:

  • Einzelne Früchte wickelt man einfach in Zeitungspapier und bewahrt sie bei 18 bis 20 Grad Celsius auf.
  • Hat man es mit mehreren Tomaten zu tun, gibt man diese in einen Pappkarton, am besten in Gesellschaft einer reifen Banane oder eines Apfels.
  • Auch auf der warmen, sonnenbeschienenen Fensterbank können die Früchte nachreifen und sind daraufhin noch wochenlang genießbar.

Tipp: Am besten erntet man die Tomaten mit Stiel. Dann halten sie sich nämlich länger.

Möchten Sie mehr über die Pflege von Tomatenpflanzen erfahren, wie zum Beispiel über das Auszeigen von Tomaten? Hier gibt es die detaillierte Beschreibung: Tomaten ausgeizen



1 KOMMENTAR
  1. Ich mische den Dung oder Biomüll (auch das eignet sich für Frostschutz und schnelleres Wachstum) immer mit etwas Zeitungspapier oder Kartonstücken. Sodaß keine Staunässen entstehen kann, die Tomaten nicht vertragen.

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