Tipi selber bauen ohne Nähen – Bauanleitung für Indianerzelt

Tipi bauen

Gibt es im Kinderzimmer Ihres Zuhauses schon ein Tipi? Nein? Dann ist es höchste Zeit, dies zu ändern. Das Indianerzelt aus Holz und Stoff erobert seit einigen Jahren die Räume der Kleinen. Kein Wunder, schließlich handelt es sich dabei um einen wunderbaren Rückzugsort – für das Kind und auch für etwaige Haustiere. In diesem ausführlichen Ratgeber erklären wir Ihnen, wie Sie Ihr stilvolles DIY-Tipi ohne Nähen herstellen!

Für ein einfaches Tipi aus dem Handel legt man schnell über 100 oder gar 150 Euro hin. Selbstverständlich ist ein solches Indianerzelt etwas sehr Schönes, allerdings besteht es im Grunde lediglich aus Holz und Stoff, Materialien, die nicht so teuer sind. Kurzum: Finanziell kommen Sie mit einem selber gebastelten Kinderzelt wesentlich besser davon als mit einem fertig gekauften. Zudem haben Sie bei der individuellen Variante die Möglichkeit, das Design exakt an Ihre Vorlieben anzupassen und ein echtes Unikat zu erschaffen. Nicht zu vergessen, dass Sie dank unserer logischen Grundanleitungen und der verschiedenen Ideen in Bezug auf die Bespannung des Zeltes den Bau zügig abschließen und Ihre Kreation schon unmittelbar danach testen und genießen können. Also los, zaubern Sie Ihr eigenes Tipi für drinnen (ohne nähen zu müssen)!

Tipi für drinnen – Grundanleitungen

Es ist überraschend simpel, ein Tipi selber zu bauen. Im Folgenden präsentieren wir Ihnen zwei Anleitungen, die sich problemlos nachmachen lassen. Auch ungeübte Bastler erzielen tolle Ergebnisse. Welche Variante Sie wählen, spielt keine große Rolle – bei richtiger Umsetzung gewährleisten beide die nötige Stabilität.

Ein selbst gebasteltes Indianerzelt besteht aus zwei Teilen: einem Gerüst und einem Stoffumhang. Ersteres setzt sich im Wesentlichen aus Holzstielen oder -stäben sowie einer Schnur (manchmal ergänzend auch Schrauben) zusammen.

  • Die Holzstiele sollten circa 190 bis 230 Zentimeter lang und mindestens einen, besser noch zwei bis drei Zentimeter dick (Durchmesser) sein.
  • Was die Schnur betrifft, sind Sie relativ frei. Wichtig ist in erster Linie eine ausgeprägte Reißfestigkeit. Am besten greifen Sie entweder zu einem dicken Baumwollband oder zu einer Wäscheleine. Darüber hinaus muss die verwendete Schnur ausreichend lang sein (wir empfehlen mindestens zwei Meter).
  • Der Stoffumhang bedarf an sich keines Zusatzes. Es ist ratsam, ein einziges großes Stoffstück zu nehmen, beispielsweise ein altes Laken oder einen abgenutzten Vorhang. Alternativ können Sie aber auch mehrere kleine Stoffreste miteinander verbinden. Details zu den Versionen liefern wir bei den Grundanleitungen.

Wichtig: Achten Sie darauf, ein möglichst großes Stoffstück zu nehmen. Es lässt sich bei Bedarf immer noch kürzen. Demgegenüber sieht ein zu kurz geratener Stoffumhang nicht nur unprofessionell, sondern schlicht und ergreifend blöd aus.

  • Ansonsten sind nur noch ein paar „klassische“ Hilfsmittel zum Basteln erforderlich – etwa eine Schere, ein Tacker und eine Sicherheitsnadel.

Passen Sie die Maße immer an die Größe der Person/Personen an, die das Indianerzelt nutzen will/wollen (Kleinkind, Jugendlicher, Erwachsener).

Ohne Nähen und ohne Schrauben

Das brauchen Sie:

  • 5 bis 6 Holzstiele
  • Schnur
  • Laken
  • große Sicherheitsnadel
  • Schere
  • Edding

So gehen Sie vor:

1. Schritt: Nehmen Sie alle Holzstiele gerade zusammen.

2. Schritt: Wickeln Sie die Schnur mehrmals um das obere Ende der Holzstiele.

Anleitung für Tipi

Hinweis: Lassen Sie zum oberen Ende der Stiele ungefähr 20 bis 25 Zentimeter Abstand und binden Sie die Schnur zwar fest, aber nicht allzu stramm um die Hölzer.

3. Schritt: Klappen Sie die Stiele rundherum jeweils ein Stück nach außen (am besten immer zwei parallel, um dem Gerüst einen guten Stand auf dem Boden zu verleihen).

Tipi bauen

Tipp: Orientieren Sie sich an unseren Bildern – sie machen den Sachverhalt verständlicher.

4. Schritt: Steht die Tipi-Basis soweit sicher auf dem Untergrund? Dann wickeln und binden Sie noch mehr Schnur um die Stiele – jetzt aber nicht mehr so stringent um alle herum, sondern ein wenig durcheinander, um die Stabilität zu erhöhen.

Hinweis: Mit „durcheinander“ meinen wir, dass Sie die einzelnen Holzstiele untereinander verbinden, bis jeder Stab mit jedem „verpartnert“ ist. Wiederum helfen unsere Illustrationen, den Schritt zu meistern.

5. Schritt: Schnappen Sie sich das Laken und falten es der Länge nach mittig zusammen.

6. Schritt: Markieren Sie die Mitte oben mit einem Edding (oder einem anderen Stift, der auf Stoff hält).

Tipp: Die Markierung soll bloß angedeutet sein, zeichnen Sie also nur einen kleinen Punkt oder Strich ein.

7. Schritt: Schneiden Sie ungefähr 20 Zentimeter unter der Markierung ein Loch ins Laken.

Hinweis: Das Loch sollte einen Durchmesser von ungefähr fünf Zentimetern haben (sodass es sich über die Holzstiele ziehen lässt, aber nicht zu weit nach unten rutscht.

8. Schritt: Werfen Sie das Laken über das Tipi-Grundgerüst, indem Sie das Loch des Stofftuchs oben über die Stiele ziehen und den Stoff anschließend so über die Holzstäbe legen, dass Ihr Erzeugnis nach Indianerzelt aussieht.

Kinderzelt bauen

9. Schritt: Verbinden Sie den Stoff im oberen Bereich (bei der Verschnürung der Holzstiele) mit einer großen Sicherheitsnadel.

Eine andere Variante: Sie umwickeln die Basis mit dem Laken – in diesem Fall brauchen Sie kein Loch in den Stoff zu schneiden.

Tipi bauen

Fertig ist Ihr Kinderzelt für drinnen!

Tipp: Natürlich können Sie das Tipi zum Schluss noch dekorieren, wenn Sie möchten. Oder Sie bemalen den Stoff vor seinem Einsatz nach Ihren Vorstellungen.

Tipi bauen

Man kann das Tipi auch mit mehreren, verschiedenfarbigen Stoffen verkleiden. Bunte Tücher, Laken oder auch Schals eigenen sich perfekt – die verschiedenen Materialien geben dem Tipi dann erst recht einen DIY-Charakter.

DIY Tipi

Ohne Nähen, aber mit Schrauben

Das brauchen Sie:

  • 5 bis 6 Holzstiele
  • Schnur
  • Schraubendreher
  • Schrauben
  • Stoffreste
  • Tacker
  • Tackermunition
  • Schere (optional)

So gehen Sie vor:

1. Schritt: Führen Sie die Schritte 1 bis 4 der VARIANTE 1 durch.

2. Schritt: Schrauben Sie die Holzstiele mithilfe des Schraubendrehers und der Schrauben zusammen.

Hinweis: Die Verschraubung dient dazu, die Stabilität noch weiter zu erhöhen. Wer in seinem Heimwerker-Leben schon die eine oder andere Erfahrung mit dem Schrauben gemacht hat, kann diesen Zusatz durchaus wagen. Ungeübte lassen besser die Finger davon – oder sich von einem „Experten“ aus dem Bekanntenkreis unterstützen.

3. Schritt: Nehmen Sie ein längeres Stoffstück zur Hand und tackern es schrittweise von unten nach oben an den Holzstielen fest.

Tipp: Spannen Sie den Stoff so gut wie möglich, um ein schönes Ergebnis zu erzielen.

4. Schritt: Greifen Sie zu einem weiteren Stoffstück und tackern es wiederum am Holz fest.

Tipp: Die einzelnen Stoffstücke dürfen (und sollen) sich überlappen.

5. Schritt: Fahren Sie so fort, bis das Tipi-Gerüst zeltartig mit Stoff bekleidet ist.

Hinweis: Die Schere steht nur für den Fall in der Materialliste, dass Sie die einzelnen Stoffstücke für das Kinderzelt zurechtschneiden müssen oder wollen.

Fertig ist Ihr Indianerzelt für drinnen!

Kinderzelt für drinnen verzieren

Natürlich lässt sich schon mit einem einfarbigen oder gemusterten Laken ein tolles Tipi herstellen. Nochmal sehenswerter wird das Kinderzelt für drinnen allerdings, wenn Sie einen weißen Stoff wählen und diesen selber nach Ihrem Geschmack verzieren. Dabei stehen Ihnen unterschiedliche Methoden zur Wahl:

  • Bemalen
  • Bekleben

a) Bemalen

Im Grunde genommen gibt es in Bezug auf das individuelle Bemalen keine Grenzen oder Regeln. Wichtig ist nur, dass die verwendete Farbe sicher auf dem Stoff hält. Am besten verwenden Sie qualitativ hochwertige Textil- oder Acrylfarben, um das Tipi zu einem echten Kunstwerk zu erheben.

Tipi bauen

Apropos Kunstwerk: Was das Motiv beziehungsweise die Motive angeht, können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Selbstverständlich macht es Sinn, typische Indianersymbole aufzumalen. Wer besonders begabt ist, versucht sich daran, einen Indianerhäuptling aufzupinseln (mit Schablone).

Hier finden Sie klassische Symbole und Zeichen aus der Welt der Indianer: Indianerschmuck und Symbole

b) Bekleben

Haben Sie zufällig noch T-Shirts oder andere Kleidungsstücke mit indianischen Aufdrucken zuhause, die Sie nicht mehr anziehen wollen? Dann schneiden Sie die Motive doch einfach mit einer Stoffschere heraus und kleben sie unter Zuhilfenahme eines Stoffklebers auf den Umhang.

Des Weiteren können Sie selber gestaltete Muster aus Stoff- oder Filzresten auf das Laken kleben und so Ihr persönliches Indianerzelt vollenden. Achten Sie lediglich darauf, passende Materialien zu verwenden (also solche, die auf Stoff klebend haften bleiben) und einen qualitativ überzeugenden Kleber zu nutzen.

Spezialtipp: Mit einer weiß oder bunt leuchtenden Lichterkette verwandeln Sie Ihr in Eigenregie bemaltes oder beklebtes Tipi in eine romantische Kuschelhöhle, die nicht nur Kinder begeistert…

Übrigens: Platzieren Sie das Zelt auf einem weichen Teppich, brauchen Sie in den inneren Bereich des Tipis nicht unbedingt eine extra Unterlage zu geben. Prinzipiell ist es aber natürlich angenehmer, wenn sich darin noch ein flauschiger Zusatz verbirgt – etwa künstliches Fell oder Ähnliches.

Spannende Hintergrundinfos zum Indianerzelt

Das Tipi beziehungsweise Indianerzelt stammt ursprünglich aus Amerika. Es wurde von den Indianern als Familienwohnung verwendet. Zur Fertigung des Zelts kamen in der Regel mehrere Holzstangen für das stabile Gerüst sowie Büffelhäute zur Bespannung der hölzernen Basis zum Einsatz.

Einer der großen Vorteile des Tipis war, dass es sich sehr schnell auf- und abbauen ließ (das gilt auch für die modernen Varianten für zuhause). Davon profitierten die Indianer in hohem Maße, waren sie doch ständig auf der Jagd nach Büffeln (was regelmäßige Umzüge mit sich brachte).

Heute baut man Indianerzelte mit oder ohne Nähen vornehmlich fürs Kinderzimmer oder für den Garten – um den Kindern tolle, gemütliche Spielecken zu schaffen. Viel Spaß bei Ihrem DIY-Abenteuer!

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