Styrodur ist ein hervorragendes Dämmmaterial, kommt aber auch beim Modellbau und in vielen weiteren Bereichen zum Einsatz. Schnell stellt sich die Frage, wie der Baustoff am besten verarbeitet werden kann und welcher Kleber geeignet ist. Lesen Sie, wie Sie Styrodurplatten richtig verkleben und für eine nachhaltige Anbringung sorgen.

Meistens wird der Baustoff in Platten angeboten. Diese müssen zunächst einmal auf die richtige Größe zugeschnitten werden. Bereits hierbei gilt es, dass richtige Vorgehen auszuwählen, damit es zu keinen Schäden an den Styrodurplatten kommt. Anschließend müssen Sie den richtigen Kleber auswählen und die Platten anbringen. Somit realisieren Sie mit Hilfe des Baustoffs zahlreiche Projekte, wie beispielsweise die Dachdämmung oder auch den Aquarium-Bau. Um den Platten ein spannendes Aussehen zu verleihen, können Sie diese im Anschluss streichen. Auch hierfür haben wir eine kleine Anleitung mit den wichtigsten Punkten in diesen Ratgeber eingefügt. Selbst Probleme, wie festgesetztes Nikotin, können somit gelöst werden.

Allgemeine Informationen

Styrodur ist der Handelsname von XPS, einem extrudiertem Schaumstoff. Er eignet sich unter anderem zur Isolierung und zur Dämmung. Ob im Bereich der Fußböden, der Wände oder der Sockel – die Einsatzmöglichkeiten sind gerade beim Bau vielfältig. In allen Fällen ist es wichtig, die Platten fest mit dem Untergrund zu verbinden. Dadurch wird die einwandfreie Funktion gewährleistet und das Design überzeugt. Die Platten bilden die Basis für Ausbauarbeiten im Dachgeschoss und für die Verbesserung der Energiebilanz.

Unterschied Styrodur und Styropor
Der Ausgangsstoff ist bei beiden der gleiche – er wird aber einmal „aufgeblasen“ (expandiert) und einmal als dickflüssige Maße „ausgepresst“.

EPS (Styropor) ist EXPANDIERTES („aufgeblasenes“) Polystyrol
XPS (Styrodur) ist EXTRUDIERTES („ausgepresstes“) Polystyrol.

EPS (Styropor) besteht aus einzelnen Kügelchen und ist kostengünstiger
XPS (Styrodur) ist wasserunempfindlich und deutlich druckstabiler

Vorsicht beim Arbeiten mit Styrodur
Richtig eingesetzt, entwickelt das Material eine erstklassige Dämmwirkung. Wird es jedoch falsch verarbeitet, dann können sich Kügelchen bilden beziehungsweise die Platten zerfallen. Ebenfalls problematisch ist die statische Aufladung der Platten. Zum Schneiden müssen Sie daher Spezialwerkzeug verwenden. Eine weitere Gefahr betrifft die gesundheitlichen Aspekte. Achten Sie beim Verkleben darauf, einen möglichst unbedenklichen Kleber auszuwählen und im Anschluss gut durchzulüften.

Schneiden

Das Messer auswählen
Für das Schneiden gibt es spezielle Werkzeuge. So werden im Fachhandel beispielsweise Dämmstoffmesser und Dämmstoffsägen angeboten. Sie verfügen über einen besonderen Schliff, sodass sie mühelos durch das Styrodur gleiten ohne Ausbrüche oder Ausfransungen zu erzeugen. Auch die Japansäge leistet beim Schneiden von Styrodur gute Dienste. Allerdings ist es mit diesen Werkzeugen schwierig, enge Rundungen und komplizierte Schnitte zu realisieren. Diese Feinarbeiten erfordern den Einsatz von elektrischen Schneidegeräten (siehe unten).

Für die grobe Verarbeitung eignen sich auch Cuttermesser. Sie bleiben allerdings manchmal im Material stecken. Durch die Festigkeit von Styrodur ist jedoch ein sauberer und gerader Schnitt damit möglich.

Schnittergebnis
Schnittergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen

Es wird hin und wieder das gute alte Brotmesser, beim Schneiden von Dämmstoffen erwähnt. Ich kann nur sagen, dass es für das Schneiden von Styrodur eher ungeeignet ist, da es ein sehr unsauberer Schnitt wird. Für Styropor ist es wahrscheinlich besser geeignet.

Schnitt mit einem Brotmesser
Schnitt mit einem Brotmesser

Elektrischer Styrodurschneider und Heißdrahtgerät
Vor allem bei größeren Projekten, beispielsweise dem Ausbau eines Dachraumes, sind elektrische Geräte zum Schneiden die richtige Wahl. Sie haben die Auswahl zwischen Heißdrahtgeräten und etwas handlicheren Styroporschneidern. Hierbei werden ein Draht oder eine Klinge mittels Strom erwärmt. Die Hitze sorgt dafür, dass das Schneidwerkzeug problemlos durch das Styrodur gleiten kann. Selbst Rundungen und Ausschnitte lassen sich somit realisieren.

Der gerade Schnitt
Gerade beim Arbeiten mit größerem Werkzeug ist es wichtig, dass Sie die Schnittkanten vor Beginn der Arbeiten vorzeichnen. Verwenden Sie hierfür einen Filzstift und ein Lineal. Werden die Platten im Anschluss überstrichen, dann können Sie einen besonders dicken Stift verwenden, was die Arbeit erleichtert. Beachten Sie, dass beim Schneiden Staub entsteht, welcher sich auf der Platte ablagert und somit dünne Linien leicht verdecken kann.

Schnittlinien anzeichnen
Schnittlinien anzeichnen

Schneiden der Styrodurplatte
Elektrisches Schneidwerkzeug muss zunächst einmal die richtige Betriebstemperatur erreichen. Führen Sie daher zunächst einmal einen Probeschnitt an einem Styrodurrest durch, so erkennen Sie, ob die optimale Temperatur erreicht ist. Achten Sie bei Heißdrahtgeräten darauf, nicht zu viel Druck zu erzeugen. Ansonsten kann es zu einem Reißen des Drahtes kommen.

Für das Schneiden mit dem Cuttermesser ist es gut, die Styrodurplatte mit Schraubzwingen zu befestigen und eine einfache Sperrholzplatte oder ein Brett als Messerführung zu verwenden.

Kleben

Den richtigen Kleber auswählen
Um das Styrodur zu kleben benötigen Sie speziellen Styrodurkleber. Dieser sollte lösungsmittelfrei sein. Lösungsmittelhaltige Klebstoffe würden zu einer Zersetzung des Materials führen.

Silikon oder Montagekleber
Silikon oder Montagekleber

Styrodurplatten können jedoch mit verschiedenen Kleberarten befestigt werden. Eine Möglichkeit ist Silikon. Achten Sie allerdings darauf, eine möglichst geruchsneutrale Variante auszuwählen. Werden die Platten jedoch im Aquarium oder ähnlichen Gebieten eingesetzt, dann können Sie auch die jeweiligen Spezialkleber, wie in diesem Fall Aquarium-Silikon verwenden. Auch Schnellfliesenkleber und Montagekleber sind für diese Arbeit geeignet.

Sollten nach dem Aufkleben noch Lücken zwischen den einzelnen Platten bestehen bleiben, dann füllen Sie diese mit PU-Schaum auf.Kleben

Tipp: Achten Sie darauf, den Kleber großflächig aufzutragen. Ein punktuelles Auftragen hat den Nachteil, dass sich die Platten verformen können. Außerdem bilden sich Spalten, durch welche die Dämmwirkung verringert wird.

Anleitung:

  1. Säubern Sie den Untergrund
    Damit die Platten auf der zu verklebenden Fläche gut halten, müssen Sie zunächst einmal den Untergrund säubern. Gerade in der Bauphase kommt es schnell zu Staubablagerungen, die die Haftung stören.
  2. Verspachteln Sie Unebenheiten
    Die Platten sollten auf einen ebenen Boden geklebt werden. Daher sollten Sie Unebenheiten entfernen. Hierfür verspachteln Sie größere Löcher und sorgen somit für eine gerade Fläche.
  3. Wählen Sie den richtigen Kleber aus
    Im Fachhandel werden spezielle Kleber für Styrodurplatten angeboten. Oftmals muss dieser zuvor angerührt werden. Beachten Sie dabei stets die Herstellerangaben, um für die perfekte Haftung zu sorgen.
  4. Verkleben Sie die Platten
    Wenn Sie eine große Fläche bedecken möchten, dann sollte die Verlegung versetzt erfolgen.

    Fugenversetzte Verlegung
    Fugenversetzte Verlegung
  5. Das Trocknen
    Lassen Sie die Styrodurplatten ausreichend trocknen.

Platten an der Decke anbringen
Sie können die Platten auch an der Decke anbringen, was für eine hervorragende Dämmung sorgt.

  1. Fegen Sie die Decke mit einem Besen ab. Für den perfekten Halt ist es wichtig, dass Sie Staub restlos entfernen.
  2. Bearbeiten Sie Risse in der Decke. Mit Hilfe von Reparaturspachtel entfernen Sie Risse und Unebenheiten in der Decke.
  1. Rühren Sie den Kleber beziehungsweise den Mörtel an. Mischen Sie in einem Eimer den ausgewählten Kleber beziehungsweise Mörtel an.
  1. Schneiden Sie die Platten zurecht. Wenn Sie eine große Fläche bekleben, dann müssen Sie für die erste Reihe eine der Platten auf die richtige Größe bringen.
  1. Den Kleber aufbringen. Tragen Sie den Kleber auf die Rückseite der Platten auf. Bringen Sie ihn großflächig auf.
  1. Kleben Sie die Platten auf den Untergrund. Achten Sie beim Anbringen darauf, dass die Platten versetzt angebracht werden. Dadurch vermeiden Sie die Entstehung von Wärmebrücken.
  1. Schleifen Sie Unebenheiten ab.
  2. Füllen Sie die Fugen mit PU-Schaum auf.

Anschlussarbeiten: Das Streichen

Sie können die Platten mit Wandfarbe beziehungsweise Deckenfarbe streichen. Dadurch verschaffen Sie sowohl alten als auch neuen Platten ein spannendes Aussehen.

Tipp: Beachten Sie, dass die Platten später eventuell regelmäßig reinigen möchten. In diesem Fall sollte es sich um eine leicht zu reinigende Farbe achten. In diesem Bereich haben sich Latexfarben bewährt. Ein Vorteil von Dispersionsfarbe ist jedoch, dass sie atmungsaktiv ist. Dadurch ist diese Farbvariante für das Raumklima am besten geeignet. Vermeiden sollten Sie Farben auf Lösungsmittelbasis. Sie würden das Material angreifen und zu Schäden führen.

Schritt 1: Reinigen Sie nach dem Verkleben die Platten gründlich. Verschmutzungen verhindern genauso wie Staub den Erfolg der Arbeiten.

Schritt 2: Sollten Sie Fugen oder Risse im Material gebildet haben, dann müssen Sie diese mit einer elastischen Fugenmasse reparieren. Verspachteln Sie die entsprechenden Stellen und achten Sie auf einen ebenen Untergrund. Unebenheiten sind nach dem Streichen deutlicher als zuvor sichtbar.

Schritt 3: Führen Sie den ersten Anstrich durch. Hierbei wird die Farbe zum großen Teil von den Platten aufgesaugt, sodass ein zweiter Anstrich notwendig ist.

Tipp: Die Farbe sollte nicht verdünnt werden, da sie sich zwar dadurch besser verteilt, aber auch heruntertropft und vermehrt eingesogen wird. 

Probleme können beim Streichen entstehen, wenn es sich um alte Platten handelt und im Raum zuvor geraucht wurde. In diesem Fall hat sich im Material Nikotin festgesetzt. Dadurch kann es beim Streichen zum Herauslösen des Nikotins kommen und dieses vermischt sich mit der Farbe. Der neue Anstrich wirkt dadurch gelblich.

Tipp: Verwenden Sie eine wasserlösliche Isolationsfarbe, bei welcher die genannten Probleme nur selten auftreten. Problematischer ist in diesem Fall Dispersionsfarbe.

Schritt 4: Streichen Sie mindestens noch ein zweites Mal, um für eine deckende Wirkung zu sorgen.

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Tipps für Schnellleser:

  • den Untergrund säubern
  • geeigneten Kleber auswählen
  • Silikon oder Montagekleber sind geeignet
  • mit einem Cuttermesser die Platten zurechtschneiden
  • Unebenheiten verspachteln
  • Verlegung versetzt durchführen
  • lückenlos verlegen
  • Fugen mit PU-Schaum auffüllen
  • Kleber gut trocknen lassen vor den nächsten Arbeitsschritten
  • Platten können überstrichen werden
  • mindestens zweimal überstreichen
  • Farbe nicht verdünnen
  • Isolationsfarbe bei Nikotinablagerungen verwenden

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