Silikonkleber – Anwendung und Richtiges Entfernen/Lösen

Silikonkleber

Mit Silikonkleber lassen sich zahlreiche Projekte umsetzen, die elastischen und zugleich dichtenden Klebstoff benötigen. Die Klebstoffe auf Basis von Silikon lassen sich zum Beispiel zum Reparieren eines Aquariums oder zum Verbinden von Keramikteilen verwenden. Zwar halten diese Klebstoffe keine hohen Krafteinwirkungen aus, dafür sind sie resistent gegen Feuchtigkeit und sind langlebig, was sie ideal für zahlreiche Anwendungen macht.

Mit Silikon können Sie viel machen. Es wird zur Abdichtung von Feuchträumen, dem Verbinden von Kacheln und sogar im Außenbereich genutzt, wenn eine feuchtigkeitsresistente Dichtmasse benötigt wird. Mit speziellem Silikonkleber bietet sich Ihnen eine Variante des klassischen Stoffes, der mit höheren Klebeeigenschaften versehen ist und aus diesem Grund für andere Projekte infrage kommt. Wenn das Terrarium Ihrer Eidechsen beschädigt ist, können Sie den Schaden mit dem Kleber aus Silikonbasis verwenden. Oder haben Sie ein Bastelprojekt im Sinn, bei dem Sie Kunststoff mit Keramikteilen verbinden wollen? Bei solchen Materialien kann der Kleber eingesetzt werden, da die Klebkraft glatte Oberflächen gut meistert.

Unterschied: Silikon und Silikonkleber

Silikon ist einer der wichtigsten Dichtstoffe überhaupt und wird in zahlreichen Varianten angeboten. Bei der Auswahl des passenden Silikons stellen sich viele Menschen die Frage, ob es überhaupt einen Unterschied zwischen Silikon zum Abdichten und sogenanntem Silikonkleber gibt. Im Grunde handelt es sich um den gleichen Dichtstoff, jedoch sind zwei „allgemeine“ Unterschiede zu nennen:

  • Silikonkleber ist auf elastische Klebeverbindungen mit Dichtungsfaktor ausgelegt
  • Silikon ist auf das klassische, unbewegliche Abdichten im Innen- und Außenbereich ausgelegt
Silikon
Silikon

Sie sehen, der Kleber ist optimiert auf die Verwendung als ein dichtender Klebstoff, obwohl die Basis Silikon ist. Natürlich hat ein Kleber auf Silikonbasis niemals die direkten Eigenschaften eines Klebstoffes, jedoch wirkt Silikon besser mit bestimmten Materialien wie Keramik oder Glas. Selbst alkalische Oberfläche beziehungsweise Untergründe können mit Silikon verklebt werden, was die Nutzung als optimierter Kleber noch effektiver macht. Jedoch ist die Grundlage des Klebers Silikon und aus diesem Grund werden die Kleber in zwei hauptsächlichen Formen angeboten:

1. Silikonkleber: wenn ein Hersteller sein Produkt als Silikonkleber betitelt, handelt es sich in den meisten Fällen um ein Silikon mit Klebeeigenschaften. Der Großteil dieser Produkte wird als transparenter Kleber angeboten, der sich für das Kleben der folgenden Materialien eignet:

  • Papier
  • Karton
  • Glas
  • Metall
  • Holz
  • Keramik
  • Kunststoffe

Natürlich ist die Zusammensetzung entscheidend über die klebbaren Oberflächen. So können einige Kleber nur für Keramik, Glas und Papier genutzt werden, während andere perfekt für Metall und Kunststoffe geeignet sind. Das sollten Sie vor dem Kauf unbedingt beachten.

2. Silikon in der Tube: viele Hersteller, wie zum Beispiel UHU, bieten Silikone mit verstärkten Klebeeigenschaften in der Tube an. Diese werden nicht als Kleber betitelt, haben dafür aber die notwendigen Eigenschaften. Diese werden speziell in Tuben abgefüllt, damit sie leichter anzuwenden sind und Sie diese schnell zur Hand haben. Die Auswahl ist hier sehr groß und so wird schwarzes Silikon für das Kleben von Verbindungen im Automobilbereich oder transparenter Kleber für den Alltag angeboten. Es erfordert etwas Recherche über die einzelnen Produkte, um direkt herauszufinden, ob es sich hier um herkömmliches Silikon oder ein Silikon mit Klebeeigenschaften handelt.

Bei der Anschaffung des Silikonklebers müssen Sie mit Kosten zwischen 7 und 25 Euro pro Kartusche oder Tube rechnen. Ein großer Vorteil an den Klebern ist das große Anwendungsgebiet in Kombination mit der simplen Nutzung. Da der Kleber genauso gut abdichtet wie herkömmliches Silikon, können Sie ihn zum Beispiel bei Projekten Aquarien oder Terrarien nutzen. Sie sind am Besten für Feinarbeit geeignet, da sie im Vergleich zum herkömmlichen Silikon nicht wirklich ergiebig sind. Im Durchschnitt haben die Tuben oder Kartuschen eine Füllmenge von 75 bis 300 Milliliter, was sich zum Beispiel nicht für das Verfugen eignet. Solche Arbeiten wollen Sie ja nicht wirklich mit dem Kleber umsetzen. Aus diesem Grund sind diese kleinen Mengen ausreichend.

Tipp: falls Sie über Produkte mit dem Begriff „RTV-Silikone essigsauervernetzend“ stoßen, können Sie diese getrost links liegen lassen. Bei diesen handelt es sich um spezielle Klebstoffe auf Silikonbasis, die im gewerblichen Bereich zum Einsatz kommen und zum Beispiel zur Verklebung von Schaufenstern genutzt werden.

Anwendung: Anleitung

Für die Anwendung des Silikonklebers benötigen Sie nicht viel. Das Wichtigste vor der Anwendung ist die Auswahl der zu klebenden Teile oder der Oberfläche. Beachten Sie bitte, dass Silikonkleber nur genutzt werden sollte, wenn sich verklebten Teile danach nicht mehr viel bewegen. Silikone können schnell brüchig werden, wenn sie Reibung, Dehnung oder viel Bewegung in verschiedene Richtungen ausgesetzt sind. Daher sollten Sie sich vor der Anwendung darüber Gedanken machen, ob Sie wirklich eine Ablage aus Glas basteln wollen, die ständig bewegt wird oder ob sich doch dafür Holz und Leim besser eignen. Gehen Sie bei der Anwendung wie folgt vor:

1. Schritt: Reinigen Sie zuerst einmal die Oberfläche. Damit Silikon kleben kann und nicht aufgrund von Schmutzpartikeln oder Bakterien beschädigt wird, ist eine saubere Oberfläche Pflicht. Zudem sollte die zu klebende Oberfläche frei von Fettablagerungen sein, denn diese können die Klebekraft deutlich mindern. Wenden Sie hierfür am Besten ein einfaches Reinigungsmittel an, das das Material nicht beschädigt.

2. Schritt: Als nächsten Schritt sollten Sie die Oberfläche ebnen, falls dies noch nicht der Fall ist. Glas, Keramik und selbst Kunststoffe sind meist glatt und müssen daher nicht vorbehandelt werden. Falls Sie aber Holz verwenden, müssen Sie dieses zuvor abschleifen, um es so glatt und gerade wie möglich zu bekommen. Bei Papier und Karton sollten Sie darauf achten, dass keine Knicke im Material sind.

3. Schritt: Nun können Sie kleben. Vergleichen Sie die Größen der zu klebenden Flächen und tragen Sie entsprechend Kleber in dünnen Bahnen auf. Je größer die Fläche ist, desto mehr Kleber benötigen Sie, jedoch sollten Sie nicht zu dicke Bahnen verwenden. Diese benötigen zu viel Zeit beim Trocknen und könnten dazu führen, dass etwas verrutscht. Jedoch sind viele dünne Bahnen schnell getrocknet und verfügen über eine hohe Klebekraft.

4. Schritt: Nachdem Sie die Klebstoffbahnen aufgetragen haben, platzieren Sie die Oberflächen oder einzelnen Werkstücke und fixieren diese. Je nach Projekt lohnen sich spezielle Werkzeuge wie ein Schraubstock oder Klammern, damit nichts verrutscht.

5. Schritt: Nun lassen Sie den Silikonkleber aushärten. Auf jeden Fall müssen Sie 24 Stunden warten und danach immer mal wieder überprüfen, ob alles getrocknet ist. Geben Sie dem Material Zeit, sonst können Sie sofort wieder von vorne anfangen.

6. Schritt: Abschließend sollten Sie überschüssiges Silikon entfernen.

Tipp: es ist empfohlen, für Klebearbeiten im Badezimmer und anderen Feuchträumen einen antibakteriellen oder schimmelfreien Kleber auf Silikonbasis zu wählen. Dadurch wird dieser nicht von der Feuchtigkeit angegriffen, die typisch für das Bad ist und kann somit problemlos über Jahre verwendet werden.

Silikonkleber richtig entfernen

Falls Sie den Silikonkleber wieder lösen wollen oder müssen, stehen Ihnen die folgenden Methoden zur Verfügung:

1. Rasierklinge: mit der Rasierklinge lassen sich alle Silikonreste mit etwas Geduld entfernen. Hier sollten Sie besonders vorsichtig vorgehen, damit Sie das Material nicht zerkratzen. Der große Vorteil der Rasierklinge ist die hohe Genauigkeit, mit der Sie vorgehen können. Schaben Sie einfach Stück für Stück das Silikon ab und lassen Sie sich dabei unbedingt Zeit. Diese Methode lässt sich für leicht und komplett angetrockneten Silikonkleber nutzen. Sie können das Silikon zuvor mit Spülmittel etwas einweichen. Dadurch lässt es sich leichter lösen.

2. Silikonentferner: Silikonentferner sind im Handel für etwa 10 Euro zu erwerben und verfügen über eine Zusammensetzung, die effektiv das Silikon auflöst. Dafür wird dieser direkt auf das Silikon aufgesprüht und muss anschließend einwirken. Nach der Einwirkzeit, die sich von Hersteller zu Hersteller unterscheidet, müssen Sie nur noch mit einem fusselfreien Tuch nachwischen. Das Silikon löst sich von selbst, hinterlässt keine Rückstände und Kratzer. Wenn Sie das Silikon so aufgetragen haben, dass es nur schwer von außen zu erreichen ist, weichen Sie Wattestäbchen in Silikonentferner ein und betupfen Sie das Silikon. Diese Methode dauert sehr lange, ist aber die einzige Möglichkeit bei schwer zugänglichen Stellen.

Silikonentferner

Tipp: klassische Hausmittel wie Babyöl bieten sich für die Kleber nicht wirklich an, da diese auf eine hohe Klebekraft ausgelegt sind. Der chemische Silikonentferner funktioniert effektiv und schnell und sorgt dafür, dass Ihre Oberflächen nicht beschädigt werden.

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