Schirmmütze stricken – Anleitung für eine gestrickte Ballonmütze

Schirmmütze stricken, Anleitung für gestrickte Ballonmütze

Es weht ein eisiger Wind, aber gleichzeitig blendet die Sonne – in solchen Fällen ist eine gestrickte Schirmmütze optimal. Der dicke Wollstoff wärmt und der Schirm schützt die Augen. In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen, wie Sie die praktische Kopfbedeckung mit wenig Aufwand selbst stricken.

Eine gestrickte Ballonmütze scheint Ihnen ein schwieriges Projekt zu sein? Weit gefehlt! Wir setzen lediglich voraus, dass Sie rechte und linke Maschen beherrschen und wissen, wie Sie mit einem Nadelspiel stricken. Alle weiteren benötigten Techniken erklären wir Ihnen Schritt für Schritt. Die Schirmmütze stricken Sie in Runden und komplett in einem Stück, sodass keine Nähte nötig sind. Greifen Sie zu den Nadeln und glänzen Sie beim nächsten Spaziergang mit einer schicken neuen Kopfbedeckung!

Material und Vorbereitung

Für eine gestrickte Schirmmütze benötigen Sie ungefähr 200 Gramm Wolle. Damit die Kopfbedeckung optimal wärmt, empfiehlt es sich, auf Material-Mischungen mit Schurwolle zu setzen. Achten Sie beim Kauf zudem darauf, dass sich das Garn problemlos in der Maschine waschen lässt. Hinweise dazu finden Sie auf der Banderole, ebenso wie Angaben zur passenden Nadelstärke. Wir haben für die gestrickte Ballonmütze in dieser Anleitung Stärke fünf und sechs verwendet. Damit ist das gute Stück schon nach zwei Abenden Handarbeit bereit für den Einsatz. Planen Sie rund zehn Euro für das Material ein.

Maschenprobe

Bevor Sie damit beginnen, die Schirmmütze zu stricken, fertigen Sie Maschenproben an. Dadurch stellen Sie sicher, dass das fertige Stück passt. Stricken Sie im Rippenmuster kleine Stücke mit verschiedenen Nadelstärken und finden Sie heraus, mit welchen sich bei Ihrem Strickstil die gewünschte Festigkeit ergibt.

Sie benötigen zwei unterschiedliche Stärken für die gestrickte Ballonmütze: Mit der dickeren sollten Sie Ihre Wolle bequem verstricken können, doch zwischen den Maschen sollten nur kleine Zwischenräume liegen, damit der Wind nicht unangenehm durch die Mütze zieht. Die dünneren Nadeln benötigen Sie für den unteren Rand und den Schirm. Diese Teile müssen sehr fest gestrickt sein, damit die Kopfbedeckung gut anliegt und der Schirm nicht herabhängt. Wir empfehlen einen Millimeter Unterschied zwischen den beiden Stärken.

Nachdem Sie die passenden Stärken ausgewählt haben, messen Sie aus, wie viele Maschen und Reihen Sie mit den dickeren Nadeln stricken müssen, um ein Quadrat von zehn mal zehn Zentimetern zu erhalten. Lassen Sie die erste und letzte Masche der Reihe dabei außen vor, weil diese häufig weiter ausfallen und somit das Ergebnis verfälschen würden. Dehnen Sie das Gestrick beim Messen nicht. Die in dieser Anleitung angegebenen Zahlen sind auf eine Maschenprobe von 18 Maschen und 16 Reihen und einen Kopfumfang von 56 Zentimetern ausgelegt. Weichen Ihre Ergebnisse ab, folgen Sie den Messhinweisen, die in Klammern stehen.

Sie benötigen für eine gestrickte Schirmmütze:

  • 200 g Wolle
  • 2 Nadelspiele in unterschiedlichen Stärken
  • Paar Stricknadeln in der Stärke des dünneren Nadelspiels
  • Wollnadel zum Vernähen

Schirmmütze stricken, Material

Grundlagen

Rippenmuster

Das Rippenmuster ergibt ein festes und gleichzeitig dehnbares Gestrick, welches sich an den Rändern nicht einrollt. Sie arbeiten abwechselnd eine rechte und eine linke Masche. Merken Sie sich: Rechte Maschen bilden hinter der Arbeit ein Knötchen, linke Maschen davor. Auf der jeweils anderen Seite legt sich der Faden zu einer V-Form. In jeder Runde (beziehungsweise Reihe) stricken Sie die Maschen so, wie Sie es in der vorangegangenen Runde sehen. Dadurch bilden die übereinanderliegenden V-Formen Rippen, zwischen denen die Knötchen verschwinden.

Schirmmütze stricken, gestricktes Rippenmuster

Maschen verdoppeln

Stricken Sie eine Masche wie vom Muster gefordert rechts oder links, aber lassen Sie das Glied nicht von der linken Nadel gleiten. Arbeiten Sie dieselbe Masche nochmals in der anderen Strickart. Ihre Maschenzahl hat sich um eins erhöht.

Zwei Maschen zusammenstricken

Stechen Sie in zwei Maschen zugleich ein und stricken Sie beide ab, als wenn es sich um eine Masche handeln würde. Sie können die Masche rechts oder links stricken. Beachten Sie die Struktur der nebenliegenden Maschen, um zu entscheiden. Ziel ist es, das Rippenmuster bei allen Zunahmen und Abnahmen möglichst exakt weiterzuführen, sodass so selten wie möglich zwei gleich gestrickte Maschen nebeneinanderliegen.

Kettrand

Den Kettrand verwenden wir für schöne Kanten am Schirm. Heben Sie die erste Masche in jeder Reihe auf die rechte Nadel, wobei Sie den Faden vor die Arbeit legen. Diese Masche bleibt ungestrickt. Die letzte Masche stricken Sie unabhängig vom Muster immer rechts.

Schirmmütze stricken, gestrickter Kettrand

Schirmmütze stricken

Mütze

Schlagen Sie mit den dünneren Nadeln 82 Maschen an (oder die Maschenzahl, die Sie gemäß Ihrer Maschenprobe brauchen, um auf Ihren Kopfumfang zu kommen).

Schirmmütze stricken, Maschenanschlag

Verteilen Sie die Maschen gleichmäßig auf vier Nadeln des Nadelspiels und schließen Sie die Runde.

Schirmmütze stricken, Maschen auf Nadelspiel verteilt

Stricken Sie im Rippenmuster zwei Reihen (oder bis zwei Zentimeter Höhe), bevor Sie damit beginnen, Maschen für die Ballonform der Mütze zuzunehmen.

Tipp: Stricken Sie die erste Masche auf jeder Nadel fest, damit kein lockerer Übergang zwischen den Nadeln sichtbar wird.

Schirmmütze stricken, Nadelspiel vor Zunahmen

3. Reihe: die erste Masche der ersten und dritten Nadel verdoppeln = 84 Maschen
4. Reihe: die erste Masche der zweiten und vierten Nadel verdoppeln = 86 Maschen
5. Reihe: ohne Zunahmen, danach auf das dickere Nadelspiel wechseln
6. Reihe: die erste Masche der ersten und dritten Nadel verdoppeln = 88 Maschen
7. Reihe: die erste Masche der zweiten und vierten Nadel verdoppeln = 90 Maschen
8. Reihe: ohne Zunahmen
9. Reihe: die erste Masche der ersten und dritten Nadel verdoppeln = 92 Maschen
10. Reihe: die erste Masche der zweiten und vierten Nadel verdoppeln = 94 Maschen
11. Reihe: die erste Masche der ersten und dritten Nadel verdoppeln = 96 Maschen

(Oder wechseln Sie die Nadeln nach insgesamt drei Zentimetern und nehmen Sie bis zu einer Höhe von 6,5 Zentimetern gleichmäßig verteilt 15-20 % der Anfangsmaschenzahl hinzu.)

Stricken Sie bis einschließlich zur 24. Reihe ohne Veränderungen in der Maschenzahl weiter (oder bis Ihr Strickstück 15 Zentimeter hoch ist).

Schirmmütze stricken, Strickarbeit vor Abnahmen

Ab jetzt nehmen Sie für die Spitze der Schirmmütze Maschen ab.

25. Reihe: die ersten beiden Maschen der ersten und dritten Nadel zusammenstricken = 94 Maschen
26. Reihe bis 32. Reihe: die ersten beiden Maschen jeder Nadel zusammenstricken = 4 abgenommene Maschen pro Runde, am Ende 66 Maschen

(Oder stricken Sie gleichmäßig verteilt so viele Maschen zusammen, dass Sie nach 20 Zentimetern Gesamthöhe zirka 20 % weniger Maschen als beim Anschlag auf den Nadeln haben.)

Schirmmütze stricken, Ballonmütze vor dem Zusammenziehen

In der letzten Reihe stricken Sie jeweils zwei Maschen zusammen, sodass sich Ihre Maschenzahl halbiert.

Schirmmütze stricken, Ballonmütze vor dem Zusammenziehen der Maschen

Für den oberen Abschluss der Schirmmütze fädeln Sie den Arbeitsfaden mithilfe einer Wollnadel einmal durch jede Masche. Entfernen Sie die Stricknadeln und ziehen Sie den Faden an, bis sich das Loch komplett geschlossen hat. Vernähen Sie das Ende auf der Innenseite.

Tipp: Falls nach dem Zusammenziehen ein kleines Loch übrigbleibt, nähen Sie es unsichtbar mit dem Faden zu.

Schirmmütze stricken, oberer, zusammengezogener Teil der Mütze

Schirm

Den Schirm stricken Sie in Reihen. Deshalb verwenden Sie kein Nadelspiel, sondern das Paar normale Stricknadeln. Nehmen Sie 36 Maschen (oder die Anzahl, die 22 Zentimetern entspricht) direkt aus der Anschlagkante der Mütze auf. Dazu wickeln Sie das Garn um Ihre Hand, wie Sie es vom Maschenanschlag gewohnt sind. Legen Sie das Strickstück so vor sich hin, dass die Spitze der Mütze zu Ihnen zeigt. Nun stechen Sie mit einer Stricknadel zwischen zwei Maschen in der ersten Reihe des Strickstücks ein.

Beim Rippenmuster erkennen Sie den Zwischenraum leicht: Er liegt zwischen einem Knötchen und einem V. Wickeln Sie wie beim Anschlag das Fadenstück zwischen Zeigefinger und Daumen um die Nadel. Dabei führen Sie die Nadel allerdings nicht durch die Daumenschlinge. Stattdessen ziehen Sie sie zwischen den beiden Maschen wieder zurück. Nun haben Sie eine neue Masche auf der Nadel liegen. Stechen Sie in den Zwischenraum links neben dem ersten ein und wiederholen Sie den Vorgang fortlaufend.

Tipp: Markieren Sie den Maschenbereich mit andersfarbigen Wollfäden, damit Sie beim Aufnehmen nicht mitzählen müssen.

Schirmmütze stricken, Maschen für den Schirm aufnehmen

Arbeiten Sie im Rippenmuster mit Kettrand vier Reihen ohne Abnahmen. In der fünften bis zehnten Reihe stricken Sie auf beiden Seiten die zwei Maschen direkt neben der Randmasche zusammen, das heißt, Sie nehmen insgesamt zwölf Maschen ab. Ketten Sie die restlichen 24 Maschen ab. (Oder arbeiten Sie den Schirm insgesamt sechs Zentimeter lang und nehmen Sie gleichmäßig ein Drittel der Maschenzahl ab.)

Fertigstellen

Vernähen Sie alle Fäden. Führen Sie den Faden vom Schirm dabei neben den Randmaschen bis zur Innenseite der Mütze und befestigen Sie ihn dort.

Tipp: Den Faden vom Anfang der Mütze können Sie verwenden, um die Lücke in der Anschlagkante zu vernähen, die beim Schließen der Runde entstanden ist.

Schirmmütze stricken, fertig gestrickte Ballonmütze

Mögliche Variationen

1. Verzieren Sie Ihre gestrickte Schirmmütze mit Knöpfen, Blümchen oder Ähnlichem. Nähen Sie die Dekoration beispielsweise am Übergang zwischen der seitlichen Kante des Schirms und der Mütze an.

2. Es gibt neben dem Rippenmuster weitere geeignete Muster, in denen Sie die Schirmmütze stricken können. Probieren Sie es beispielsweise im Perlmuster. Dazu stricken Sie in jeder Runde oder Reihe das Gegenteil der Vorreihe, das heißt, auf das Knötchen einer linken Masche kommt das V einer rechten Masche und umgekehrt. Beachten Sie, dass sich die Maße der Maschenprobe je nach Muster erheblich verändern.

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