Rollladen nachrüsten

Gerade ältere Häuser sind vielfach nicht mit Rollläden ausgestattet. In diesem Fall ist es sinnvoll, eine entsprechende Nachrüstung vorzunehmen. Die Maßnahmen dienen nicht nur dem Wohnkomfort sondern auch dem Einbruchschutz. Gleichzeitig profitieren Sie von einer verbesserten Wärmeisolierung. In unserer Anleitung erfahren Sie, welche Vorteile die verschiedenen Ausführungen aufweisen und wie Sie den Einbau vornehmen.

Als erstes müssen Sie sich entscheiden, welche Art von Rollladen Sie einbauen möchten. Sie haben die Auswahl zwischen Aufsatzrollläden, Vorsatzrollläden, elektrischen und manuellen Varianten. Entscheiden Sie sich für einen manuell betriebenen Rollladen, dann kann dieser mit einer Kurbel oder einem Gurt gesteuert werden. Wichtig ist außerdem eine Betrachtung des Rollladenpanzers, da dieser über den Einbruchschutz entscheidet. Besonders in den unteren Stockwerken ist die Gefahr eines Einbruchs bei einem nicht vorhandenen oder zu einfachen Rollladen groß. Wählen Sie daher das Rollladen-Modell mit Bedacht aus.

Rollladen nachruesten

Maße für den neuen Rollladen

Wenn Sie einen Rollladen auswählen, dann müssen Sie zunächst einmal die passende Größe auswählen. Messen Sie hierfür die passenden Maße ab:

  1. Die Breite des Rollladens muss der Fensterbreite beziehungsweise der Türbreite entsprechen. Dabei handelt es sich um das Außenmaß der Fensterrahmens/Türrahmens.
  2. Die Höhe ist davon abhängig, ob Sie einen Vorsatzrollladen oder einen Aufsatzrollladen ausgewählt haben. Außerdem beeinflusst der Anbringungsort die Höhe.
  3. Handelt es sich um einen Aufsatzrollladen, dann messen Sie zunächst einmal die Fensterhöhe ab. Addieren Sie anschließend die Rollladenkastenhöhe.
  4. Handelt es sich um einen Vorsatzrollladen, welchen Sie auf den Rahmen montieren, dann messen Sie die Höhe der Nische ab. Ziehen Sie danach die Höhe des Kastens ab. Von der Nischenbreite müssen Sie 5 Millimeter subtrahieren.
  5. Wenn Sie den Vorsatzrollladen auf dem Mauerwerk montieren, dann müssen Sie die Höhe der Nische abmessen. Addieren zu diesem Wert die Höhe vom Rollladenkasten. Zur Nischenbreite müssen Sie 11 Zentimeter addieren.

Rollladen nachruesten

Aufsatzrollladen oder Vorsatzrollladen

  1. Der Aufsatzrollladen

Ein Aufsatzrolladen wird auf dem Rahmen direkt über der Tür oder dem Fenster angebracht und ist nicht oder nur teilweise sichtbar. Wenn Sie den Rollladen nachträglich einbauen, dann ergeben sich hierbei einige Probleme, die die Anbringung erschweren. Ein großes Hindernis ist es, dass Sie das Fenster ausbauen müssen und einen Teil des Mauerwerks ausstemmen müssen.

Tipp: Wenn Sie das Mauerwerk nicht ausstemmen wollen, dann könnten Sie den Rollladen auch unter dem Sturz einbauen. Jedoch wird die Fenstergröße in diesem Fall verringert.

Der Einbau eines Aufsatzrollladens ist daher nur dann zu empfehlen, wenn Sie eine Modernisierung der Fenster geplant ist und mit dem Nachrüsten der Rollläden kombiniert werden soll.

Vorsatz- und Aufsatzrollladen
Vorsatz- und Aufsatzrollladen
  1. Der Vorsatzrollladen

Der Vorsatzrollladen ist auch als Vorbaurollladen bekannt. Er wird in oder vor die Laibung der Tür oder des Fensters angebracht. Befestigen Sie die Führungsschienen am Mauerwerk oder auch am Blendrahmen. Die Vorteile im Vergleich zum Aufsatzrollladens liegen in dem einfachen Einbau. Gleichzeitig vermeiden Sie Kältebrücken, was der Wärmedämmung zu Gute kommt. Zudem sinkt die Gefahr von Schimmel und Schwitzwasser.

Einbau des Vorsatzrollladens

Diese Materialien benötigen Sie:

  • Rollladen
  • Bohrmaschine mit passenden Bohrern
  • Akku-Schrauber
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Leiter
  • Wasserwaage
  • Metallsäge
  • Hammer
  • Dübel
  • Schrauben

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1 – Entscheidung für den Anbringungsort

Als erstes müssen Sie entscheiden, wie Sie den Rollladen anbringen möchten. In Abhängigkeit von der Tiefe der Laibung können Sie den Rollladen entweder in oder vor die Laibung montieren. Beachten Sie, dass bei einem Einbau in die Laibung eine ausreichende Breite vorhanden sein muss. Es ist wichtig, dass die Führungsschienen für den Rollladenpanzer genügend Spielraum erhalten. Ein weiterer entscheidender Punkt ist, dass Sie bei einem Einbau in die Laibung in den Rahmen Löcher bohren müssen. Außerdem kann es passieren, dass Sie durch den Einbau einen Teil des Fensters verdecken. Ein Einbau vor der Laibung ist unkomplizierter. Allerdings ragt der Kasten hervor und der Abstand zwischen dem Rollladen und dem Fenster ist größer. Dies beeinflusst die Wärmedämmung unter Umständen negativ.

Gut ausmessen
Gut ausmessen

Schritt 2 – Montieren Sie alle Teile nach den Herstellerangaben

Wenn Sie sich für einen Fertigbausatz entschieden haben, dann sind viele der Bauteile bereits vormontiert. Lesen Sie die Anleitung sorgfältig durch und montieren Sie die übrigen Teile nach dem Plan.

Schritt 3 – Anhalten der Führungsschienen

Halten Sie das Gestell der Führungsschienen an die Stelle, wo es montiert werden soll. Richten Sie das Gestell sowohl waagerecht als auch senkrecht genau aus. Markieren Sie nun die Bohrlöcher mit einem Stift.

Bohren

Schritt 4 – Bohren der Löcher.

Legen Sie das Gestell wieder ab und bohren Sie die markierten Löcher vor.

Tipp: Achten Sie auf den richtigen Bohrer, welcher vom Material anhängig ist.

Ein Blick in unser „Tutorial Bohrerarten“ lohnt sich.

Schritt 5 – Setzen Sie die Dübel in die Löcher.

Schritt 6 – Schrauben Sie das Gestell fest. Im Bausatz sind oftmals Spezialschrauben enthalten, die Sie in jedem Fall verwenden müssen.

Schritt 7 –  Anbringen der Abdeckung des Rollladenkastens. Bringen Sie die Abdeckung des Kastens an.

Schritt 8 – Setzen Sie den Motor für den Rollladen ein. Dieser dreht den Rollladen später nach oben und befindet sich meistens seitlich neben der Welle. Elektrische Rollläden verfügen über einen Motor, der den Rollladen später antreibt. Manuelle Varianten sind mit einer Kurbel oder einem Gurt ausgestattet, die das Getriebe bewegen.

Rollladen Kurbel
Rollladen mit Kurbel

Tipp: Achten Sie beim Einbau des Getriebes auf die richtige Drehrichtung. Handelt es sich um eine manuelle Steuerung mittels Kurbel, dann würde ein Anbringen in entgegengesetzter Richtung, dass sich die Drehrichtung der Kurbel ändert. Dies ist zwar kein Funktionshindernis, bedeutet jedoch, dass der Rollladen nicht in die gewohnte Richtung gedreht werden kann.

Schritt 9 – Bringen Sie den Gurtzug/die Kurbel an.

Die Kurbel wird in das Getriebe gesetzt. Im Falle einer Kurbel müssen Sie einen Gurtkasten anbringen und bei den Arbeiten darauf achten, dass der Gurt unter Spannung steht.

Tipp: Schritt 7 bis 9 müssen genau nach den Angaben des Herstellers eingebaut werden, das Vorgehen von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich ist.

Aufbau und Bestandteile von Rollläden

Damit Sie die Rollläden nach der Anleitung einbauen können, müssen Sie den grundsätzlichen Aufbau kennen. Dieser besteht im Wesentlichen aus fünf verschiedenen Bauteilen:

  • Rollladenpanzer
  • Rollladenkasten
  • Rollladenwelle
  • Rollladenantrieb
  • Führungsschienen

Der Rollladenpanzer ist das sichtbare Element der Rollläden. Er besteht aus den Profilen, die mittels Gelenken verbunden sind. Er wird als vorletztes eingesetzt und befindet sich auf der Welle. Die Kosten für den Einbau des Rollladens hängen unter anderem auch vom Material für die Profile ab. Es sind verschiedene Materialien möglich, beispielsweise:

  • Holz
  • Edelstahl
  • Aluminium

Bei den einzelnen Materialien bestehen ebenfalls noch einmal Unterschiede. So werden dünnwandige und dickwandige Aluminiumprofile angeboten. Dünne Ausführungen sind zwar günstiger und leichter im Gewicht, bieten allerdings auch einen geringeren Schutz gegen Einbrecher. Die Vorteile der Kunststoffprofile liegen in der einfachen Pflegemöglichkeit. Auch die Pflege gestaltet sich einfach und unkompliziert. Im Rollladenkasten sitzen der aufgerollte Rollladenpanzer, der Antrieb und die Rollladenwelle.

Tipp: Für einen hohen Einbruchsschutz wählen Sie dickwandige und stangegepresste Rollladenpanzer aus. Am sichersten sind Stahlprofile. Sie kommen vor allem im gewerblichen Bereich vor, da die Kosten wesentlich höher sind.

Außenkasten
Außenkasten

Elektrischen Rollladen nachrüsten

Oftmals ist bereits ein manueller Rollladen vorhanden und es soll nachträglich eine elektrische Variante eingebaut werden. Der Umbau ist in diesem Fall in rund 20 bis 30 Minuten durchgeführt und daher besonders einfach realisiert. Der Vorteil liegt in der unkomplizierten Bedienung, was für ältere wie auch für jüngere Menschen von Vorteil ist.

Tipp: Bei der Auswahl des richtigen Modells müssen Sie nicht nur auf die Leistung sondern auch auf einen geräuscharmen Betrieb achten.

Schritt 1 – Die Auswahl des richtigen Modells

Entscheidend sind die baulichen Voraussetzungen. Messen Sie hierfür die Dimensionen des bereits vorhandenen manuellen Rollladens ab, wobei vor allem die Größe der Welle wichtig ist. Öffnen Sie zum Abmessen zunächst einmal den Rollladenkasten.

Zu den gängigsten Wellenarten gehören die Mini-Elemente (Schlüsselweite 40 mm) und das Maxi-Element (Schlüsselweite 60 mm). Möglich sind aber auch weitere Varianten, wie beispielsweise 50 Millimeter oder 65 Millimeter. Unter der Schlüsselweite wird der Durchmesser der Welle verstanden.

Tipp: Wird die passende Größe nicht angeboten, dann kann gegebenenfalls auch ein Adapter verwendet werden.

Schritt 2 – Lassen Sie den Rollladen komplett ab.

Damit Sie mit den Arbeiten beginnen können, müssen Sie den Rollladen komplett ablassen. Nur so können Sie die Welle entnehmen, da der Rollladen um diese gewickelt ist.

Rollladenkasten
Rollladenkasten

Schritt 3 –  Demontieren Sie die Welle.

Nachdem Sie den Rollladen abgelassen haben, müssen Sie die Welle entnehmen. Diese ist an den Seiten in der Regel eingehakt, kann aber auch mit Schrauben fixiert sein.

Schritt 4 – Führen Sie den Motor in die Welle ein.

Beachten Sie, dass Sie die Adapter-Vertiefung da einschieben müssen, wo der innen liegende Pfalz der Welle ist. Das Bauteil muss bündig mit der Achtkantwelle abschließen.

Schritt 5 – Setzen Sie die Walzenkapsel ein.
Schieben Sie die Walzenkapsel bis zum Anschlag ein.

Schritt 6 – Bauen Sie den Rollladenkasten ein.

Achten Sie beim Einbau darauf, dass Sie das Stromkabel so führen, dass es den Motor auf der Rückseite verlässt. Es darf nicht frontseitig geführt werden. Schieben Sie außerdem die Walzenkapsel in das Kugellager. Fixieren Sie diese Position mit einer Schraube.

Tipp: Kontrollieren Sie an dieser Stelle noch einmal, ob der Motor und die Welle fest im Kasten sitzen.

Schritt 7 – Schalter und Stromanschluss montierenSchalter für elektrische Rolläden

Schritt 8 – Einhängen des Rollladenbehangs

Lassen Sie nun den Rollladenmotor abwärts fahren ohne den Rollladenbehang einzuhängen. Der Motor sollte an der voreingestellten Endlagestelle stoppen. Hängen Sie in dieser Position des Rollladenbehang ein. Im Zubehör-Set müssen passende Aufhängefedern enthalten sein. In Abhängigkeit von der Größe der Welle sind entweder zwei oder auch mehr Aufhängefedern enthalten. Ihre Aufgabe ist die optimale Gewichtsverteilung des Rollladens. Lassen Sie anschließend den Rollladen wieder nach oben fahren.

Schritt 9 – Feineinstellung an der Einstellschraube vornehmen

Als Hilfsmittel zur Feineinstellung dient der Einstellstab. Drehen Sie ihn im Uhrzeigersinn in Plus-Richtung. Der Motor sollte nun die gewünschte obere Endlage erreicht haben.

Tipp: Oftmals ist für die obere Endlage ein Abschluss mit dem Fensterrahmen gewünscht.

Vorteile von Funk für elektrische Rollläden

Wenn Sie einen Rollladen nachträglich einbauen, dann müssen Sie den Antrieb realisieren, für welchen oftmals keine baulichen Vorkehrungen getroffen wurden. Hier ist die Steuerung per Funk eine einfache Möglichkeit. Der Rollladen wird wie beschrieben angebracht und eine Wandsteuerung ist nicht notwendig. Der Antrieb verfügt über Funksteuerung, sodass er direkt nach dem Einbau einsetzbar ist.

Kosten für das Nachrüsten von Rollläden

KostenWenn Sie sich für das Umrüsten eines manuellen auf einen elektrischen Rollladen entscheiden, dann benötigen Sie einen Motor, einen Schalter und ein passendes Zubehör-Set. Die Gesamtkosten liegen in diesem Fall bei rund 50 Euro. Müssen Sie einen kompletten Neueinbau vornehmen, dann eignet sich der Kauf eines Sets, sodass Sie alle benötigten Materialien zur Hand haben. Günstige Pakete sind bereits für rund 150 Euro erhältlich. Wenn Sie auf einen hohen Einbruchsschutz und hochwertige Materialien achten, dann betragen die notwendigen Ausgaben im Minimum 250 Euro.

Tipps für Schnellleser:

  • Aufsatzrollladen aufwendiger beim Nachrüsten
  • Vorsatzrollladen einfacher im Einbau
  • manuelle auf elektrische Rollläden nachrüsten: 50 Euro
  • Einbau neuer Rollladen: 150 bis 250 Euro
  • Maße genau bestimmen
  • Umbau/Nachrüst-Sets verwenden
  • auf die Sicherheit beim Rollladenpanzer achten
  • Einbruchschutz beachten
  • Anleitung des Herstellers berücksichtigen
  • Rollladenmotor bei runter gefahrenem Rollladen einbauen

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