Patentmuster stricken – Anleitung für einfaches & falsches Patent

Patentmuster stricken

Das Patentmuster fällt durch seine charakteristischen Rippen auf. Es ist leicht zu erlernen, weil es nur aus zwei Reihen besteht, die stets wiederholt werden. Neben dem klassischen Muster zeigen wir Ihnen in dieser Anleitung eine Variante, die fast wie Patent aussieht, aber nur aus rechten und linken Maschen gefertigt ist.

Sie möchten gerne einen wärmenden Schal für den Winter stricken, aber die Kanten rollen sich unschön ein? Die in dieser Anleitung beschriebenen Patentmuster schaffen Abhilfe, weil auf diese Weise gefertigte Stücke flach liegen bleiben. Zudem sehen sowohl das echte als auch das falsche Patent auf beiden Seiten identisch aus. Die Muster sind anfängertauglich, denn wir erklären Ihnen eine besonders einfach zu erlernende Variante des echten Patents. Der falsche Doppelgänger besteht ohnehin nur aus rechten und linken Maschen.

Material und Vorbereitung

Um die Muster einzuüben, verwenden Sie am besten ein Garn in mittlerer Stärke, das heißt vier oder fünf. Die Wolle sollte nicht unregelmäßig dick oder flauschig sein, weil die Maschen damit schlechter erkennbar sind. Sobald Sie das Muster beherrschen, können Sie mit verschiedenen Garnen experimentieren. Mit Wolle in Stärke zehn oder zwölf gestrickt, eignet sich Patent wunderbar für kuschelige, wärmende Accessoires für den Winter.

Wir setzen in dieser Anleitung voraus, dass Sie rechte und linke Maschen bereits beherrschen. Für das falsche Patentmuster benötigen Sie keine weiteren Kenntnisse. Beim einfachen Patent erklären wir Ihnen die leichten Techniken, die Sie zusätzlich anwenden müssen. Tauchen in der Beschreibung einer Reihe Sternchen (*) auf, bedeuten diese, dass nur der Teil zwischen den Symbolen fortlaufend wiederholt wird. Die Schritte vor beziehungsweise nach den Sternchen stricken Sie nur am Anfang respektive am Ende der Reihe.

Tipp: Im Patent werden die Strickstücke bei gleicher Maschen- und Reihenzahl deutlich kleiner als glatt rechts gestrickte Arbeiten. Fertigen Sie daher unbedingt eine Maschenprobe an, bevor Sie die hier beschriebenen Muster für ein Projekt verwenden, bei dem es auf die passenden Maße ankommt.

Sie benötigen:

  • glatte Wolle
  • zur Garnstärke passende Stricknadeln

Strickanleitung

Einfaches Patentmuster

Wir zeigen Ihnen hier eine Variante des Patents, die besonders einfach zu stricken ist. Anders als bei anderen Arten entsteht der plastische Effekt nicht durch tiefergestochene Maschen. Stattdessen bilden sich die typischen Rippen durch abgehobene und zusammengestrickte Maschen sowie Umschläge. Diese drei Techniken sind sehr leicht zu erlernen. Für das beschriebene Muster benötigen Sie eine durch drei teilbare Maschenzahl und eine zusätzliche Masche. Schlagen Sie zum Ausprobieren beispielsweise 22 oder 25 Maschen an.

Einfaches Patentmuster stricken

Eine Masche links abheben

Lassen Sie die Masche von der linken auf die rechte Nadel gleiten, ohne sie dabei zu stricken. Legen Sie den Faden dabei auf die Ihnen zugewandte Seite der Arbeit.

Zwei Maschen rechts zusammenstricken

Mit dieser Technik reduzieren Sie die Maschenzahl um eins. Nehmen Sie zwei Maschen gleichzeitig mit der rechten Nadel auf und stricken Sie beide zusammen wie eine rechte Masche ab.

Umschlag

Durch einen Umschlag entsteht eine neue Masche. Legen Sie den Faden einmal von vorne nach hinten über die rechte Stricknadel, bevor Sie normal weiterarbeiten.

So stricken Sie das einfache Patentmuster:

1. Reihe: 1 Masche links abheben, *2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Umschlag, 1 Masche links abheben,* 2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Masche rechts stricken

2. Reihe: 1 Masche links abheben, *1 Umschlag, 1 Masche links abheben, 2 Maschen rechts zusammenstricken,* 1 Umschlag, 1 Masche links abheben, 1 Masche rechts stricken

Patentmuster stricken

Stricken Sie die beiden beschriebenen Reihen fortlaufend.

Einfaches Patentmuster stricken

Tipp: Wenn Sie wissen möchten, wie viele Reihen Sie bereits gestrickt haben, zählen Sie die hervorstehenden rechten Maschen. Beachten Sie dabei, dass jede dieser Maschen zwei Reihen entspricht.

Patentmuster stricken

Falsches Patentmuster

Es handelt sich um ein Rippenmuster, das sich wie eine Ziehharmonika zusammenzieht und dadurch dem echten Patent ähnelt. Anders als letzteres lässt sich das hier beschriebene Muster dehnen und wird dabei komplett flach. Der Vorteil des falschen Patents ist, dass es ohne besondere Techniken auskommt. Es wird nur aus rechten und linken Maschen gefertigt. Schlagen Sie eine Maschenzahl an, die durch vier teilbar ist sowie eine Zusatzmasche. Für ein Läppchen zu Übungszwecken sind 21 oder 25 Maschen ein guter Wert.

Falsches Patent stricken

So stricken Sie das falsche Patentmuster:

1. Reihe: 2 Maschen rechts, *1 Masche links, 3 Maschen rechts,* 1 Masche links, 2 Maschen rechts

2. Reihe: 1 Masche links, *3 Maschen rechts, 1 Masche links*

Falsches Patent stricken

Wiederholen Sie die beiden Reihen abwechselnd.

Falsches Patentmuster stricken

Sehen Sie den Unterschied zum einfachen Patentmuster?

Falsches Patentmuster stricken

Zweifarbige Variante

Stricken Sie das einfache Patent wie beschrieben und wechseln Sie nach jeder Reihe die Farbe. Schneiden Sie den Faden dabei nicht ab, sondern lassen Sie ihn hängen, bis Sie ihn wieder brauchen. Auf jeder Seite des fertigen Gestricks dominiert eine Farbe. In dieser erscheinen die Rippen, während die zweite Farbe dazwischen in den Hintergrund tritt. Auf der anderen Seite sind die Farben vertauscht. Diese Variante funktioniert nur, wenn Sie in Runden arbeiten. Beim Stricken in Reihen wäre der herabhängende Faden der als nächstes benötigten Farbe stets am falschen Ende.

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