Als Zimmerpflanze beherrscht sie die Szene und schafft eine Aura exotischer Pflanzenpracht. Die Palmlilie punktet mit einer majestätischen Statur und genügsamer Anspruchslosigkeit. Wo die Platzverhältnisse es erlauben, streckt sich die Yucca elephantipes eindrucksvoll bis zur Decke, trumpft auf mit mehreren Stämmen und mächtigen Kronen. Erfahren Sie hier, auf welche Aspekte der Pflege es im Zimmer wirklich ankommt.

Palmlilie, Yucca elephantipes 

Mit einer Palmlilie hält grüne Lebendigkeit Einzug in große Wohnräume, repräsentative Eingangshallen und großflächige Büros. Damit eine Yucca elephantipes ihre Aufgabe als majestätisches Gestaltungselement kreativer Innenarchitektur über viele Jahre erfüllt, bedarf es keiner umfangreichen Pflegeaufwendungen. Tatsächlich liegt die Messlatte für die fachgerechte Kultivierung auf Anfänger-Niveau. So verwundert es wenig, dass Riesen-Palmlilien ganz oben auf der Beliebtheitsskala der besten Zimmerpflanzen rangieren. Erkunden Sie hier alle elementaren Aspekte für eine gekonnte Pflege im Zimmer, die aus dem exotischen Gewächs das Beste herausholen.

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Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
  • Beheimatet in Mexiko
  • Mehrjährig, immergrün und verholzend
  • Wuchshöhe als Zimmerpflanze: 200 bis 500 cm
  • Kronenform: Rosetten-artig mit bis zu 40 cm langen Schwertblättern
  • Bildet mehrere Stämme aus der verdickten Basis
  • Weiße Glockenblüten von August bis September ab 5 Jahren
  • Bildung von Kapselfrüchten im Samen nach der Blüte
  • Temperaturminimum: 10 Grad Celsius

Pflege im Zimmer

Eingewandert aus den warmen Gefilden Mexikos, gedeiht die Palmlilie in Europa vorwiegend im mediterranen Raum unter freiem Himmel. In den hiesigen Regionen steht die Yucca elephantipes sinnvollerweise als Zimmerpflanze hoch im Kurs. Wie Sie der folgenden Anleitung zur Pflege entnehmen können, birgt die mächtige Pflanze selbst für Anfänger keine Stolpersteine im Rahmen der Kultivierung. Stattdessen verzeiht das palmenähnliche Spargelgewächs das eine oder andere Versäumnis, solange die folgenden Rahmenbedingungen beherzigt werden.

Standort

Die Herkunft deutet bereits an, dass die Riesen-Palmlilie in Bezug auf die Licht- und Temperaturverhältnisse im Zimmer Wert auf exotische Bedingungen legt. So sollte der Standort beschaffen sein:

  • Helle bis sonnige Lage ohne pralle Mittagssonne
  • Idealerweise ein tagessonniger Nord-West-Standort statt einer sonnenexponierten Südlage
  • Temperaturen zwischen 10 und 28 Grad Celsius

Fehlt es einer Yucca elephantipes an Licht, neigt sie zur Bildung von Geiltrieben. Schlimmstenfalls neigt sich ein kompletter Stamm der Sonne entgegen, was dem dekorativen Erscheinungsbild nicht zuträglich ist.

Tipp: Lässt eine Palmlilie die Blattspitzen herabhängen, ist der Standort zu dunkel gewählt.

Substrat

Da die Riesen-Palmlilie ein langsames Wachstum an den Tag legt, verbringt sie eine lange Zeit in ihrem jeweiligen Substrat. Schenken Sie daher einer ausgewogenen Zusammensetzung Ihre Aufmerksamkeit, denn in handelsüblicher Blumenerde werden Sie nicht viel Freude an Ihrer Pflanze haben. Mischen Sie das perfekte Substrat ganz einfach selbst, denn die Herstellung ist vollkommen unkompliziert. Als Belohnung kommen Sie in den Genuss einer spektakulären Zimmerpflanze, dauerhaft gesund, vital und wüchsig, sofern die übrigen Pflegeanforderungen ebenfalls erfüllt werden. Diese Rezeptur hat sich bewährt:

  • 5 Teile Kübelpflanzenerde aus dem Gartencenter
  • 4 Teile gute Garten- oder Ackererde, gerne mit hohem Tonanteil
  • 1 Teil gewaschener Quarzsand
  • 1 Teil Lavagranulat, Bims oder Perlite

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Dank dieser Zusammenstellung ergibt sich automatisch der ideale pH-Wert von 6,0 bis 7,0, der sich vorteilhaft auf das Wachstum einer Palmlilie auswirkt. Sofern Sie sich für den Erwerb eines fertigen Substrats entscheiden, dürfte der pH-Wert auf der Verpackung nachzulesen sein. Wählen Sie eine hochwertige, strukturstabile Kübelpflanzenerde mit geringem Torfanteil. Je mehr Torf enthalten ist, desto schneller sackt die Erde zusammen, verdichtet und behindert die Ausbreitung der Wurzeln.

Tipp: Garten- oder Ackererde sollte vor einer Verwendung sterilisiert werden. Um sicherzustellen, dass sich darin keine Krankheitserreger oder Schädlinge befinden, stellen Sie das Substrat für 20 Minuten bei 180 Grad in den Backofen.

Gießen

Während einer Vegetationsperiode darf das Substrat nicht austrocknen. Gießen Sie daher regelmäßig und reichlich, sodass das Wasser bis an den Kübelboden gelangt. Eine tägliche Daumenprobe zeigt an, wann Gießbedarf besteht. Fühlen sich die oberen 3-5 Zentimeter des Substrats trocken an, wird gewässert. Um dem leicht sauren pH-Wert Rechnung zu tragen, bietet sich die Verwendung von gesammeltem Regenwasser oder Teichwasser an. Zumindest sollte Leitungswasser einige Tage abstehen.

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Damit sich im Wurzelballen keine Staunässe bilden kann, wird ein Untersetzer spätestens nach 20 Minuten entleert. Hat die Riesen-Palmlilie an Gewicht zugenommen, beugen Standfüße unter dem Kübel sich bildender Staunässe vor und fördern zugleich eine Belüftung des Substrats von unten her.

Die fachgerechte Wasserversorgung dieser exotischen Zimmerpflanze beinhaltet nicht das wiederholte Einsprühen des Laubs. Vielmehr kommt eine Yucca selbst mit trockener Heizungsluft noch bestens zurecht.

Düngen

Der Nährstoffbedarf befindet sich auf mittlerem Niveau. Düngen Sie die Zimmerpflanze von April bis Oktober alle 14 Tage mit einem mineralisch-organischen Flüssigdünger für Grünpflanzen, sind die Erwartungen in diesem Punkt erfüllt. Wichtig zu beachten ist, dass Dünger niemals auf angetrocknetes Substrat appliziert wird. Gießen Sie daher im Zweifel zunächst mit klarem Wasser und lassen den Dünger folgen.

Schneiden

Liebevoll gepflegt, gedeiht eine Palmlilie als Zimmerpflanze über viele Jahre lang. Im Laufe der Zeit erreicht sie dabei Ausmaße, die das zur Verfügung stehende Platzangebot sprengen. Zudem kann nach etlichen Jahren der Wunsch nach einer Verjüngung dieses mächtigen Exoten gerechtfertigt sein. Wie gut, dass sich ein Rückschnitt so unkompliziert realisieren lässt. In diesen Schritten gehen Sie dabei vor:

  • Das ideale Zeitfenster ist geöffnet von Ende März bis Anfang Mai, nachdem die Winterruhe beendet ist
  • Geeignete Werkzeuge sind eine Laubsäge, ein scharfes Brotmesser und ein Küchenmesser mit glatter Schnittfläche
  • Den beanstandeten Stamm-Trieb bis zur gewünschten Höhe einkürzen
  • Die Schnittfläche mit dem Küchenmesser begradigen
  • Die Wundränder mit Baumwachs versiegeln, wobei das Zentrum frei bleibt

Es ist vollkommen normal, wenn Sie vor diesem radikalen Schnitt zögern. Bedenken Sie indes die botanische Beschaffenheit einer Yucca elephantipes. Ihr Habitus erscheint nur optisch wie eine Palme. Tatsächlich haben Sie ein Spargelgewächs vor, das – im Gegensatz zu einer echten Palme – über zahlreiche Vegetationspunkte entlang des Stamms verfügt. Aus diesen ruhenden Augen treibt die Riesen-Palmlilie nach dem Rückschnitt wieder aus.

Vermehren

Hand in Hand mit einem Rückschnitt geht die einfach zu praktizierende Vermehrung. Jedes gesunde Stammsegment mit einer Länge von 20-30 Zentimetern hat das Zeug zu einer eigenständigen Palmlilie. Wichtigste Voraussetzung für den erfolgreichen Verlauf ist die Markierung der Polarität, bevor der Schnitt angesetzt wird. Die so gewonnen Stamm- oder Kopfstecklinge behandeln Sie nach dieser Anleitung:

  • Kleine Töpfe füllen mit magerer Anzuchterde oder einem Torf-Sand-Gemisch
  • Unter Beachtung der bisherigen Wuchsrichtung in jeden Topf einen Steckling zur Hälfte einsetzen
  • Mit zimmerwarmem, kalkfreiem Wasser gießen und einer transparenten Haube versehen

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Auf der halbschattigen, warmen Fensterbank geht die Bewurzelung zügig vonstatten. Das Substrat wird dabei konstant leicht feucht gehalten. Erscheint ein frischer Austrieb, hat die Abdeckung ihre Aufgabe erfüllt. Sobald das Anzuchtgefäß vollständig durchwurzelt ist, topfen Sie die junge Palmlilie um in das empfohlene Substrat.

Vermehren in Querlage

Lässt sich die ursprüngliche Wuchsrichtung eines Stammstecklings nicht mehr nachvollziehen, ist damit der Plan einer Vermehrung längst noch nicht gescheitert. Dieses Manko gleichen Sie aus, indem Sie die Stammsegmente kurzerhand quer einpflanzen. Dabei dürfen diese nicht vollständig mit Substrat bedeckt sein. Während sich aus den unterirdischen Knoten ein Wurzelgeflecht entwickelt, entsprießen den oberirdischen Augen senkrechte Triebe. Ansonsten gestaltet sich die weitere Pflege ebenso, wie bei normalen Stecklingen.

Kindel für die Nachzucht

Um eine Yucca elephantipes zu vermehren, ist ein Schnitt in die dekorativen Stämme nicht zwingend. Stattdessen behalten Sie den Wurzelbereich im Auge, denn hier bilden sich an gut etablierten Palmlilien Kindel. Dabei handelt es sich um vollständig entwickelte Jungpflanzen in Gestalt von Nebensprossen, die nur noch ein wenig aufgepäppelt werden. So handhaben Sie es fachgerecht:

  • Ein geeigneter Nebenspross verfügt über mindestens 5 eigene Blätter
  • Mit einem scharfen, desinfizierten Messer abschneiden
  • Einpflanzen in einen feuchten Mix aus Komposterde und Quarzsand

Bis zum nächsten frischen Austrieb platzieren Sie den Topf am halbschattigen, warmen Standort und gießen regelmäßig. Ist die Wurzelbildung abgeschlossen, pflanzen Sie Ihren Zögling um in Pflanzerde für eine adulte Palmlilie.

Tipp: Verweilt die Yucca elephantipes ganzjährig im Zimmer, sind keine gesonderten Vorkehrungen für eine Überwinterung zu treffen. Einzig der reduzierte Bedarf an Gießwasser wird berücksichtigt und von November bis März nicht gedüngt.

Umtopfen

Der Wechsel in ein größeres Pflanzgefäß steht für die Riesen-Palmlilie nur alle 2-3 Jahre auf dem Pflege-Plan. Wachsen die Wurzeln aus der Bodenöffnung des Kübels heraus, ist die Zeit gekommen. Überdies ist es ratsam, eine frisch geschnittene Palmlilie umzutopfen, um die Regeneration zu unterstützen. Der beste Zeitpunkt für diese Maßnahme ist unmittelbar nach der Winterruhe im März oder April. In diesen Schritten gelingt das Umtopfen vorbildlich:

  • Die Palmlilie in den Tagen zuvor nicht wässern
  • Im neuen Kübel über dem Wasserablauf eine Drainage ausbreiten
  • Geeignete Materialien sind Splitt, Tonscherben, Kies oder Blähton
  • Das frische Substrat zu einem Drittel einfüllen, um mit der Faust eine Mulde hinein zu drücken
  • Die Yucca elephantipes austopfen und das ausgediente Substrat entfernen

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Während eine helfende Hand die Riesen-Palmlilie mittig im Kübel stützt, füllen Sie das frische Substrat zwischen den Wurzeln ein. Dabei drücken Sie die Erde wiederholt an, damit sich keine Luftlöcher bilden. Von Vorteil ist ein Gießrand, damit später kein Schmutzwasser überschwappt.

Krankheiten und Schädlinge

Als Zimmerpflanze wird die Palmlilie nur selten heimgesucht von Krankheiten. Allerdings zählt sie zum bevorzugten Beuteschema von Woll- und Schmierläusen. Behalten Sie daher Ihre Yucca im Auge, denn bei den ersten Symptomen sollten Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Sind kleine wattige Erhebungen auf den Blättern und in den Blattachseln zu erkennen, begleitet von weißlichen Gespinsten, versprechend diese Mittel eine erfolgreiche Bekämpfung:

  • Im ersten Schritt befallene Zimmerpflanzen isolieren, um eine Ausbreitung zu verhindern
  • Einen weichen Lappen mit Spiritus tränken, um die Läuse abzuwischen
  • Im frühen Befallsstadium die Schädlinge einzeln mit hochprozentigem Alkohol betupfen
  • Wenn möglich, die infizierte Palmlilie über Kopf mit Wasser wiederholt abbrausen

Sollte Ihnen die Verwendung von Alkohol an den weichen Blättern zu heikel sein, behandeln Sie das Laub mit einer Lösung aus Paraffinöl. Hierzu geben Sie auf 1 Liter kalkfreies Wasser 12 Gramm Paraffinöl und mischen alles kräftig durch. Mit diesem Mix sprühen Sie die Yucca elephantipes alle 2-3 Tage vollständig ein.

Die Durchschlagskraft von Hausmitteln zur Bekämpfung von Woll- und Schmierläusen wird potenziert durch den anschließenden Einsatz von Nützlingen. Die natürlichen Gegenspieler, wie Florfliegenlarven, Schlupfwespen und australische Marienkäfer machen solange Jagd auf die restlichen Exemplare, bis keines mehr übrig ist. Der Griff zu chemischen Insektiziden an einer Yucca im Zimmer ist somit nicht indiziert.

Genauere Informationen und Tipps zur Bekämpfung von Woll- und Schmierläusen finden Sie hier: Woll- und Schmierläuse bekämpfen

Fazit

Die Palmlilie zählt zu den Titanen unter den Zimmerpflanzen. Ist sie erst einmal ausgewachsen, raubt uns ihre majestätische Statur den Atem. Erstaunlicherweise liegt die Messlatte für eine erfolgreiche Kultivierung nicht hoch. Wie diese Anleitung für die Pflege im Zimmer beweist, stellt eine Yucca elephantipes selbst den Einsteiger in die Hobbygärtnerei vor keine unüberwindlichen Hürden. Die fachgerechte Wahl eines sonnigen Standortes, ergänzt durch einen ausgewogenen Wasser- und Nährstoffhaushalt, schafft beste Voraussetzungen. Wer sich zudem die Mühe macht, das Substrat selbst zu mischen nach der hier vorgestellten Rezeptur, wird belohnt mit einem Prachtexemplar. Ein fälliger Rückschnitt oder die Vermehrung mittels Kindel oder Stecklinge geht dann ebenso leicht von der Hand. Listige Schädlinge und Krankheiten haben bei einer liebevoll gepflegten Riesen-Palmlilie schlechte Karten.

Tipps für Schnellleser:

  • Heller, sonniger Standort
  • Warm mit Temperaturen zwischen 10 und 28 Grad Celsius
  • Strukturstabiles, humoses, gut durchlässiges Substrat
  • Idealerweise ein pH-Wert von 6,0 bis 7,0
  • Mäßig gießen mit kalkarmem Wasser nach einer Daumenprobe
  • Einsprühen der Blätter nicht erforderlich
  • Von April bis Oktober alle 14 Tage flüssig düngen
  • Rückschnitt bei Bedarf von März bis Anfang Mai
  • Keine gesonderte Überwinterung geboten
  • Vermehren durch Stammstecklinge, Kopfstecklinge oder Kindel
  • Alle 2-3 Jahre umtopfen im März oder April
  • Unverzichtbar ist eine Drainage am Topfboden
  • Krankheiten sind im Zimmer selten
  • Häufige Schädlinge: Woll- und Schmierläuse
  • Effektive Bekämpfung mit Hausmitteln möglich
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Feli
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