Ob einheimische oder fremde Schädlinge am Olivenbaum knabbern, wenn sie zu viel werden, müssen Sie etwas tun. Im Artikel erfahren Sie, wie Sie Wollläuse und Schildläuse und andere Pflanzenläuse loswerden, ohne sich selbst oder Ihre Umwelt zu vergiften.Olivenbäume werden wie alle Pflanzen im Übermaß von Schädlingen geplagt, wenn sie zu schwach für entschiedene Gegenwehr sind. Beim Olivenbaum in Deutschland kein ganz unwahrscheinliches Szenario, aber Sie können Wollläuse und Schildläuse loswerden:

Einheimische Schädlinge

Diese „altvertrauten“ Schädlinge naschen auch gerne an Olivenbäumen:

1. Blattläuse
Blattläuse fressen Blätter und hinterlassen Honigtau auf den Blättern, sie sind erst einmal Nützlinge und keine Schädlinge, Honigtau ernährt nämlich viele andere wichtige Insekten, z. B. Florfliegen, Marienkäfer Schlupfwespen, manche Bienen und Vögel. Wenn sie sich zeitweise voller Frühlingsgefühle vermehren, hält eine kräftige Olive das ohne Schaden aus.

Auf sehr schwachen Olivenbäumen können Blattläuse zu viel werden (nicht richtig, eigentlich bekommt ein Teil der Nachkommen Flügel und wandert weiter). Dann können Sie die Blattläuse bekämpfen, bis die Olive wieder genug eigene Abwehrkraft hat. Aber bitte durch Abduschen und nicht mit Chemie, damit machen Sie auch gleich den letzten blattlausfressenden Nützling platt.

2. Wollläuse
Mit den Wollläusen (Schmierläuse, Pseudococcidae, Familie Schildläuse) verhält es sich ähnlich wie mit den Blattläusen, auch sie sind nicht zum Gärtner ärgern auf der Welt, sondern ernähren mit Honigtau (und mit sich selbst) andere, oft nützliche Kleintiere.

Deshalb gilt auch für sie: Erst mal mechanisch angehen, abduschen usw., Pflanze stärken und abwarten. Wenn die Wollläuse nicht irgendwann weniger werden, bekämpfen wie nachfolgend beschrieben:

Blattläuse und Wollläuse im Winterquartier

Für Olivenbäume ist das Winterquartier gewöhnlich keine traumhafte Umgebung. Die ungewohnte Ruhepause und das ganze Klima bei uns schwächen sie, ein gefundenes Fressen für Pflanzenläuse, die auch nicht gerne frieren.

Wenn Sie in der Vegetationsruhe Läuse/Eier sichten, werden auch die erst einmal in reiner Handarbeit (Handfeger, Bürste, Abduschen) reduziert, wachshäutige Wollläuse können mit alkoholgetränkten Wattestäbchen „aufgelöst“ werden.

Reicht das nicht, können Sie die Oliven mit Ölpräparten besprühen, die Läuse ersticken im Ölfilm (aber nicht jede Art). Die Öl überlebenden Läuse können mit Australischen Marienkäfern (Cryptolaemus montrouzieri) dezimiert werden.

Sichten Sie an den Wurzeln unterirdisch lebende Schmierläuse in großen Mengen, wird die Wurzel ausgegraben und gewaschen, dann in verdünnte Insektizidlösung getaucht und in neue Erde umgetopft.

Einige systemische Insektizide sind gegen Pflanzenläuse zugelassen, aber auch giftig, Anwendung in Innenräumen ist nicht empfehlenswert. Im Winterquartier wirken sie auch nicht richtig, da der Pflanzenstoffwechsel heruntergefahren ist. Also wenn erst im Frühjahr anwenden, im Freien erledigt sich das Problem aber häufig mit Hilfe von Fressfeinden.

Fremde Schädlinge

Importierte Olivenbäume können Schädlinge mitbringen:

1. Olivenschildlaus: siehe Blattläuse, Wollläuse

2. Die Olivenfruchtfliege Bactrocera oleae ist in Olivenhainen ein gefürchteter Schädling. Sie selbst wäre eher harmlos, kann aber die Tuberkelkrankheit übertragen.

Deshalb sollten Sie die Olivenfruchtfliege bekämpfen, mechanische Mittel und ev. Pestizide nennt Ihnen ihr Pflanzenschutzamt.

Olivenfruchtfliegen breiten sich vor allem in feuchter Umgebung aus, der Olivenbaum sollte ziemlich trocken gehalten und ggf. luftig ausgelichtet werden. Wenn er bereits Früchte ansetzt, sollten diese entfernt werden, sie sind meist voll von Fliegeneiern.

Tipp: Schädlinge können zu Ihnen ins Haus kommen, wenn ein Händler nicht fachkundig arbeitet. Ansonsten werden Schädlinge nicht von alleine zum Ärgernis, sondern nehmen nur bei geschwächten Pflanzen bedrohliche Ausmaße an. Überprüfung der Pflege und Pflanzenstärkung sollten deshalb noch vor jedem Gedanken an Schädlingsreduzierung bzw. -bekämpfung in Angriff genommen werden.

Stärkung des Olivenbaums

Wenn Sie keine Schädlinge mit gekauft haben, sondern einheimische Schädlinge den Olivenbaum ärgern, ist jetzt wie gesagt dringend vorbildliche Pflege und Pflanzenstärkung an der Reihe.

Die Kulturbedingungen sollten Punkt für Punkt überprüft werden, Licht und Luft und Bewässerung und Nährstoffversorgung.

Dann sollten Sie bei Fachleuten nachfragen, welche Pflanzenstärkungsmittel die jeweilige Olivensorte am liebsten mag, es ist nicht sicher, dass sie unsere heimischen Brühen wie Brennnessel und Schachtelhalm schätzt. Wenn Sie wissen, was Sie nehmen können, hat der Olivenbaum eine Besonderheit zu bieten: Olivenbäume können Nährstoffe über ihre Rinde aufnehmen, Sie können also den ganzen Baum rundum bespritzen, durch eine solche Regenerationskur wird er bestimmt bald wieder fit.

Tipp: Ob spät bemerkt oder mitgekauft, wenn der ganze Olivenbaum voller Eier sitzt, lassen die sich manchmal nicht sehr gut abduschen. Wenn Sie keine Lust haben, jedes Blatt und jeden Ast abzuwaschen, könnten Sie es bei der Schnäppchen-Olive für ein paar Euro mit einer Radikalkur versuchen: Olive bis auf ein paar kräftige Zweige runtersäbeln, Wurzel nackt machen und auch ein wenig beschneiden, alles superrein waschen und in einen neuen Topf mit neuer Erde setzen (Reste im Plastiksack sammeln und geschlossen entsorgen).

Ein Olivenbaum kann sowas überleben, gerade dieser „kämpferische“ Olivenbaum könnte ein richtig kräftiger Baum werden.

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