Im Artikel erfahren Sie, wie die optimale Umgebung des Olivenbaums aussieht und wie Sie in unserem Klima möglichst nah an diese optimale Umgebung herankommen.Alle Pflanzen brauchen grundsätzlich dieselben Stoffe zum Wachsen; nicht alleine Humus, wie man noch rund 2.000 Jahre nach der von Aristoteles aufgestellten Humustheorie dachte. Sondern viele verschiedene Elemente, je nach Pflanze in unterschiedlichen Mengen und in einem Umfeld, in dem alle Elemente aufgenommen und verarbeitet werden können.

Die Pflege des Olivenbaums

Pflanzen brauchen je nach den Bedingungen, unter denen ihre evolutionäre Entwicklung stattfand, die gleichen Stoffe, aber in unterschiedlichen Mengen. Und es geht nicht nur um das Element selbst, sondern auch darum, wie leicht die Pflanze an den Stoff herankommt. Das braucht die Olive:

1. Licht
Alle Anbaugebiete des Olivenbaums liegen zwischen dem 30. und 45. Breitengrad (oder noch näher am Äquator). Vom 30. bis zum 45. Breitengrad liegt die Sonnen-Globalstrahlung zwischen 2000 und 1200 kWh/m² pro Jahr. Deutschland liegt zwischen dem 47. und 55. Breitengrad Nord, bei uns lieferte die Sonne statistisch nur 1.000 bis 800 kWh pro m²/Jahr, je mehr nördlich, desto weniger. Nicht nur für den Flensburger mit Solaranlage ein Problem, sondern auch für jeden deutschen Olivenbaum.

2014 empfing Deutschland mehr Sonne: Zwischen 936 und 1.225 kWh/(m² · a), im Zuge der Klimaerwärmung kann die Südspitze Deutschlands die Lichtansprüche eines Olivenbaums gerade so erfüllen. Diese Werte sind aber keine Versprechen, die Wärmeansprüche des Olivenbaums sind im Freien nur mit einigem Aufwand zu erfüllen. Olivenbäume werden deshalb meist im Kübel und einen guten Teil des Jahres hinter Fenster gehalten, wo es noch einmal ein gutes Stück dunkler ist.

Deshalb bräuchte der Ölbaum auch südlich von München zusätzliche Beleuchtung für optimale Photosyntheseraten; nördlich von München sowieso.

Tipp – Fast jede Pflanze wächst in Innenräumen auf Sparflamme, weil Fensterscheiben (unterschiedlich große) Lichtanteile „schlucken“. Pflanzenbeleuchtung verursachte bisher hohen Energie- und Kostenauswand, heute gibt es LED-Pflanzenlicht, das die Pflanzen mit wenigen Watt versorgt.

2. Wasser
Olivenbäume wachsen bei Jahresmitteltemperaturen von 15-20 °C und Jahresniederschlägen von 500-700 mm am besten, besiedeln v. a. bergige Küsten mit tiefgründigen Böden und subhumidem Klima. Dort regnet es weniger als in (unserem) humidem Klima, aber genug, um einheimische Pflanzen ohne Bewässerung erntereif zu bekommen. Jahresmitteltemperatur 15-20 °C bedeutet, dass eine Menge Regen verdunstet; Wachstum am Berghang bedeutet, dass Niederschlag teilweise abläuft. Olivenbäume wachsen in ziemlich trockenen Böden, kommen zur Not mit nur 200 mm Jahresniederschlag aus, nasse Füße kennen Sie nicht.

Im Deutschland fallen durchschnittlich 760 mm Regen, die Jahresmitteltemperatur liegt bei 8 °C. Mehr Niederschlag, von dem weniger verdunstet – Olivenbäume mit Standort im Freien brauchen kaum Bewässerung und einen funktionierenden Ablauf im Kübel; beim Gießen von Olivenbäumen in Innenräumen ist im Vergleich zu einheimischen Pflanzen deutliche Zurückhaltung angesagt.

3. Luft
„Verbrauchte Luft“ ist für Pflanzen wirklich verbraucht, weil sie Luftelemente für die Photosynthese nutzen, deshalb sollten Räume mit Pflanzen täglich (je nach Anzahl Pflanzen mehrfach) gelüftet werden. Wenn Sie schon in einem Neubau/sanierten Altbau leben, für den ein bauliches Lüftungskonzept erstellt wurde, muss die Lüftungsanlage vermutlich gelegentlich auf Intensivlüftung gestellt werden, ansonsten gilt: Stoßlüften, Fenster weit öffnen, ev. Verbindungstüren aufmachen, nach 5 min schließen, bewirkt den besten Luftaustausch (aber bitte keinen „Sturm“ oder kalte Zugluft einlassen)

4. Nährstoffe = Dünger
Die Wurzeln bedienen sich umfassend im Gemisch aus Mineralien, organischer Masse, Luft und Wasser, das wir Erde nennen: An organischem Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und den Hauptnährelementen Phosphor, Kalium, Schwefel, Calcium und Magnesium. Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Chlor, Bor und Molybdän müssen als essentielle Spurennährstoffe in geringen Mengen zugeführt werden. Wahrscheinlich gibt es weitere nützliche/nötige Elemente, die Einflüsse von Mikroorganismen + weiteren Substratwirkstoffen werden gerade erst untersucht.

Immerhin weiß man heute, dass Pflanzen in gesundem Boden, denen genug Wasser und Luft zur Verfügung steht, mit fast allem versorgt werden; nur Stickstoff, Phosphor und Kalium (und das eine oder andere Spurenelement) können bei kräftigem Wachstum knapp werden, die Grundbestandteile jedes Volldünger (NPK; N Stickstoff, P Phosphor, K Kalium).

Auch wieder in sehr unterschiedlichen Mengen:

  • Was eine Pflanze braucht, wird durch Betrachtung des Naturbodens und Experimente mit unterschiedlichen Nährstoffversorgungen erforscht
  • Der Naturboden der Oliven ist eher karg
  • Bei den Experimenten haben Pflanzenforscher folgerichtig herausgefunden, dass ungedüngte Oliven die meisten Wurzeln entwickeln
  • Wachstum und Ertrag der Ölbäume ließen sich durch NPK-Dünger kaum beeinflussen
  • Am besten wuchsen Olivenbäume mit 4 Kubikzentimetern Huminstoff-Dünger namens „Potash actosol“ pro Pflanze + Jahr
  • Original „Potash actosol“ sehen Sie hier: eaiad.com/en/home/products
  • Pottasche (Kaliumcarbonat) und Huminstoffe sind auch in anderen organischen Düngern
  • Z. B. in Fertofit Gartendünger (organischer Dünger mit NPK 7/3/6)
  • Kalireich sind außer Pottasche z. B. Knochenmehl, Beinwellmulch, Farnkraut
  • Kalium sorgt für Ausreifen der Pflanzenzellen = bessere Winterhärte (deshalb letzte Düngergabe im August)

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