Lavendel-Pflege ist so einfach, dass auch Anfänger mit der schönen Pflanze gut zurechtkommen werden. Allerdings sollten einige grundsätzliche Ansprüche beachtet werden, damit sich ein schöner kräftiger Lavendel entwickelt, der Artikel zählt diese auf.

Lavendel im Garten ist eher unkompliziert zu pflegen, Lavendel im Topf (Kübel) nur, wenn dieser sehr groß ist und viel frische Luft bekommt, aber Sie lernen auch einen Zimmer-Lavendel kennen.

Pflege des Lavendels im Garten

Die Pflege ist erfreulich unkompliziert, wenn Sie dem Lavendel den richtigen Standort bieten können:

Standort

  • Sonne, Sonne, Sonne, in der Provence und allen sonstigen Ursprungsgebieten europäischer Lavendel ist es wärmer als bei uns
  • Einen Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit mag Lavendel nicht, er ist nichts für halbschattige oder schattige Lagen

Lavendel-Pflege1

Boden

  • Durchlässigen Boden, Lavendel wachsen in der Natur an bergigen Hängen, an denen es ganz sicher keine Staunässe gibt
  • Bitte nicht in saure Erde, die meisten Lavendel wachsen in der Natur auf alkalischen Böden bis hin zum Kalkfelsen
  • Solch einen trockenen, nährstoffarmen, gerne kalkhaltigen Boden braucht Lavendel auch im Garten
  • Böden mit pH-Wert zwischen 6,5 bis 8,3 werden akzeptiert, ggf. beim Pflanzen etwas Kalk zugeben
  • Ausnahme: Schopflavendel, Lavandula stoechas, der braucht kalkfreien Boden
  • Schwere Böden sollten durch Untermischen von Sand oder Drainage aus Splitt oder Schotter/Splitt durchlässiger gemacht werden

Gießen

  • Mit sommerlichen Trockenphasen kommt er dagegen gut zurecht, wenn er erst einmal eingewurzelt ist
  • Lavendel ist in Bezug auf Gießen und Düngen außerordentlich genügsam
  • Zusätzliche Wassergaben braucht er nur, wenn der Sommer sehr trocken ist, sonst könnte das Wachstum der Herbstblüten nachlassen
  • Ansonsten wird Lavendel nach dem Einwurzeln wenn überhaupt sparsam gegossen, im Zweifel schadet ihm zu viel Feuchtigkeit eher
  • Auch gemulcht sollte Lavendel nicht werden, weil die Mulchschicht die Feuchtigkeit im Boden hält und für einen eher kühlen Boden sorgt

DüngenDuenger

  • Den Dünger aus dem Mulch braucht er sowieso nicht, anderen Dünger auch meist nicht
    • Nur wenn ein Lavendel wirklich „muckert“, können Sie ihm etwas Dünger geben, aber bitte mäßig
    • Etwas Magnesiumkalk z. B., etwas reinen Kalk im Winter und im Frühjahr etwas guten Kompost
    • Zu viel Dünger lässt den Lavendel schießen, vor allem Dünger mit viel Stickstoff

Schnitt

  • Um Lavendel vor frühem Vergreisen zu Bewahren, muss er regelmäßig beschnitten werden
    • Dieser wichtige Schnitt wird in eigenen Artikeln beschrieben

Bei den Artikeln zum Lavendelschnitt werden Sie die Empfehlung lesen, dass Lavendel im ersten Jahr an der Blüte gehindert werden sollte, damit er schön verzweigt und buschig wird. Wenn der Lavendel in kälteren Regionen Deutschlands im Freien wachsen soll, gibt es noch einen zweiten Grund für Schnitt vor der Blüte: Der Lavendel kann sich schön kräftig entwickeln um, auch in einem etwas unfreundlicheren Klima gut durch den Winter zu kommen.

Pflege des Lavendels im Topf

Die Lavendel-Pflege im Topf unterscheidet sich nicht grundsätzlich von der Lavendel-Pflege im Garten, aber:

Sehr häufig wird bereits gezogener Lavendel in einem ziemlich kleinen Topf verkauft. Dieser ist meistens schon komplett durchwurzelt, oft sind mehr Wurzeln als Erde im Topf. Keine tolle Umgebung für eine Pflanze, eher Stress, der sie am Wachstum und an der Ausbildung von Blüten hindert. Wenn er zu lange in einem zu kleinen Topf mit zu wenig Platz für die Wurzeln wachsen musste, soll sogar das Auspflanzen in den Garten nicht mehr ganz unproblematisch klappen. Einen solchen Lavendel sollten Sie also möglichst schnell in einen größeren Topf oder gleich in seinen endgültigen Kübel umzutopfen, damit die Wurzeln Erde und Luft zum Leben bekommen.Lavendel-Pflege2

Lavendel im Topf soll eher eine geringere Lebenserwartung haben als ein Lavendel im Beet. Sie sollten also rechtzeitig daran gehen, von schönen Lavendeln durch Stecklinge Nachkommen zu ziehen.

Ansonsten gelten für die Pflege im Topf oder Kübel die gleichen Regeln wie für die Pflege im Garten. Denn eines ist ohnehin Voraussetzung dafür, dass der Lavendel im Topf auf Dauer gedeiht: Er muss draußen stehen, sobald und solange es die Temperaturen es erlauben. Für den normalen, europäischen Lavendel (der in anderen Lavendel-Artikeln bereits beschrieben wurde) heißt das: Frühling, Sommer, Herbst und Winter (ggf. mit Schutz) auf dem Balkon, denn ein Lavendel ist zur Zimmerhaltung überhaupt nicht geeignet.

Wenn Sie einem Lavendel im Kübel eine gute Umgebung geschaffen haben, wird er allerdings ziemlich schnell auch den Kübel soweit durchwurzelt haben, dass er umgetopft werden muss. Das ist nicht weiter kompliziert, eventuell ein wenig Wurzelschnitt, ein etwas größerer Kübel und rundherum frische Erde.

Tipp: Wenn Sie einen echten Lavendel oder einen Lavandin oder eine Zuchtsorte dieser Lavendel gekauft haben, aber nicht über einen Balkon (oder Garten) verfügen, sollten Sie diesen Lavendel am besten verschenken. Sie könnten sich anstatt dessen einen Lavandula x heterophylla der Sorte ‚Goodwin Creek‘ besorgen, eine bekannte besonders wüchsige Züchtung, die nur bis -5 °C frosthart ist, aber zur Haltung als Zimmerpflanze geeignet ist. Dieser Zimmer-Lavendel braucht einen sehr sonnigen Platz, darf nicht zu viel gegossen werden, muss einmal im Jahr beschnitten werden und soll dann fast das ganze Jahr über blühen.

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