Lavendel ist ziemlich genügsam und kann jederzeit in der Vegetationsperiode gepflanzt werden, bloß nicht zu früh und zu spät. Der richtige Abstand ist für das gute Gedeihen, aber auch für die optimale Wirkung nicht ganz unwichtig.

Die richtige Pflanzzeit für Lavendel ist kurz gesagt immer dann, wenn Boden und Luft schön warm sind. Der richtige Abstand ist kurz gesagt immer dann eingehalten, wenn eine Lavendelsorte mindestens den Platz bekommt, den sie in der Höhe braucht, es darf aber in der Regel gerne mehr sein.

Die richtige Pflanzzeit für Lavendel

Lavendelpflanzen können ab Mai ins Freiland gepflanzt werden. Genauer gesagt ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, damit die wärmeliebenden Pflänzchen ja keinen Spätfrost mehr abbekommen.

Wenn Sie Lavendel aus Stecklingen gezogen haben, können die bei Anzuchtstart vor Austrieb im Frühjahr so etwa Ende Juli in Töpfe/Kübel umgesetzt werden, wo sie dann auch frostfrei überwintern. Nächstes Frühjahr können diese Lavendel ins Freiland gesetzt werden, damit sie bis zum nächsten Winter gut einwurzeln.

Wenn Sie irgendwann zwischendurch in der Wachstumssaison einen älteren Lavendel kaufen oder geschenkt bekommen, hängt es von Jahreszeit, Zustand der Pflanze und Wetterlage der Region ab, ob er noch ausgepflanzt werden kann.

  • Ein kräftiger Lavendel, der bis Juli gekauft wird, kann in nicht besonders kalten Regionen noch im gleichen Jahr ausgepflanzt werden (Er hat bis zum Winter genug Zeit, um sich richtig einzuwurzeln)
  • In eher freundlichen Lagen können Sie einen gut entwickelten Lavendel bis Mitte September auspflanzen (Es sei denn, Sie haben eine besonders wärmebedürftige Art/Zuchtsorte gekauft…)
  • Wenn Sie nicht sicher sind, ob der Lavendel bis zum Winter genug Zeit zum Einwurzeln hat, bekommt er Winterschutz oder wird gleich im Haus überwintert.

Tipp: Wenn Sie spät im Jahr zarte, schwächelnde Lavendel im Sonderangebot und in nicht sehr vertrauensvoll wirkendem Substrat gekauft haben, sollten die erst einmal aus ihrem Mini-Topf in einen geräumigen Kübel mit Gartenerde-Sand-Mischung umziehen. Bis sie sich dort wohlfühlen und Kraft gewonnen habe, könnte es schon zu spät zum Auspflanzen ins Freiland sein. Solche Lavendel sollten Sie lieber im Haus überwintern, wie in „So überwintern Sie Lavendel richtig“ beschrieben, und im nächsten Frühling auspflanzen.

Der richtige Abstand für Lavendel

Im Garten

In welchem Abstand ein Lavendel gesetzt werden sollte, kann ebenso wenig pauschal festgelegt werden:

  • Erst einmal hängt das stark von der Lavendelsorte ab
  • Es gibt Lavendel, die um einen Meter hoch werden, und Lavendel, die sich mit etwa 30 cm begnügen
  • Die maximale Wuchshöhe zieht eine entsprechende Ausbreitung nach sich
  • Entscheidend hängt der Abstand davon ab, wie viele Lavendel welchen Garten-Standort schmücken sollen
  • Einzelne Lavendel können wie Solitäre recht weit auseinander gepflanzt werden
  • Der Durchschnitts-Lavendel wird um 50, 60 cm hoch und geht bei freiem Wuchs etwa genauso viel in die Breite
  • Er braucht mindestens halbe Wuchshöhe Pflanzabstand, je nach Symmetrie der Gruppenpflanzung auch mehr
  • Die kleinwüchsigen Lavendelsorten können im Verhältnis etwas enger gesetzt werden
  • Bis hin zu einer Reihenpflanzung, die wie eine klein bleibende Hecke wirkt, hier kann der Pflanzabstand bis auf 20, 25 cm schrumpfen

Im Topf

Bei Lavendel im Topf kommt es zunächst auf richtigen Abstand an, wenn Sie viele Stecklinge anziehen wollen, die auf möglichst geringen Platz bewurzeln sollen.Lavendel-Topf

Sie können mehrere Stecklinge in einen Topf setzen, wenn Sie folgenden Trick anwenden:

  • Tontöpfe verwenden, die lassen im Gegensatz zu Kunststoff-Töpfen Sauerstoff in den Wurzelraum
  • Dieser Sauerstoff in der Erde soll die Wurzelentwicklung der Pflanzenzellen fördern
  • Die Stecklinge werden deshalb am äußeren Topfrand gesteckt, wo sie besser treiben sollen als im Mittelteil
  • Alle paar Zentimeter kann ein Steckling gesetzt werden, er braucht nach jeder Seite rund 4 cm für die Wurzelentwicklung
  • Wenn die Wurzel diesen Raum eingenommen hat, wird der Steckling in einen größeren Topf umgesetzt

Im Balkonkasten

Außerdem kommt es im Balkonkasten auf den richtigen Abstand an, je nach Lavendelsorte. Für den Balkonkasten sollten Sie kleinere Lavendelsorten auswählen: Sie brauchen auf dem Balkon ganz sicher keinen meterhohen Riesenlavendel, sondern einen schön niedrig und kompakt wachsenden Lavendel wie z. B. einen Lavandula angustifolia, echten Lavendel, der Zuchtsorte ‚Hidcote Blue‘. Möglichst stecklingsvermehrte Jungpflanzen, die im Gegensatz zu samenvermehrten Jungpflanzen einheitliche Lavendel hervorbringen, die wie eine Art kleine Hecke eng nebeneinander gesetzt werden können. Wie eng nebeneinander, hängt davon ab, wie viel und regelmäßig Sie schneiden wollen, ‚Hidcote Blue‘ wird maximal 40 cm hoch und 30 cm breit. Also sollte der Abstand von 30 cm gewählt werden, wenn sich der Lavendel voll ausbreiten soll. Wenn Sie ihn durch Beschnitt schmal halten (laufend ernten) möchten, kann der Abstand noch etwas verkürzt werden.

In größere Töpfe/Kübel werden einzelne Lavendel gepflanzt, hier geht es also um Größe des Kübels und nicht um Abstand. Die Kübelgröße wird wieder nach Lavendel gewählt, je größer desto besser. Für einen Lavendel, der um einen Meter hoch wird, brauchen Sie schon einen mächtigen Topf von mindestens 40 cm Durchmesser.

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