Gruselige Kürbisgesichter verjagen „Geister“? Traut man dem überlieferten Halloween-Mythos, dann ja. Die Iren und Amerikaner „erfanden“ den Brauch mit den orangefarben leuchtenden Fratzen, um ihre Häuser am Vorabend von Allerheiligen vor eindringendem Übel zu bewahren. Inzwischen hat diese fragliche Tradition fast den gesamten Erdball erreicht. Möchten auch Sie Ihren Eingangsbereich im Herbst mit einem verwegenen Kürbisgesicht zieren? Dann folgen Sie unserer einfachen DIY-Anleitung!

Die schaurige Kürbisfratze ist DAS Symbol für Halloween – und dementsprechend unverzichtbar für jeden, der den 31. Oktober als Halloween feiern will. Evangelische Christen feiern an diesem Tag die Reformation Martin Luthers. 2017 im 500. Jahr der Reformation ist der 31. Oktober gar ein nationaler Feiertag in Deutschland.

Abgesehen davon stellt das mit Kerzenschein versehene Kürbisgesicht ein attraktives Dekorationselement in der herbstlichen Jahreszeit dar. Gründe, sich am Schnitzen eines Kürbisses zu versuchen, gibt es also zur Genüge. Doch Vorsicht: Mit dem falschen Werkzeug wird das Vorhaben zu einer mühseligen und mitunter auch gefährlichen Angelegenheit. Halten Sie sich am besten an uns: Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt und mit vielen guten Tipps, anschaulichen Bildern sowie praktischen Schnitzvorlagen zum Ausdrucken, wie Sie einen harmlosen Kürbis in ein gruseliges Schreckgespenst verwandeln!

Kürbis schnitzen

Eine Information vorab: Für besonders tolle Schnitzergebnisse lohnt es sich, in professionelle Kürbisschnitzwerkzeuge zu investieren. Zu den beliebtesten Produkten zählt beispielsweise das dreiteilige Set der Firma triangle®, das es für rund 20 Euro zu kaufen gibt (z.B. hier bei Amazon). Wir liefern Ihnen zwei separate Anleitungen – eine ohne und eine mit Verwendung des Schnitzsets.

Anleitung 1: Kürbis schnitzen ohne Schnitzset

Material

  • einen Kürbis
  • ein spitzes Küchen- oder Taschenmesser
  • einen großen Löffel
  • Filzstift zum Vormalen oder Pinnadeln zum Vorstechen
  • Schnitzvorlagen und Schere (optional)

Kürbis schnitzen

Anleitung

1. Schritt: Nehmen Sie Kürbis und Filzstift zur Hand. Markieren Sie den Deckelbereich der Kürbisfratze. Der Deckel kann rund, eckig oder anderweitig gemustert sein. Wer etwas geschickter ist, kann den Deckel auch ohne Vorzeichnen ausschnitzen und so sieht man die Stiftlinien auch nicht mehr.

Tipp: Ein sternförmiger – also Zacken aufweisender – Deckel sieht besonders schick aus.

2. Schritt: Schneiden Sie den Deckel mit dem spitzen Messer entlang der vorgezeichneten Linien heraus.

Kürbis schnitzen

3. Schritt: Heben Sie den Deckel vorsichtig ab und legen Sie ihn zur Seite.

4. Schritt: Mit dem großen Löffel entfernen Sie nun Fruchtfleisch und Kerne aus dem Inneren des Kürbisses. Höhlen Sie ihn so weit aus, dass am Ende eine etwa zwei Zentimeter dicke Wandschicht erhalten bleibt.

Kürbis aushöhlen

Tipp: Werfen Sie weder Fruchtfleisch noch Kerne weg. Beide Kürbisbestandteile lassen sich kulinarisch verwerten. Inspirationen dazu finden Sie am Ende unserer Anleitung!

5. Schritt: Das „lose Material“ ist beseitigt? Dann versuchen Sie als nächstes, möglichst viel von dem Fruchtfleisch auszukratzen, das sich an den Innenwänden des Kürbisses befindet. Zu diesem Zweck ist wiederum der große Löffel das Mittel der Wahl.

Kürbis aushöhlen

Hinweis: Durch diesen Schritt schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Kürbis wird nicht so schnell schlecht und das Kerzenlicht schimmert besser durch.

6. Schritt: Greifen Sie noch einmal zum Filzstift und malen Sie das gewünschte Gesicht auf den Kürbis.

Kürbis schnitzen

Eine noch bessere Variante als das Vormalen ist das Vorstechen. Befestigen Sie dafür die Schablone mit ein paar Pinnadeln am Kürbis. Nun nehmen Sie einen weiteren Pin und fahren mit diesem die Konturen von Augen, Nase und Mund nach. Pieksen Sie nach etwa jedem Zentimeter ein Loch durch die Schablone in den Kürbis. Wenn Sie die Schablone dann abnehmen, verraten Ihnen die kleinen Löcher, wo Sie schneiden müssen. Besonders bei sehr detaillierten und filigranen Schnitzereien bietet sich diese Methode an.

Kürbis schnitzen

Tipp: Um ein akkurates Ergebnis zu erzielen, empfiehlt es sich, mit einer unserer (mehr oder weniger gruseligen) Schnitzvorlagen zu arbeiten. Drucken Sie sich die Schablonen auf stabiles Papier und schneiden Sie sie mit der Schere aus. Das Ausschneiden kann etwas „fummelig“ sein, lohnt sich aber. Legen Sie die Einzelteile (Augen und Brauen, Nase sowie Mund) auf den Kürbis und zeichnen Sie die Linien mit dem Filzstift an.

7. Schritt: Schneiden Sie die Konturen mit dem spitzen Messer heraus. Behutsam agieren! Anschließend lassen sich die einzelnen Elemente von innen mit dem Messer und/oder den Fingern herausdrücken. Manchmal ist an dieser Stelle ein wenig Geduld gefragt. Doch nach dem Schritt haben Sie Ihren Kürbis fertig geschnitzt. Wie Sie ihn am besten beleuchten, verraten wir Ihnen nach unserer zweiten Anleitung.

Kürbis schnitzen

Anleitung 2: Kürbis schnitzen mit Schnitzset

Mit dem triangle®-Kürbisschnitzset gelingen Ihnen besonders ansehnliche Halloween-Kürbisfratzen. Das Produkt besteht aus drei Werkzeugen und ebenso vielen Verziermessern für „Gravurschnitte“ in der Kürbishaut. Auf Letztere gehen wir im Verlauf der Anleitung etwas genauer ein. Zunächst wollen wir Ihnen die drei Hauptwerkzeuge kurz vorstellen:

a) Das kurze, schlanke und stabile Sägemesser eignet sich für feinere Schnitte.
b) Der Kratzlöffel verfügt über scharfe Kanten und ist das perfekte Utensil zum Aushöhlen des Kürbisses.
c) Das im Winkel gebogene Ausstanzmesser unterstützt das Ausschneiden scharfer Ecken und Kanten.

Material

  • einen Kürbis
  • triangle®-Schnitzset (oder ein ähnliches Produkt)
  • einen Filzstift
  • Schnitzvorlagen und Schere (optional)

Anleitung

1. Schritt: Schneiden Sie rund um den Stielansatz des Kürbisses herum den Deckel aus. Ob kreisrund, eckig oder mit Zacken bleibt ganz Ihnen überlassen. In jedem Fall sollten Sie für diesen Schritt das gezackte Sägemesser aus dem Schnitzset verwenden. Es hat genau die richtige Länge, Stärke und Flexibilität, um die Kürbishaut mit wenig (menschlichem) Kraftaufwand zu durchdringen. Zudem lässt sich das Messer ausgezeichnet führen.

2. Schritt: Heben Sie den Deckel ab.

Kürbis schnitzen

3. Schritt: Nun blicken Sie auf ein Gewühl aus Kernen und faserigem Fruchtfleisch. Diese Bestandteile müssen entfernt werden. Erledigen Sie diesen Schritt mithilfe des Kratzlöffels. Im Nu ist der Kürbis ausgehöhlt, Sie werden sehen.

Tipp: Vergessen Sie nicht, auch die Innenwände des Kürbisses so umfassend wie möglich vom anhaftenden Fruchtfleisch zu befreien.

4. Schritt: Drucken und/oder schneiden Sie sich Ihre bevorzugten Schablonen aus. Zum Ausschneiden eine herkömmliche Schere verwenden.

Tipp: Dem triangle®-Schnitzset ist eine Schablone beigelegt. Alternativ oder ergänzend können Sie natürlich auch unsere Schnitzvorlagen nutzen. Oder Sie verzichten komplett auf Vorlagen und schnitzen kreativ drauf los.

5. Schritt: Haben Sie sich für den Gebrauch von Schablonen entschieden? Dann legen Sie diese auf den Kürbis und zeichnen Sie anschließend die Linien mit dem Filzstift an.

6. Schritt: Schneiden Sie die Augen und Augenbrauen heraus. Mit dem Sägemesser gelingen sämtliche Details – selbst die dünnen „Stege“ zwischen den Augen und Brauen brechen nicht.

Kürbis schnitzen

7. Schritt: Die Nase entfernen Sie am besten unter Zuhilfenahme des Winkelschneidewerkzeugs. Stechen Sie dieses dafür zweimal in die Nase ein – einmal unten, einmal oben. Für die Feinheiten greifen Sie wiederum zum Sägemesser.

8. Schritt: Zu guter Letzt kommt der komplizierteste Teil: das Herausschnitzen des wilden Mäulchens, dessen Zackenform einige Möglichkeiten zum Verschneiden und Abrutschen bietet. Je nachdem, wie Sie bis hierhin vorgegangen sind, wenden Sie eine der beiden folgenden Techniken an:

Methode A: Wenn Sie im fünften Schritt mit der triangle®-Schablone gearbeitet haben, können Sie das Winkelschneidewerkzeug ansetzen. Die Zacken der Schablone sind nämlich exakt auf die Abmessungen des Werkzeugs abgestimmt. Letzteres gleitet leicht in den Kürbis und sorgt für gerade, scharfkantige Zacken. Beim Herausziehen des Instruments wird das Fruchtfleisch nicht eingerissen.

Methode B: Der Kürbismund stammt von einer anderen Schablone? Dann müssen Sie wohl oder übel das Sägemesser zur Hand nehmen und konzentriert jeden einzelnen Zacken herausschneiden.

An und für sich ist das gruselige Kürbisgesicht nach diesem achten Schritt fertig. Möchten Sie es noch ein bisschen verzieren, sollten Sie sich auch noch Schritt Nummer 9 zuwenden.

9. Schritt: Machen Sie Gebrauch von den drei Verziermessern im triangle®-Set. Mit den beiden kleinen Schneidemessern in U-Form (lang und kurz) sowie dem spitzen, V-förmigen Schnitzmesser, das sich für tiefere, feinere Kerben eignet, lassen sich unter anderem „Haare“ gestalten. Setzen Sie Ihr gewünschtes Messer an und ziehen Sie es leicht durch die Kürbishaut. Schnell entsteht auf diese Weise eine hübsche „Frisur“ – mit Rändern, die nicht ausfransen. Statt oder zusätzlich zu Haaren können Sie Ihrer Kürbisfratze selbstverständlich auch andere Verzierungen gönnen. Seien Sie kreativ!

Den Kürbis ins rechte Licht rücken

Kürbis schnitzen

Unabhängig davon, ob Sie den Kürbis mit oder ohne professionelles Werkzeug schnitzen, sollten Sie ihm ganz zum Schluss (s)eine Erleuchtung schenken: Nehmen Sie ein Teelicht und ein kleines Glas zur Hand. Zünden Sie die Minikerze an und stellen Sie sie in das durchsichtige Gefäß, das Sie anschließend in den Kürbis verfrachten. Durch das Glas schützen Sie das Teelicht beziehungsweise die Flamme vor Wind(böen). Nun erleuchtet das schaurige Kürbisgesicht die dunkle Nacht!

Rund um das Kürbisschnitzen

  • Welcher Kürbis soll es sein? Möchten Sie das Innere – also Fruchtfleisch und Kerne – zum Kochen oder Backen verwenden, sollten Sie einen Riesenkürbis verschmähen und stattdessen einen (relativ kleinen) Hokkaido kaufen. Legen Sie nicht so viel Wert auf ein geschmackvolles Inneres. Es ist ratsam, einen größeren Kürbis zu wählen, um die Fratze noch besser zur Geltung kommen zu lassen.
  • Wer seine Kürbisfratze im Freien aufstellen will, sollte gewährleisten, dass das Innere des Kürbisses bei Regen trocken bleibt. Deshalb sollten Sie den Deckel gebrauchen.
  • Filzstift ist nicht gleich Filzstift. Mit einem dicken Permanent-Stift hinterlässt man schwarze Kanten. Um die Augen herum kann dies für einen zusätzlichen Gruseleffekt sorgen. Allerdings gestaltet sich die Nachbearbeitung bei Verwendung eines solchen Stifts etwas aufwändiger. Demgegenüber lässt sich ein non-permanenter Stift einfach wieder abwischen – vorteilhaft, wenn Sie etwa mit dem aufgemalten Gesicht unzufrieden sind und es ausbessern wollen. Der „Nachteil“ des non-permanenten Stifts: Er bringt keine Special Effects.
  • Nach circa zwei Wochen beginnt der Kürbis zu faulen. Sie können den Prozess für ein paar Tage aufhalten, indem Sie die Fratze draußen aufstellen und etwas Sägemehl in ihr Inneres streuen. Das Mehl saugt die Flüssigkeit auf.
  • Weiter oben deuteten wir bereits an, dass Fruchtfleisch und Kerne kulinarisch wertvolle Zutaten darstellen und deshalb nicht weggeworfen werden sollten. Während sich die Kerne im Ofen rösten und leicht gesalzen knabbern lassen, kann man mit dem Fruchtfleisch verschiedene Gerichte zubereiten – von cremigen Kürbissuppen bis hin zu flaumigen Kürbiskuchen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Kürbis schnitzen – und genießen!

Kürbisgesichter – Schnitzvorlagen

Übrigens: Die Kürbisfratze muss nicht zwangsläufig gruseligen Charakter haben. Wie wäre es mit einem freundlich dreinblickenden Kürbisgesicht? Vielleicht vermag ja eine solche Ausführung dem Halloween-Abend einen alternativen Touch zu verleihen!

Hier finden Sie verschiedene Schnitzvorlagen zum Download und zum Ausdrucken: https://www.talu.de/halloween-kuerbisgesichter-vorlagen/

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Feli
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