Krabbeldecke nähen

Krabbeldecken sind für Kleinkinder und Babys willkommene Spielplätze und laden zum Schmusen und Erforschen ein. Wir zeigen Ihnen in dieser Nähanleitung, wie Sie solch eine Krabbeldecke nähen und anschließend auch noch steppen können.

Heute möchte ich Ihnen zeigen, wie sie wirklich ganz flott und einfach eine schöne Krabbeldecke nähen können. Ich beschreibe vorab die einfachste Art und Weise und danach zeige ich Ihnen, wie Sie diese Decke absteppen. Zum Schluss beschreibe ich aber auch noch weitere Varianten und Details.

Krabbeldecken sind nicht nur im Eigengebrauch schön anzusehen, sondern auch überaus nützlich! Wenn man ein Picknick machen möchte oder zum See fährt, kann das Baby trotzdem bequem liegen. Darüber hinaus ist sie ein sehr individuell gestaltbares und persönliches Geschenk.

Schwierigkeitsgrad 2/5
(für Anfänger geeignet)

Materialkosten 2/5
(je nach Stoffauswahl zwischen EUR 0,- aus der Resteverwertung und EUR 40,-)

Zeitaufwand 1,5/5
(inkl. Schnittmuster etwa 2 Stunden in der einfachsten Variante)

Die Materialauswahl

In diesem Fall eignet sich für den Oberteil der Krabbeldecke am Besten ein nicht dehnbarer Stoff wie Baumwolle oder andere Webware. Wer es gerne etwas abwechslungsreicher und aufwändiger möchte, kann sich Paket Patchwork-Stoffe kaufen. Diese eignen sich aufgrund ihrer hohen Qualität und der aufeinander abgestimmen Farben und Designs ganz besonders für ein schönes Gesamtbild. Sie werden im Fachhandel auch als „Fat Quaters“ verkauft in einem Vorzuschnitt in verschiedenen Maßen (meist etwa ein halber Meter mal ein halber Meter).

Krabbeldecke nähen

Für den Unterteil kommen verschiedene Materialen in Betracht. Wenn Sie die Krabbeldecke nur im Haus verwenden möchten, können Sie zum Beispiel einen schönen (zur Oberseite passenden) Baumwollstoff verwenden. Wenn Sie Ihre decke auch im Freien verwenden möchten, entscheiden Sie sich vielleicht eher für eine beschichtete Variante, damit das gute Stück nicht von unten durchnässen kann und leicht zu reinigen ist, sollte der Boden schmutzig sein.

In jedem Fall empfiehlt sich eine „Fülle“ für Ihre Krabbeldecke, da nur zwei dünne Baumwollschichten weder besonders bequem noch besonders temperaturstabil sind. Dafür können Sie Volumenvlies genauso gut verwenden, wie eine alte Decke, die nicht mehr sehr schön aussieht. Selbstverständlich können Sie auch eigens für diesen Zweck eine Decke als Einlage besorgen.

Tipp: Bitte bedenken Sie bei der Auswahl Ihrer Einlage, dass Ihre Nähmaschine auch alle Schichten auf einmal bewältigen muss.

Ganz nach dem Motto „keep it simple“ habe ich für meine Decke Volumenvlies genommen, bei dem auf einer Seite schon ein schöner, leuchtender, roter Stoff aufgesteppt ist (sieht aus wie Anorakstoff).

Die Materialmenge und das Schnittmuster

Je nach Ihrem Wunsch benötigen Sie ein Quadrat oder Rechteck in passender Größe inklusive mindestens 1cm Nahtzugabe. In meinem Fall soll die Krabbeldecke 100x140cm groß werden, somit benötige inklusive Nahtzugabe pro Stofflage je 103x143cm. Ganz einfach.

Krabbeldecke nähen

Zuerst endeln Sie bitte alle Stoffstücke, bei denen es notwendig ist. Gerade bei Baumwollstoffen und anderer Webware kann sich durch Beanspruchung (zB in der Waschmaschine) einiges an Fäden vom Stoff lösen und die Nähte halten nicht mehr. Damit Sie möglichst lange Freude an Ihrer Krabbeldecke haben, nehmen Sie sich also bitte diese paar zusätzlichen Minuten!

Nun lege ich meine drei Stofflagen aufeinander. Ganz unten liegt dabei meine „Fülle“, also die Einlage, die meine Decke polstert. Darauf lege ich meine Unterseite mit der linken Seite nach unten, darauf lege ich nun noch meinen Oberstoff mit der rechten Seite nach unten (Unter- und Oberstoff liegen also rechts auf rechts – jeweils mit der „schönen“ Seite zusammen.

Krabbeldecke nähen

Ich nehme gerne etwas mehr Nahtzugabe und schneide sie erst im Nachhinein ab. Das kann beim nun folgenden Schritt sehr hilfreich sein, falls der Stoff etwas rutscht. Wenn die verschiedenen Lagen aufeinander liegen und schön platziert sind, fixiere ich alle Schichten erst in der Mitte und dann kreisförmig nach außen hin mit Stecknadeln, damit später beim Nähen nichts verrutschen kann.

Stoff abstecken

Tipp: Wenn Ihre Krabbeldecke größer werden soll und Sie Verletzungen vermeiden möchten, können Sie anstatt der Stecknadeln auch einfach Sicherheitsnadeln zum Fixieren nehmen, diese können auch beim Hantieren mit dem Werkstück nicht so schnell aus dem Stoff rutschen.

Nun nähen Sie ringsum mit etwa 1cm Abstand zum Rand Ihres Oberstoffes einmal mit einem einfachen Geradstich um die ganze Decke herum durch alle Lagen, beginnend etwa in der Mitte einer Länge oder Breite.

Krabbeldecke nähen

Für die Ecken stoppen Sie Ihre Nähmaschine dann, wenn die Nadel etwa 1cm vom Stoffende entfernt ist, senken diese in den Stoff, heben den Fuß an und drehen die Decke um 90°. Verfahren Sie so bei allen vier Ecken. Denken Sie daran, eine Wendeöffnung auszulassen. Hierfür sollten etwa 20cm ausreichen.

Tipp: Die Wendeöffnung platzieren Sie im Idealfall nicht an einer Ecke sondern an einer Seite, so ist sie später schöner zu schließen.

Jetzt ist es Zeit, die Nahtzugaben anzupassen. Dazu schneiden Sie im Abstand von etwa 1cm zu Ihrer Naht einmal rundherum. Die Ecken können Sie mit etwa 1mm Abstand von der Ecknaht schräg Abschneiden.

Krabbeldecke nähen

ACHTUNG! Entfernen Sie nun ALLE Stecknadeln/Sicherheitsnadeln aus der Decke, danach können Sie die Krabbeldecke durch die Öffnung wenden und die Ecken schön ausformen.

Nun bügeln Sie die ganze Decke an der Oberseite und legen bei der Wendeöffnung die Kanten schön auf.

Wendeöffnung

So erleichtern Sie sich die händische Verschlussnaht. Diese kommt auch nun schon an die Reihe. Wie man eine „unsichtbare“ Naht erstellt, habe ich bereits in meinem Tutorial „Dinkelkissen“ genau beschrieben. Es handelt sich dabei um eine so genannte Leiternaht.

Das Quilten (Steppen)

Nun kommt noch einmal ein spannender Teil: das Quilten. Quilten bedeutet, dass ihr mindestens zwei oder mehrere Stofflagen (zumeist drei) durch zusammennähen verbindet. Dazu stecke ich mir gerne wieder alle Lagen gut fest, und zwar setze ich die Stecknadeln in diesem Fall direkt dorthin, wo dann die Naht entstehen soll. Für meine Krabbeldecke möchte ich nur drei Steppnähte, da es ja rasch gehen soll und diese Nähte nicht nur zur Zierde dienen, sondern auch dazu, die verschiedenen Stofflagen an ihrem Platz zu halten. Ich messe dazu jeweils 20cm vom Rand – dann habe ich schon meine ersten zwei Nähte markiert. Eine weitere Naht platziere ich in der Mitte. Auch diese Naht endet jeweils 20cm vom Rand entfernt.

Decke steppen

Und fertig!

Wenn alles gut festgesteckt ist, nähe ich direkt mit der Nähmaschine meine drei Steppnähte und meine Krabbeldecke ist fertig!

Krabbeldecke nähen

Tipp: Jeweils am Ende gut vernähen, damit sich nichts löst!

Variationen

Abgesehen von der Stoffauswahl, die ja bereits oben angeführt wurde, können Sie – ausgehend von dieser einfachen Variante – zusätzliche Quiltnähte anbringen. Gerne wird beispielsweise in etwa 10cm Abstand vom Rand einmal ringsum genäht. Sie können auch ein „Raster“ absteppen oder sogar „Nähmalen“, also ein beliebiges Muster durch Steppnähte anbringen.

Darüber hinaus kann auch ein Teil des Oberstoffes oder der gesamte Oberstoff aus einem Patchwork und/oder Applikationen und Stickereien/Plotts bestehen. Auch hier ist ein „Rahmen“ sehr beliebt, bei dem einfach oben, unten und an den Seiten jeweils ein 10-15cm breiter Stoffstreifen (einfärbig oder in einem passenden Kombistoff) angebracht wird. Hier wird dann jeweils im Nahtschatten (also in der auseinander gebügelten Nahtzugabe von der rechten Seite) genäht.

Weiters können Sie Ober- und Unterstoff auch links auf links (mit oder ohne Einlage) aufnähen und eine schöne Einfassung gestalten. Diese muss gegebenenfalls gestückelt werden, da der Umfang solcher Krabbeldecken zumeist mehr als 140cm beträgt. Achten Sie hierbei bitte darauf, die zusätzlichen Nahtzugaben zu berücksichtigen! Eine genaue Anleitung dazu finden Sie in meiner Anleitung „Patchworkdecke“.

Wie auch immer Sie sich entscheiden, Ihre Krabbeldecke ist in jedem Fall ein praktischer Hingucker. Sie kann nach Bedarf auch noch durch verschiedene Accessoires erweitert werden, wie zum Beispiel 3D-Figuren, die mittels Druckknöpfen befestigt oder direkt fix angenäht werden. Auch ein Knistertuch ist eine schöne Option.

Tipp: Bitte verwenden Sie für selbst genähte Knistertücher keine beliebige Folie, sondern nur solche, die lebensmitteltauglich sind, falls es aufreissen sollte – Babies haben spitze Zähne! Ich habe für solche Projekte immer etwas Bratschlauch in meiner Nähkiste, der in den größeren Supermärkten erhältlich ist.

Knistertuch nähen

Ein Knistertuch kann übrigens ganz einfach genauso wie die eben beschriebene Krabbeldecke genäht werden – nur im Kleinformat. Die Lage Bratschlauch ersetzt in diesem Fall die Einlage und es können auch dehnbare Stoffe verwendet werden. In diesem Fall bringen Sie aber bitte vor dem Zuschnitt Bügelvlies an, damit es faltenfrei bleibt. Die genaue Anleitung für eine selbstgenähtes Knistertuch finden Sie hier: https://www.talu.de/knistertuch-naehen/

Genauso spannend sind einfache, gewendete Stoffstreifen, die angenäht werden, damit das Baby etwas zu greifen hat. Als kleines Extra kommt auch eine passende Tasche in Frage, in welcher die Krabbeldecke verstaut werden kann.

Schnellanleitung:

1. Stoffe auswählen, bei Bedarf endeln, je nach Wunsch Oberstoff gestalten
2. Stoffe zuschneiden und stapeln (Ober- und Unterstoff rechts auf rechts obenauf)
3. Alle Lagen gut feststecken und dann einmal ringsum mit Nahtzugabe vernähen
4. Gegebenenfalls Nahtzugaben anpassen, Ecken abschrägen
5. Durch Wendeöffnung wenden und Öffnung schließen
6. Bügeln
7. Nach Wunsch quilten/steppen – fertig!

Die Zwirnpiratin

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