Kompost bauen
Kompost bauen

Oft steht man vor dem Gedanken: Wohin mit den Gartenabfällen? In vielen Gebieten gibt es Biotonnen, in denen man seine Bio-Abfälle entsorgen kann. Doch gibt es auch die Möglichkeit eines Komposts. In diesem kann man sich nicht nur seiner Gartenabfälle entledigen, sondern auch der Küchenabfällen und bekommt im Gegenzug nur wenige Monate später perfekte, sehr nährstoffreiche Gartenerde.

Viele Leute mögen keine Komposter. Zumeist steckt die Meinungen dahinter, ein Kompost sähe nicht schön aus, verschandele den Garten oder stinke, vor allem im Sommer. Zum Teil sind die Meinungen richtig. Ein Kompost kann ein Schandfleck im Garten sein und er kann auch stinken. Jedoch kann es auch anders sein. Zumeist liegt dies an billigen Kompostern, die zwar extrem günstig zu haben sind, jedoch unschön aussehen, ein wahrer Schandfleck des Gartens. Zum anderen liegt es aber auch schlichtweg an der falschen Kompostierweise und daran, dass der Kompost „keine Luft“ bekommt und die Inhaltstoffe mehr gären, als sich zu zersetzen – hiervon kommt auch der Gestank. Wie es richtig geht, erklärt diese DIY-Anleitung.

Komposter – Vorwort

Am Anfang der Kompostanleitung muss gesagt werden: Günstig ist nicht immer gut! Viele Komposter sind für unter 20,00 EUR zu haben. Sie sehen in der Regel jedoch wenig schön aus, sind ein Dorn im Auge des Betrachters, funktionieren nicht richtig und überleben, wenn man Glück hat, gerade die erste Kompostierung, danach sind sie selber Kompost. Dieses DIY Projekt zeigt den Bau eines Komposters, der viele Jahre seinen treuen Dienst im Garten tun wird und zudem optisch ins Gartenbild passt.

Der Komposter hat folgende Maße, die der Berechnung des Materials zugrunde liegen:

Komposter Abmessungen
Komposter – Größe

Höhe: 1,05 m, Breite: 1,13 m, Tiefe: 1,10 m

  • Arbeitsmaterial
    • Kreissäge
    • Zollstock, Winkel
    • Zimmermansbleistift, Dünner Bleistift, alternativ Tiefenlochmarkierer
    • Akkuschrauber inkl. Bit, 4 mm, 8 mm und 11 mm Bohrer
    • Pinsel
    • Feile, alternativ Schwingschleifer
  • Materialien
    • gute, haltbare Außenfarbe (Farbe nach Wunsch)
    • 2 Kanthölzer 70 x 70 x 2400 mm
    • 14 Holzbretter 18 x 120 x 2400 mm
    • 96 Schrauben 6 x 60 mm
    • 8 Stockschrauben M8 x 80 mm
    • dazu 8 Flügelmuttern M8
    • 8 Unterlegscheiben M8
    • 750 ml Farbe
  • Preiskalkulation
    • 2x Kanthölzer 70 x 70 x 2400 mm – 19,98 EUR
    • 14x Holzbretter 18 x 120 x 2400 mm – 62,72 EUR
    • 96x Schrauben 6 x 60 mm – 8,98 EUR
    • 8x Stockschrauben M8 x 80 mm – 6,88 EUR
    • passend 8x Flügelmuttern M8 – 2,40 EUR
    • 8x Unterlegscheiben M8 – 1,36 EUR
    • 1x 750 ml Farbe – 11,49 EUR
    • 111,81 EUR

Zurechtschneiden der Hölzer

Kreissäge
Kreissäge

Im ersten Arbeitsschritt werden die Kanthölzer auf Länge geschnitten. Der Kompost hat eine Höhe von 1,05 m. Von beiden Stirnseiten der Kanthölzer wird mit einem Zollstock 1,05 m abgemessen. Es verbleibt in der Mitte ein Rest von 30 cm. Es wird je von der Stirnseite gemessen, damit es bei Kettenmaßen keine Fehler gibt und die Blattstärke des Kreissägenschnittes mit einberechnet ist. Ist die Markierung gesetzt, wird mit einem Winkel die Markierung über die gesamte Breite des Kantholzes gezogen. Dasselbe wird bei dem zweiten Kantholz wiederholt.

Ist das zweite Kantholz ebenfalls markiert, werden mit einer Kreissäge die Schnitte ausgeführt. Die Schnitte werden dabei niemals auf dem Strich durchgeführt. Die Markierung dient als Linie für die Kante des Sägeblattes, geschnitten wird somit immer im Abfallstück.

Sind alle vier Schnitte ausgeführt, werden die Vierkanthölzer beiseitegelegt.

Holz anzeichnen
Vor dem Schnitt anzeichnen

Im nächsten Arbeitsschritt werden die 14 Holzbretter in zwei getrennte Stapel aufgeteilt, da die Bretter in unterschiedlicher Länge benötigt werden. Mit dem Anzeichnen wird genauso verfahren wie bei den Kanthölzern, damit keine Kettenmaße entstehen, die zu Ungenauigkeiten führen würden.

Aus den 7 Holzbrettern des ersten Stapels entstehen 14 Bretter mit einer Länge von 110 cm. Diese werden, wie oben erwähnt, abgemessen und abgelängt.

Die 7 übrigen Bretter werden mit einer Länge von 113,6 cm abgelängt. Die Länge setzt sich aus einer Breite von 110 cm plus zwei Mal der Materialstärke der Bretter zusammen, da später die längeren Bretter, die Stirnseite der kürzeren Bretter überdecken werden. Es entstehen 14 Bretter mit einer Länge von 113,6 cm.

Damit wären die Zuschnittarbeiten beendet.

Verschleifen der Hölzer

Um den Komposter zu einem besseres Aussehen zu verhelfen, empfiehlt es sich die Kanten der Hölzer leicht anzufasen/anzuschrägen und die Ecken abzurunden. Das Holz wird dazu in den Schraubstock eingespannt. Um sicherzustellen, dass der Schraubstock keine Abdrücke im Holz hinterlässt, sollten dünne Holz Abfallstücke zwischen die Backen des Schraubstocks und des Holzes gesetzt werden.

Streichen der Hölzer

Um eine lange Lebensdauer für den Komposter zu gewährleisten, ist ein Streichen zwingend notwendig. Es ist erforderlich, Außenfarbe zu nutzen, welcher Farbton bleibt natürlich dem Geschmack überlassen. Darauf geachtet werden sollte, dass die Farbe das Holz vor Nässe und Witterung schützt, ein Bonus ist der Schutz vor UV-Strahlen. Zur längeren Lebensdauer des Holzes sollte ein zweiter und dritter Anstrich durchgeführt werden.

Lasur
Holzlasur

In unserer Anleitung „Holz Lasieren, lackieren und Ölen“ finden Sie weitere Tipps zur Vorbehandlung des Holzes.

Setzen der Bohrungen

Nachdem die Bretter ausreichend Zeit hatten um zu trocknen, geht es nun an das Vorbohren der 14 kürzeren Bretter, mit der Länge von 110 cm. Vorgebohrt wird, da Holz beim Eindringen der Schraube reißen kann. Mit einem Zollstock wird von der linken und rechten Außenkante der Bretter (Anfasungen beachten) 3,5 cm nach innen gemessen. Somit befindet sich die Schraubenreihe in einer Flucht und in der Mitte des Kantholzes, welches später in der Ecke sitzen wird.

Bretter vorbohren
Bretter vorbohren

Mit einem Winkel wird die Markierung über die gesamte Höhe gezogen. Dabei nur leicht aufdrücken, um die Markierungen später zu entfernen. Von oben wird nun 3,0 cm angerissen, von unten werden 4,0 cm angerissen. Jedes Brett hat nun vier Markierungen. Mit einem Bohrer, einem Akkuschrauber und einem 4 mm Bohrer, werden nun die Bohrungen gesetzt. Damit hätten die ersten 14 Bretter je 4 Bohrungen.

Es wird nun von den etwas längeren Brettern 10 genommen und genauso verfahren, wie bei den Brettern vorher. Der Unterschied: Dieses Mal werden von oben 4,0 cm angerissen und von unten 3,0 cm. Zudem werden von der Seite aus 5,3 cm abgemessen. Der Versatz mit 3,0 und 4,0 cm ist nötig, damit sich die Schrauben im Holz nicht im Weg sind, wenn sie auf derselben Höhe eingeschraubt werden. Es werden wieder je Brett 4 Bohrungen ausgeführt.

Kompost - Schrauben
Schrauben vorbereiten – Versatz beachten

Die letzten 4 Bretter bekommen eine Sonderfunktion. Später werden diese Bretter auf einer Seite im untersten Teil des Komposters montiert. Möchte man an den fertigen Kompost kommen, werden einfach diese vier Bretter entfernt. Am einfachsten geht dies mit Flügelmuttern. Von der Seite wird wieder 5,3 cm abgemessen. Der Bohrungspunkt befindet sich diesmal in der Mitte der angezeichneten Linie. Mit einem 8 mm Bohrer werden auf jedem der vier Bretter zwei Bohrungen ausgeführt.

Tipp für Perfektionisten: Bei den verwendeten Schrauben handelt es sich um Senkkopfschrauben. Damit der Schraubenkopf im Holz versenkt wird und nicht über dem Holz steht, wird mit einem größeren Bohrer das Bohrloch leicht vergrößert. Der Kopfdurchmesser einer 6 x 60 mm Senkkopfschraube beträgt 11,6 mm. Somit wird ein 11 mm Bohrer genutzt. Der nur etwas mit seinen Schneidflanken das Bohrloch vergrößert, sodass der Kopf der Schraube hineinpasst. Achtung, nicht zu tief Bohren!

Der Zusammenbau

Damit wären die Vorarbeiten beendet und der Zusammenbau kann beginnen. Zwei der Kanthölzer werden parallel nebeneinander aufgelegt, z.B. auf eine Werkbank oder einem Tisch. 7 der kurzen 110 cm Bretter werden nun gebraucht. Das erste Brett wird genau an die Oberkante der Kanthölzer geschraubt, genutzt werden dazu 6 x 60 mm Schrauben. Achten Sie auf einen sauberen Abschluss des Brettes am Kantholz.

Zusammenbau des Komposters
Zusammenbau des Komposters

Mit 3 cm Abstand zum oberen Brett folgt darunter ein weiteres Brett. Unter dem nächsten Brett kommen wieder 3 cm Abstand. So fährt man fort, bis sieben Bretter übereinander sind. Zwischen jedem Brett gibt es einen Spalt von 3 cm. Dieser Spalt befindet sich rings um den Komposter. Er ist zwingend notwendig, damit Luft an den Kompost heran kann. Diese ist für die Zersetzung der Garten- und Küchenabfälle zwingend notwendig.

Ist eine Seite fertig wird dasselbe mit den restlichen 7 kurzen Holzbrettern und den zwei verbleibenden Kanthölzern getan. Es sind somit „Zäune“ entstanden.

Für den nächsten Arbeitsschritt sind eine oder zwei helfende Hände von Vorteil. Beide gefertigten Seitenteile werden nun aufrecht und in Waage nebeneinander hingestellt. 7 der längeren 113,6 cm werden nun genutzt um beide Seitenteile miteinander zu verbinden. Verfahren wird wie schon zuvor erklärt. Es entsteht nun ein C.

Öffnung vorbereiten

Von der anderen Seite, dem noch offenen Bereich, werden die drei verbliebenden Bretter im oberen Bereich der offenen Seite befestigt. Der Komposter kann nun anschließend auf den Rücken gedreht werden, mit der noch halb offenen Seite nach oben. Das erste Brett, mit der 8 mm Bohrung wird nun unter das letzte angeschraubte Brett gelegt, Abstand wieder 3 cm. Mit einem Tiefenlochmarkierer werden nun durch beide 8 mm Bohrlöcher der Bohrpunkt auf das untere Kantholz übertragen.

Komposter Öffnung
Öffnung für die Entnahme der Erde

Die entstandene Markierung auf beiden Seiten ist der Bohrpunkt für je eine Stockschraube. Mit einem 6 mm Bohrer wird nun auf jeder Seite 4 cm tief in das Kantholz gebohrt. Anschließend wird in beide Bohrungen je eine Stockschraube gedreht. Die Gewindelänge die herausschaut entspricht der Dicke des Brettes plus der Unterlegscheibe und der Flügelmutter, also 2,5 cm.

Das erste Brett kann somit samt Unterlegscheiben mit den Flügelmuttern befestigt werden.

Dieser Arbeitsgang wird mit den restlichen drei Brettern wiederholt. Abstand zwischen ihnen wieder 3 cm.

Damit wären die Arbeiten am Komposter beendet. Ein Deckel ist für den Komposter unnütz, da wie schon beschrieben der Kompost genügend Luft bekommen muss, zudem Wasser vom Regen, damit die Mikroorganismen sich gut vermehren können.

Tipp: Um die Haltbarkeit des Komposters nochmals zu erhöhen, ist es möglich, Winkelanker innen an die Kanthölzer zu schrauben und damit die Kanthölzer vom Boden abzuheben, damit kann von unten kein Wasser in das Holz eindringen.

Tipps für erfolgreiches Kompostieren

  • je besser der Kompost durchmischt ist, desto besser verrottet er
  • Komposter nicht gleich voll füllen sondern langsam mit den täglichen Abfällen füllen
  • nasse Materialien sollten mit trockenen Materialien gemischt werden, sprich: ab und an Sägespäne oder Häckselgut beimengen
  • ab und an den Kompost mit Dünnen Ästen füllen, insbesondere zum Durchlüften von Rasenschnittgut und Küchenabfällen
  • Maulwurfshügel können zur Nährstoffzuführung auf den Kompost gegeben werden
  • ist der Kompost fertig, mit Gras abdecken
  • im späten Herbst den Kompost mit Laub abdecken, weiteres Befüllen ist im Winter durchaus möglich
  • ein guter Kompost darf niemals austrocknen

Kompost

Was darf auf den Kompost?

  • Obst- und Gemüseabfälle
  • Tee- und Kaffeesatz
  • zerkleinerte Eierschalen
  • Gras
  • Schnittblumen
  • Laub
  • Topfpflanzen
  • verbrauchte Blumenerde

Was sollte nicht in den Kompost?

  • Fisch
  • Fleisch
  • Wurst
  • Käse
  • Asche
  • Käserinde
  • Zigaretten
  • Staubsaugerbeutel
  • Medikamente
  • Katzenstreu
  • Nussschalen

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