Beizen Titelbild

Durch das Auftragen der Beize und das anschließende Lackieren, Ölen beziehungsweise Lasieren pflegen und schützen Sie Holzmöbel, Holzböden und viele weitere Gegenstände. Die Objekte erstrahlen wieder in neuem Glanz und sind widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse. In unserem Ratgeber erfahren Sie durch die Anleitung, welche Schritte Sie ausführen müssen und welche Vorteile die einzelnen Maßnahmen aufweisen.

Holzmöbel und Holzböden erfordern eine regelmäßige Pflege, damit sie ihr natürliches Aussehen behalten. Durch das Lackieren erhalten Sie außerdem die Möglichkeit, die Farbe zu verändern. Aber auch die Beize sorgt für eine Anpassung der Farbintensität. Durch das vorangehende Abschleifen lässt sich das Erscheinungsbild noch weiter beeinflussen. Doch bevor Sie mit den Arbeiten beginnen, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie lackieren, lasieren oder ölen möchten. In unserer Anleitung erhalten Sie hierfür eine Hilfestellung.

Holzart bestimmen

Wenn Sie Holzmöbel oder Holzbretter mit Beize behandeln möchten, dann müssen Sie zunächst einmal die Holzart bestimmen. Dies ist wichtig, um das richtige Vorgehen und die passenden Produkte auszuwählen. Die Holzarten können grob in Weichholz und Hartholz unterteilt werden. Zu den gängigsten Hölzern gehören:

Weichholz:

  • Fichte, Zeder, Kiefer, Tanne, Lärche
  • Linde, Erle, Pappel

Hartholz:

  • Eibe, Ulme, Esche,
  • Buche, Birke, Eiche, Ahorn
  • Kirsche, Teak, Walnuss
Verschiedene Holzarten
Verschiedene Holzarten

Besonderheiten von Weichholz

Weist das Holz eine ungleichmäßige Maserung beziehungsweise ein fleckiges Muster auf, dann handelt es sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit um ein Weichholz. Durch das Beizen kann es passieren, dass die Färbung ungleichmäßig erfolgt. Diesem Effekt können Sie entgegenwirken, indem Sie eine Grundierung auftragen.

Tipp: Leider sind nicht alle Grundierungen auch für die Beize geeignet. Achten Sie daher beim Kauf auf die Eigenschaften der Produkte.

Die Grundierung dringt in die Holzfasern ein und sorgt für eine gleichmäßige Färbung des Holzes. Allerdings geht hebt die Beize dadurch nicht die natürliche Maserung des Holzes hervor. Sie haben demnach beim Weichholz zwei verschiedene Möglichkeiten und können die natürliche Maserung entweder betonen oder eine gleichmäßige Färbung erzeugen.

Besonderheiten von Hartholz

Weist das Holz eine gleichmäßige Maserung beziehungsweise eine gleichmäßige Musterung auf, dann handelt es sich wahrscheinlich um Hartholz. In diesem Fall können Sie durch eine geeignete Beize die Holzmaserung betonen. Einige Harthölzer erfordern das Auftragen von mehreren Schichten Beize, sodass das Ergebnis zufriedenstellend wird.

Vorbereitung und Auftragen der Beize

Schritt 1: Befreiung von Verschmutzungen

Das Holz muss sauber und frei von Schmutz und Fett sein. Ansonsten würde die Beize an den betreffenden Stellen eine verringerte Wirkung erzielen und durch den Anstrich würden sich die Ablagerungen über die gesamte Oberfläche verteilen. Sollten sich Schmutzpartikel auf der Holzoberfläche befinden, dann müssen Sie diese gründlich entfernen. Lassen Sie das Material anschließend gut trocknen bevor Sie weiter arbeiten.

Schritt 2: Das Schleifen

Als nächstes müssen Sie die Holzoberfläche abschleifen. Verwenden Sie hierfür Schleifpapier einer geeigneten Körnung. Sie haben die Auswahl aus einer niedrigen oder einer hohen Körnung:

Niedrige/grobe Körnung:
Die Holzoberfläche wird rauer und es wird eine große Menge an Beize aufgenommen.

Hohe/feine Körnung:
Die Oberfläche wird weniger rau und es wird eine kleinere Menge an Beize aufgenommen. Es findet zudem eine Glättung statt.

Holz schleifen
Holz abschleifen

Von einer niedrigen Körnung spricht man, wenn die Körnung 60 bis 80 vorliegt. Eine glatte Oberfläche erzeugen Sie dadurch, indem Sie mit einer groben Körnung beginnen und anschließend mit einer feineren Körnung nachschleifen. Für den zweiten Schleifvorgang können Sie beispielsweise eine Körnung von 100 bis 120 (oder höher) verwenden. Je feiner die Körnung ist, desto heller wird das Ergebnis nach dem Beizen. Somit haben Sie hierbei die Möglichkeit, die Farbe zu beeinflussen.

In der Regel wird die Holzoberfläche durch die Beize dunkler, sodass sich durch die Menge an aufgenommener Beize auch die Farbe beeinflussen lässt. Je rauer die Oberfläche, desto mehr Beize wird aufgenommen.

Tipp: Sie können auch mit Körnungen von 200 oder mehr schleifen und somit für eine besonders helle Farbe sorgen. Aber auch die Anzahl der Beizvorgänge haben einen Einfluss auf das Ergebnis.

Schritt 3: Die Reinigung

Durch das Schleifen haben sich auf der Oberfläche Holzsplitter abgelagert. Diese müssen nun entfernt werden. Wischen Sie das Holz daher mit einem Tuch ab und entfernen Sie alle losen Partikel.

Schritt 4: Holz wässern

Bevor das Holz gebeizt wird, sollte es gewässert werden. Die Beize wird somit von den Holzfasern besser aufgenommen. Dafür trägt man lauwarmes Wasser mit einem Schwamm gleichmäßig auf. Sollten sich einzelne Holzfasern aufstellen, diese mit sehr feinem Schleifpapier entfernen und das Holz vor der Weiterverarbeitung nochmals gründlich reinigen. Holz vor dem Beizen wieder trocknen lassen.

Schritt 5: Das Beizen

Beim Beizen ist es wichtig, dass Sie Schutzkleidung tragen. Damit die Beize nicht auf die Haut gelangt, sollten Sie in jedem Fall Handschuhe tragen. Achten Sie außerdem darauf, dass die Beize gut gemischt ist und rühren Sie gegebenenfalls vor dem Beginn der Arbeiten noch einmal gründlich um.

Beizen

Verwenden Sie zum Auftragen einen Pinsel, einen Schwamm, ein Tuch oder einen Lappen. Bei der Verwendung von Pinseln ist darauf zu achten, dass Sie einen Pinsel ohne Metall verwenden, da die Beize mit dem Metall reagiert und so unschöne Flecken auf dem Holz hinterlassen kann.

Tragen Sie das Mittel großzügig auf die Oberfläche auf. Achten Sie beim Auftragen darauf, dass Sie mit einer durchgängigen Bewegung arbeiten. Streichen Sie zudem immer in die Richtung der Maserung. Die Oberfläche sollte ausreichend und gleichmäßig bedeckt sein.

Lassen Sie die Beize rund 5 bis 15 Minuten einziehen. Eine längere Einwirkzeit führt zu einem tieferen Eindringen der Beize in das Material. Entfernen Sie zum Schluss die übrige Beize mit einem Lappen.

Tipp: Wenn Sie testen möchten, wie die Holzbretter auf die Beize reagieren, dann tragen Sie das Mittel auf ein Stück des Holzes auf und wischen Sie es sofort wieder mit einem Lappen ab. Dadurch erhalten Sie einen Eindruck von der Geschwindigkeit mit welcher die Beize aufgenommen wird.

Es ist besser, wenn Sie zunächst einmal weniger Beize auftragen und eventuell einen weiteren Durchgang ausführen, um ihr gewünschtes Farbergebnis zu erhalten. Zu viel aufgebrachte Beize hingegen kann nicht mehr entfernt werden.

Alte Möbel aufbereiten
Alte Möbel aufbereiten

Schritt 6: Das Trocknen

Sobald Sie mit der Farbe des Holzes zufrieden sind, legen Sie das Material zum Trocknen auf eine gerade Oberfläche. Die Trocknungszeit liegt bei rund 6 bis 8 Stunden.

Arten von Beize

Pulverbeizen
Pulverbeizen werden mit warmen Wasser angemischt und sind auf allen Holzarten einsetzbar. Vorteile liegen in der individuellen Mischbarkeit der Farbtöne. Auch die Farbintensität kann mit der verwendeten Wassermenge beeinflusst werden.

Holzbeizen auf Wasserbasis
Wenn Sie eine Beize verwenden, welche auf Wasserbasis hergestellt wurde, dann erhält man einen besonders gleichmäßigen Farbton. Dadurch lassen sich leichte Unregelmäßigkeiten im Holz ausgleichen. Wichtig: Bei der Nachbehandlung von Holzbeizen auf Wasserbasis muss darauf geachtet werden, dass man keine Lacke auf Wasserbasis verwendet, da diese zu unregelmäßiger Oberflächenfärbung führen können.

Holzbeizen auf Wasser-Alkoholbasis
Mit dieser Beize erzielt man einen schönen klaren und glänzenden Effekt, wobei die Poren dezent betont werden. Ein weiterer Vorteil liegt in den relativ kurzen Trockenzeiten.

Holzbeizen auf Lösungsmittelbasis
Die Farbpigmente sind hier in einem Lösemittel verarbeitet. Die Poren und Äste werden besonders stark betont und hervorgehoben.

Laugenbeizen
Laugenbeizen erzielen den optischen Effekt einer abgelaugten Eiche. Der Farbton kann durch Mischen beeinflusst werden.

Tipp: Pigment- oder Farbbeizen verdecken ganz leicht den Faserverlauf, was zu schönen Effekten führen kann. Chemische Beizen hingegen betonen eher die Maserung.

Oberfläche nachbehandeln

HolzoelNach dem Beizen sollten Sie Holzoberfläche auf jeden Fall nachbehandeln, da Beize keinen Schutz darstellt. Sie können das Holz entweder mit Klarlack lackieren oder Holzöl bzw. wachs. Dadurch wird das Holz besonders gut geschützt und ist unempfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen. Der endgültige Farbton des Holzes entsteht schließlich durch die Kombination des ursprünglichen Holztones, der Beize und der Nachbehandlung. Das alleinige Auftragen der Beize schützt das Holz nicht, es verbessert im Grunde genommen nur das Aussehen. Erst durch die Weiterbehandlung wird die Holzoberfläche gegen Schimmel und Wettereinflüsse geschützt.

Hierfür haben Sie die Auswahl aus unterschiedlichen Produkten:

  • Klarlack
  • Wachs
  • Holzöl

Klarlack und Wachs gelten als sehr strapazierfähig und kommen daher bei einer hohen Beanspruchung zum Einsatz. Holzöl hingegen ist schneller aufgebracht, allerdings nicht so beständig. Handelt es sich um einen Fußboden, dann ist Lackieren eine gute Wahl. Dadurch wird verhindert, dass das Putzwasser die Beize wieder ablöst.

Holzöl auftragen

Nachdem Sie die Beize aufgetragen haben, können Sie zum Schutz eine Ölschicht auftragen. Diese weist im Vergleich zum Lackieren den Vorteil auf, dass das Holz atmungsaktiver bleibt. Im Gegensatz zum Lack wird keine komplette Versiegelung der Oberfläche vorgenommen. Allerdings hat dies auch den Nachteil, dass das Material anfälliger gegenüber der Witterung ist. Durch das Schleifen vor dem Beizen haben Sie bereits eventuell vorhandene Kratzer entfernt, sodass Sie der Optik durch das Ölen nun den letzten Schliff verleihen. Da das Öl in das Material eindringt und sich mit ihm verbindet, fühlen sich die Holztisch, Holzbänke oder anderen Gegenstände immer noch natürlich an.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Wählen Sie das richtige Öl aus. Dieses muss mit der Beize und der Holzart harmonieren. So werden beispielsweise spezielle Teakholzöle oder ähnliche Produkte angeboten. Hartöl und Leinöl sind bei sehr vielen Hölzern verwendbar.

Schritt 2: Tragen Sie das Öl auf.

  • Eine Möglichkeit ist die Verwendung eines Pinsels mit welchem Sie das Öl Schritt für Schritt auf die Holzoberfläche aufbringen.
  • Sie können auch einen Lappen verwenden und ein wenig Öl auf den Stoff kippen. Anschließend verteilen Sie das Öl gleichmäßig auf der Holzoberfläche.
  • Als dritte Möglichkeiten können Sie ein wenig Öl auf die Holzoberfläche kippen und dieses dann verteilen.

Tipp: Achten Sie darauf, nicht zu viel Öl auf einmal auf die Holzoberfläche aufzubringen.

Schritt 3: Lassen Sie das Öl rund 15 bis 25 Minuten lang einziehen.

Schritt 4: Nehmen Sie überschüssiges Öl mit einem Lappen ab. In der Regel zieht nicht das gesamte Öl ein, sodass Sie den Rest abnehmen müssen. Würde das Öl auf der Oberfläche verbleiben, dann könnten unschöne Ölflecken entstehen, die sich später nur schwer entfernen lassen.

Schritt 5: Lassen Sie die Holzobjekte für rund 12 Stunden trocknen. Nehmen Sie gegebenenfalls weitere Ölanstriche vor, sodass maximale Wirkung entsteht.

Schreibtisch
Schreibtisch

Lackieren nach dem Beizen

Schritt 1: Wählen Sie einen Klarlack, entsprechend der verwendeten Beize aus (wasserbasierte oder lösemittelbasierte Lacke). Wichtig zu beachten bei Beizen auf Wasserbasis.

Schritt 2: Die Auswahl des richtigen Pinsels. Verwenden Sie einen wasserbasierten Lack könne Sie einen Pinsel mit Kunststoffborsten verwenden, bei Lösemittelbasierten Lacken empfiehlt sich ein Naturhaarpinsel.

Schritt 3: Tragen Sie im ersten Zug den Lack, entlang der Maserung dünn und gleichmäßig auf. Anschließend wiederholen Sie dies quer zur Maserung. Diese Technik bezeichnet man auch als Kreuzgang.

Schritt 4 Den Lack ausreichend trocknen lassen. Schritt 2 kann nach der Trocknung bei Bedarf wiederholt werden.

Holzwachs auftragen

Holzwachs stellt eine natürliche Behandlung zum Schutz des Holzes dar. Für stark beanspruchte Flächen können Sie auch ein Hartwachs, mit Lösemittelanteil verwenden.

Falls Sie Flüssigwachs verwenden, müssen Sie diese gut umrühren und anschließend zügig mit einem flachen Pinsel auftragen

Beim Einsatz von festem Holzwachs, tragen Sie diese mit einem weichen Tuch auf, lassen es ein paar Stunden einziehen und polieren es anschließend nach.

Tipps für Schnellleser:

  • Holzart bestimmen
    • Weichhölzer können ungleichmäßig Beize aufnehmen
  • Holzoberfläche zunächst einmal reinigen
  • mit Schleifpapier bearbeiten
    • feine Körnung: Beize wird weniger aufgenommen
    • grobe Körnung: Beize wird stärker aufgenommen
    • Holz wässern und ggf nachschleifen
  • Beize auftragen
    • Einwirkzeit und Häufigkeit bestimmen die Farbintensität
    • schleifen bestimmt die Helligkeit
  • anschließend das Holz unbedingt lackieren, wachsen oder ölen
    • Klarlack und Wachs sind sehr strapazierfähig

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