Die weiche Masse mit den Fingern spüren und etwas Kreatives daraus gestalten: Kneten macht Kindern wie Erwachsenen großen Spaß. Nun können Sie Knete natürlich im Handel kaufen, allerdings ist es besonders schön und dazu auch noch problemlos sowie preiswert möglich, die für die begeisternde Tätigkeit notwendige Knetmasse selbst herzustellen. Wir zeigen Ihnen ein Rezept für reine Bastelknete und ein anderes für das essbare Pendant, das Genuss auf ganzer Linie verspricht!

Kneten bereitet nicht nur enorme Freude, es fördert auch eine Reihe von Fertigkeiten, was vor allem Kindern zugutekommt. Während des Hantierens mit der Knetmasse werden verschiedene Sinne direkt angesprochen: insbesondere das Riechen und Tasten. Darüber hinaus helfen das Drücken, Rollen, Zerteilen und Modellieren der Knete feinmotorische Fähigkeiten im Handbereich sowie die eigene Fantasie und Kreativität auszubilden. Stellen Sie den Knetteig selbst her – eventuell mit der Unterstützung Ihrer Kinder. Unsere umfassend beschriebenen Rezepte inklusive zahlreicher Tipps und Tricks führen Sie Schritt für Schritt zu reiner Bastelmasse aus Salzteig beziehungsweise essbarer Knete, die Sie nach getaner Arbeit direkt verzehren können!

Wir stellen Ihnen zwei Möglichkeiten vor, Knete selbst zu machen. Einmal resultiert Knetmasse, die nur zum Basteln gedacht ist. Sie wird gemeinhin als Salzteig bezeichnet, da sie eine Menge Salz enthält. Das zweite Rezept bringt Sie hingegen zu essbarer Knete. Es ist umfassender und daher auch aufwändiger umzusetzen, dafür beschert die Knete am Ende Genuss für alle Sinne. Und schon geht’s los!

1. Rezept: Bastelknetmasse

Für etwa 500 g Bastelknetmasse brauchen Sie:

  • 400 g Weizenmehl
  • 200 g Salz (unjodiert!)
  • 2 EL Alaun, Weinstein- oder Zitronensäure
  • 500 ml kochendes Wasser
  • 3 EL Speiseöl
  • Lebensmittelfarbe(n) in Pulverform oder als Gel

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Hilfsmittel:

  • große Schüssel
  • Handmixer
  • Esslöffel
  • Lebensmittel- beziehungsweise Küchenwaage

Wichtige Hinweise

Nur eine Zutat aus dem Dreigespann Alaun, Weinstein- und Zitronensäure verwenden! Alaun ist zwar giftig, überzeugt hinsichtlich Geschmeidigkeit und Haltbarkeit der finalen Knetmasse jedoch am meisten. Wollen Sie den Salzteig für sehr kleine Kinder herstellen, sollten Sie zu Weinstein- oder Zitronensäure greifen. So besteht keine ernsthafte Gefahr, wenn Ihre Sprösslinge die Knete in den Mund nehmen. Alaun und Weinstein erhalten Sie in der Apotheke, Zitronensäure im Supermarkt.

Je nachdem, ob Sie die Bastelknete nur in einer einzigen Farbe oder mehrere Häufchen in unterschiedlichen Tönen haben wollen, kaufen Sie eine oder mehrere Lebensmittelfarben.

Achtung: Es empfiehlt sich, diese in Pulverform oder als Gel zu nutzen. Sehr flüssige Lebensmittelfarbe geht nämlich häufig mit einem eklig-glitschigen Knetteigergebnis einher. Und das will schließlich niemand.

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Anleitung

1. Schritt: Füllen Sie Mehl, Salz und die zwei Esslöffel Alaun, Weinstein- oder Zitronensäure in die große Schüssel. Mit dem Handmixer gut durchmischen.

2. Schritt: Während Sie eifrig weiterrühren, schütten Sie den halben Liter kochenden Wassers dazu.

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3. Schritt: Geben Sie drei Esslöffel Speiseöl zu Ihrem bisherigen Salzteig. So lange gründlich weiterrühren, bis eine Knetmasse entstanden ist. Zu trocken? Dann fügen Sie noch ein wenig Öl hinzu und verrühren es. Nun ist der Knetteig an und für sich fertig.

4. Schritt: Färben Sie den Salzteig nach Belieben. Soll er nur eine einzige Farbe erhalten, können Sie diese direkt hinzufügen und mit dem Mixer einrühren. Wünschen Sie hingegen, mehrere Häufchen in unterschiedlichen Tönen zu kreieren, so verteilen Sie zunächst den Teig auf einige kleine Schälchen. Dann die verschiedenen Lebensmittelfarben auf die Häufchen träufeln und ordentlich einkneten.

Vorsicht: Die Lebensmittelfarben sehr sparsam einsetzen, da sie ungemein ergiebig sind!

5. Schritt: Kneten, was das Zeug hält! Basteln Sie mit Ihren Kindern viele lustige Motive.

Tipp: Wenn Sie möchten, können Sie die gekneteten Figuren dauerhaft haltbar machen. Zu diesem Zweck lassen Sie sie eine Woche lang auf der Heizung trocknen und backen sie anschließend 30 bis 60 Minuten (je nach Dicke der Figürchen) bei 150 Grad Celsius im Backofen.

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Übrigens: Falls Sie einen Teil oder die gesamte Knetmasse erst einmal aufheben wollen, müssen Sie sie gut und vor allem luftdicht verpacken und in den Kühlschrank stellen. Sie hält dann ungefähr ein halbes Jahr.

Kosten und Aufwand für den Salzteig: gering

2. Rezept: Essbare Knete

Bevor wir Ihnen die Zutatenliste präsentieren, möchten wir Sie vorwarnen: Das Rezept enthält zwei Zutaten, die Sie im einfachen Supermarkt in der Regel nicht finden: Volleipulver und Maltodextrin. Nun mussten wir jedoch feststellen, dass diese exotisch anmutenden Ergänzungen die Knetbarkeit der Masse in puncto Geschmeidigkeit und Formstabilität so sehr verbessern, dass wir sie nicht entbehren können. Schauen Sie am besten online nach möglichst preiswertem Volleipulver und Maltodextrin. Sehr kleine Packungen genügen, denn Sie brauchen nicht allzu viel davon. Aber sehen Sie selbst:

(eventuell Bilder von Volleipulver- und Maltodextrin-Packungen)

Für eine kleine Menge (einen etwa faustgroßen Klumpen) zum Ausprobieren brauchen Sie:Zutatenliste für eine größere Menge:
50 g Weizenmehl (405)250 g Weizenmehl (405)
25 g Puderzucker125 g Puderzucker
10 g Volleipulver50 g Volleipulver
10 g Speisestärke50 g Speisestärke
10 g Milchpulver50 g Milchpulver
5 g Maltodextrin25 g Maltodextrin
1 Päckchen Vanillezuckerbis zu 5 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz3 – 5 Prisen Salz
einige Tropfen Zitronenaroma½ – 1 Fläschchen Zitronenaroma
2 TL Öl10 TL Öl
20 ml Wasser100 ml Wasser
15 – 30 g Speisestärke70 – 150 g Speisestärke
Lebensmittelfarbe (Pulver, Paste oder Flüssigkeit)Lebensmittelfarbe (Pulver, Paste oder Flüssigkeit)

PDF-Icon

Hier klicken: Download der Zutatenliste

Hilfsmittel:

  • große bis sehr große Rührschüssel
  • Esslöffel
  • Teelöffel
  • Lebensmittel- beziehungsweise Küchenwaage
  • Handmixer
  • saubere Arbeitsplatte oder Backbrett
  • Backblech
  • Backpapier

Wichtige Hinweise

Der Vanillezucker, das Salz und das Zitronenaroma dienen allein dem Geschmack.

Beim genauen Durchlesen unseres Rezepts ist Ihnen sicherlich aufgefallen, dass wir zunächst einige trockene und dann flüssige Zutaten gelistet haben, ehe auf der vorletzten Position noch einmal Speisestärke auftaucht. Dabei handelt es sich um kein Versehen, sondern volle Absicht unsererseits. Die etwas ausschweifende Erklärung: Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass der Teig am einfachsten und besten gelingt, wenn man ihn zunächst etwas feuchter anrührt als er am Ende werden soll (ansonsten verteilt sich die Flüssigkeit mehr schlecht als recht und der Teig bleibt lange bröckelig). Durch nachträglich hinzugefügtes Trockenpulver erhält er die gewünschte Konsistenz. Und für diese nachträgliche „Antrocknung“ eignet sich Speisestärke optimal. Alternativ käme auch Mehl in Frage, allerdings wird der Teig mit Speisestärke wesentlich geschmeidiger und samtiger.

Die Menge der Lebensmittelfarbe hängt von mehreren Faktoren ab:

  • wie stark die verwendete Farbe färbt
  • wie kräftig die Farbe des Knetteigs werden soll

Aus diesem Grund lassen sich hierzu keine genauen Angaben machen. Beginnen Sie immer erst einmal mit sehr wenig Farbe und steigern die Menge nach und nach, bis Sie mit dem Resultat zufrieden sind.

Achtung: Wenn Sie statt Paste oder Flüssigkeit wie beim oben beschriebenen Salzteig Farbpulver verwenden wollen (etwa Kurkuma oder Rote-Beete-Pulver), müssen Sie dieses bereits mit den sonstigen trockenen Zutaten verrühren. So können Sie pro Teigkreation nur eine Farbe herstellen. In diesem Fall empfiehlt es sich, mehrere kleine Mengen gemäß der Zutatenliste für den faustgroßen Klumpen zu verrühren, um unterschiedlich gefärbte Knetmassen zu erhalten. Bedenken Sie außerdem, dass Sie bei der Verwendung von Farbpulver stets eine Spur mehr Wasser brauchen. Setzen Sie demgegenüber auf Paste oder Flüssigkeit, ändert sich nichts und Sie haben direkt die Möglichkeit, bunte Teile aus dem großen Ganzen zu basteln.

Anleitung

1. Schritt: Wiegen Sie zunächst die trockenen Zutaten ab und geben sie in der Reihenfolge der Zutatenliste nach und nach in die Rührschüssel.

Tipp: Sieben Sie den Puderzucker. Er ist dann im Teig besser zu verarbeiten.

Vorsicht: Die an vorletzter Stelle der langen Zutatenliste erwähnte Speisestärke (15 – 30 g beziehungsweise 70 – 150 g) fügen Sie bis auf weiteres NICHT hinzu.

2. Schritt: Vermischen Sie die trockenen Zutaten sorgfältig mit dem Handmixer.

3. Schritt: Geben Sie das Öl und das Zitronenaroma zur trockenen Mischung.

4. Schritt: Rühren Sie die Mischung so lange um, bis die Flüssigkeiten einigermaßen gut verteilt sind.

5. Schritt: Gießen Sie das Wasser hinzu.

6. Schritt: Verrühren Sie das Ganze weiterhin mit dem Handmixer, bis sich bröselige Klumpen gebildet haben.

7. Schritt: Kneten Sie den Teig per Hand weiter.

Achtung: Bei diesem Vorgang werden die Hände meist sehr klebrig. Legen Sie sich zuvor ein paar Blatt Küchenpapier zurecht oder kneten vorerst nur mit einer Hand.

8. Schritt: Nun kommt die im ersten Schritt noch zurückgehaltene Speisestärke zum Einsatz. Fügen Sie nach Bedarf Teile davon zum Teig, um ihn weniger klebrig zu machen.

9. Schritt: Wechseln Sie mit dem Teig zu Ihrer Arbeitsplatte. Bestreuen Sie diese mit Teilen der aufgehobenen Speisestärke und bearbeiten den Teig darauf so lange, bis er sich leicht und locker kneten lässt.

10. Schritt: Waschen Sie Ihre Hände. Danach sollte der Teig weniger bis gar nicht mehr kleben, wenn Sie ihn anfassen. Tut er es doch, kneten Sie noch ein bisschen Speisestärke ein. Passen Sie aber auf, dass der Teig nicht zu trocken wird.

Tipp: Es ist nicht ganz einfach, die richtige Balance zwischen zu klebrig und zu trocken zu finden. Es bedarf der Erfahrung – und damit also einiger Übung. Ist Ihr Teig zu trocken geworden, fügen Sie winzige Spritzer Wasser hinzu. Wird er daraufhin wieder zu klebrig, müssen Sie erneut Speisestärke ergänzen. So nähern Sie sich allmählich der optimalen Konsistenz. Am Ende Ihrer Experimentiererei können Sie einen runden Klumpen kneten, ohne dass Ihre Finger daran kleben bleiben.

11. Schritt: Haben Sie die Lebensmittelfarbe nicht in Pulverform verwendet und damit schon am Ende der trockenen Zutaten ergänzt, ist es jetzt an der Zeit, den Knetteig einzufärben. Farbpaste für Lebensmittel eignet sich am besten. Aber auch flüssige Lebensmittelfarbe aus dem Supermarkt ist einsetzbar. Streuen Sie zunächst erneut etwas Speisestärke auf Ihre Arbeitsplatte, da die Lebensmittelfarbe den Teig wieder klebriger macht.

12. Schritt: Dann nehmen Sie einen Teil des Knetteigs und geben mithilfe eines Löffelstiels eine winzige Menge der Farbe auf eine Kuhle im Teig.

Tipp: Damit sich die Farbe besser verteilt, können Sie ein paar Tropfen Wasser hinzufügen und mit der Lebensmittelfarbe vermischen.

13. Schritt: Schließen Sie den Teigklumpen um die Farbe herum. So verhindern Sie ein Heraustropfen der Farbe.

14. Schritt: Kneten Sie gründlich. Und zwar so lange, bis die Farbe gleichmäßig im Teig vermischt ist.

Achtung: Arbeiten Sie mit sehr starker Farbe, bekommen Sie von der aktuellen Tätigkeit bunte Hände. Durch regelmäßiges Händewaschen verliert sie sich nach ein bis zwei Tagen jedoch schon wieder.

15. Schritt: Wiederholen Sie die Schritte 11 bis 14 gegebenenfalls mit den weiteren Teigklumpen und Farben.

16. Schritt: Nun kann das Knetvergnügen beginnen – ein Spaß für Groß und Klein! Kreieren Sie schöne Motive, etwa Nahrungsmittel (Sandwich), Tiere, lustige Gesichter oder sonstige Figuren. Ihrer Fantasie und Ihren Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Tipp: Ein bisschen naschen ist durchaus erlaubt, da der Teig auch in rohem Zustand genießbar ist.

17. Schritt: Sobald Sie mit Ihren Knetergebnissen zufrieden sind, legen Sie sie einfach auf ein Backblech mit Backpapier.

Hinweis: Nicht verarbeitete Knete können Sie etwa drei bis vier Tage im Kühlschrank aufbewahren. Zwar wird der Teig dann etwas härter. Mit warmen Händen lässt er sich aber wieder geschmeidig kneten.

18. Schritt: Backen Sie die Knetfiguren etwa sechs bis acht Minuten bei 160 Grad Celsius im Backofen. Die genaue Dauer hängt vor allem von der Dicke der Figuren ab.

Tipp: Achten Sie darauf, dass die Figuren nicht braun werden. Andernfalls verliert sich ihre Farbwirkung. Meist passiert es sehr schnell, dass die Figürchen eine bräunliche Note annehmen. Deshalb sollten Sie den Prozess aufmerksam verfolgen und rasch handeln, sobald sich eine erste Bräunung andeutet.

Fertig. Wir wünschen Ihnen guten Appetit beim Verzehr der Knetfiguren!

Kosten und Aufwand für den essbaren Knetteig: mittel

Tipps für Schnellleser:

  • Bastel- oder essbare Knete herstellen
  • Bastelknete besteht aus einfachem Salzteig, nicht essbar
  • Mehl, Salz, Zitronensäure, Wasser, Öl und Lebensmittelfarbe mischen
  • Figuren basteln und gegebenenfalls durch Backen konservieren
  • Etwaige Reste luftdicht verschlossen im Kühlschrank aufbewahren
  • Essbare Knete mit anderer Zusammensetzung
  • Unter anderem Zucker, Volleipulver, Maltodextrin und Speisestärke
  • Trockene Zutaten mixen, dann flüssige zugeben
  • Teig geschmeidig kneten und Farbe(n) hineinmischen
  • Figuren formen, im Backofen 6 bis 8 Minuten backen und genießen
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Feli
Hallo Bastelfreunde, mein Name ist Feli. Mit talu.de habe ich eine Möglichkeit gefunden, meine Kreativität auszuleben und gleichzeitig originelle Ideen zu entdecken. Besonders freue ich mich darauf, diese mit Euch zu teilen. Neben der Textbearbeitung beschäftige ich mich vor allem mit der Bildbearbeitung und Dokumentation verschiedenster Themen und Anleitungen. Die Vielseitigkeit, die in talu.de steckt, gibt uns die Chance, gemeinsam einen Ort für kreative Ideen zu gestalten.

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