Was gibt es Schöneres, als etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen und anschließend das fertige Werk zu bestaunen! Im Falle von DIY-Kirschkernkissen können Sie sich mit Ihrem Resultat sogar wärmen oder abkühlen – ganz wie es Ihnen beliebt. Und auch als flauschiger Kuschelpartner eignet sich Ihr Kirschkissen: All diese Vorzüge machen es außerdem zu einem kreativen, nicht einzig das Herz erwärmenden, Geschenk.

Wenige Materialien, etwas Zeit und viel Lust aufs Kreativsein: Tatsächlich lassen sich die vielseitigen Kirschkernkissen in wenigen Schritten selbst herstellen – sogar von Anfängern. Unsere übersichtliche Anleitung verrät Ihnen, was Sie benötigen werden und weist Ihnen dann Schritt für Schritt den Weg zu einem klassischen Kirschkernkissen. Falls Sie andere Formen bevorzugen, lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Ihr Baumwollstoff sollte lediglich immer mindestens doppelt so groß sein wie Ihr Wunschkissen. Übrigens reichen schon minimale Nähkünste aus: Natürlich erleichtert die fachkundige Benutzung einer Nähmaschine den Ablauf. Wer allerdings mit Nadel und Faden völlig auf Kriegsfuß steht, kann sich Hilfe bei nähfreudigen Bekannten suchen. In lustiger Teamarbeit macht das Basteln der Kirschkissen gleich umso mehr Spaß!

Das werden Sie brauchen:

Auf Grund des engen Hautkontaktes mit dem Kirschkernkissen sollten sie bei der Wahl des Materials besonders Acht geben:

  • je nach Größe Stoff mit 100 % Baumwolle mit Oeko-Tex® Standard und im besten Fall mit GOTS-Zertifikat
  • Nähmaschine
  • Kirschkerne

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Links zu: Oeko-Tex® und GOTS-Zertifikat

Stoffmenge

Wie viel Stoff Sie für das eigene Kirschkernkissen benötigen hängt von mehreren Faktoren ab. Plagen Sie Nackenschmerzen, eignet sich ein längliches Kissen sehr gut. Bauchschmerzen können gut mit quadratischen, großen Kissen gelindert werden. Je nach Belieben benötigen Sie zusätzlich zum gewünschten Kissenformat eine Nahtzugabe von 1 cm bis 1,5 cm.

Tipp: Achten Sie beim Format des Kirschkernkissens darauf, dass es nicht zu groß wird – es muss ja schließlich noch in die Mikrowelle, bzw. in den Backofen oder das Gefrierfach passen.

Zuschnitt

Diese Nähanleitung zeigt, wie Sie ein einfaches, rechteckiges Kirschkernkissen selbst nähen. Eine perfekte Größe für solch ein Kissen ist 25 cm x 20 cm. Dieses passt später perfekt in die Mikrowelle. Dabei reicht eine Nahtzugabe von insgesamt drei Zentimetern vollkommen aus. Zusätzlich sollten noch 4 cm an jeder Seite für das Stoffsaumen berechnet werden. So benötigen Sie für dieses Kissen zwei Stoffteile (Vorder- und Rückseite) mit einer Größe von jeweils 32 cm x 27 cm.

Tipp: Für rundliche Ecken, die sich später gut wenden lassen, sollten Sie bei der Nahtzugabe bist etwa 1 mm vor der Ecke den Stoff schräg abscheiden. Solche Rundungen sehen am Ende besser aus und lassen sich gut wenden.

Jetzt wird genäht

Bei Baumwollstoffen bietet sich das Endeln der Stoffränder immer an. So können diese nicht ausfransen.

 

Für Nähanfänger: Unter „endeln“ versteht man das Umsäumen eines Stoffes. Der Stoffrand wird dabei mindestens einmal eingeschlagen und festgenäht. Schlagen Sie den Rand dafür einmal 2 cm breit um und nähen Sie diesen fest. Man erhält so eine glatte Stoffkante und verhindert das Ausfransen des Stoffes.

Danach werden beide Teile, Vorder- und Rückseite, mit deren „schönen“ Außenseiten aufeinanderliegend zusammengenäht. Stecknadeln an den Ecken fixieren die Teile, damit beim Nähen nichts verrutscht. Beginn Sie bei etwa dem letzten Viertel einer der vier Seiten mit einem Geradstich. Dieser wird bis zur ersten Ecke genäht. Alle anderen drei Seiten werden komplett zugenäht, ebenso wie das andere Viertel der ersten Seite, sodass eine Öffnung an dieser Seite entsteht. Die Kissenöffnung hat dann in etwa eine Länge von einer halben Seite.

Benutzen Sie eine Overlocknähmaschine, können Sie jetzt noch etwas schummeln. Nach dem Zunähen der 3,5 Seiten könnten Sie nun knapp neben der ersten Naht mit einem Geradstich (hellgrün) entlangnähen. Die Wendung erfolgt bei den vormarkierten Ecken.

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Das Ende und der Anfang werden miteinander vernäht, anschließend die Overlock-Naht links und rechts der Öffnung bis zu den Vernähpunkten wieder aufgetrennt. Nun werden die Fäden gekürzt. Zu guter Letzt muss nur noch die Wende- und Füllöffnung bis genau zu diesen Punkten mit einem Zick-Zack-Stich (schwarz) umsäumt werden.

Füllung

Das Kissen wird nun vorsichtig gewendet und alle vier Ecken nach außen gedrückt. Um die Kissenöffnung gut beim Zunähen sehen zu können, hilft bügeln – dafür die Kante an der Öffnung nach innen bügeln. Diese glatte Bügelkante hilft bei der Orientierung.

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Ein Trichter oder eine Stück zusammengerolltes Papier wird nun in die Öffnung des Kissens gesteckt. Durch diese können nun Kirschkerne eingefüllt werden. Wenn Sie allein sind und Schwierigkeiten beim Befüllen haben, können Sie das gerollte Papier auch mit Klebeband am Kirschkernbeutel befestigen. So haben Sie eine Hand mehr, um das Befüllen unter Kontrolle zu behalten.

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Tipp: Ein gerolltes Papier ist bei Kirschkernen die bessere Wahl. Meist sind die Kerne zu groß für handelsübliche Trichteröffnungen.

Halten Sie nach dem Befüllen die Kissenöffnung zu und testen Sie die Füllmenge. Entspricht die Formbarkeit des Kissens noch nicht Ihren Vorstellungen, können Sie jetzt noch nachfüllen, bzw. Kerne herausnehmen.

Wir haben bei einer Kissengröße von 25 cm x 20 cm 530g Kirschkerne in das Kissen gefüllt. Diese Menge überträgt genügend Wärme, lässt sich aber dennoch gut formen.

Verschließen

Ist das Kissen befüllt, muss es jetzt nur noch verschlossen werden. Dafür ist eine Zaubernaht, eine Naht, die man nicht sieht, am besten geeignet.

Stecken Sie als Erstes die Öffnung mit Nadeln zu. Die Bügelkante können Sie jetzt gut gebrauchen, um genau zu sehen, wo die Öffnung beginnt und wo sie endet. Mit Hand wird nun die Öffnung verschlossen. Mit Nadel und Faden wird nun exakt beim Ende der Maschinennaht von innen begonnen. Der erste Stich erfolgt bei der links liegenden Nahtöffnung, welche dann noch verknotet wird.

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Jetzt wird das Kissen gedreht, so dass der Faden auf der rechten Seite liegt. Der Faden wird jetzt über die Öffnung gelegt und genau an der gebügelten Falte knapp vor dem Faden mit der Nadel eingestochen. Anschließend sollte die Nadel knapp hinter dem Faden wieder herauskommen.

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Jetzt wird der Faden erneut über die andere Seite gelegt und wie eben fortgefahren. Umso kürzer die Stiche, desto weniger sichtbar ist die Naht am Ende. Sind Sie am Ende der Öffnung angekommen, muss der alle vernäht und der Faden abgeschnitten werden.

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Das Kissen ist jetzt fertig und kann sofort verwendet werden. Möchten Sie das Kissen aber einmal waschen, benötigen Sie noch einen Kissenbezug. Eine Nähanleitung für einen Kissenbezug mit Hotelverschluss finden Sie hier: https://www.talu.de/kissenbezug-mit-hotelverschluss-naehen/

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Kirschkernkissen erwärmen

1. Kirschkissen können genau wie eine Wärmflasche angewandt werden – sehen dabei nur besser aus. Mögliche Einsatzgebiete sind etwa Bauchschmerzen, Verspannungen in Nacken oder Schultern, Menstruationsbeschwerden oder schlicht kalte Tage.

2. Erhitzen Sie dafür Ihr Kissen im Backofen bei maximal 150 Grad für 10 bis 15 Minuten.

3. Vergessen Sie auf keinen Fall, das gute Stück in reichlich Alufolie einzuwickeln. Andernfalls verfärbt der Stoff sich braun.

Tipp: Da die Folie im Ofen unversehrt bleibt, heben Sie Ihr benutztes Stück doch einfach für das nächste Mal auf!

4. Alternativ besteht die Möglichkeit, das Kissen in der Mikrowelle aufzuwärmen.

5. Legen Sie es dazu für eine Minute bei 600 Watt in das Gerät. Achtung: Sowohl das Kissen als auch die Kirschkerne müssen für die Anwendung in der Mikrowelle absolut trocken sein. Gleiches gilt für den Mikrowellenteller. Andernfalls riskieren Sie, den Stoff zu verbrennen. Zudem sollten Sie zwischen den Anwendungen genügend Zeit verstreichen lassen, sodass Ihr Kissen auskühlen kann. Erwärmen Sie ein Kirschkernkissen in zu kurzen Intervallen, können die Kerne zu glühen beginnen und dadurch den Stoff von innen verbrennen.

6. Lassen Sie Ihr kleines Kunstwerk niemals unbeaufsichtigt oder über die empfohlene Zeitdauer hinaus in Backofen oder Mikrowelle, sonst besteht Brandgefahr!

7. Bei geringerem Wärmebedarf legen Sie Ihr Kissen eine Viertelstunde auf die Heizung oder den Ofen.

8. Da die Kerne im Inneren die Wärme über einen längeren Zeitraum speichern, steht ihr erhitztes Kissen nun als kuschelige Wärmflasche bereit.

Kirschkernkissen als kalte Kompresse

1. Befördern Sie Ihr Kirschkissen zuerst in einen Plastikbeutel, damit der Stoff nicht durchnässt.

2. Anschließend legen Sie das Ganze für etwa 15 Minuten ins Gefrierfach.

3. Alternativ genügt auch die Verwahrung im Kühlschrank. Dabei allerdings sollte mehr Zeit – mindestens eine Stunde – eingeplant werden, bis das Kissen kalt genug ist.

4. Anders als bei der Erwärmung dürfen Sie Ihr Kirschkernkissen gern im Kalten vergessen, das schadet weder dem Stoff noch den Kernen.

5. Legen Sie sich Ihr „cooles Kissen“ nun bei Entzündungen auf die entsprechende Körperstelle, oder wenden Sie es zur Erleichterung bei Kopfschmerzen an. Natürlich bietet es auch bei hohen sommerlichen Temperaturen eine angenehme Erfrischung.

6. Lassen Sie das Kissen nach der Kältebehandlung gut trocknen, am besten sogar kurzzeitig im Backofen. Durch die Anpassung an die Zimmertemperatur „schwitzt“ ihr Kissen nach dem Aufenthalt im Kühlen. Folglich nimmt der Stoffbezug eine leichte Feuchte an.

Kirschkernkissen zur Massage

1. Warme Kirschkissen eignen sich wunderbar, um Verspannungen zu lockern. Einmal löst schon allein die Hitzeentfaltung auf angenehm entspannende Weise die Muskulatur. Zudem tut die grobkörnige Struktur des Kissens ihr Übriges.

2. Breiten Sie Ihr Kirschkissen möglichst flach aus und legen sich mit dem gewünschten Körperteil darauf. Gerade im Rückenbereich kann es hilfreich sein, sich langsam auf dem Kissen hin und her zu wiegen.

3. Wer eine zweite Person als Rückenmasseur einspannen kann, legt sich bequem hin, während der freundliche Masseur das warme Kissen leicht mit den Händen über den Rücken ausstreicht.

4. Auch zur einfachen Fußmassage kann das Kissen Verwendung finden. Dafür legen Sie es in erwärmtem Zustand lediglich auf den Boden und treten leicht darauf herum – ähnlich wie es von Stachelbällen aus der physiotherapeutischen Fußreflexzonen-Massage bekannt ist.

5. Nach langer Handarbeit, etwa an Tastaturen, können Sie Ihre Finger entspannen, indem Sie das Kissen mit beiden Händen energisch durchkneten.

Gestaltungsmöglichkeiten

Das ist ja ganz hübsch, für Ihren Geschmack aber zu einfach? Das macht nichts: Vor allem jene kreativen Bastler, die über solide Nähkenntnisse verfügen, können Ihr flauschiges Kunstwerk nach Herzenslust verzieren. Kleine Stoffapplikationen eignen sich dafür besonders schön. Wenn es ein Geschenk werden soll, stellt auch der Name oder Kosename des Beschenkten eine niedliche Idee dar. Im Grunde sind diese zusätzlichen Verzierungen gar nicht so schwer zu bewerkstelligen:

1. Fertigen Sie sich wie in der Basisanleitung beschrieben auch für Ihre Applikation ein Schnittmuster an. Möchten Sie beispielsweise ein kleines Herz auf Ihrem Kissen, dann zeichnen Sie die Herzform von etwa 8 x 8 cm auf Papier oder Pappe und schneiden sie aus.

2. Anschließend schneiden Sie den Stoff genau entlang der Vorlage aus. Diesmal benötigen Sie keine Nahtzugabe. Stattdessen sollten Sie besonders sorgfältig arbeiten, da die Kanten der Applikationen nicht im Inneren verschwinden, sondern exakt so aufgenäht werden, wie Sie sie schneiden.

Tipp: Wählen Sie für Applikationen Baumwollstoffe, die sich farblich gut vom Kissen absetzen.

3. Bevor die Kissenseiten zusammengenäht werden, bringen Sie Ihre Applikation nun auf die spätere Vorderseite des Kissens.

4. Dafür pinnen Sie Ihr kleines Herz mit Stecknadeln auf dem gewünschten Bereich fest und nähen es dann sauber an. Verfahren Sie ebenso mit den einzelnen Buchstaben eines Namens oder was immer Ihnen als Verzierung beliebt.

5. Im Anschluss geht es weiter wie in der Schritt-für-Schritt-Anleitung geschildert. Sie fügen die Seiten zusammen, etc. Gerade wenn ein Teil des Kissens mit Applikationen verziert ist, sollten Sie besonders darauf achten, die Reihenfolge nicht zu verwechseln: Nicht vergessen, vor und bei dem Nähen müssen die Außenseiten nach innen gewandt sein!

Fertig! So leicht können Sie ein individuelles Kirschkernkissen selbst machen!

Tipps für Schnellleser:

  • Wunschform für Kirschkissen festlegen
  • Symmetrische Motive für Anfänger besonders geeignet
  • Schnittmuster von etwa 32 cm x 27 cm anfertigen
  • Kissenteile mit den Außenseiten nach innen aufeinander feststecken
  • Beim Zusammennähen der beiden Kissenseiten einen Spalt offen lassen
  • Durch die kleine Öffnung Kirschkerne als Füllung in die Kissenhülle geben
  • Spalt per Hand an den Außenkanten entlang zunähen
  • eventuell Bezug nähen und Kissen beziehen
  • Kissen erwärmen oder kühlen
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Feli
Hallo Bastelfreunde, mein Name ist Feli. Mit talu.de habe ich eine Möglichkeit gefunden, meine Kreativität auszuleben und gleichzeitig originelle Ideen zu entdecken. Besonders freue ich mich darauf, diese mit Euch zu teilen. Neben der Textbearbeitung beschäftige ich mich vor allem mit der Bildbearbeitung und Dokumentation verschiedenster Themen und Anleitungen. Die Vielseitigkeit, die in talu.de steckt, gibt uns die Chance, gemeinsam einen Ort für kreative Ideen zu gestalten.

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