Mit geballter Blütenpracht und betörendem Duft zieht uns die Jasmin-Pflanze in ihren Bann. Damit die exotische Kletterpflanze ihre weißen und gelben Sternenblüten entfaltet, liegt die gärtnerische Messlatte auf Einsteiger-Niveau. Tauchen Sie hier ein in die Grundlagen der Pflege rund um das populäre Ziergehölz.

Jasmin-Pflanze – Grundlagen der Pflege

Ihre verschwenderischen Sternenblüten, untermalt von glänzend-grünem Laub kreieren im Beet und Kübel ein paradiesisches Szenario. Mit ihrem betörenden Duft kündigt sich die Präsenz einer Jasmin-Pflanze schon von Ferne an. Damit die malerische Kletterpflanze in Ihrem grünen Reich Hof hält, bedarf es keiner aufwändigen Kultivierung. Schenken Sie dennoch einigen Aspekten eine angemessene Aufmerksamkeit, damit sich die exotische Blütenschönheit im hiesigen Klima wohlfühlt. Erkunden Sie hier die fundamentalen Grundlagen der Pflege rund um das opulente Ölbaumgewächs.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie der Ölbaumgewächse (Oleaceae)
  • Gattung: Jasmin (Jasminum)
  • Mehr als 200 bekannte Arten
  • Laubabwerfend oder immergrün und verholzend
  • Temperaturminimum: – 5 Grad Celsius
  • Überwiegend schlingende Kletterpflanze, seltener als Strauch
  • Beheimatet in den Tropen, Subtropen und dem Mittelmeerraum
  • Weiße oder gelbe Sternenblüten
  • Grüne Fiederblätter mit gelber Herbstfärbung
  • Schwarze Beerenfrüchte im Herbst
  • Wuchshöhe in Kultur: 100 bis 350 cm

Die Gattung umfasst bekannte Arten, wie den Echten Jasmin oder Winter-Jasmin. Hingegen zählt der winterharte Bauern-Jasmin (Philadelphus coronarius) nicht dazu. Diese Kletterpflanze zählt vielmehr zu den Hortensiengewächsen ist auch bekannt unter den Namen Sommerjasmin, Falscher Jasmin und Europäischer Pfeifenstrauch.

Standort

Die Jasmin-Pflanze gedeiht in ihrer ganzen Pracht am sonnigen Platz mit möglichst zahlreichen Sonnenstunden. In Zimmerkultur sowie im Wintergarten bedarf es einer Beschattung bei praller Mittagssonne, da die Glasscheiben des Fensters die Sonnenstrahlen derart intensivieren, dass es zu Blattschäden kommen kann. Darüber hinaus sollte der optimale Standort diese Eigenschaften aufweisen:

  • Luftig, ohne kalten Durchzug
  • Gerne geschützt vor prasselndem Regen
  • Von März bis Oktober ideale Temperaturen von 18 bis 22 Grad Celsius

Ausgepflanzt im Garten favorisiert die Kletterpflanze somit eine warme Lage in der Geborgenheit einer Mauer, Hecke oder Böschung, solange von dort kein Schattenwurf herrührt. Kundige Hobbygärtner platzieren das Ziergehölz im Kübel auf dem überdachten Balkon in der Nähe des Sitzplatzes, um den herrlichen Duft zu genießen.

Substrat

Abgesehen von Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum) und mit Einschränkung Echter Jasmin (Jasminum officinalis), ist die Jasmin-Pflanze in unseren Regionen nicht winterhart. Im dekorativen Kübel mit Rankhilfe setzt sich das Blütengehölz somit ausgezeichnet in Szene und ist mobil für einen Umzug ins Winterquartier. Wählen Sie als Substrat eine hochwertige Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis, angereichert mit Lavagranulat oder Blähton für eine gute Durchlässigkeit. Je höher der Torfgehalt, desto ungeeigneter die Qualität, da es in diesem Fall an Strukturstabilität fehlt. Die Anforderung nach einem leicht sauren pH-Wert tritt dahinter zurück. Wahlweise kommen Sie diesem Wunsch der Pflanze nach durch die Zugabe von etwas Moorbeeterde.

Im Beet strecken die dekorativen Kletterpflanzen ihre Wurzeln freudig aus in einer guten Gartenerde, nährstoffreich, humos und mit erstklassigem Wasserabzug.

Gießen

Zu den elementaren Grundlagen der Pflege einer Jasmin-Pflanze zählt die ausgewogene Wasserversorgung. Aufgrund des sonnigen Gemütes in Verbindung mit einer hohen Verdunstungsrate über das dichte Laub, handhaben Sie es so richtig:

  • Die Erde konstant feucht halten
  • Hoher Feuchtigkeitsgehalt wird besser vertragen, als Trockenheit
  • An warmen Sommertagen bei Bedarf morgens und abends gießen
  • Das Wasser unmittelbar an den Wurzelbereich geben

Es ist von Vorteil, wenn gesammeltes Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser zur Verfügung stehen. Sowohl im Kübel unter freiem Himmel als auch in Zimmerkultur versetzt eiskaltes Wasser aus der Leitung einer Jasmin-Pflanze einen Schock mit unabsehbaren Folgen für die Vitalität.

Tipp: Ungeachtet des hohen Wasserbedarfs, verträgt die Jasmin-Pflanze keine Staunässe. Innerhalb von 10 Minuten nach jedem Gießen wird überschüssiges Wasser aus dem Übertopf bzw. Untersetzer entfernt.

Düngen

Um das dichte Blätterkleid und die verschwenderische Blüte hervorzubringen, verlangt die Jasmin-Pflanze nach reichlich Nahrung. Düngen Sie von April bis September wöchentlich mit einem Flüssigdünger oder Düngestäbchen. Verabreichen Sie das Präparat nicht auf angetrocknetes Substrat. Im Zweifel gießen Sie zuvor mit klarem Wasser.

Im September endet die Gabe von Dünger, damit sich die Pflanze auf den kommenden Winter vorbereiten kann.

Schneiden

Die Blütezeit definiert den Zeitpunkt für den Rückschnitt. Sommer-blühende Arten und Sorten schneiden Sie im März zurück, während für Spätwinter-blühenden Jasmin der richtige Zeitpunkt unmittelbar nach der Blüte gekommen ist. Im Herbst möchte das Blütengehölz keine Bekanntschaft mit der Gartenschere machen. Führen Sie diese Pflegemaßnahme jedes Jahr durch, halten Sie den Grad der Verholzung unter Kontrolle und fördern die Blühwilligkeit. Solange der Schnitt nicht ins alte Holz geht, treibt die Zierpflanze freudig wieder aus. Diese Schnittführung ist angeraten:

  • Zu lange Triebe um bis zu zwei Drittel einkürzen
  • Jeden Schnitt knapp oberhalb eines nach außen gerichteten Knotens ansetzen
  • Im gleichen Zug die gesamte Pflanze gründlich auslichten
  • Kümmerliche und vertrocknete Triebe an der Basis kappen

Sollte ein Pflege- und Erhaltungsschnitt über mehrere Jahre versäumt werden, reduziert sich die Blüte auf einige wenige Knospen am Ende der Triebe. Für Abhilfe sorgt in diesem Fall ein Verjüngungsschnitt. Dieser sollte indes nur so tief angesetzt werden, dass am Zweig mindestens ein schlafendes Auge verbleibt, um daraus wieder auszutreiben. Üben Sie sich anschließend ein wenig in Geduld, denn die Jasmin-Pflanze nimmt sich 1-2 Jahre Zeit bis zur nächsten Blüte.

Überwintern von Kübelpflanzen

Verbrachte die Jasmin-Pflanze den Sommer unter freiem Himmel, zieht sie bei fallenden Temperaturen um ins Winterquartier. Wenngleich eine fachgerecht gepflegte Pflanze kurzzeitigen Frost verträgt, sollte sie dieser Strapaze nicht ausgesetzt werden. So kommt die Kletterpflanze gesund durch die kalte Jahreszeit:

  • Am hellen Standort aufstellen
  • Die Temperaturen liegen zwischen 5 und 10 Grad Celsius
  • Von Oktober bis März nicht düngen
  • Den Wurzelballen nicht austrocknen lassen

Tragen Sie eine Zimmerpflanze in einen kühlen, sonnigen Raum, wie dem Schlafzimmer. Diese kühle Ruhephase ist von Bedeutung für die Blüteninduktion im nächsten Jahr.

Tipp: Wirft die Jasmin-Pflanze im kühlen Winterquartier alle Blätter ab, handelt es sich um einen natürlichen Vorgang. Mit Beginn der nächsten Vegetationsperiode treibt das Ziergehölz erneut aus.

Überwintern im Beet

In milden Lagen hält Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum), was sein Name verspricht und gedeiht im Garten als üppige Kletterpflanze an einer geschützten Hauswand oder Pergola. Vor dem ersten Frost tragen die folgenden Vorkehrungen zu einer sicheren Überwinterung bei:

  • Den Wurzelbereich anhäufen mit Lauberde, Stroh oder Nadelreisig
  • Die Ranken schützen mit Matten aus Schilfrohr oder Bast
  • An frostfreien Tagen ein wenig gießen
  • Von Oktober bis März nicht düngen

Abhängig vom gewählten Standort und den Witterungsbedingungen, dürfen Sie sich ab Dezember über zahlreiche gelbe Sternenblüten freuen. Eine Abdeckung der Triebe mit Matten ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Umtopfen

Werden die Grundlagen der Pflege beherzigt, erweist sich die Jasmin-Pflanze als überaus wüchsig. So ist es keine Seltenheit, dass alle 2-3 Jahre der Wechsel in einen größeren Kübel ansteht. In diesen Schritten machen Sie es fachgerecht:

  • Der beste Zeitpunkt ist am Ende der Winterruhe im Anschluss an den Rückschnitt
  • Der neue Topf ist maximal 10 Zentimeter größer im Durchmesser als bisher
  • Eine Drainage über dem Wasserablauf beugt schädlicher Staunässe vor
  • Den Kübel bis zur Hälfte mit Substrat füllen, um darin mit der Faust eine Mulde zu drücken
  • Die Jasmin-Pflanze austopfen, mittig einpflanzen und mit kalkfreiem, zimmerwarmem Wasser angießen

Während eine helfende Hand die Pflanze senkrecht fixiert, füllen Sie das Substrat schrittweise ein und drücken es an, damit sich keine Hohlräume bilden. Ein Gießrand von 5 Zentimetern erweist bei einer durstigen Jasmin-Pflanze als sinnvoll.

Tipp: Geübte Hobbygärtner fügen zwischen Drainage und Substrat ein luft- und wasserdurchlässiges Vlies ein. Auf diese Weise können keine Erdkrümel das anorganische Material verstopfen.

Vermehren

Steht die Jasmin-Pflanze im Frühsommer voll im Saft, ist dies die beste Zeit für die Nachzucht weiterer Exemplare. Mit Stecklingen ist die Kletterpflanze ganz unkompliziert zu vermehren. Wählen Sie hierzu nicht verholzte und nicht blühende, beblätterte Triebe aus der Pflanzenmitte. Auf einer Länge von 15-20 Zentimetern schneiden Sie die Ableger zwischen zwei Blattknoten oder als Kopfstecklinge ab. So gehen Sie weiter vor:

  • Bis auf das obere Blattpaar den Steckling entlauben
  • Jeden Steckling zu zwei Drittel in einen Anzuchttopf mit magerem Substrat einsetzen
  • Angießen mit zimmerwarmem Regenwasser
  • Eine Haube überstülpen, um ein feucht-warmes Mikroklima zu schaffen
  • Aufstellen am halbschattigen Platz mit Temperaturen um 20 Grad

Halten Sie das Substrat permanent leicht feucht und lüften die Abdeckung täglich für 20 Minuten. Stimmen alle Rahmenbedingungen, schreitet die Bewurzelung zügig voran. Wachsen erste Wurzelstränge aus der Bodenöffnung heraus, während sich ein frischer Austrieb zeigt, verläuft der Prozess wunschgemäß. Die Haube hat jetzt ihre Pflicht erfüllt. Hat die Jungpflanze das Gefäß vollständig durchwurzelt, topfen Sie um in einen größeren Kübel mit dem empfohlenen Substrat.

Tipp: Entspitzen von Jasmin-Stecklingen fördert die Verzweigung und ein buschiges Wachstum. Hierzu einfach den Haupttrieb um ein Drittel oder die Hälfte einkürzen, wenn er eine Länge von 30 Zentimetern erreicht hat.

Aussaat

Die dunklen Beeren einer Jasmin-Pflanze enthalten nur wenige Samen, sodass Saatgut im Fachhandel nicht immer auf Anhieb zu entdecken ist. Sofern Sie eine reine Art kultivieren, gelingt die sortenreine Aussaat auch mit selbst geernteten Samen. Da diese im Fruchtfleisch mit einer Keimhemmung versehen sind, sollten die Samen vor der Aussaat für 24 Stunden in Kamillentee einweichen. Die Prozedur selbst geht anschließend ganz einfach von der Hand:

  • Saatschale füllen mit Torf-Sand, Kokohum oder Perlite und anfeuchten
  • Die Samen im Abstand von mindestens 5 Zentimetern aussäen
  • Maximal 1 Zentimeter dick mit Substrat oder Vermiculite übersieben
  • Im beheizbaren Zimmergewächshaus bei 22-25 Grad konstant feucht halten

Die Keimung nimmt zwischen 3 und 6 Wochen in Anspruch. In dieser Zeit darf das Saatgut weder austrocknen noch vollkommen vernässen. Brechen sich die Keimblättchen Bahn durch die Samenschale, kann die Temperatur gesenkt werden auf 20 Grad. Jetzt schreitet das Wachstum zügig voran, sodass die Jungpflanzen bald danach pikiert werden in Einzeltöpfe. So gelingt es:

  • Keimlinge pikieren, wenn sich das erste echte Blattpaar über den Keimblättern zeigt
  • Kleine Töpfe zur Hälfte mit Pikiererde füllen, um mit dem Pikierstab eine Mulde hinein zu drücken
  • Einen Jasmin-Keimling mit dem Pikierstab oder Löffel vorsichtig herausheben
  • Mittig einsetzen und mit Pikiererde auffüllen bis knapp unterhalb der Keimblätter

Idealerweise gießen Sie die kleinen Jasmin-Pflanzen von unten an. Zu diesem Zweck stellen Sie die Töpfchen für einige Minuten in handwarmes, kalkfreies Wasser. Aufgrund der Kapillarkraft zieht das Wasser bis zur Substratoberfläche. Platzieren Sie Ihre Zöglinge am halbschattigen, warmen Fensterplatz. Ab einer Höhe von 30 Zentimetern wird zum ersten Mal gedüngt und der Haupttrieb entspitzt.

Krankheiten und Schädlinge

Kommt es zu gesundheitlichen Problemen, resultieren diese bei einer Jasmin-Pflanze in der Regel aus Versäumnissen während der Pflege. So verursacht das Gießen mit kalkhaltigem Wasser Blattchlorose, da nicht mehr genügend Eisen über die Nährstoffe aufgenommen werden kann. Zu intensives Wässern löst Wurzelfäulnis aus, wenn sich Staunässe bildet.

Platzieren Sie die Kletterpflanze im Winter zu warm, droht der Befall mit Blattläusen, Schmier- und Wollläusen. Sprühen Sie befallene Exemplare wiederholt ein mit einem Mix aus kalkfreiem Wasser und einem Spritzer Paraffinöl, bis die Schädlinge verschwunden sind.

Fazit

Die Jasmin-Pflanze besticht mit Eleganz und zauberhaften Sternenblüten in Weiß und Gelb. Schenken Sie den hier erläuterten Grundlagen der Pflege Ihre Aufmerksamkeit, damit die wüchsige Kletterpflanze ihre exotische Schönheit auf dem Balkon und der Fensterbank entfaltet. Die Kombination aus einem sonnigen, geschützten Standort und hochwertiger Kübelpflanzenerde schafft ausgezeichnete Voraussetzungen für ein vitales Wachstum. Achten Sie zudem auf regelmäßiges Gießen und wöchentliches Düngen, einen alljährlichen Rückschnitt im Frühjahr und eine kühle Überwinterung, verläuft die Kultivierung wunschgemäß.

Tipps für Schnellleser:

  • Sonniger, regengeschützter Standort
  • Von Frühjahr bis Sommer bei Temperaturen von 18 bis 22 Grad
  • Hinter Glas mit Beschattung bei Mittagssonne
  • Kübelpflanzensubstrat auf Kompostbasis mit geringem Torfanteil
  • Zugabe von Moorbeeterde für niedrigen pH-Wert
  • Konstant feucht halten
  • Kalkfreies Gießwasser
  • April bis September wöchentlich düngen
  • Alljährlicher Rückschnitt im März
  • Winter-Jasmin unmittelbar nach der Blüte schneiden
  • Hell überwintern bei 5 bis 10 Grad
  • Kühle Überwinterung maßgeblich für die Blüteninduktion
  • Von Oktober bis März nicht düngen
  • Wurzelballen im Winter nicht austrocknen lassen
  • Umtopfen nach der Winterruhe
  • Vermehren mit Stecklingen im Frühsommer
  • Ganzjährige Vermehrung durch Aussaat
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Feli
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