Hortensien sind oft nicht ganz preiswert, vor allem, wenn Sie den neuesten Star der Züchter erwerben. Wenn Sie riesige Grundstücke schmücken möchten, ist eigene Vermehrung oft die einzige realistische Möglichkeit, im Artikel erfahren Sie, wie die funktioniert.Hortensien selbst vermehren bietet sich nicht nur an, wenn Sie Ihren Park mit Hortensien zieren möchten. Die Anzucht aus Stecklingen ist in rauen Gegenden der Weg winterhärteren Nachkommen, erfolgreich angezogene Stecklingen sind schöne Geschenke, Erfahrung mit Stecklings-Anzucht ist Vorbedingung jeder Zucht.

Hortensien durch Stecklinge vermehren

Tipp: Bevor Sie Ihrer Hortensie an die Triebspitzen gehen, lohnt sich genaue Betrachtung von Pflanze und Umfeld, vielleicht können Sie noch einfacher zu neuen Hortensien kommen: Manche Arten treiben seitlich Nachkommen aus, die Sie nur abstechen und einpflanzen müssen. Alte Hortensien mit Wurzel-Durchmessern von etwa einem Meter, die ohnehin für den Standort zu mächtig werden, könnten Sie teilen, nach Laubfall im Oktober, einfach mit dem scharfen Spaten mittendurch.

Im Grundsatz gehört die Vermehrung durch Stecklinge aber auch zu den einfacheren Dingen dieser Welt:

  • Im Frühjahr ein Triebende abschneiden
  • Untere Blätter entfernen, damit die Kraft in die Wurzelbildung geht
  • 2 cm schräg anschneiden, wie bei Rosen, die Sie in die Vase stellen
  • Trieb in Pflanztopf oder Gartenerde stecken
  • Feucht halten und warten

Normalerweise reicht das, um eine neue Pflanze entstehen zu lassen, aber nicht jede Hortensiensorte ist in Bezug auf Vermehrung noch richtig fit. Wenn die simple Vermehrung nicht klappt, gehört Ihre Hortensie vermutlich zu so einer Zuchtsorte, bei der sollten Sie alle Tricks anwenden, die Natur und Handel möglich machen:

  • Wenn der Stecklingstrieb Blütenansatz zeigt, diesen ebenfalls entfernen
  • Noch besser: Steckling aus nicht blühendem Trieb schneiden
  • Der enthält die meisten Bewurzelungshormone, Blütentriebe sollen ja Blüten statt Wurzeln bilden
  • Diese nichtblühenden Kopfstecklinge werden etwa 10 cm lang abgeschnitten
  • Die stehengelassenen Blätter mit der Schere halbieren, gibt noch mehr Kraft zum wurzeln
  • Steckling nach anschneiden in Bewurzelungspulver oder Weidenwasser tauchen
  • Weidenwasser entsteht aus jungen Weidentrieben, die kleingeschnitten 24 Stunden in heißem Wasser ziehen lassen
  • Steckling in einen Topf mit angefeuchteter Erde stecken
  • Aussaaterde oder Gartenerde vermischt mit Sand oder Lavasplit
  • Nicht in Wasser, ohne Erde bewurzeln Hortensien nicht gut
  • Einmachglas darüber stülpen und feucht halten
  • Folienhaube geht auch, beides wird täglich kurz gelüftet
  • An einem schattigen Standort aufstellen
  • Wenn oben am Trieb neue Blättchen kommen, sind unten Wurzeln gewachsen
  • Nach dem Bewurzeln noch einige Zeit im Topf pflegen
  • Im Frühherbst können Stecklinge gut frostharter Sorten ausgepflanzt werden
  • Kälteempfindliche Sorten überwintern im Haus und werden nach und nach an Kälte gewöhnt
  • Wenn Sie mehrere Stecklinge in einen Topf setzen und auspflanzen, haben Sie schnell einen schönen Busch

Wenn die Vermehrung auch mit viel Theater rund um den Steckling nicht klappt, könnten Sie es noch mit Absenkern versuchen, also einen noch an der Mutterpflanze befindlichen Trieb zum Boden biegen und dort wurzeln lassen. Soll bei einigen heiklen Zuchtsorten und bei Kletterhortensien gut klappen.

Tipp: Hortensien können Sortenschutz oder Patentschutz unterliegen, wie z. B. ‚Endless Summer‘, offiziell Hydrangea macrophylla ‚Bailmer‘, Nr. PP15,298 im US-amerikanischen Pflanzen-Patentregister. Sie werden häufig lesen, dass Sie diese Hortensien eigentlich nicht vermehren dürfen. Nicht ganz richtig, sowohl Sortenschutzgesetz als auch Patentgesetz erlauben Vermehrung zu rein privaten Zwecken. Wenn Sie die Jungpflanzen allerdings mehrfach für ein paar Euro weitergeben, wäre das gewerbliche Nutzung, und wenn Sie in der Gegend herumposaunen, dass Sie die schönsten XY-Hortensien umsonst abgeben, könnte der Patentinhaber ebenfalls Unterlassung/Schadensersatz geltend machen … Stil den eigenen Garten vollpflanzen ist ok, ein paar Geschenke sind kein Problem, aber schwungvollen Kleinhandel sollten Sie unabhängig vom Preis mit „freien Pflanzen“ aufziehen.

Und was ist mit Samen?

Durch Stecklinge gewonnene Klone nützen Ihnen nichts mehr, wenn Sie mit Ihrer Lieblingshortensie züchten möchten. Sehr oft ist nichts mit Samen, viele Zuchtsorten wurden nur auf besonders große Blüten gezogen, es soll viele Gärtner/Gärtnerinnen geben, die besser gucken als denken können … Bei diesen Selektionen bleibt dann anderes auf der Strecke, Widerstandsfähigkeit, Winterhärte und oft eben auch die Fähigkeit, richtig schön fruchtbare Samen auszubilden.

Ob und in welchem Maße die kleinen Innenblüten fruchtbar sind, hängt letztlich davon ab, wie stark sich bei einer Zuchtsorte die Natur noch durchsetzen konnte … und kann nur durch Vergleich der in Foren übermittelten Erfahrungen mit einer bestimmten Zuchtsorte ermittelt werden bzw. einfach ausprobiert werden.

Davon hängt die ökologische Wertigkeit einer Hortensie für Insekten ab, die Website www.die-honigmacher.de stuft Hydrangea macrophylla und Hydrangea petiolaris ein, allerdings nicht sehr optimistisch: „Nektar: mäßig angeboten“, „Pollen: mäßiges Angebot“, mit der Anmerkung zur Gartenhortensie: „Die Art ist in zahlreichen Hybridformen und Sorten erhältlich. Meist handelt es sich dabei um umgezüchtete, geschlechtslose Formen, die für Bestäuber gänzlich uninteressant sind.“ (www.die-honigmacher.de/kurs2/pflanze_220.html).

Aber es gibt Hortensien, die (ungeschützte) Samen bilden und mit denen Sie züchten können, vielleicht finden Sie ja sogar eine wilde Hortensie.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT