Hohlblocksteine – Infos zu Maßen, Preisen und U-Wert

Hohlblocksteine

Hohlblocksteine – alles, was man wissen muss. In der Bauwirtschaft wird üblicherweise pro Stockwerk bezahlt. Eine Weisheit auf dem Bau lautet deshalb „Hoch bringt Geld“. Dies bedeutet, dass nur ein schnell und effizient errichtetes Mauerwerk für ein gutes Einkommen sorgt. Je schneller ein Stockwerk errichtet wird, desto eher bekommt das Bauunternehmen die nächste Zwischenzahlung. Daraus folgt die Forderung nach möglichst großen Steinformaten. Aus diesem Grund wurden die mächtigen Hohlblocksteine erfunden. Lesen Sie in diesem Ratgeber alles, was es über diese praktischen Mauersteine zu wissen gibt.

Nichts für halbe Hemden

So ein Hohlblockstein ist schon ein beeindruckender Brocken. In seinem größten Format ist er einen halben Meter lang und wiegt 21 Kilogramm. Das wiegt er allerdings nur dann, wenn er knochentrocken ist. Da Hohlblocksteine im Freien gelagert werden, sind sie im Moment der Vermauerung meistens erheblich schwerer, da sie sich mit Wasser vollsaugen. Teilweise ist dies auch gewollt, da an einem zu trockenen Stein Mörtel nur schlecht haftet. Man sollte also in jedem Fall über die physische Konstitution verfügen, um mit solchen Formaten umgehen zu können.

Vor- und Nachteile von Hohlblocksteinen

Hohlblocksteine sind hervorragend dazu geeignet, stabile und massive Bauwerke zu errichten. Jedoch haben sie auch einige Nachteile.

VorteileNachteile
  • schnelles Errichten von Mauerwerk
  • Mauern ist recht einfach
  • sehr druckfest
  • in gewissen Umfang wärmedämmend
  • guter Schallschutz
  • geringer Mörtelbedarf
  • akzeptable Maßgenauigkeit für Grundmauerwerk
  • guter Haftgrund für Putz
  • umweltfreundlich
  • gut wiederverwertbar
  • gut mit Steinsägen zu bearbeiten
  • flexibel mit anderen Steinformaten kombinierbar
  • sehr schwere Steine
  • Gefahr gesundheitlicher Schäden
  • optisch nicht repräsentativ
  • thermisch heute nicht mehr ausreichend

Sorten von Hohlblocksteinen

Die Bezeichnung „Hohlblockstein“ betrifft nur die Formate bzw. der Aufbau des Steins. Es sagt nichts über sein Material aus. Hohlblocksteine können aus verschiedenen Materialien hergestellt werden. Jedoch ist nicht jeder „hohle Stein“ auch ein „Hohlblockstein“. Es ist sehr wichtig, die einzelnen Gattungen unterscheiden zu können, damit beim Bestellen nichts verwechselt wird.

Man unterscheidet zwischen:

  • Hochlochstein
  • Betonfüllstein
  • Hohlkammerstein
  • Hohlblockstein
  • Vollblockstein

Ein Hochlochstein ist ein aus Kalksand oder aus gebranntem Ton gefertigter Mauerstein. Er hat zahlreiche Löcher. Er unterscheidet sich jedoch vom klassischen Hohlblock durch seine Größe. Hochlochsteine sind in fast allen Steinformaten verfügbar. Hohlblöcke sind jedoch nur die Steine mit einer Höhe von 24 cm.

Hohlblockstein aus Ton
Hohlblockstein aus Ton

Ein Betonfüllstein ist eine Einmal-Schalung mit gezahnter Kontur. Sie kann ineinander gesteckt werden und erhält ihre statische Belastbarkeit durch das Auffüllen mit Beton. Betonfüllsteine sind ihrerseits aus Beton, aus Holz oder aus Polystyrol. Die letzte Variante war in den vergangenen zwanzig Jahren extrem beliebt bei Eigenheim-Bauern, weil sie tragendes Mauerwerk und vollständige Isolierung in einem Arbeitsgang herstellen konnte. Inzwischen sind aber alle Dämmungen, bei denen Polystyrol eingesetzt wird, extrem kritisch zu sehen. Sie haben im Punkt Brandverhalten und vor allem im Punkt Entsorgung ganz enorme Nachteile, die alle vermeintlichen Vorteile beim Bau wieder mehr als aufheben.

Ein Hohlkammerstein ist ein rahmenförmiger, oben offener Kunststein aus Beton. Er wird vorwiegend für den Gartenbau oder zur Errichtung von Stützmauern eingesetzt. Eine andere Bezeichnung für den Hohlkammerstein ist „Betonschalungsstein“. Er ist jedoch für belastete Strukturen, beispielsweise für Fundamente, nicht gut geeignet, da sich in ihm nur schwer Armierungen unterbringen lassen.

Hohlblockstein für Schalung
Schalungsstein

Hier erfahren Sie alles, was Sie über Schalsteine und deren Verwendung wissen müssen: Schalsteine

Ein Hohlblockstein ist ein Stein aus einem Zement-Zuschlag-Gemisch, der in einer Form kalt aushärten gelassen wird. Seinen Namen hat er durch Hohlkammern in seinem Innern. Die Statik des Hohlblocksteins ist so gestaltet, dass die Wandstärken zwischen seinen Hohlkammern für die ausreichende Druckfestigkeit in der normalen Hochbau-Anwendung ausreichend sind. Die Hohlkammern dienen außerdem zur Schaffung von Luftpolstern zur thermischen Isolierung. Es ist nicht vorgesehen, dass die Hohlkammern mit Beton oder Mörtel verfüllt werden. Hohlblocksteine sind oben geschlossen, damit der Mörtel beim Mauern nicht in die Kammern fällt. Als Zuschlagstoffe kommen für Hohlblocksteine Kies, Splitt, Sand, Bims oder Kunststoffe in Frage. Je leichter und poröser der Zuschlagstoff ist, desto besser ist die Wärmeisolierung durch den Stein. Je schwerer sie ist, desto höher ist seine technische Druckfestigkeit. Die charakteristischsten Merkmale für den Hohlblockstein sind die Bauhöhe von mindestens 24 cm und oben geschlossene Kammern.

Vollblocksteine sehen von außen den Hohlblocksteinen sehr ähnlich. Anstatt großer Hohlräume, haben diese großen Steine nur schlitzförmige Kammern im Innern. Sie bestehen aus Leichtbeton mit besonders porösen Zuschlägen. Vollblocksteine werden eingesetzt, wenn gute Wärmedämmwerte, hohe Druckfestigkeiten und guter Schallschutz erforderlich sind.

Bims ist ein Naturstein, der in Gebieten abgebaut wird, in denen es vor Urzeiten viel Vulkanismus gab. Es sind weiße Steine aus Kalk, die durch ihre lange Flugbahn durch die Luft eine sehr poröse Struktur bekommen haben. Sie sind so leicht, dass sie im trockenen Zustand im Wasser schwimmen.

Blähton sind Kugeln aus gebranntem Ton, die durch ein spezielles Verfahren mit vielen Luftkammern versehen sind. Sie haben die gleiche Funktion wie die Bimssteine und sorgen für eine gute Wärmedämmung.

Besonders hochwertige Hohlblocksteine haben eine zusätzliche Wärmedämm-Schicht in ihrem Innern. Dazu werden meist Steinwolle oder Glaswolle verwendet. Die früher sehr gebräuchlichen Platten aus Styropor werden heute nicht mehr empfohlen. Dieser Werkstoff hat ein sehr problematisches Brandverhalten und sorgt beim Rückbau des Hauses für massive Probleme.

Maße von Hohlblocksteinen

Die Maße von Hohlblocksteinen orientieren sich an dem Normmaß für Bausteine. Das grundlegende Maß von Mauersteinen ist der „Achtelmeter“, also 12,5 cm. Dieser wird betrachtet als „Stein plus Fuge“. Ein Achtelmeter besteht als rein rechnerisch aus einem 11,5 cm breiten Stein plus einem Zentimeter Mörtelfuge. Dies gilt in jede Richtung. Das kleinste Vollmaß, welches ein Stein haben kann, ist das „Dünnformat“. Es wird DF abgekürzt und hat die Maße 24,0 cm (Länge) × 11,5 cm (Breite) × 5,2 cm (Höhe). Hieran kann man bereits den Achtelmeter wieder erkennen: Ein DF-Stein ist 2 x 11.5 cm plus 1 Fuge lang, genau einen Achtelmeter-1 Fuge breit und ½ Achtelmeter – 1 Fuge hoch. Alle anderen Steinformate werden mit einem Vielfachen von DF abgekürzt.

Neben dem DF gibt es auch das NF, was „Normalformat“ bedeutet. Es ist der ganz normale Standard-Ziegel mit den Maßen 24,0 cm x 11,5 cm x 7,1 cm. Das NF-Format steht aber für sich alleine.

Da Hohlblocksteine vor allem für tragende Mauerwerke verwendet werden, beträgt ihre Mindestdicke 24 cm. Häufig werden aber 30 oder sogar 36 cm dicke Steine verwendet, je nachdem welche errechneten statischen Lasten abgefangen werden müssen.

Die DIN V 18153 2003-10 schreibt vor, welche Maße ein Hohlblockstein haben muss. Es stehen einige Maße zur Auswahl:

  • 6 DF Stein: 37,5 x 11,5 x 23,8 cm – Nicht tragende Wände
  • 10 DF/240 Stein: 30 x 24 x 23,8 cm – Tragende Wände im Erdgeschoss
  • 10 DF/300 Stein: 24 x 30 x 23,8 cm – Tragende Wände
  • 12 DF/240 Stein: 36,5 x 24 x 23,8 cm – Kellermauern
  • 12 DF/360 Stein: 24 x 36,5 x 23,8 cm – Tragende Wände
  • 16 DF Stein: 49,7 x 24 x 23,8 cm – Tragende Wände
  • 20 DF Stein: 49,8 x 30 x 23,8 cm – Tragende Wände im Erdgeschoss
  • 24 DF Stein: 49,8 x 36,5 x 23,8 cm – Kellermauern

Nun könnte man sagen, dass sich die 10 DF oder 12 DF Formate durch Herumdrehen vor Ort selbst herstellen lassen. Das stimmt so leider nicht, denn die Steine sind in der Regel mit einer Nut und Feder Stoßfuge ausgestattet. Man könnte sie zwar theoretisch umdrehen und die Nut und Feder absägen. Dann müssen aber auch die Stoßfugen händisch vermörtelt werden. Außerdem passen in gedrehter Richtung die Wandungen nicht optimal aufeinander. Besser ist es, die Steine passend zur Anwendung zu bestellen. Ein Tipp hierzu: Dies wird sehr gerne bei den Baustoffhändlern verwechselt. Darum immer darauf achten: Die lange Seite ist glatt (erste Zahl), die Stoßseite (zweite Zahl) ist mit Griffmulden und Nut-Feder Kontur ausgestattet.

Technische Werte von Hohlblocksteinen

Die technischen Werte von Hohlblocksteinen sind ihre Druckfestigkeit und ihr Wärmedurchgangswert. Beides hängt weniger von ihrem Maß als von ihrem Material ab.
Der Grundwerkstoff für handelsübliche Hohlblocksteine ist der sogenannte „Leichtbeton“. Er unterscheidet sich von normalem Schwerbeton durch den Zuschlag: Für Hohlblockstein werden fast ausschließlich nur mehr oder weniger poröse Zuschläge verwendet. Es gibt zwar auch ausgesprochene Schwerbeton-Mauersteine. Diese werden jedoch nur in sehr speziellen Anwendungen, beispielsweise im Tresorbau, verwendet.

Normale Hohlblöcke:

U-Wert [ W/m²K] /Breite: 0,30/17,5 cm; 0,27/24 cm; 0,25 /30 bzw. 36,5 cm
Druckfestigkeit[MN/m²]: 0,5 – 1

Diese einstmals akzeptablen Werte sind heute nicht mehr zeitgemäß. Jedoch können die Leichtbeton Hohlblocksteine den Bedarf an zusätzlicher Dämmung reduzieren. Bei der Außendämmung gilt stets: Immer genau berechnen lassen! Viel hilft keineswegs viel, sondern kann bei falscher Dimensionierung auch zu Problemen führen!

Euro-ZeichenPreise für Hohlblocksteine

Die Preise für Hohlblocksteine sind erstaunlich niedrig. Mit unter 2 Euro lässt sich mit einem einzigen Handgriff ein Mauerwerk von bis zu 0,12m² erstellen. Jedoch sollte man immer bedenken, dass damit nur ein Rohbau-Zustand erreicht wird. Hohlblockwände werden in den seltensten Fällen belassen und werden in der Regel verputzt oder anderweitig verkleidet. Die Kosten für diese Verkleidung müssen in die Berechnung der Baukosten mit einbezogen werden.

Beispiele für Preise von Hohlblocksteinen:

  • 8DF/115: 1,39 Euro/Stein
  • 12 DF/240: 1,61 Euro/Stein
  • 12 DF/360: 1,57 Euro/Stein
  • 10 DF/300: 1,18 Euro/Stein

Ein Hohlblockstein ist ein ganz normaler Baustoff, der idealerweise direkt beim Hersteller oder im Baustoffhandel gekauft wird. In Baumärkten sind die Preise für den Hohlblockstein wesentlich höher, in der Regel doppelt so hoch.

Baukosten sparen

… mit Hohlblocksteinen

Je größer die Steine gewählt werden, desto größere Kostenvorteile ergeben sich. Diese sind:

  • verminderter Mörtelbedarf pro Quadratmeter Mauerwerk
  • schnellerer Aufbau der Wand
  • gleichförmigere Wandstruktur (geringere Gefahr von Versätzen, dadurch geringere Kosten beim Verputzen)

Es lohnt sich auch, sorgfältig mit dem Zulieferer zu verhandeln. Grundsätzlich werden die Preise für die Bausteine billiger, je mehr abgenommen werden. Mit einer kleinen Veränderung in der Wandstärke können so unter Umständen Vorteile für Menge und Preise verhandelt werden. Einer Garage ist es beispielsweise egal, ob sie in 17.5er, 24er oder 30er Wandstärke errichtet wird. Wenn hier durch den Wechsel der Wandstärke eine Schwelle der Preise erreicht werden kann, dann kann sich ein anderes Format bei diesen unkritischen Anwendungen lohnen.

Hohlblockstein billiger als Ziegel

Bei Hochloch-Ziegeln sind mittlerweile Verbund-Steine verfügbar. Sie haben mit Styropor oder Glaswolle gefüllte Kammern und versprechen einen besonders guten Dämmwert. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass diese Hochloch-Ziegel um ein Vielfaches (bis 600%) teurer sind, als ein normaler Hohlblockstein. Außerdem sind besonders die mit Styropor gefüllten Hochloch-Ziegel beim Rückbau besonders problematisch. Wir empfehlen deshalb stets genau zu kalkulieren, welcher Baustoff für die tragenden Mauern verwendet werden soll. Eine Hohlblock Wand ist in der Regel die preiswerteste Lösung.

Tipps für Schnellleser:

  • je größer der Stein, desto schneller ist die Wand gebaut
  • besonders große Formate mit Spezialkran verfügbar
  • je größer der Stein, desto weniger Mörtel erforderlich
  • keinen Hohlblockstein mit Styroporfüllung verwenden
  • Hohlblockstein nur im Baustoffhandel, nicht aber im Baumarkt kaufen (halb so teuer)

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