Faltenrock nähen – einfache kostenlose Anleitung für Anfänger

Faltenrock nähen

Falten sind ja immer trendy, darum zeige ich Ihnen heute, wie Sie sich ganz einfach selbst einen Faltenrock nähen können. In diesem Fall werde ich an der Vorderseite eines Rockes zwei Kellerfalten ansetzen. Außerdem zeige ich Ihnen heute auch, wie Sie an den Bund ein breites Gummiband annähen.

Mit dieser Anleitung können Sie entweder ein Schnittmuster für einen Faltenrock nach Ihren eigenen Maßen komplett selbst erstellen, oder einfach die vorgestellten Kellerfalten in ein bestehendes Schnittmuster einbauen. Im Anschluss schlage ich auch, wie gewohnt, einige Varianten dazu vor.

Schwierigkeitsgrad 2/5
(diese Anleitung für einen Faltenrock ist für Anfänger geeignet)

Materialkosten 1-2/5
(je nach Stoffwahl und Größe pro Faltenrock etwa 10-20 Euro)

Zeitaufwand 1,5/5
(je nach Erfahrung und Genauigkeit ohne Schnittmuster etwa 60min pro Faltenrock)

Material und Vorbereitung

Heute ziehe ich die Materialauswahl vor, da durch die Faltenlegung direkt anders zugeschnitten wird und ich diese Arbeitsschritte nicht unterbrechen möchte.
Für dieses Schnittmuster kann grundsätzlich jede Stoffart eingesetzt werden. Vor allem eigen sich dünnere Stoffe, da dann die Falten schöner fallen. Mein Schnittmuster ist für einen dehnbaren Stoff wie Jersey oder andere Strickstoffe gemacht. Möchten Sie Webware verarbeiten, sollten sie mindestens 2-3 cm „Spielraum“ in der Breite hinzufügen. Ab dem Annähen des Bundes sollte dann trotzdem eine dehnbare Naht verwendet werden.

Das Schnittmuster für den Faltenrock

Schnittmuster für Faltenrock

Ihr persönliches Schnittmuster ist ganz schnell selbst gezeichnet. Wie auch beim Tutorial zum Wickelrock benötigen Sie beim Faltenrock Ihren Taillen- und Hüftumfang sowie den Abstand zwischen diesen beiden Messwerten. Hüft- und Taillenmaß werden jeweils durch vier geteilt und dann vom linken Rand weg auf ein Blatt Papier gezeichnet. Achten Sie dabei darauf, dass Sie weiter unten am Blatt beginnen. Danach zeichnen Sie noch die Rocklänge ein, dafür messen Sie am besten direkt am Körper von der Taille oder Hüfte nach unten, wie lange er werden soll. Ich lasse meine Röcke am liebsten knapp oberhalb der Knie enden.

Hier klicken: Zum Download des Schnittmusters

Tipp: Wenn Sie den Wickelrock bereits genäht haben, können Sie einfach dasselbe Schnittmuster auch für den Faltenrock verwenden. Ich zeige Ihnen, wie Sie es abwandeln können. Lesen Sie dazu einfach ab der Faltenerstellung weiter.

Zuerst zeichnen Sie nun einen Bogen zwischen Hüfte und Taille und verlängern diesen dann fließend weiter hinunter. Ab der Hüfte können Sie außerdem entscheiden, ob der Rock weiter unten enger anliegen soll oder etwas ausgestellt ist. Da ich heute an der Vorderseite zwei Kellerfalten einfügen werde, wähle ich eine nur leicht ausgestellte A-Linien-Form. Da unser Körper ja nicht nur aus geraden Linien besteht, sollte der Rock auf Taillenhöhe an den Seitennähten etwas nach oben gebogen sein. So legt er sich später schöner am Körper an. Zeichnen Sie die Hüftlinie dazu um etwa 3 cm weiter nach oben und beginnen Sie dort mit dem Bogen im rechten Winkel.

Somit ist der Grundschnitt des Faltenrocks auch schon fertig. Nun wollen wir an der Vorderseite die beiden Kellerfalten anbringen.

Kellerfalten formen

Zuerst lege ich mir das Papierschnittmuster am Körper an und notiere mir, wo ich die Falten haben möchte. In meinem Fall ist das etwa 6 cm vom Stoffbruch (laut Schnittmuster) entfernt. Dort zeichne ich mir eine Linie ein.

Eine Kellerfalte soll 7 cm breit sein. Da der Stoff bei einer Kellerfalte über die gesamte Breite doppelt liegt, muss ich also pro Kellerfalte 14 cm im Schnittmuster einplanen. Der Rock wird im Bruch zugeschnitten, daher müssen wir alles nur einmal berücksichtigen. Am leichtesten gelingt dies direkt mit dem Zuschnitt. Für das Vorderteil des Rocks lege ich das Schnittmuster genau 14 cm vom Stoffbruch entfernt auf, stecke alles fest und schneide so zu. Am Bund und an der Seite schneide ich mit 1 cm Nahtzugabe zu, am Saum mit 3 cm Nahtzugabe.

Faltenrock nähen

An der Rückseite des Faltenrocks sind keine Falten geplant, daher schneide ich dieses Schnitt-Teil ganz normal zu, ebenfalls mit 1 cm Nahtzugabe am Bund und an den Seiten und 3 cm Nahtzugabe am Saum.

Nähanleitung

An der Vorderseite setze ich nun die Markierungen für die Falten. Dazu messe ich von meiner eingezeichneten Linie 7 cm nach unten und markiere mit diese Stelle an beiden Seiten am Bund.

Faltenrock nähen

Tipp: Für solche Markierungen verwenden Sie (ebenso wie für andere Markierungen am Stoff) entweder Schneiderkreide oder einen Trickmarker, der sich auswaschen lässt oder sie machen Knipse (kleine Einschnitte im Stoff).

Von diesen Punkten weg folgt nun jeweils in beide Richtungen eine Markierung im Abstand von 7 cm. Der Stoff wird nun auf jeder Seite an der mittleren Markierung rechts auf rechts gefaltet, sodass die äußeren beiden Markierungen genau übereinander liegen. An dieser Stelle habe ich mit einer Stecknadel fixiert. An dieser Stelle nähe ich innerhalb der Nahtzugabe beide Stofflagen zusammen, damit nichts mehr verrutschen kann.

Nähanleitung für Faltenrock

Die Kante wird kurz gebügelt. Dann falte ich die Stofflagen genau an der Naht auseinander, bügle wieder und wende den Stoff vorsichtig, damit die Falten nicht auseinanderrutschen.

Faltenrock nähen

Die mittlere Markierung am Bug lege ich nun genau auf die darunterliegende Naht und stecke sie fest. Das Nachmessen nach dem Bügeln zeigt, dass die Falte auch wirklich 7 cm breit ist. Auch hier nähe ich innerhalb der Nahtzugabe alle Stofflagen zusammen, damit nichts mehr verrutschen kann. Genauso gehe ich bei der zweiten Falte vor.

Kellerfalten nähen

Tipp: Ich bügle äußerst ungerne und wenn es um die tägliche Wäsche geht, vermeide ich es, so gut ich kann. Das beginnt oft schon beim Einkauf. Beim Nähen liebe ich es zwar auch nicht, aber es hat so viele Vorteile! Es ermöglicht mir einfacheres und genaueres Arbeiten. Probieren Sie es bitte aus und überzeugen Sie sich selbst!

Nun können Sie die beiden Falten schon gut erkennen. Ich lege Vorder- und Rückseite rechts auf rechts aufeinander und schließe die Seitennähte mit einem dehnbaren Stich.

Faltenrock nähen

Der Saum

Für den Saum messe ich am unteren Rockende drei Zentimeter ab und fixiere beide Stofflagen mit einer Stecknadel oder Wonderclips. Dann steppe ich auch diese Naht mit einem dehnbaren Stich ab. Hier können Sie auch die Zwillingsnadel einsetzen oder mit einer Coverlock arbeiten. So sieht die Naht von innen aus und so von außen.

Saum nähen

Der Bund

Als Bund habe ich mich für ein glitzerndes Gummiband entschieden. Es ist um einiges straffer als Jersey oder Bündchenware, darum wird diesmal nicht berechnet, sondern direkt am Körper angelegt und mit 2 cm Nahtzugabe zugeschnitten. Die Enden versiegle ich gleich, indem ich darunter mit einem Feuerzeug „wedle“. Die Enden des Gummibandes lege ich dann rechts auf rechts und nähe beide Lagen mit einer dehnbaren Naht dreimal zusammen. Ich habe hier weißes Garn verwendet, da man es besser sieht. Normalerweise verwendet man Garn in einer passenden Farbe, damit der Faden danach nicht mehr erkennbar ist.

Faltenrock nähen

Tipp: Ich falte die Nahtzugaben auseinander. Bügeln kann ich hier nicht empfehlen, da das Gummiband dabei höchstwahrscheinlich schmelzen würde.

Bündchen nähen

Wie beim Annähen eines Bündchens markiere ich mir vier Punkte im gleichen Abstand sowohl am Rockbund als auch am Gummiband. Beim Rock sind das die Seitennähte sowie die vordere und hintere Mitte. Vordere und hintere Mitte ermittelt man am einfachsten, indem man die Seitennähte aufeinanderlegt und den Stoff kantengleich auflegt.

Faltenrock nähen

Am Gummiband ist ein Punkt mit der Naht markiert, der andere liegt genau gegenüber. Wenn also beide Lagen flach aufeinander liegen, ist dieser Punkt schnell ermittelt. Dann lege ich diese beiden Markierungen aufeinander und stecke auch in die Seitenpunkte Stecknadeln.

Faltenrock nähen

Jetzt muss nur noch alles zusammengefügt werden. Ich beginne an der hinteren Mitte des Rockes. An diese Stelle setze ich die Naht im Gummiband, und zwar rechts auf rechts. Ringsum stecke ich nun alle vier Markierungen ab. Beim Annähen wird der Gummibund so weit gedehnt, bis im Rockstoff keine Falten mehr zu sehen sind. Da der Glitzergummi sehr straff ist, muss ich hier nicht viel dehnen und nähe ihn mit einem elastischen Stich an den Stoff. Dann klappe ich das Gummiband nach oben und steppe noch einmal innerhalb der Nahtzugabe ab. Auch dieser Stich muss elastisch sein.

Faltenrock nähen

Tipp: Achten Sie beim finalen Absteppen darauf, dass die Falten akkurat miterfasst werden!
Und schon ist Ihr neuer Faltenrock fertig.

Faltenrock nähen

Viel Freude beim Nachnähen!

Variationen

Gerade bei den größeren Größen sieht es beim Faltenrock mit Kellerfalten oft besser aus, wenn die Falten nicht direkt am Bund beginnen, da diese durch den Bauch eventuell unschön nach außen gezogen werden. Ich empfehle für solche Fälle, die erste Faltennaht über die Nahtzugabe hinaus bis zu 10 cm länger zu machen und zu verriegeln. Achten Sie dabei darauf, dass die Nähte bei allen Falten exakt gleich lang werden. Markieren Sie sich dafür im besten Fall das Nahtende an der linken Stoffseite.

Der Rock bietet sich für zarte, verspielte Verzierungen geradezu an. Ein Spitzen- oder Rüschenband am Saum verleiht diesem Kleidungsstück noch zusätzlich Pep und/oder Grazie. Von Volants würde ich hier allerdings Abstand nehmen, da diese gerade im Bereich der Faltung sehr auftragen könnten.

Gerade mit einem Rüschenband könnte ich mir auch ein gebogenes Vorderteil gut vorstellen – Stichwort: VoKuHiLa.

Auch mit einem Rollsaum kann ich mir diesen Rock sehr gut vorstellen, sofern das Motiv ebenfalls passend ist. Dafür prüfen Sie zuerst, ob die Unterfadenspule gut gefüllt ist, denn für einen Rollsaum benötigen Sie weitaus mehr Garn als für jede andere Naht. Dann stellen Sie auf einen breiten Zick-Zack-Stich und reduzieren die Stichlänge auf 0,2. Oft wird empfohlen sie auf 0,0 zu reduzieren, aber mir gefällt die Kräuselung dann nicht, weil sie mir zu eng wird. Und dann müssen sie beim Nähen am Stoff ziehen, damit er sich dehnt. Kräftig, aber mit Gefühl.

Schnellanleitung

1. Schnittmuster zeichnen und Faltenlegung berücksichtigen oder Wickelrock-Schnitt modifizieren.
2. Unter Berücksichtigung der Naht- und Saumzugaben sowie der Faltenlegung alles zuschneiden
3. Falten legen und innerhalb der Nahtzugabe nähen – dazwischen laufend bügeln!
4. Bei größeren Größen die erste Faltennaht um bis zu 10cm nach unten verlängern.
5. Seitennähte schließen, Nahtzugaben auseinanderbügeln
6. Unterseite des Rocks säumen
7. Glitzer-Gummiband am Körper abmessen, Enden versiegeln
8. Gummiband an den Enden zusammennähen und 1/4-Markierungen anbringen
9. Rockbund ebenfalls vierteln (Seitennähte, vordere und rückwärtige Mitte)
10. Gummiband aufstecken und annähen, aufklappen und nochmals absteppen (dehnbarer Stich)
11. Und fertig! (gegebenenfalls nochmal alles bügeln)

Die Zwirnpiratin

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