Ob nun tatsächlich als wärmende Kopfbedeckung oder als modische Rettungsaktion an einem „Bad Hair Day“ – die Boshi-Mütze bringt gleich mehrere Nutzungsmöglichkeiten. Dass die selbstgehäkelten Mützen bei Jung und Alt äußerst beliebt sind, ist also kein Wunder. Dementsprechend gibt es inzwischen schier unendliche Häkelanleitungen mit immer ausgefalleneren Mustern. Dabei muss sich die einfache Häkelvariante mit halben Stäbchen gar nicht verstecken.

Ob klein oder groß, kurz oder lang, dünn oder dick, uni oder bunt – diese DIY-Anleitung für Anfänger zeigt mehrere Varianten der Boshi-Mütze:

Mützen werden am besten von oben nach unten gehäkelt. Beginnend mit einem Mittelkreis können dabei in den ersten Runden solange Zunahmen gearbeitet werden, bis der „Mützendeckel“ die richtige Größe erreicht hat und sich perfekt um den Oberkopf schmiegt. In weiteren Runden wird einfach solange weitergehäkelt, bis die Mütze bequem über die Ohren gezogen werden kann und somit die gewünschte Länge erreicht hat.

Nicht anders funktionieren „Beanis“, die im Prinzip gleich beginnen, nach unten hin aber noch länger gehäkelt werden. Setzt man die „Beani“ auf, hat man eigentlich zu viel Mütze für den Kopf. Dadurch hängt sie leger über den Hinterkopf. „Beanis“ haben sich in der Mützenmode in den letzten Jahren als topmodisches Accessoire immer mehr durchgesetzt.

Warme Boshi-Mütze Größe M / L

Einkaufsliste:

  • 2 – 3 Knäuel Merino- oder Merino-Misch-Wolle, passend für Nadelstärke 6
  • Häkelnadel 6 mm

Größe:

  • Kopfumfang fertige Mütze Größe M: 52 – 56 cm
  • Kopfumfang fertige Mütze Größe L: 57 – 60 cm

Maschenprobe:

Schlagen Sie eine etwas über 10 cm lange Luftmaschenkette an und häkeln Sie hin und her 10 cm in die Höhe. Wenn sich folgendes Maschenbild ergibt:

12 halbe Stäbchen und 8 Reihen = 10 cm Breite und 10 cm Höhe

passt die Maschenprobe perfekt. Ist das Musterstück zu klein, sollten Sie Ihre Nadelstärke anpassen und eventuell auf eine Häkelnadel 7 mm wechseln. Ansonsten können Sie im Häkelverlauf eine Runde mehr häkeln, um die Höhe anzupassen und entsprechend mehr Verdoppelungen häkeln, um eine größere Weite zu erzielen.

Wenn Ihr Musterstück schon größer ist, als 10 x 10 cm, kann dementsprechend eine kleinere Häkelnadel helfen. Oder sie häkeln weniger Verdoppelungen bzw. weniger Runden.

Anleitung

Gehäkelt wird die Mütze durchwegs mit halben Stäbchen. Abwechslung im Design bringt ein fröhliches Farbdesign. Es gibt viele Mützengarne, die allein durch Ihre bunte Färbung schon für einen Farbverlauf sorgen. Wer lieber eine akkurat gestreifte Mütze möchte, sucht sich die entsprechenden einfarbigen Knäuel aus.

Der obere Anfang lässt sich perfekt mit einem Fadenring bewerkstelligen – eine ausführliche Anleitung für den Fadenring – Magic-Ring finden Sie hier: https://www.talu.de/fadenring-haekeln/

Alternativ kann der kleine Anfangskreis auch aus 4 Luftmaschen bestehen (Die 4 Maschen anschlagen und zum Kreis schließen.)

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Fadenring häkeln

1. Runde: In den Fadenring bzw. Anfangskreis werden 11 halbe Stäbchen gehäkelt, den Fadenring fest zusammenziehen und mit einer Kettmasche schließen (Nadel durch den Kopf des ersten halben Stäbchens stecken, Faden holen und durch die beiden Schlaufen des Maschenkopfs und zugleich durch die Schlaufe auf der Nadel ziehen.

2. Runde: In dieser Runde werden alle 11 Maschen der Vorrunde verdoppelt. Den Rundenanfang bildet eine Luftmasche und die erste Einstichstelle ist gleich das erste halbe Stäbchen der Vorrunde. Achtung: durch beide Schlaufen des Maschenkopfs durchstehen. Ein halbes Stäbchen häkeln und in dieselbe Einstichstelle gleich noch einmal ein halbes Stäbchen häkeln. Diese Prozedur (2 halbe Stäbchen in die gleiche Einstichstelle) noch 10x wiederholen. Am Rundenende ergibt das insgesamt 22 Maschen.

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Der Rundenanfang ist eine Luftmasche und als erstes eingestochen wird in das erste halbe Stäbchen der Runde davor.
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Kettmasche am Rundenende

Tipp : sauberer, gerader Rundenübergang: Am Rundenende arbeite ich die Kettmasche direkt in die Übergangsmasche der Vorrunde (siehe Pfeil). Die letzte Masche der Runde übergehe ich. Jetzt wieder die Übergangsluftmasche für die neue Reihe häkeln. Die erste Masche wird dann gleich noch einmal in die Masche eingestochen, in die gerade schon die Kettmasche eingehängt wurde.

Im weiteren Häkelverlauf wird man sehen, warum ich das mache. Gehäkelte Mützen sind von vorne gesehen immer wunderschön. Wirft man aber einen Blick auf die Rückseite, wo sich die Rundenübergänge verstecken, ergibt sich oft ein nicht so schönes Bild. Der Übergang verläuft nicht senkrecht nach unten sondern diagonal über den ganzen Hinterkopf. Gerade bei der Arbeit mit mehreren Farben lohnt es sich, auf den korrekten Übergang aufzupassen.

Tipp: So behalten Sie den Überblick beim Rundenhäkeln: Der Pfeil bezeichnet die letzte Masche der Runde (Die Kettmasche habe ich langgezogen, damit Sie nicht verschwindet und die Häkelnadel zur Seite gelegt.) Ziehen Sie durch diese letzte Einstichstelle einen andersfarbigen Faden. Das Rundenende ist damit gut sichtbar gekennzeichnet.

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Die Übergangsluftmaschen werden beim Maschenzählen nicht mitgerechnet. Wenn es z. B. heißt: „Am Rundenende ergibt das insgesamt 22 Maschen“, sind 22 halbe Stäbchen gehäkelt + die Übergangsmaschen.

3. Runde: In dieser Runde wird jeweils jede 3. Masche verdoppelt.

Dazu jeweils 2 halbe Stäbchen ganz normal abhäkeln und für das 3. und 4. halbe Stäbchen zweimal in dieselbe Masche einstechen, wieder 2 halbe Stäbchen ganz normal abhäkeln, zweimal in eine Einstichstelle … usw., die letzte Masche ganz normal abhäkeln. Am Rundenende ergibt das insgesamt 29 halbe Stäbchen.

Wenn diese letzte Masche schon in der Vorrunde mit einem bunten Faden bezeichnet wurde, fällt das Maschenzählen gar nicht mehr so schwer.

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Der bunte Faden zeigt eindeutig an, wann das Rundenende erreicht ist. Wer sich dadurch sicherer fühlt, kann diesen „Zeigefaden“ immer wieder herausziehen und Runde für Runde mitführen.

4. Runde: In dieser Runde wird jeweils jede 4. Masche verdoppelt.

Dazu jeweils 3 halbe Stäbchen ganz normal abhäkeln und für das 4. und 5. halbe Stäbchen zweimal in dieselbe Masche einstechen. Die allerletzte Masche der Runde wird einfach abgehäkelt. Am Rundenende ergibt das insgesamt 36 halbe Stäbchen. Inzwischen kann man das Mützenkäppchen schon ganz gut erkennen.

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Mützenkäppchen
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Farbwechsel

Tipp: Farbwechsel: Beim Farbwechsel häkle ich die Kettmasche schon mit der neuen Farbe. Damit es bei einer bunt gestreiften Mütze am Ende nicht Unmengen an Fäden zu vernähen gibt, ziehe ich die Fadenende im Inneren der Mütze soweit wie möglich mit. Wenn bei jeder Häkelreihe die Fäden gekreuzt werden, entsteht auch kein loser Fadensalat. Wer sich dennoch an der Fadenkette stört, die im Mützeninneren von oben nach unten verläuft, kann natürlich die Fäden jeweils beim Farbwechsel abschneiden, verknoten und gut vernähen.

5. Runde: In dieser Runde wird jeweils jede 5. Masche verdoppelt.

Dazu jeweils 4 halbe Stäbchen ganz normal abhäkeln und für das 5. und 6. halbe Stäbchen zweimal in dieselbe Masche einstechen. Die allerletzte Masche der Runde wird wie gewohnt einfach abgehäkelt. Am Rundenende ergibt das insgesamt 43 halbe Stäbchen.

6. Runde: In dieser Runde wird jeweils jede 6. Masche verdoppelt.

Dazu jeweils 4 halbe Stäbchen ganz normal abhäkeln und für das 6. und 7. halbe Stäbchen zweimal in dieselbe Masche einstechen. Wenn am Ende noch eine letzte Masche übrig ist, die einfach abgehäkelt wird, haben Sie richtig mitgezählt. Am Rundenende ergibt das insgesamt 50 halbe Stäbchen.

7. Runde (Größe M): Eine Runde halbe Stäbchen ohne Verdoppelungen häkeln.

7. Runde (Größe L): Jede 12. Masche verdoppeln.

8. und jede folgende Runde: Runden ohne Verdoppelungen mit halben Stäbchen häkeln.

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Abschlussrunde für Mützenrand

17. Runde (Größe M) / 18. Runde (Größe L): Das ist die Abschlussrunde. Dazu wird die Arbeit umgedreht und in entgegengesetzter Richtung zu den halben Stäbchen-Runden eine Runde mit festen Maschen gehäkelt. Das stabilisiert den unteren Rand der Mütze. Die Häkelnadel zeigt schon in die richtige Häkelrichtung.

Jetzt müssen nur noch die Fäden vernäht werden und die Boshi-Mütze ist zum Tragen bereit.

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Sommermütze Größe M / L

Einkaufsliste:

  • 2 – 3 Knäuel Baumwolle oder Baumwoll-Misch-Wolle, passend für Nadelstärke 4,5
  • Häkelnadel 4,5 mm

Größe:

  • Kopfumfang fertige Mütze Größe M: 52 – 56 cm
  • Kopfumfang fertige Mütze Größe L: 57 – 60 cm

Maschenprobe:

14 halbe Stäbchen und 10 Reihen ergeben ein Musterstück von 10 x 10 cm. Ansonsten, wie oben erklärt, die Maschen bzw. Rundenzahl anpassen.

Anleitung

1. Runde: In den Anfangsfadenring werden bei der Sommermütze 12 Maschen (halbe Stäbchen) gehäkelt

2. Runde: In dieser Runde die Maschen verdoppeln, also in jede Einstichstelle zweimal einstechen und jeweils zwei halbe Stäbchen heraushäkeln = 24 Maschen

3. Runde: jede zweite Masche verdoppeln (1 normales halbes Stäbchen häkeln, aus der nächsten Einstichstelle 2 halbe Stäbchen herausarbeiten) = 36 Maschen

4. Runde: jede dritte Masche verdoppeln = 48 Maschen

5. Runde: jede vierte Masche verdoppeln = 60 Maschen

6. (Größe M): Eine Runde halbe Stäbchen ohne Verdoppelungen häkeln = 60 Maschen, 6. (Größe L): jede 12 Masche verdoppeln = 65 Maschen)

7. – 24. Runde: Runden jeweils ohne Verdoppelungen häkeln

25. Runde: Das ist die Abschlussrunde. Sie wird mit festen Maschen gegen die vorherige Häkelrichtung gearbeitet.

Baby- und Kleinkindermütze

(Größe 1 bis ca. 3 Monate, Größe 2 ca. 4 – 7 Monate, Größe 3 ca. 8 – 10 Monate, Größe 4 ca. 1 Jahr)

Einkaufsliste:

  • 1 – 2 Knäuel gut strapazierbare Baumwolle oder Baumwoll-Misch-Wolle, passend für Nadelstärke 4,5
  • Häkelnadel 4,5 mm

Größe:

  • Kopfumfang fertige Mütze Größe 1: 35 cm
  • Kopfumfang fertige Mütze Größe 2: 40 cm
  • Kopfumfang fertige Mütze Größe 3: 45 cm
  • Kopfumfang fertige Mütze Größe 4: 50 cm

Maschenprobe:

14 halbe Stäbchen und 10 Reihen ergeben Musterstück von 10 x 10 cm. Ansonsten, wie oben erklärt, die Maschen bzw. Rundenzahl anpassen.

Anleitung

1. Runde: In den Anfangsfadenring werden bei der Baby- und Kleinkindermütze (gilt für alle Größen) 12 Maschen (halbe Stäbchen) gehäkelt

2. Runde: In dieser Runde die Maschen verdoppeln, also in jede Einstichstelle zweimal einstechen und jeweils zwei halbe Stäbchen heraushäkeln = 24 Maschen (gilt für alle Größen)

3. Runde: jede zweite Masche verdoppeln (1 normales halbes Stäbchen häkeln, aus der nächsten Einstichstelle 2 halbe Stäbchen herausarbeiten) = 36 Maschen (gilt für alle Größen)

4. Runde: jede dritte Masche verdoppeln = 48 Maschen (gilt für alle Größen)

5. Runde:
5.1. Größe 1: keine Verdoppelungen = 48 Maschen
5.2. Größe 2: jede 12. Masche verdoppeln = 52 Maschen
5.3. Größe 3: jede 6. Masche verdoppeln = 56 Maschen
5.4. Größe 4: jede 4. Masche verdoppeln = 60 Maschen

6. Runde:
6.1. Größe 1 – 3: keine Verdoppelungen
6.2. Größe 4: jede 15 Masche verdoppeln = 64 Maschen

ab der 7. Runde: Runden jeweils ohne Verdoppelungen häkeln

  • Abschlussrunde Größe 1: 14. Runde (mit festen Maschen gegen die vorherige Häkelrichtung arbeiten)
  • Abschlussrunde Größe 2: 16. Runde (mit festen Maschen gegen die vorherige Häkelrichtung arbeiten)
  • Abschlussrunde Größe 3: 17. Runde (mit festen Maschen gegen die vorherige Häkelrichtung arbeiten)
  • Abschlussrunde Größe 4: 18. Runde (mit festen Maschen gegen die vorherige Häkelrichtung arbeiten)

Tipps und Variationen

17 bzw. 18 Runden – das sind die Angaben für eine ganz normale Outdoor-Mütze, die sich an den Kopf schmiegt und bis über die Ohren ziehen lässt. Sie möchten nur ein kleineres „Käppi“ häkeln? Kein Problem – lassen Sie einige der letzten Runden einfach aus. Für eine längere „Beani“ werden dagegen noch mehrere Runden mit halben Stäbchen angehängt.

(ACHTUNG: Vielleicht ist Ihnen das auch schon passiert: Sie wollten eine Beani häkeln und dabei herausgekommen ist ein helmähnliches, starres Gebilde, das mehr auf dem Kopf steht, als dass es lässig über den Hinterkopf hängt. Achten Sie bei Beanis besonders darauf, locker zu Häkeln und wählen Sie dazu eventuell eine größere Häkelnadel. Und: weiche, dünnere Wolle fließt im Endergebnis natürlich schöner als stabile, dicke Winterwolle.)

Während des Häkelns können Sie die Mütze immer wieder aufsetzen und testen, ob Ihre Wunschlänge schon erreicht ist. Oder nehmen Sie sich eine Mustermütze zur Hand, die als Vorlage dienen kann.

Und nun: Viel Spaß beim Häkeln – mit etwas Übung lässt sich in wenigen Stunden eine komplette Boshi-Mütze herstellen.

Kurzanleitung Boshi-Mütze Größe M, Nadelstärke 6:

  • 11 halbe Stäbchen in einen Fadenring häkeln
  • in der 2. Runde alle Maschen verdoppeln
  • in der 3. Runde jede 3. Masche verdoppeln, restliche Maschen einfach mit halben Stäbchen behäkeln
  • in der 4. Runde jede 4. Masche verdoppeln
  • in der 5. Runde jede 5. Masche verdoppeln
  • in der 6. Runde jede 6. Masche verdoppeln
  • die 7. bis 16. Runde mit halben Stäbchen häkeln, keine weiteren Verdoppelungen
  • die 17. Runde (Abschlussrunde) mit festen Maschen entgegen die ursprüngliche Richtung häkeln.

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