Blätter pressen und trocknen  – so erhalten Sie die Farbe

Blätter pressen

Blätter aus der Natur sind viel zu schön, um sie einfach so verblassen und „sterben“ zu lassen – zumal sie wunderbar zum Basteln oder zum Dekorieren der heimischen vier Wände genutzt werden können. In diesem Ratgeber erfahren Sie die besten Methoden zum Pressen und Trocknen von Blättern. Darüber hinaus schildern wir Ihnen Möglichkeiten, die leuchtenden Farben zu erhalten sowie zu verstärken. Wählen Sie Ihre bevorzugte Anleitung und legen Sie los!

Begeben Sie sich raus in die zauberhafte Natur und sammeln die schönsten Blätter, die den Boden zieren. Fündig werden Sie vor allem im Herbst, doch auch im Frühling und Sommer haben Sie gute Chancen, hübschen Blättern zu begegnen. Zum Pressen und Trocknen empfiehlt es sich, weitestgehend makellose Pflanzenteile zu verwenden – also Blätter ohne Risse, Schrammen oder Schäden durch gefräßige Insekten. Nach dem Ausflug stehen Ihnen mehrere Optionen zur Verfügung, die sehenswerte Beute zu konservieren. Von den klassischen Methoden der Blumenpresse und des schweren Buches bis hin zu speziellen Varianten, die den Erhalt der Farben fördern, liefern wir Ihnen viele praktische Anleitungen!

Laubblätter

Mit Blumenpresse trocknen

Unsere erste Anleitung beschäftigt sich mit der Blumenpresse. Entsprechende „Geräte“ sind in diversen Bastelgeschäften erhältlich. Alternativ können Sie das „Werkzeug“ zum Pressen der Blätter jedoch auch selber herstellen.

Dazu brauchen Sie:

  • 2 Holzbretter (jeweils 70 x 30 x 2,5 cm)
  • Bohrer
  • vier Schrauben, Beilagscheiben und Flügelmuttern

Anleitung zum Herstellen der Blumenpresse:

1. Schritt: Bohren Sie Löcher in die vier Ecken beider Holzbretter. Die Löcher sollen später die Schrauben beherbergen.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Löcher beider Bretter exakt übereinanderliegen.

2. Schritt: Nehmen Sie eines der Holzbretter und stecken die vier Schrauben samt Beilagscheiben in die Löcher. Die Köpfe der Schrauben zeigen nach oben.

An sich ist Ihre Blumenpresse nun fertig. Das zweite Holzbrett und die vier Flügelmuttern kommen erst beim Pressvorgang zum Einsatz.

Blätterpresse bauen

Eine detaillierte Beschreibung zum Bauen einer Blütenpresse finden Sie hier: Pflanzenpresse bauen

Zum Pressen brauchen Sie:

  • Blätter
  • Blumenpresse (inkl. aller Bestandteile)
  • Pappe
  • Presspapier
  • Schere

So gehen Sie vor:

1. Schritt: Schneiden Sie zwei Pappstücke und vier Blätter Presspapier so zurecht, dass sie in die Blumenpresse passen.

2. Schritt: Legen Sie ein Pappstück und darüber zwei Lagen Presspapier auf das untere Holzbrett der Presse (also das mit den Schrauben).

3. Schritt: Arrangieren Sie die zu trocknenden Blätter darauf.

Blätter pressen

Wichtig: Die einzelnen Blätter sollten frei liegen – stapeln Sie sie also nicht übereinander.

4. Schritt: Legen Sie zwei Lagen Presspapier und dann das zweite Pappstück auf die Blätter. Nun können Sie weitere Blätter darauflegen – so können Sie mehrere Blätter gleichzeitig pressen.

Blätter mit Presse trocknen

5. Schritt: Stecken Sie das obere Holzbrett auf.

6. Schritt: Drehen Sie die Muttern auf die Schrauben und ziehen sie fest.

Blätter pressen

7. Schritt: Bringen Sie die Presse an einen trockenen Platz im Haus.

Nun müssen die Blätter je nach Größe und Dicke etwa drei bis sechs Wochen trocknen. Überprüfen Sie den Zustand einmal pro Woche. Diesen Moment können Sie auch stets nutzen, um die Pressblätter auszutauschen. So halten Sie den Feuchtigkeitspegel in der Blumenpresse gering. Vollständig trocken sind die Blätter, sobald sie rundherum die Textur von Papier angenommen haben.

Blätterpresse

Grundsätzlich bedeutsam: Verwenden Sie keine Blätter, die taunass oder anderweitig feucht sind. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich in der Blumenpresse Schimmel bildet.

Blätter mit Büchern pressen

Wer keine Blumenpresse hat, kann sich auch mit dem zweiten Klassiker behelfen. Hier die Anleitung zum Pressen der Blätter mit Büchern.

Das brauchen Sie:

  • Blätter
  • altes, dickes Buch*
  • Presspapier
  • Schere
  • viele schwere Bücher

Grundsätzlich können Sie auch ein neues Buch verwenden. Allerdings sollten Sie bedenken, dass die aus den Pflanzenblättern entweichende Feuchtigkeit kleinere Schäden am Buch verursacht (Flecken, knittrige Seiten).

Blätter auf Buch

So gehen Sie vor:

1. Schritt: Schneiden Sie vier Blätter Presspapier so zurecht, dass sie in das Buch passen.

2. Schritt: Öffnen Sie das Buch in der Mitte und legen die linke Seite mit zwei Lagen Presspapier aus.

3. Schritt: Legen Sie die Pflanzenblätter darauf (nicht stapeln!).

Tipp: Arrangieren Sie die Blätter mehr in Richtung Buchmitte und weniger zum Rand hin. So gewährleisten Sie ein gleichmäßiges Pressen.

4. Schritt: Legen Sie zwei weitere Lagen Presspapier auf die Pflanzenblätter.

5. Schritt: Klappen Sie das Buch vorsichtig zu.

6. Schritt: Platzieren Sie das Buch mit den Blättern an einem trocknen Ort.

7. Schritt: Beschweren Sie das Buch mit weiteren gewichtsintensiven Büchern.

Daraufhin heißt es wieder drei bis sechs Wochen warten und allwöchentlich den Wechsel des Presspapiers vorzunehmen.

In der Mikrowelle trocknen

Tatsächlich können Sie die Blätter auch relativ schnell in der Mikrowelle trocknen. Zu diesem Zweck brauchen Sie eine selbst gebastelte Mikrowellenpresse, die im Nu hergestellt ist. Anschließend befördern Sie das Ganze in den „Mini-Ofen“. Wir liefern Ihnen eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Das benötigen Sie:

  • Blätter
  • 2 Keramikfliesen
  • 2 Gummibänder
  • Pappe
  • Presspapier
  • Schere

So gehen Sie vor:

1. Schritt: Schneiden Sie zwei Pappstücke und vier Blätter Presspapier auf die Größe der Keramikfliesen zu.

2. Schritt: Nehmen Sie eine der Fliesen und legen ein Pappstück und zwei Lagen Presspapier aus.

3. Schritt: Arrangieren Sie die Pflanzenblätter darauf (nebeneinander legen, nicht stapeln!).

4. Schritt: Bedecken Sie die Blätter mit zwei Lagen Presspapier und dem zweiten Pappstück.

5. Schritt: Legen Sie die zweite Keramikfliese darauf.

6. Schritt: Fixieren Sie das Werk mit zwei Gummibändern.

7. Schritt: Geben Sie die Presse in die Mikrowelle.

8. Schritt: Schalten Sie die Mikrowelle für eine Minute auf die höchste Stufe.

9. Schritt: Überprüfen Sie den Fortschritt der Blätter. Sind sie noch nicht vollständig trocken, wandern sie zurück in die Mikrowelle und werden für 30 Sekunden erhitzt.
Fahren Sie so lange mit dem 30-Sekunden-Prinzip fort, bis sich die Blätter komplett trocken anfühlen.

Wichtig: Verwenden Sie unbedingt Topflappen oder Küchenhandschuhe, wenn Sie mit den heißen Keramikfliesen hantieren! Und: Die Presse muss zwingend aus Keramik bestehen – metallene Gegenstände in der Mikrowelle wären fatal!

Folgen Sie einer der bisherigen Anleitungen, werden die Blätter trocken. Allerdings ist dadurch noch nicht sichergestellt, dass die Farben lange Zeit erhalten bleiben. Deshalb beschreiben wir Ihnen im Folgenden noch zwei Methoden, mit denen Sie Blätter mitsamt ihrer koloristischen Pracht konservieren können. Diese Varianten empfehlen sich vor allem bei buntem Herbstlaub.

Mit Wachspapier pressen

Das brauchen Sie:

  • Blätter
  • Wachspapier
  • Druckerpapier
  • Papiertücher
  • Bügeleisen
  • Schere

So gehen Sie vor:

1. Schritt: Trocknen Sie die Blätter vor. Dazu legen Sie sie zunächst zwischen zwei Papiertücher (Küchenrolle oder Taschentücher). Anschließend geben Sie die Blätter zwischen zwei Papierseiten (beispielsweise Druckerpapier) und bügeln darüber.

  • a) Bügeleisen auf mittlere Hitze stellen (nicht die Dampfeinstellung benutzen!).
  • b) Beide Seiten bügeln (für jeweils drei bis fünf Minuten, Vorsicht beim Wenden!).

Fühlen sich einzelne Blätter noch nicht trocken an, bügeln Sie noch einmal von beiden Seiten darüber (natürlich legen Sie die Blätter zuvor wieder zwischen Papierseiten).

2. Schritt: Nehmen Sie eine Lage Wachspapier und verteilen die Blätter darauf.
Wichtig: Achten Sie auf Abstände zwischen den einzelnen Blättern!

3. Schritt: Legen Sie eine zweite Lage Wachspapier darauf und streichen diese behutsam fest.

4. Schritt: Geben Sie das Wachspapierkonstrukt zwischen zwei Blätter Druckerpapier. Das Druckerpapier muss das Wachspapier komplett bedecken, ansonsten droht das Bügeleisen im nächsten Schritt am Wachs haften zu bleiben.

5. Schritt: Lassen Sie die Pflanzenblätter mit dem Wachspapier verschmelzen, indem Sie mit dem Bügeleisen über das Druckerpapier gleiten.

  • a) Bügeleisen auf mittlere Hitze stellen (nicht die Dampfeinstellung benutzen!).
  • b) Beide Seiten bügeln (für jeweils drei Minuten, Vorsicht beim Wenden!).
  • c) Das Bügeleisen immer in Bewegung halten (ansonsten brennt das Wachs an).

Tipp: Tragen Sie am besten Handschuhe, um Ihre Hände zu schützen, wenn Sie das erhitzte Papier beim Wenden anfassen.

6. Schritt: Warten Sie, bis das Wachs erkaltet ist. Im Zuge dessen verbindet es sich mit den Pflanzenblättern und trägt zum Erhalt der kräftigen Farben bei.

7. Schritt: Schneiden Sie die gewachsten Pflanzenblätter aus. Dabei sollte um jedes Blatt ein schmaler Rand des Wachspapiers bestehen bleiben, um die Rundumversiegelung zu erhalten.

Blätter mit Glycerin behandeln

Unsere letzte Anleitung widmet sich der Glycerin-Methode. Bei Glycerin handelt es sich um ein natürliches, aus Pflanzen gewonnenes Mittel. Es eignet sich hervorragend dazu, Blätter effektiv und umweltschonend zu konservieren. Pflanzliches Glycerin gibt es in einigen Bastelläden oder auch Supermärkten zu kaufen.

Das brauchen Sie:

  • flüssiges Glycerin
  • Wasser
  • flaches, geräumiges Gefäß
  • schweren Deckel oder Teller

So gehen Sie vor:

1. Schritt: Mischen Sie die Glycerinlösung an. Dazu geben Sie 530 Milliliter des flüssigen Pflanzenglycerins mit zwei Litern Wasser in einen flachen Topf.

2. Schritt: Legen Sie die Blätter in die Lösung.

3. Schritt: Beschweren Sie die Blätter mit einem Deckel oder einem Teller, damit sie nicht an die Oberfläche steigen.

4. Schritt: Stellen Sie das Gefäß an einen trockenen, schattigen Platz.
Nun bleiben die Blätter für mindestens drei bis fünf Tage in der Lösung. In dieser Zeit zieht das Glycerin ein und macht die Farben noch lebendiger:

  • Gelbtöne werden intensiver.
  • Rot- und Orangetöne verwandeln sich in ein kräftiges Rostrot.

Zudem sollten sich die Blätter nach dem Vorgang geschmeidig und biegsam anfühlen. Sie können in der Folge wunderbar zum Basteln und Dekorieren verwendet werden.
Wichtig: Diese Methode funktioniert nur bei Blättern, die noch keinem Frost ausgesetzt waren.



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