Es gibt über 200 Aloe Arten. Viele davon werden als Echte Aloe = Aloe Vera verkauft. Es ist schwierig für einen Laien, die Echte Aloe Vera zu erkennen. Gravierende Unterschiede zu vielen anderen Aloe-Arten gibt es nicht. Die Pflanzen haben keinen oder nur einen sehr kurzen Stamm. Dieser kann einen Umfang von 30 cm erreichen, aber nicht im Pflanzgefäß und nicht in unserem Klima. Die Laubblätter sind lanzettlich und verjüngen sich zur Spitze hin. Sie sind rosettenartig am Stamm angeordnet. Die Blattspreite können bis 50 cm lang werden, bleiben aber nur schmal, etwa 5 bis 7 cm breit. Bemerkenswert ist die graugrüne Farbe der Blätter. Manchmal sind sie auch leicht rötlich überhaucht. Typisch für viele Aloe-Arten sind die Zähne an den Rändern der Blattspreite. Bei der Aloe Vera haben sie einen Abstand von 10 bis 20 mm und sind etwa 2 mm lang. Der Blattsaft einer Aloe Vera ist in getrocknetem Zustand gelb.

Aloe Vera kann in unserem mitteleuropäischen Klima nur als Zimmer- oder Kübelpflanze kultiviert werden. Die Pflanzen sehen gut aus, sind robust und pflegeleicht. Der Hauptgrund, warum dieses Gewächs so viele Fans hat, ist ihre Heilfähigkeit. Der Saft aus den Blättern ist überaus gesund, hilft bei Verbrennungen, Husten, kleineren und größeren Wunden, Hautproblemen, findet aber auch bei Krebs, Diabetes und anderen schweren Krankheiten Anwendung. Die Pflege ist recht unkompliziert. Was es darüber zu wissen gibt, lesen Sie im Folgenden.

Standort

Aloe Vera mögen es warm und sonnig. Den Sommer über stehen sie gern im Garten, ruhig in der vollen Sonne, aber erst nach einer Eingewöhnungszeit. Nach der Zeit im Haus müssen die Gewächse langsam an die Sonne gewöhnt werden. Zwei Wochen sollte man ihnen gewähren. Auch bei frisch gekauften Pflanzen ist diese Frist einzuhalten. Junge Aloe Vera Pflanzen sind im Halbschatten besser aufgehoben als in der knalligen Sonne. Mittagssonne ist besser zu vermeiden, Morgen- und Abendsonne reichen auch aus. Ihre heilsamen Säfte produzieren die Aloe Vera erst nach etwa 4 Jahren. Dann müssen Sie in die Sonne.

  • Sonnig und warm, bei niedriger Luftfeuchte und langsamen Gewöhnen an die Sonne nach dem Ausstellen
  • Junge Pflanzen nicht in die pralle Sonne, besser Abend- oder Morgensonne

Pflanzsubstrat

Das Wichtigste beim Pflanzsubstrat ist, dass es sehr durchlässig ist. Günstig ist außerdem, wenn es etwas kalkhaltig ist. Aloe vertragen keine Nässe, dementsprechend muss der Boden vorbereitet werden. Gut geeignet ist Kakteenerde. Man kann allerdings auch normale Erde verwenden und diese mit Perlite und/oder grobem Sand durchlässiger machen. Das Substrat sollte nährstoffarm sein, also keine vorgedüngte Erde verwenden!

  • Durchlässige, nährstoffarme, etwas kalkhaltige Erde
  • Günstig ist, Perlite oder groben Sand unterzumischen

Pflanzen

Aloe können eine stattliche Größe erreichen. Sie wachsen nicht nur nach oben, sondern vermehren sich nach den Seiten und hängen dann häufig über den Topfrand hinaus. Schnell gibt es im Gefäß ein Ungleichgewicht und dieses kippt. Deshalb ist es wichtig, ein sehr standfestes Pflanzgefäß zu verwenden oder ein schweres, welches nicht so schnell umfällt. In jedem Fall ist ein größeres Abzugsloch im Boden wichtig, oder alternativ mehrere kleine.
In das Gefäß kommt zuerst eine Drainage, damit überschüssiges Wasser gut ablaufen kann. Nur so kann verhindert werden, dass das Substrat lange Zeit nass bleibt. Als Drainage eignen sich Tonscherben, gröberer Kies, kleine Steine oder ähnliches. Um zu verhindern, dass die Erde zwischen die Drainage gespült wird, ist ein Vlies als Trennschicht günstig. Glasfaservlies ist dafür ideal.
Beim Pflanzen selbst ist darauf zu achten, dass die Blätter nicht verletzt werden, denn dann läuft Pflanzensaft aus. Die Wunden heilen zwar, bleiben aber als unschöne Narben zurück.

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Die Pflanze sollte umgetopft werden, wenn das Gefäß zu klein geworden ist. Das ist meist nach zwei bis drei Jahren der Fall. Bei der Gelegenheit sollten auch gleich die Kindel abgetrennt werden. Diese können separat eingepflanzt werden. Nach der Abtrennung kann das alte Gefäß wieder verwendet werden. Bleiben die Kindel an der Mutterpflanze, wird ein größeres benötigt.

Da die Mutterpflanze allein oft keinen festen Halt hat, sollte sie nach dem Umtopfen gestützt werden. Am besten zwei oder drei kurze Stöcke um die Pflanze herum in die Erde stecken, nah am „Stamm“. Nach dem Pflanzen oder Umtopfen gut angießen.

  • Standfestes, schweres Gefäß verwenden und eine Drainage einbauen
  • Zwischen Drainage und Pflanzsubstrat ein Vlies einlegen
  • Umtopfen wenn Gefäß zu klein geworden ist, evtl. Kindel abtrennen und separat einpflanzen

Tipp – Ich habe gute Erfahrungen mit Gefäßen mit Bewässerungssystem gemacht. Zwei meiner drei Aloe gedeihen in so einem Gefäß, unter anderem die Aloe Vera. Der Wasserstand kann beeinflusst werden, so dass auch Trockenzeiten möglich sind. Die Pflanzen nehmen sich so viel Wasser wie sie brauchen und gedeihen ausgezeichnet. Es bilden sich deutlich mehr Kindel, als im normalen Gefäß.

Gießen

Aloe Vera Pflanzen kommen mit wenig Wasser aus. Kaum eine Pflanze wird wegen Wassermangel eingehen. Die meisten werden schlicht und einfach ersäuft. Aloe speichern Wasser in ihren dickfleischigen Blättern. Je größer die Pflanze, um so umfangreicher der Speicher. Wassermangel zeigt sich daran, dass die untersten Blätter schlaff und in der Folge gelb werden. Bis zum Absterben dauert es Monate. Schlaffe Blätter füllen sich nach dem Gießen schnell wieder auf.
Im Sommer benötigen die Aloe-Pflanzen etwas mehr Wasser, als im Winter. Der Pflanzballen sollte leicht feucht sein. Zwischen den Wassergaben sollte die Erde oberflächlich gut abtrocknen. Im Winter reicht es, der Pflanze alle 6 Wochen etwas Wasser zu geben.

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  • Wenig Wasser und nicht in die Rosette gießen!!!
  • Im Sommer ganz leicht feucht halten und zwischen den Wassergaben abtrocknen lassen
  • Im Winter – nur alle 6 bis 8 Wochen etwas Gießen, bei sehr hohen Zimmertemperaturen oder Fußbodenheizung etwas mehr. Fingerprobe machen

Düngen

Eigentlich muss die Aloe Vera gar nicht gedüngt werden. Sie gedeihen auf absolut kargen Böden und kommen in der Natur ohne aus. Wer düngen möchte, kann dies tun, im Sommer, alle zwei bis vier Wochen und am besten mit Biodünger, damit der Pflanzensaft genutzt werden kann. Ich habe noch nie gedüngt und meine Aloe gedeihen und wachsen trotzdem sehr gut.

  • Dünger nicht erforderlich
  • Wer mag, Biodünger verwenden

Schneiden

Schneiden ist nicht notwendig. Lediglich kranke, verletzte oder eingetrocknete Blätter werden entfernt. Am besten werden sie direkt am Ansatz abgedreht, dann läuft kein Pflanzensaft aus. Wer diesen Saft gezielt ernten möchte, nutzt die äußeren, untersten Blätter. Sie werden mit einem sauberen und scharfen Messer so nah an der Basis abgetrennt, wie es möglich ist.

  • Nur kranke, verletzte und eingetrocknete Blätter entfernen
  • Für Safternte – äußere, untersten Blätter nutzen

Überwintern

Die Aloe Vera Pflanze liebt Wärme. Zwar kommt sie in ihren natürlichen Standortgebieten auch mal mit leichtem Nachtfrost zurecht, aber günstig ist das nicht. Besser für die Gesundheit der Pflanze ist, sie ab Außentemperaturen von 10°C ins Warme zu bringen. Ab Temperaturen um 4°C können Schäden an der Pflanze auftreten. Man merkt es daran, dass die Blattspreite weich werden. Manchmal berappelt sich die Pflanze wieder, aber viele Blätter können nur noch entfernt werden.

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  • Temperaturen zwischen 12 und 15°C und dabei viel Licht
  • Bei Überwinterung in warmen Wohnzimmer droht Schädlingsbefall – auf Schildläuse achten!

Vermehren

Das Vermehren übernimmt die Pflanze selbst. Sie bildet Kindel, meist eine ganze Menge davon. Diese kann man abtrennen, wenn sie kräftig genug sind und separat einpflanzen. Auch Ableger produziert die Pflanze. Sie werden ebenfalls abgetrennt und eingepflanzt. Beide Arten der Vermehrung funktionieren einwandfrei. Wichtig ist jeweils, die Schnittstelle, insofern geschnitten werden musste, einen Tag an der Luft trocknen zu lassen.

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  • Kindel abtrennen

Krankheiten

Aloe sind robust, die Aloe Vera macht da keine Ausnahme. Was sie nicht vertragen, ist Nässe. Leider werden viele der Pflanzen einfach totgegossen. Bei ständiger Feuchte faulen die Wurzeln und nur selten ist dann noch irgendetwas zu retten, außer vielleicht frische Kindel. Da im Winter immer wieder Schädlinge auftauchen, speziell Schildläuse, kann Pilzbefall vorkommen. Rußtaupilze siedeln mit Vorliebe auf Honigtau (Ausscheidungen von Läusen). Man erkennt den schwarzen Pilzrasen auf den Blättern. Darunter klebt es mächtig. Die Beläge sind leicht zu entfernen, einfach durch Abwischen, am besten mit einer leichten Seifenlösung.

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  • Wurzelfäule bei zu viel Nässe – trockener, meist deutlich trockener halten, evtl. durch umtopfen zu retten, dann erstmal Gießen völlig einstellen
  • Rußtaupilze – auf Ausscheidungen von Läusen – Läuse bekämpfen, Pilzrasen und klebrige Masse abwischen

Schädlinge

Im Freien treten so gut wie nie Schädlinge auf, bei der Überwinterung dagegen immer mal wieder. Hauptsächlich Schildläuse, aber auch Wollläuse machen sich an der Pflanze breit. Diese sind schwer zu entdecken. Ein sicheres Zeichen für den Befall sind klebrige Flecken auf dem Boden um das Pflanzgefäß. Diese Ausscheidungen der Schädlinge fallen in der Regel zuerst auf. Dann muss man gezielt suchen. Schildläuse sind an kleinen ovalen, dunklen Punkten zu erkennen. Anfangs treten sie vereinzelt auf, später werden es durch Vermehrung immer mehr. Die Punkte lassen sich mit einem Zahnstocher leicht entfernen. Wollläuse sind an weißen, watteartigen kleinen Gebilden zu erkennen. Diese sind anfangs ebenfalls klein, werden aber auch zunehmend größer. Das manuelle Entfernen der Schädlinge ist aufwändig, aber wer die Pflanze ernten möchte, kann keine Schädlingsbekämpfungsmittel verwenden. Wer die Aloe Vera nur als Zimmerpflanze nutzt, kann das tun. Empfehlenswert bei diesen Plagegeistern sind systemische Mittel, die von der Pflanze aufgenommen werden. Beim Saugen gelangt das Gift in die Schädlinge und sie sterben. Für die Brut muss nach ein paar Wochen erneut Gift zugeführt werden. Wer es so handhabt, muss lange Zeit warten, bis das Gift aus den Pflanzen verschwunden ist. Alternativ kann man mit einem alkoholgetränkten Tuch die befallenen Regionen abwischen. Man gelangt zwar nicht überall hin, aber es ist doch hilfreich.

Die vielseitig verwendbare Aloe Vera ist eine dekorative, pflegeleichte und sehr nützliche Pflanze. Sie hat wenige Ansprüche und liefert nach ein paar Jahren reichlich frischen Aloesaft. Dieser kann bei Krankheiten verwendet werden. Ich habe für meine Kinder immer Hustensaft daraus gemacht und war von der Wirkung begeistert. Auch bei Hautverletzungen ist dieser ausgesprochen hilfreich und die treten bei Kindern ja häufig auf. Heute schwören viele auf grüne Smoothies, Aloe Vera macht sie noch gesünder. Man darf allerdings immer nur das Innere der Blätter verwenden, nicht die dicke Haut und die äußere Schicht. Für mich gibt es kaum eine vielseitigere Pflanze und ich kann sie nur bedenkenlos empfehlen. Für die Pflege ist kein grüner Daumen nötig. Lediglich mit der Gießmenge muss man aufpassen, ansonsten ist nicht viel nötig.

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Feli
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