Zopfmuster zählen zu den Mustern mit gekreuzten Maschen. Die einfachste Zopfmusterform besteht dabei aus zwei Maschen, die miteinander verkreuzt abgestrickt werden. In schmalen Streifen werden sie für optisch auffällige Bündchenformen oder Musterstreifen verwendet, großflächig oder mit dicker Wolle gestrickt, verleihen sie der Wintermode das gewisse Etwas.

Zopfmuster sind Klassiker in der Strickmode und werden gerne bei Strickjacken, dicken Pullovern und Strickmänteln verwendet. Aber auch dünne Garne wie Mohairwolle werden zum Blickfang, wenn sie mit dicken Nadeln zu Zopfmustern verstrickt werden. Neben den verkreuzten Maschen ist das Stricken von linken Maschenreihen direkt neben den Zopfstreifen typisch. Das ist notwendig, um den plastischen Effekt der Zopfmuster hervorzurufen, die sich sonst vom glatt rechten Gestrick nicht abheben könnten.

Material

  • Rundstricknadel
  • Wolle
  • Hilfsnadeln

Für die Zopfmusterstrickerei braucht es eine Hilfsnadel. Geübte Strickerinnen können die Maschen auch umsortieren, indem sie diese von der Nadel schieben und in gekreuzter Form neu aufnehmen. Für die ersten Strickstücke ist jedoch eine Hilfsnadel zu empfehlen, da sich die Maschen leicht bis in tieferliegende Reihen auftrennen können. Es gibt eine sogenannte Zopfnadel, die wie ein kleiner Bogen gearbeitet ist, auf der Maschen des Zopfes stillgelegt werden können. Eine zweite Rundstricknadel oder eine Nadel aus einem Nadelspiel erfüllt den gleichen Zweck.

Zöpfe können aus mindestens zwei Maschen gebildet werden. Je mehr Maschen gekreuzt werden, desto voluminöser erscheint der gestrickte Zopf. Dabei muss auch auf die richtige Nadelstärke geachtet werden, weil Zopfmuster locker verstrickt werden sollten. An den verkreuzten Stellen braucht es mehr Faden, um über die Maschen hinweg zu stricken. Zu fest verstrickte Wolle würde das Gestrick hier zu stark zusammenziehen.

Schmales Zopfmuster stricken

Der einfachste Zopf entsteht durch das Verkreuzen von zwei Maschen (zweifacher Zopf). Dazu schlagen Sie einige Maschen an und stricken über mehrere Reihen glatt rechts (in den Rückreihen die Maschen so stricken, wie sie erscheinen).

In der nächsten Reihe einige Maschen rechts stricken, eine Masche links arbeiten und anschließend zwei Maschen miteinander verkreuzen. Nehmen Sie dazu die erste Masche der linken Nadel auf eine zweite Nadel (Hilfsnadel) und bringen Sie diese hinter das Strickteil.

Stricken Sie jetzt die nächste Masche der linken Nadel rechts ab.

Zopfmuster stricken

Jetzt nehmen Sie die Hilfsnadel in die linke Hand und stricken die darauf liegende Masche ebenfalls rechts.

Jetzt eine Masche links, die den Rand des Zopfes bildet.

Zopfmuster stricken

Und bis zum Ende der Reihe stricken – fertig ist der erste Zopf.

Die Arbeit wenden, in der Rückreihe alle Maschen stricken, wie sie erscheinen.

Diese Strickweise wird „nach rechts verkreuzt“ oder „nach rechts zopfen“ genannt. Die oben aufliegende Masche zeigt nach rechts. Deshalb „nach rechts verkreuzt“. Heißt es in der Strickanleitung „nach links verkreuzen“, muss die obere Masche an der gedrehten Stelle nach links zeigen. Dazu würden Sie die erste Masche der linken Nadel vor die Strickarbeit bringen, dann die nächste Masche der linken Nadel stricken und anschließend die Masche der Hilfsnadel.

Zopfmuster stricken

Nach dieser ersten Drehung werden einige Reihen glatt rechts gestrickt, um das Zopfmuster entstehen zu lassen. Je mehr Reihen Sie bis zur nächsten Drehung arbeiten, desto länger werden die einzelnen Zopfelemente.

Die zweite Drehung erfolgt wie das erste Verkreuzen der Maschen.
Fertig ist das kleinste Zopfmuster.

Zopfmuster stricken

Wird der Zopf mit vier Maschen gearbeitet, werden bei der Drehung zwei Maschen vor oder hinter die Arbeit gelegt, zwei Maschen von der linken Nadel gestrickt und anschließend die beiden Maschen der Hilfsnadel.

Zopfmuster stricken

Erfolgt die Drehung der Maschen regelmäßig in jeder zweiten Reihe, ergibt sich folgendes Strickbild:

Zopfmuster stricken

Normalerweise verlaufen Zopfreihen in senkrechter Weise. Werden in einer Reihe ausschließlich Zopfdrehungen gestrickt (es gibt also keine einfachen rechten Maschen zwischen den Zopfstreifen), lässt sich durch einen Versatz der Drehungen eine schräg verlaufende Optik erreichen.

Erste Reihe: Randmasche, zwei Maschen nach rechts verkreuzen und in dieser Weise die gesamte Reihe stricken.

Zweite Reihe: alle Maschen links stricken

Dritte Maschen: Nach der Randmasche zuerst eine Masche rechts stricken, bei den restlichen Maschen immer zwei Maschen miteinander nach rechts verkreuzen.

Vierte Reihe: alle Maschen links stricken
Diese vier Reihen immer wiederholen. Dadurch erhalten Sie ein schräg verlaufendes Muster, das auf den ersten Blick nicht nach einem klassischen Zopfmuster aussieht.

Zopfmuster stricken

Dreifacher Zopf

Das dreifache Zopfmuster erinnert an einen geflochtenen Zopf, der aus drei Strähnen besteht. Dazu braucht es eine durch drei teilbare Maschenzahl, um drei einzelne Streifen zu erhalten. Stricken Sie also einige Reihen glatt rechts, und beginnen Sie eine neue Reihe mit einigen Maschen rechts. Dann eine oder zwei Maschen links. Jetzt beginnt der Zopfstreifen, der aus neun Maschen besteht. Die erste Drehung erfolgt mit den ersten sechs Maschen. Drei Maschen auf die Hilfsnadel hinter die Arbeit legen, die nächsten drei Maschen der linken Nadel rechts stricken. Anschließend die drei Maschen der Hilfsnadel rechts abstricken. Die restlichen drei Maschen des Zopfes werden glatt rechts gestrickt. Eine oder zwei Maschen links wie vor dem Zopf und die restlichen Maschen rechts.

In der Rückreihe alle Maschen links stricken.

Zopfmuster stricken

In der folgenden Hinreihe alle Maschen rechts stricken. Wenden und in der Rückreihe alle Maschen links stricken.

Jetzt wird an der zweiten Stelle gedreht. Stricken Sie bis einschließlich der linken Maschen. Jetzt werden die ersten drei Maschen des Zopfmusters glatt rechts gestrickt und mit den restlichen sechs Maschen wird gedreht. Diese Drehung muss in die entgegengesetzte Richtung weisen, hier also nach links (nach links zopfen). Dazu die ersten drei Maschen der linken Nadel mit der Hilfsnadel vor die Arbeit legen, die nächsten drei Maschen der linken Nadel abstricken und anschließend die Maschen der Hilfsnadel als rechte Maschen abstricken.

Bis zur Randmasche stricken, die Arbeit wenden und die Rückreihe sowie zwei weitere Reihen glatt rechts stricken.

Zopfmuster stricken

Jetzt werden wieder die ersten sechs Maschen nach rechts gedreht, nach der Rückreihe und zwei weiteren Reihen dann wieder die letzten sechs Maschen nach links verzopfen. In dieser Weise entsteht der dreifache Zopf, der sich vielfältig variieren lässt.

Zopfmuster stricken

Plastisches Zopfmuster stricken

Gestrickte Zöpfe gewinnen optisch an Tiefe, wenn der Zopf in einer anderen Maschenart gestrickt wird als das Grundgestrick.

Zopfmuster stricken

Bei dieser Zopfmustervariante erfolgen die Drehungen wieder versetzt, sodass ein plastisches Muster entstehen kann. Außerdem werden zwei Hilfsnadeln benötigt:

Schlagen Sie eine gerade Maschenzahl an und stricken Sie nach der Randmasche zwei Maschen rechts und zwei Maschen links im Wechsel bis zum Ende der Reihe. Wenden und in der Rückreihe alle Maschen stricken, wie sie erscheinen. Noch eine Hin- und eine Rückreihe in glatt rechts arbeiten.

In der nächsten Reihe nehmen Sie nach der Randmasche zwei Maschen auf eine Hilfsnadel vor die Arbeit. Die beiden folgenden linken Maschen werden ebenfalls auf eine weitere Hilfsnadel gelegt, die hinter die Arbeit zu liegen kommt. Die nächsten zwei Maschen werden rechts von der linken Nadel abgestrickt. Anschließend die Maschen der zweiten Hilfsnadel links stricken. Zum Schluss die Maschen der ersten Hilfsnadel rechts stricken. Die Drehung ist fertig.

Zopfmuster stricken

Zwei Maschen links und nun die nächste Drehung in der gleichen Weise stricken.

Die gesamte Reihe mit dem Zopf über jeweils sechs Maschen und zwei anschließenden linken Maschen stricken.

Die Arbeit wenden und eine Rückreihe sowie zwei weitere Reihen stricken, wie die Maschen erscheinen.

Zopfmuster stricken

In der folgenden Reihe wird wieder gedreht, aber an versetzter Stelle. Es wird mit zwei Maschen rechts und zwei Maschen links begonnen, dann erfolgt die oben beschrieben Drehung über sechs Maschen. Anschließend zwei Maschen links und wieder eine Drehung. In dieser Weise über die ganze Reihe stricken, wenden, eine Rückreihe und zwei weitere Reihen im erscheinenden Muster stricken.

In dieser Weise immer wiederholen.

Zopfvariation

Durch das Verzopfen in unterschiedliche Richtungen lassen sich viele Effekte erzielen. Erfolgen die Drehungen am Rand des Zopfes, entsteht in der Mitte eine flache Struktur, die nach Belieben mit Noppen, linken Maschen oder Minizöpfen aus zwei Maschen „gefüllt“ werden kann.

Der Zopf besteht dabei aus acht Maschen. Sie stricken vier Maschen links, acht Maschen rechts und wieder vier Maschen links. In der Rückreihe alle Maschen so stricken, wie sie erscheinen.

In der dritten Reihe werden die linken Maschen links gestrickt, dann werden die Zopfmaschen in zwei Streifen mit jeweils vier Maschen unterteilt. Für die erste Drehung nach rechts werden zwei Maschen auf die Hilfsnadel hinter die Arbeit gelegt, die nächsten zwei Maschen werden rechts gestrickt, dann die Maschen der Hilfsnadel ebenfalls rechts stricken. Die erste Drehung ist fertig. Die Drehung der folgenden vier Maschen geht nach links, dazu kommen die ersten zwei Maschen auf die Hilfsnadel vor die Arbeit, die folgenden zwei Maschen werden rechts abgestrickt, anschließend die Maschen der Hilfsnadel ebenfalls rechts stricken.

In der Rückreihe alle Maschen stricken wie sie erscheinen. Noch sechs weitere Reihen glatt rechts arbeiten. Dann wieder in der gleichen Weise den Zopf drehen.

Tipp: Zopfmuster ziehen sich zusammen. Machen Sie daher in jedem Fall eine Maschenprobe und waschen Sie diese vor dem Maßnehmen. Die auf den Wollbanderolen angegebenen Werte für Maschen- und Reihenanzahl beziehen sich nur auf glatt rechtes Gestrick.

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