Obwohl Hibiscus rosa-sinensis meist als Zimmerpflanze kultiviert wird, ist ein Aufenthalt im Freien für die warmen Monate mehr als günstig. Allerdings dürfen die Pflanzen nicht gleich in die Sonne gestellt werden, sondern müssen langsam und allmählich an diese gewöhnt werden. Knallige Mittagssonne ist aber auch nach der Eingewöhnung nicht empfehlenswert, genau wie Zugluft. Zwischen 11 und 17 Uhr ist ein Platz in einer schattigen Ecke zu bevorzugen. Der Standort ist sowohl im Freien, als auch im Zimmer mit ausschlaggebend für eine gute Entwicklung. Außerdem natürlich auch ein entsprechendes Pflanzsubstrat, eine optimale Wasser- und Nährstoffversorgung und natürlich die Überwinterung.

Standort

Als Zimmerpflanze bevorzugt der Hibiskus einen hellen und sonnigen Platz. Knallige Mittagssonne bekommt den Pflanzen jedoch auch hinter einem Fenster nicht. Besser ist die Beschattung durch eine Gardine. Wichtig ist viel Licht, im Sommer genau wie im Winter. Den Sommer verbringen die Gewächse gern im Freien, ob nun auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten selbst. Wichtig ist allerdings, dass sie langsam an die Sonne gewöhnt werden. Man stellt sie also zuerst schattig auf und dann jeweils für eine Stunde in die Sonne, erst morgens und abends und dann immer länger. Knallige Mittagssonne ist nicht empfehlenswert, die kann zu Verbrennungen führen.Zimmerhibiskus

Im Winter ist auch reichlich Licht notwendig. Dunkelheit vertragen die Hibiskus nicht gut, die Triebe werden unnatürlich lang und bleiben schwach. Wer nicht genügend natürliches Licht bieten kann, sollte über eine Pflanzenlampe nachdenken. Der Platz über einer Heizung ist nicht ideal, denn dort ist die Luft zu warm und zu trocken. Mit einem Zimmerbrunnen, einem Vernebler oder ähnlichem kann die Luftfeuchtigkeit aber erhöht werden.

  • im Sommer im Freien – ohne Mittagssonne
  • alternativ im Südfenster, mittags durch Gardine beschattet
  • im Winter – so hell es geht
  • wenn Blüten angesetzt sind, nicht umstellen

Pflanzerde

Wichtig für den Zimmerhibiskus ist hochwertige Erde. Am besten gedeihen die Pflanzen in humusreicher und nährstoffhaltiger Erde. Wichtig ist, dass dies sehr durchlässig ist, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Bei sehr festem Substrat ist es daher sinnvoll, Sand unterzumischen. Auch Perlite eignet sich zum Untermischen.

Hibiskus bevorzugt lockeres Substrat
Hibiskus bevorzugt lockeres Substrat
  • durchlässig
  • nährstoffreich
  • Sand oder Perlite untermischen

Pflanzen

Besonders junge Hibiskuspflanzen sollten jährlich umgetopft werden. Wichtig ist vor allem ein Wechsel der Erde. Das Gefäß sollte jeweils eine Nummer größer gewählt werden. Wichtig ist eine Drainage im Topfboden, damit überschüssiges Wasser gut ablaufen kann. Ältere Hibiskus brauchen nur zwei- oder dreijährig umgetopft werden. Hier tauscht man nur die Erde aus, dass Gefäß bleibt.

  • junge Hibiskus jährlich umtopfen
  • ältere alle zwei bis drei Jahre
  • Drainage nicht vergessen

Gießen

Der Wasserbedarf des Zimmerhibiskus ist recht hoch, vor allem im Sommer. Dazu lieben die Pflanzen auch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Am besten wird zimmerwarmes Wasser genutzt, kein zu kaltes. Wichtig ist, durchdringend zu gießen, so dass die gesamte Erde gut durchfeuchtet wird. Die Kunst ist, dass danach kein Wasser im Übertopf oder Untersetzer zurückbleibt. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäulnis.

Regelmäßig gießen
Regelmäßig gießen

Es wird erst wieder gegossen, wenn die Erde oberflächlich gut abgetrocknet ist. Austrocknen sollte sie auf keinen Fall, dass schwächt die Pflanzen, vor allem, wenn es wiederholt vorkommt. Es gilt also, einen Rhythmus zu finden, regelmäßig zu gießen, aber weder zu viel, noch zu wenig.

  • im Sommer mehr gießen
  • regelmäßig und durchdringend
  • kein stehendes Wasser
  • keine Ballentrockenheit

Düngen

Nach der Winterpause Ende Februar wird mit dem Düngen begonnen. Am besten wird 14tägig gedüngt. In der Regel ist normaler Blühpflanzendünger absolut ausreichend. Er wird nach der Packungsangabe dosiert, lieber etwas schwächer, als zu stark.

  • nach der Winterruhe 14tägig
  • normaler Blühpflanzendünger
  • alternativ Hakaphos grün

Schneiden

Der Zimmerhibiskus braucht einen Rückschnitt, um nicht zu groß und sparrig zu werden. Die Pflanzen wachsen außer in der Ruhephase im Winter ganzjährig und sollten geschnitten werden, damit sie kompakter wirken. Ohne Schnitt verkahlen die Gewächse von innen heraus und die Blüten sitzen nur an den äußeren Enden der Triebe. Das ist kein schönes Gesamtbild. Bei einem radikalen Rückschnitt im Frühjahr dauert es etwas, bis der Hibiskus wieder blüht, aber die Pflanzen blühen am diesjährigen Holz, es gibt also keine Probleme. Der Hibiskus ist ein Spätblüher.

Zimmerhibiskus schneiden
Zimmerhibiskus schneiden

Alternativ bietet sich an, nur die Hälfte der Triebe stark einkürzen und die anderen früher blühen lassen. Diese werden dann erst nach der Blüte geschnitten, so wird die Blütezeit verlängert. Erst blühen die „alten“ Triebe, dann die zurückgeschnittenen. Einen Hibiskus kann man radikal zurückschneiden, bis auf 15 cm Trieblänge. Je mehr geschnitten wird, um so stärker ist der Austrieb, um so dichter werden die Pflanzen. Ohne Schnitt lässt auch die Blühfreudigkeit der Pflanzen nach.

  • starker Schnitt für kompakten Wuchs und viele Blüten
  • im Herbst oder nach Winterpause Ende Februar schneiden
  • auslichten jederzeit möglich

Überwintern

Bei der Überwinterung ist der Standort entscheidend. Wichtig ist, dass die Pflanze viel Licht bekommt. Außerdem sollte der Raum nicht zu warm sein. Zwar können Zimmerhibiskus im Wohnzimmer stehen, aber dort sind die Bedingungen nicht ideal. Die Folge sind häufig Schädlinge, manchmal auch Krankheiten. Außerdem lässt meist die Blühfreudigkeit nach. Der Platz über einer Heizung oder in unmittelbarer Nähe ist ungünstig. Schädlich sind Temperaturen unter 10°C, die werden nicht vertragen. Ideal sind Temperaturen um die 15°C. Gegossen wird deutlich weniger. Der Pflanzballen darf aber nicht austrocknen. Stehendes Wasser ist unbedingt zu vermeiden. Je kühler der Standort, um so weniger Wasser wird benötigt. Gedüngt wird gar nicht.

Hibiskus mag keinen Frost!
Hibiskus mag keinen Frost!
  • kühle Überwinterung bei 15°C
  • nicht unter 10°C
  • über 20°C ungünstig
  • wenig gießen
  • nicht düngen!

Vermehren

Zimmerhibiskus kann durch Stecklinge und durch Aussaat vermehrt werden. Bei der Stecklingsvermehrung kommt eine identische Pflanze heraus, bei der Vermehrung aus Samen ist das nicht sicher. Triebe für Stecklingsvermehrung fallen beim Rückschnitt an, die können gut genutzt werden.

  • Stecklinge – 10 bis 15 cm lang
  • untere Blätter entfernen
  • im Wasserglas bewurzeln (geht am schnellsten)
  • alternativ gleich in Pflanzsubstrat
  • hell stellen, aber ohne direkte Sonne

Krankheiten

Krankheiten treten selten auf, meist bei zu vielen Pflegefehlern. Häufig ist es zu viel Nässe oder das Gegenteil, langanhaltende Trockenheit. Kommt dies einmalig vor, ist es meist kein Problem. Tritt es aber öfter auf, werden die Pflanzen geschwächt. Krankheiten und auch Schädlinge können auftreten.

  • Wurzelfäulnis bei zu viel Nässe
  • Mehltau bei schwachem Immunsystem – meist durch zu viele Pflegefehler

Schädlinge

Bei den Schädlingen sind es vor allem Blattläuse, welche den Pflanzen beim Aufenthalt im Freien zu schaffen machen. Sie sollten abgespült werden, bevor sie sich zu stark vermehren. Bei der Überwinterung treten häufig Spinnmilben auf. Sie müssen zeitig entdeckt und bekämpft werden, bevor sie den Hibiskus zu sehr schwächen.

Blattläuse an den Knospen
Blattläuse an den Knospen
  • Blattläuse – bei Aufenthalt im Freien
  • Spinnmilben – bei nicht idealer Überwinterung ( zu warm, zu trockene Luft) – Schmierseifenlösung

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