Zellulosedämmung

Ob nun beim Neubau oder Altbau, jeder Bauherr oder Hausbesitzer hat schon mindestens einmal über die Reduzierung seiner Heizkosten oder die Dämmung seines Eigenheims nachgedacht. Eine gute und günstige Alternative, zu standardmäßiger Dämmung wie Mineralwolle oder Steinwolle, die zu dem noch sehr umweltschonend ist, ist dabei die Zellulosedämmung.

Dämmstoffe gibt es viele am Markt. Zumeist sucht man einen guten Dämmstoff, der möglichst gute und wenig schlechte Eigenschaften hat. Zudem sollte der Dämmstoff auch noch günstig, ungiftig und umweltschonend sein. Auch über die Verlegung machen sich viele Bauherren und Hausbesitzer Gedanken. Gerade Mineralwolle mit ihren feinen Fasern ist dafür bekannt auch noch Tage später ein unangenehmes Gefühl auf der Haut zu erzeugen. Hier kommt Zellulosedämmstoff ins Spiel. Der Dämmstoff vereint viele gute Eigenschaften in sich, ist günstig und zudem noch aus Recyclingmaterial hergestellt.

Begriffserklärung

Das Wort Zellulosedämmung beinhaltet den Hauptbestandteil der Dämmung, Zellulose. Diese gehört ursprünglich zum Bestandteil von Holz. Das für die Zellulosedämmung benötigte Rohmaterial wird vorwiegend aus Altpapier gewonnen, welches wiederum aus Holz hergestellt wurde. Demnach ist Zellulosedämmung ein Recyclingprodukt, welches aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurde.

Herstellung von Zellulosedämmung

Zellulosedämmung wird aus Altpapier gewonnen, welches direkt von Altpapierhändlern stammt, von Privatpersonen gekauft wird oder auf anderen Umwegen eingekauft wird. Das Altpapier, welches nur in bestimmter Qualität gekauft wird, wird danach zerkleinert und anschließend mit Holz- und Brandschutzmitteln behandelt.Zeitungen

Durch die einfache Zerkleinerung und das Behandeln mit einigen Zusätzen ist die Zellulosedämmung einfacher und Energiesparender herzustellen, als zum Beispiel mineralische Dämmstoffe.

Vorteile

Ökologischer Dämmstoff

Zellulosedämmstoff ist ökologisch, da keine fossilen Rohstoffe zur Herstellung genutzt werden, sondern Altpapier. Dieses Abfallprodukt hat somit eine zweite sinnvolle Verwendung. Zudem wird Zellulosedämmstoff nur gehäckselt und mit Holz- und Brandschutzmitteln behandelt, was im Gegensatz zu anderen Dämmungsherstellungsprozessen sehr energiesparend ist.Umwelt, Bio, Ökologisch

Hohe Dichte

Zellulosedämmstoff hat eine höhere Dichte als die meisten anderen Dämmstoffe wie zum Beispiel Mineralwolle oder Glaswolle. Der eigentliche Vorteil darin ist die hohe Wärmespeicherfähigkeit, welcher auch im Sommer zu spüren ist, da die Wärme der Sonne von außen nach innen durch die Wand länger braucht und die Räume länger kühl bleiben, bis sie von der sommerlichen Wärme aufgehetzt werden. Dasselbe Phänomen gibt es im Winter, hier speichert der Zellulosedämmstoff viel Wärme des Raumes ab und gibt sie nach und nach wieder an den Raum ab, wenn die Heizung aus ist oder gelüftet wird. Der Raum bleibt dadurch länger warm und ist nach dem lüften schneller wieder warm.

Dichtungsvermögen

Dadurch, dass die Dämmung mit Druck in den vorherbestimmten Bereich des Haues geblasen wird, wird ein gutes Dichtungsvermögen erreicht. Spalten oder Ritze wie sie bei Dämmmatten- oder Platten auftauchen, gibt es bei Zellulosedämmung nicht. Durch den Einblasdruck werden die Flocken der Dämmung in jeden Winkel und jede Ecke gedrückt und verhindern so Wärme- bzw. Kältebrücken.

Bauphysikalisches Verhalten

Zellulosedämmung ist feuchtigkeitsregulierend und kann große Mengen an Wasserdampf aufnehmen, ohne dabei „nass“ zu werden. Andere Dämmungen verlieren dahingehend schon bei geringen Mengen Wasseraufnahme ihre Dämmeigenschaften, Zellulosedämmstoff hingegen nicht.

Brandschutz

Zellulosedämmstoff ist prinzipiell brennbar, durch Zusätze jedoch wird Zellulosedämmstoff in Brandschutzklasse B2 eingeteilt, die normal entflammbar ist. Setzt man Zellulosedämmstoff Feuer aus, verkohlt dabei nur die Oberfläche. Wird die Flamme entfernt, glimmt der Dämmstoff noch einige Sekunden weiter und erlischt dann von selbst. Entfernt man die dünne verkohlte Schicht, ist die Dämmung unversehrt. Weiterer Vorteil, wird Zellulosedämmstoff verbrannt riecht es zwar nach verbranntem Papier, jedoch entstehen bei weiten weniger giftigere Abgase wie bei anderen Dämmungen. Im Gegensatz zu Zellulosedämmstoff ist Mineralwolle zum Beispiel nicht brennbar, schmilzt jedoch bei Wärme sofort in sich zusammen und lässt das Feuer an die nächste Bausubstanz, die eventuell brennbar ist. Somit erzielt Zellulosedämmstoff mehr Schutz vor Feuer.Zellulosedämmung

Schallschutz

Der eingeblasene Dämmstoff reduziert die Übertragung des Luftschalls auf ein Minimum. Gerade Altbauten können so von einem verbesserten Schallschutz profitieren.

Verschnitt

Da Zellulosedämmstoff ein Schüttgut ist und in alle Ecken und Winkel des Dämmbereichs geblasen wird, entsteht kein Verschnitt, der für unnötige Kosten sorgt. Bezahlt wird nur das, was wirklich verbraucht wird.

Ungeziefer und Schädlinge

Schädlinge und Ungeziefer wie Mäuse und Insekten meiden Zellulose bedingt durch die Holz- und Bandschutzmittel, die den Dämmstoff für sie zum einen ungenießbar, zum anderen unbewohnbar machen.

Entsorgung

Zellulosedämmstoff ist ein wiederverwendbarer Stoff in jeglicher Hinsicht. So kann er auch ohne Probleme wieder aus dem Haus abgesaugt werden. Rücknahmen bieten dabei viele Hersteller an. Da Zellulosedämmstoff kein Sondermüll ist, kann er auch beim Wertstoffhändler wieder abgegeben werden.

Preis

Ausschlaggebend ist bei Zellulosedämmstoff vor allem der Preis. Dadurch, dass es sich um ein Recyclingprodukt handelt und die Produktionskosten sehr gering sind, sind auch die Endpreise recht moderat. Je nach Haus und zusätzlichen Aufwendungen wie zusätzlicher Verplanung oder Ähnlichem können bis zu ¼ an Kosten gegenüber anderen Dämmungen gespart werden.

Nachteile

Vor- und NachteilHohe Dichte

Hohe Dichte erzeugt eine gute Wärmeisolierung, jedoch hat es den Nachteil des hohen Gewichtes. 50 – 60 Kilogramm pro Kubikmeter bringt der Zellulosedämmstoff, was einiges mehr an Masse ist, als bei anderen Dämmungen. Für Neubauten oft kein Problem kann es jedoch bei Sanierungen in Altbauten zum Problem werden, die für diese Lasten nicht ausgelegt sind, speziell der Dachstuhl ist hier zu nennen, der das Gewicht mehrerer Hundert Kilogramm eventuell nicht tragen kann.

Wärmedämmwert

Zellulosedämmstoff hat gegenüber anderen Dämmungssystemen den Nachteil eines geringeren Wärmedämmwertes. Dies bedeutet, dass die Dämmdicke gegenüber anderen Dämmungen dicker ausfallen muss, um denselben Dämmwert zu erreichen. Im Durchschnitt muss die Dämmung mit Zellulosedämmstoff 30 – 40 % dicker sein. Das führt zum Nachteil, dass entweder die Wärmeabgabe des Haues rund ¼ schlechter ist, als bei anderen Dämmstoffen oder man bautechnisch für eine dickere Dämmschicht sorgen muss.

Dämmung einbauen
Dämmung einbauen

Bautechnischer Aufwand

Bei Zellulosedämmstoff ist ein höherer bautechnischer Aufwand zu beanstanden. Kann man zum Beispiel Mineralwolle zwischen Dachbalken klemmen und mit Platten befestigen, so muss bei der Zellulosedämmung der Dämmraum von allen Seiten geschlossen sein, damit die Dämmung nicht heraus rieseln kann. Dies führt zum einem zu Mehraufwand, zum anderen zu Mehrkosten beim Bau. Gerade diese Tatsache macht es schwer Zellulosedämmstoff für Altbauten gerade im Dachgeschoss zu nutzen.

Einblasen und Schütten

Zellulosedämmstoff wird fast immer mit einer speziellen Maschine in den vorgesehen Hohlraum geblasen. Der Vorteil ist, dass der Dämmstoff an jede Ecke kommt. Nachteil ist jedoch, dass ein solches Gebläse für Privatpersonen zur schwer zu organisieren ist und das Einblasen zumeist der Fachmann übernimmt. Als Alternative gibt es Zellulosedämmstoff auch als Schüttgut. Der Nachteil daran ist, wenn nicht aufgepasst wird, entstehen Hohlräume, die nicht gedämmt sind, Wärme- bzw. Kältebrücken wären die Folge.

Feinstaub

Sowohl beim Einblasen und Schütten kann eine hohe Feinstaubbelastung durch den Zellulosedämmstoff kommen. Atemschutz sollte somit verwendet werden.

Preis – Beispiel

KostenDer Preis für Zellulosedämmstoff ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, ebenfalls das Einblasen. Als Durchschnitt kann man bei einer Verdichtung von 55 – 60 Kilogramm pro Kubikmeter einen Preis zwischen 80,00 und 100,00 Euro inklusive Mehrwertsteuer für Material und Einblasen ansetzen.

Bei einer Dämmstärke von 10 Zentimetern ergibt sich daraus ein Preis von 8,00 – 10,00 Euro pro Quadratmeter inklusive Mehrwertsteuer.

Bei einer Dämmstärke von 20 Zentimetern ergibt sich ein Preis von 16,00 – 21,00 Euro pro Quadratmeter inklusive Mehrwertsteuer.

Die Preise beziehen sich dabei rein auf das Material inklusive des Einblasens. Weitere Materialien, wie Holz für Verplankungen sind nicht enthalten.

Tipps für Schnellleser

  • Vorteile
    • umweltschonend dank Recyclingmaterial
    • hohe Dichte, dadurch gute Wärmespeicherfähigkeit
    • gute Feuchtigkeitsregulierung.
    • verliert bei Nässe nicht seine Dämmeigenschaften
    • Brandschutzklasse B2 (normal entflammbar)
    • guter Schallschutz
    • kein Verschnitt
    • günstiger als andere Dämmstoffe
    • durch Brand- und Holzschutzmittel Insekten- und Ungezieferschutz
    • einfache Entsorgung, zum Beispiel beim Hersteller
  • Nachteile
    • durch geringen Wärmedämmwert dickere Dämmschicht als bei anderen Dämmungen
    • je nach Einsatzgebiet wird ein spezielles Gebläse zum Einblasen gebraucht
    • bautechnischer Aufwand höher
    • Feinstaub beim Befüllen

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