Yucca-Palme abschneiden: so kürzen Sie zu groß gewordene Palmen

Yucca Palme abschneiden

Die Yucca-Palme ist bekannt für ihr rasches Höhenwachstum, doch nicht immer ist dieses erwünscht. Wie Sie eine zu groß gewordene Palmlilie fachgerecht schneiden, erfahren Sie in diesem Artikel!

Eine hochgewachsene Yucca-Palme ist zwar ein dekorativer Blickfang, allerdings kann ihre Größe auch zum Problem werden. Wer das Problem des Platzmangels umgehen möchte, sollte seine Palmlilie daher regelmäßig zurückschneiden. Zudem fördert das Schneiden der Pflanze den Neuaustrieb und bildet zugleich den ersten Arbeitsschritt für eine erfolgreiche Vermehrung.

Gründe für den Rückschnitt

Die Yucca-Palme gilt als sehr wuchsfreudig und kann bei fachgerechter Pflege eine Wuchshöhe von bis zu fünf Metern erreichen. Wer die Palmlilie im heimischen Wohnzimmer kultiviert, kommt meist nicht drum rum, die Pflanze zu kürzen. Denn zum einen kann sie durchaus ausladend werden und zum anderen die Zimmerdecke erreichen. Wenn die Krone jedoch an die Decke stößt, sucht sie sich einen seitlichen Wachstumsweg. Dies führt meist zu einem unnatürlichen Seitenwachstum, welches wiederum zu einer Gewichtsverlagerung und in weiterer Folge zum Kippen der Pflanze führt. Neben der Höhenregulierung sprechen zudem folgende Gründe für das Zurückschneiden:

  • fördert das Wachstum
  • denn Yucca-Palmen können mit der Zeit ausdünnen
  • dadurch Bilden sie weniger Blätter
  • durch Lichtmangel entstehen dünne Stämme
  • diese könnten sich nach unten biegen
  • regelmäßiger Schnitt sorgt für dicken Baumstamm
  • bei manchen Krankheiten/Schädlingen ist ein Rückschnitt sinnvoll

kranke Yucca-Palme

Zeitpunkt

Ein Rückschnitt ist zwar ganzjährig möglich, allerdings sollte die Yucca-Palme bevorzugt zwischen Ende März bis Mitte Mai geschnitten werden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Stoffwechsel der Pflanze noch eingeschränkt und sie steht noch nicht voll im Saft. Sie verkraftet daher den Schnitt besser, denn zum einen blutet sie nicht allzu stark aus und zum anderen heilen dadurch die entstandenen Schnittwunden rascher. Wer seine Palmlilie jedoch im Winter oder Sommer abschneiden möchte, sollte Folgendes berücksichtigen:

  • im Sommer sammelt die Pflanze Energie für die Winterruhe
  • Schnitt im Sommer bedeutet weniger Kraft im Winter
  • im Winter befindet sich die Pflanze in der Vegetationsruhe
  • eine Vermehrung durch die Stammstücke ist kaum möglich

Im Frühjahr hat die Palmlilie ihre Winterruhe beendet und steht kurz vor dem Austrieb. Aufgrund des bevorstehenden Wachstumsbeginns hat sie einen zusätzlichen Energieschub, welcher im bei einem Schnitt im Frühjahr ideal nutzen lässt. Denn durch das Abschneiden im Frühjahr lässt sich die Yucca-Palme gleichzeitig vermehren.

Materialbedarf

Bei der Wahl des passenden Schnittwerkzeugs gilt es zu beachten, dass der Stamm der Yucca-Palme äußerst fest ist. Um den palmähnlichen Baumstamm zu Schneiden wird daher wirklich scharfes Schnittwerkzeug benötigt. Dies erleichtert nicht nur den Arbeitsaufwand, sondern vermeidet zugleich, dass die Schnittwunden ausfransen. Um den festen Baumstamm zu kürzen, eignet sich beispielsweise eine stabile Laubsäge oder ein scharfes Brotmesser. Zudem ist es ratsam, die entstandenen Schnittflächen zu begradigen. Hierfür lässt sich ein handelsübliches Messer mit einer glatten Schneidfläche verwenden. Neben dem Schneidwerkzeug sind zudem folgende Utensilien für das Kürzen erforderlich:

  • Arbeitshandschuhe
  • schützen vor den scharfen Blattkanten
  • Töpfe mit Wasserablauf
  • Substrat, beispielsweise Palmenerde
  • oder ein Gemisch aus Blumenerde, Perlite und Sand
  • Tonscherben, Splitt oder Kieselsteine für die Drainage
  • Wundverschlussmittel, wie Baumwachs oder Kerzenwachs

Anleitung – Verjüngen

Yucca-Palmen sind nicht nur äußerst schnittverträglich, sondern können auch in beliebiger Höhe durchtrennt werden. Dies ist natürlich zum Vorteil für die Besitzer der palmähnlichen Pflanzen, denn sie lassen sich stets auf die Wunschhöhe stutzen und dadurch „passend machen“. Das Stutzen der Palmlilie ist relativ unkompliziert, allerdings kann es insbesondere bei hochgewachsenen Exemplaren zu Hemmungen vor dem Schnitt kommen. Allerdings sollte hierbei stets bedacht werden, dass die Pflanze äußerst schnittverträglich ist und relativ rasch neue Triebe bildet. Das Kürzen der Pflanze kann muss zudem nicht mit einem einzigen Schnitt erfolgen, sondern kann schrittweise wie folgt durchgeführt werden:

  • zu lange Triebe stutzen
  • Stamm auf die gewünschte Höhe kürzen
  • besonders lange Stämme in mehrere Stücke Teilen
  • am besten ist, immer 20-30 cm lange Segmente zu entfernen
  • Stamm darf anschließend nicht laublos sein
  • deswegen einige Blätter dran lassen
  • verwelkte Blätter jedoch entfernen
  • Schnittstelle begradigen
  • abschließend die Wundränder versiegeln

Yucca Palme

Tipp: Um den Neuaustrieb zu fördern, ist es ratsam, die Yucca-Palme nach dem Schnitt umzutopfen. Sie kann sowohl im selben Topf verbleiben, als auch in ein etwas größeres Gefäß gesetzt werden. Wichtig ist, dass frisches Substrat verwendet wird!

Abgeschnittene Stammteile

Das Verjüngen der Yucca-Palme ist zugleich der ideale Zeitpunkt, um die Pflanze zu vermehren. Denn die abgeschnittenen Stammsegmente lassen sich problemlos eintopfen und zu neuen Yucca-Palmen heranziehen. Hierfür ist es ratsam, die Oberseite der jeweiligen Stammstücke mit einem Filzstift zu markieren. Anschließend werden die Segmente wie folgt eingepflanzt:

  • alle Wedel abschneiden
  • die unteren Blätter entfernen
  • diese könnten sonst beginnen zu faulen
  • es soll eine Art Stumpf übrig bleiben
  • Topf mit Substrat befüllen
  • Stumpf mit der Unterseite in die Erde setzen
  • etwas Erde nachfüllen und andrücken
  • mit zimmerwarmen Wasser gießen

Tipp: Die geschnittenen Yucca-Palmen sollten niemals der direkten Sonne ausgesetzt werden. Besser ist es, sie die erste Zeit an einen halbschattigen Platz zu stellen.

Wundversiegelung

Die Yucca-Palme gilt zwar als gut schnittverträglich, dennoch kann es vorkommen, dass sie empfindlich auf den Schnitt reagiert. Daher ist es ratsam, die Wundheilung mithilfe einer Wundversiegelung zu unterstützen. Denn durch die Versiegelung erholt sich die Pflanze schneller und das Austrocknen des Stammes wird verhindert. Hinzu kommt, dass die Wundversiegelung dafür sorgt, dass sich keine Feuchtigkeit in den Wundrändern ansammeln kann. Dadurch wird wiederum das Risiko von Pilzinfektionen und Schädlingsbefallen minimiert. Wer die Schnittwunden versiegeln möchte, greift am besten zu Baum- oder Kerzenwachs und wendet dieses wie folgt an:

  • Baumwachs erhitzen
  • auf die Schnittfläche anbringen
  • jedoch nicht auf die gesamte Wundfläche
  • sondern nur die Wundränder bestreichen
  • alternativ eine Kerze anzünden
  • und das Wachs vorsichtig auf die Schnittstelle tropfen lassen

Tipp: Als Alternative zu Baum- oder Kerzenwachs eignet sich auch ein herkömmliches Wundverschlussmittel für Gehölz-Schnitt.

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