Ytong im Freien verwenden: so können Sie Porenbeton abdichten

Ytong ist ein praktischer Baustoff. Die Steine sind groß und leicht. Er lässt sich einfach mit Hammer, Meißel und Säge in jede beliebige Form schnitzen. Das lädt zum Basteln und Bauen ein. Soll der Gasbeton aber im Freien stehen, müssen Maßnahmen getroffen werden. Der Stein ist äußerst empfindlich gegen Frost und Nässe. Hier erfahren Sie, wie Sie Ytong im Freien verwenden und abdichten.

Empfindlicher Werkstoff

Die beiden schlimmsten Feinde vom Ytong sind Wasser und Frost. Ytong saugt sich bei Nässe voll wie ein Schwamm. Schuld daran ist die innere Struktur dieses Mauersteins: Die Millionen winziger Gasbläschen haben eine starke Kapillarwirkung. Auch stehendes Wasser wird so unweigerlich durch den ganzen Stein gesaugt, bis er vollständig durchnässt ist. Das alleine ist schon sehr kritisch: Gasbeton verliert unter Nässe seine Stabilität und beginnt sich aufzulösen. Ganz fatal ist es aber, wenn Frost kommt. Wasser dehnt sich beim Gefrieren um 10% aus. Erstarrt das Wasser im Porenbeton zu Eis, reißt es den Stein förmlich in Stücke. Wer Ytong im Freien verwenden will, muss also Maßnahmen gegen eindringendes Wasser treffen. Das ist leider nicht so einfach. Lesen Sie in diesem Text, wie Sie vorgehen können.

Ytong Stein

Alternative zu Ytong

Sofern Sie nicht große Mengen an Porenbeton-Steinen übrig haben, gibt es praktisch keinen Grund für diesen Baustoff im Außenbereich. Er ist zwar recht leicht zu bearbeiten. In Summe ist seine Verwendung im Außenbereich aber recht delikat und immer von begrenzter Haltbarkeit. Dazu sind Gasbeton-Wände alles andere als ansehnlich. Sie müssen in jedem Fall verkleidet oder verputzt werden, damit man bei ihrem Anblick nicht die gute Laune verliert. Wir möchten daher grundsätzlich zur Verwendung von einem besser geeignetem Werkstoff für den Außenbereich raten:

  • Ziegel, neu oder gebraucht
  • Beton- und Strukturbetonsteine
  • Natursteine
  • Kalksand-Vollsteine

Betonsteine und Ziegel

bieten im Gegensatz zum Gasbeton nur Vorteile. Sie sind dekorativ, wasserfest, einfach zu verarbeiten und erlauben viele Möglichkeiten der kreativen Gestaltung. Aber wenn es Gasbeton sein soll, dann müssen bestimmte Maßnahmen getroffen werden.

Ytong im Freien Verwenden – Tipps

Festes, gerades, wasserdichtes Fundament

Gasbeton braucht Abstand zum Erdreich. Das ist der Hauptgrund für den Bau eines massiven, wasserdichten Fundaments. Der Porenbeton darf keinen Kontakt zum Boden bekommen, sonst saugt sich schlimmstenfalls die ganze Wand mit Wasser voll. Ein Fundament ist beidseitig ca. 10 cm breiter als die Mauer aus Gasbeton werden soll. Es ist 80cm tief um Frostsicherheit zu gewährleisten. Schließlich muss es bewehrt werden und aus Wasser undurchlässigem Beton bestehen. Sicherheitshalber kann man die Fundamentschalung innen mit Teichfolie auskleiden. So ist man ganz sicher, dass kein Wasser eindringen kann.

Erste Schicht: So gerade wie irgend möglich

Idealerweise schalt man das Fundament 24 cm über die Rasenkante hinaus ein. So lässt es sich vor dem Abbinden gerade abziehen und man erhält den perfekten Untergrund für die Mauer aus Ytong. Wenn das nicht geht, muss die erste Schicht aus wasserundurchlässigen Betonsteinen gesetzt werden. Betonsteine haben den Vorteil, dass sie sehr maßgenau sind. Unter und über die erste Schicht kommt zusätzlich eine Bahn aus Bitumen. So ist die spätere Wand aus Ytong garantiert gegen aufsteigende Feuchtigkeit gesichert.

Porenbeton abdichten – so hält er dicht

Wenn Sie Ytong im Freien verwenden wollen, kommen Sie um eine Abdichtung nicht herum. Hierfür gibt es drei geeignete Mittel:

Nanoversiegelung auf Epoxid-Basis

Die Nanoversiegelung auf Epoxidbasis ist besonders einfach und nachhaltig. Sie können das Epoxidharz schon vor dem Vermauern ansetzen und die Steine damit bestreichen. Es ist vor seinem Aushärten flüssig wie Wasser. Dadurch dringt es tief in den Porenbeton ein und dichtet ihn so besonders nachhaltig ab. Legen Sie dazu die Steine auf einen sauberen Untergrund, beispielsweise auf Teichfolie. Drehen Sie die Steine um, so dass die Außenseite in den Himmel zeigt. Nun können Sie Stein für Stein 2-3 Mal mit einem Quast und Epoxidharz bestreichen. Ist das Harz ausgehärtet, drehen Sie die Steine um und bestreichen Sie auch die Rückseite. So können Sie gefahrlos Ytong im Freien verwenden, denn die Steine sind jetzt dauerhaft wasserdicht.

Die Nanoversiegelung auf Epoxidbasis hat jedoch einen Nachteil: Sie ist sehr teuer. Mit 25 – 50 Euro pro Kilogramm muss man bei dieser Lösung rechnen. Leider ist der Verbrauch beim Porenbeton abdichten sehr hoch, da ein großer Teil vom Stein eingesaugt wird.

Bitumen

Bitumen ist zähflüssiger Teer. Er wird zum Auftragen erhitzt. Dann wird er streichfähig. Eine Bitumen-Versiegelung ist vor allem im Kellerbereich sinnvoll. Beim Ytong im Freien verwenden ist der größte Nachteil der Bitumen-Beschichtung die schwarze Farbe. Bitumen ist praktisch nicht überstreichbar. Der an sich schon hässliche Porenbeton wird durch die Bitumen-Versiegelung noch unansehnlicher. Für Gartenmauern, Teicheinfassungen, Gehwege oder Skulpturen ist Bitumen daher nicht wirklich eine Option. Es ist zwar sehr preiswert, dafür muss man die Arbeitskleidung nach dem Porenbeton abdichten aber entsorgen.

Dichtschlämme

Die Dichtschlämme, beispielsweise von PCI, ist daher noch die beste Lösung zum Porenbeton abdichten. Perfekt wird es, wenn sie mit einer vorhergehenden Epoxid-Beschichtung kombiniert wird. So können auch kleine Fehlstellen in der Dichtschlämme dem empfindlichen Porenbeton darunter nichts anhaben. Die Dichtschlämme wird mit einem Glättspan aufgetragen und mit einem Quast verteilt. Sie härtet schnell aus und bietet einen dauerhaften Schutz. Das Beste an der Dichtschlämme ist, dass sie überstreichbar ist. Wir empfehlen zur farblichen Gestaltung wasserdichte Fassadenfarbe. Sie bietet einen zusätzlichen Schutz, wenn Sie Ytong im Freien verwenden wollen.

Zum Porenbeton abdichten mit Dichtschlämme brauchen Sie:

  • Haftgrund (3 Euro pro Liter)
  • Zement (5 Euro/25 kg Sack)
  • Dichtschlämme (30 Euro/25 kg Sack)
  • Wasser
  • Mischwanne (10 Euro)
  • Kräftiger Mixer (15 Euro Tagesmiete)
  • Eimer (1 Euro)
  • 2 x Quast (2-5 Euro pro Stück)

Quast

Der Ytong wird zunächst mit Haftgrund eingestrichen. Während dieser trocknet, wird die Dichtschlämme angesetzt. Sie wird im Verhältnis 1:1 mit Zement vermischt. Dazu ist ein kräftiger elektrischer Mixer erforderlich. Eine Haushalts-Bohrmaschine ist mit dieser Aufgabe definitiv überfordert. Es wird reichlich Wasser dazu gegeben, bis die Mischung vollkommen flüssig ist. Es sollte sich aber kein Wasser oben absetzen. Die Mischung wird in den kleineren Eimer gegeben. Nun wird der Ytong großzügig mit dem Quast und der Dichtschlämme eingestrichen. Der Vorgang wird so oft wiederholt, bis kein Porenbeton mehr zu sehen ist. Nachdem die Dichtschlämme getrocknet ist, kann man sie mit Fassadenfarbe überstreichen. So hat man ein ansehnliches und dennoch recht preiswertes Ergebnis.

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