Draußen wird es wärmer und ich habe Lust auf frische, fröhliche Farben. Darum zeige ich euch in diesem Beitrag, wie man ganz einfach eine hübsche Wendetasche selbst nähen kann. Egal ob zum Einkaufen oder für den Badeausflug, eine selbst genähte Tasche mit fröhlichem Muster ist immer ein Hingucker.

Eine Tasche in frischer Optik verbreitet nicht nur gute Laune, sondern eignet sich auch hervorragend als Geschenk und kann zusätzlich mit kleinen Überraschungen befüllt werden, ganz nach Lust und Laune.

Schwierigkeitsgrad 2/5
(für Anfänger geeignet)

Materialkosten 2/5
(je nach Stoffauswahl zwischen EUR 0,- aus der Resteverwertung und EUR 20,-)

Zeitaufwand 2/5
(inkl. Schnittmuster ohne Extras etwa 3 Stunden)

Materialauswahl

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Hier kommt auch schon die nächste Möglichkeit, Baumwollstoff einzusetzen. In meinem Fall arbeite ich wieder mit den so genannten „Fat Quaters“, die bereits auf Quadrate bzw. Rechtecke vorgeschnitten und in perfekt abgestimmten Farbkombinationen erhältlich sind. Da ich vier „Fat Quaters“ verwenden muss, um die Innen- sowie Außenseiten meiner Tasche zu gestalten, ich aber jeweils innen und außen eine einheitliche „Farbe“ haben möchte, habe ich mich dazu entschlossen, meine ausgewählten Stoffe in gleich breite Streifen zu schneiden und gegengleich zusammen zu nähen. Auf diese Weise kommen die Farben der Beuteltasche optimal zur Geltung.

Die Materialmenge und der Schnitt

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Den Schnitt habe ich einfach selbst gezeichnet. Dazu habe ich eine meiner Taschen in der gewünschten Größe als grobe Vorlage genommen und die Länge des Tragegutes auch direkt am Körper angehalten. Das ganze habe ich dann im Stoffbruch (also nur zur Mitte der Tasche) auf Papier gezeichnet und ausgeschnitten. Je nachdem, wie groß die Tasche werden soll und ob ihr unterschiedliche Stoffe und Muster verwenden wollt, könnt ihr euch die Materialmenge ausrechnen oder einfach durch auflegen des Schnittmusters ausprobieren.

Tipp: Wenn ihr Motivstoffe verwendet, achtet immer darauf, mit welcher Seite nach oben ihr die beiden Teile zusammennäht, damit das Motiv dann nicht auf dem Kopf steht!

Zuschneiden

Ihr benötigt:

  • 2x Innenteil
  • 2x Außenteil

Diese werden jeweils im Stoffbruch zugeschnitten MIT NAHTZUGABE (bei mir etwa 0,7cm).

Tipp: Um der Tasche mehr Stabilität zu verleihen, bietet es sich an, vor dem Zuschnitt Bügelvlies anzubringen. Dadurch spart ihr euch auch das Endeln eurer Stoffteile.

Wer möchte kann jetzt noch Applikationen anbringen.

Es wird genäht

Zuerst werden alle Stoffteile geendelt, sofern ihr kein Bügelvlies verwendet habt!

Dann legt ihr die beiden Schnittteile des Außenstoffs rechts auf rechts aufeinander (also mit den „schönen“ Seiten zusammen) und näht den Beutel außen herum einmal mit einem einfachen Geradstrich zusammen. Denkt daran, am Anfang und Ende gut zu vernähen. Die Träger bleiben vorerst noch offen. Wer unsicher ist, kann sich auf gleicher Höhe jeweils rechts und links aub beiden Beuteln eine Markierung anzeichnen, bis zu der genäht wird.

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Das gleiche macht ihr nun mit den Innenstoffen. Ihr habt somit zwei getrennte Taschen.

Jetzt wendet ihr eine der beiden Taschen und steckt sie in die andere Tasche, sodass wieder jeweils die „schönen“ Seiten aufeinander liegen. Achtet darauf, dass die Seitennähte schön aufeinander liegen und näht nun erst die zwei vorderen Stoffschichten der Träger links und rechts zusammen und dann die hinteren, und zwar genau bis zum Ende der Seitennaht der Beutel (wo eure Markierung ist). Bei den Trägern könnt ihr nach oben hin immer etwa 15cm vor dem Ende vernähen.

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Nun wendet ihr beide Taschen vorsichtig durch einen der vier Träger. Der Anfang ist etwas fitzelig, aber dann rutscht alles leicht durch. Es hat nun etwas von einem doppelköpfigen Kraken mit nur 4 Fangarmen.

Dann stülpt ihr einen Beutel in den anderen und richtet euch die Nähte gerade.

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Jetzt nehmt ihr jeweils die (in meinem Fall) gleichfarbigen Trägerenden und näht sie oben genau in der Mitte zusammen. Einfach einmal quer drüber nähen und am Anfang und Ende vernähen. Achtet darauf, dass der vordere und der hintere so entstehende „Trägerbogen“ jeweils gleich lang sind, sonst hängt am Ende die Tasche schief. Dazu könnt ihr euch vor dem zusammennähen (nachdem ihr die Nähte gerade gerichtet habt) oben in der Mitte Markierungen anbringen.

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Im nächsten Schritt werden die Öffnungen an den Trägern geschlossen und im selben Zug werden auch noch 3 Ziernähte angebracht. Dazu faltet ihr die jeweils noch offenen Stoffkanten nach innen und steckt diese mit Stecknadeln oder Wonderclips fest und steppt mit der Nähmaschine alle Kanten der Beuteltasche mit einfachem Geradstich noch einmal knappkantig ab (also bis hinunter zu den Beutelmarkierungen einmal rundherum und auch jeweils eine Runde auf der anderen Seite der Träger).

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3, 2, 1… fertig!

Und fertig ist das gute Stück!

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Variationen

Wie ihr an meinem Beispiel seht, könnt ihr euch auch hier wieder kreativ frei ausleben. Ob Applikationen oder Resteverwertung, hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Meine Wendetasche sieht sogar ein bisschen nach Patchwork aus. Jetzt erst mal viel Spaß mit euren neuen Lieblingstaschen!

Schnellanleitung:

1. Schnitt erstellen (+ Nahtzugabe)
2. Zuschneiden mit Nahtzugabe und gegebenenfalls dekorieren
3. Beutel zusammennähen, einen wenden, ineinanderstecken, Träger bis auf 15cm zusammennähen
4. Alles durch einen Träger wenden
5. Einen Beutel in den anderen Stecken und zurechtlegen
6. Offene Trägerkanten nach innen falten, feststecken und mit einer Ziernaht rund um alle Öffnungen finalisierten – fertig!

Die Zwirnpiratin

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